3, 2, 1, Aufprall

D, ich und das Haus in der Wildnis.

Es ist das Paradies, himmlische Ruhe.

Er lacht über mich, weil ich mich wie ein Kind freue am Wald und am so farbenfrohen Herbst, der am Wochenende plötzlich vor der Tür stand und den üppigen Sommer mit einem kräftigen Fußtritt davongejagt hat, und weil ich mir einbilde, einen Waschbären anlocken zu können (wart’s ab, Baby).

Ich arbeite an seinem Nachholbedarf und sehe mit ihm Pornos, um ihm dann zu zeigen, was Frauen wohl noch so alles im Schmutzfilm und auch im richtigen Leben nicht nur tun, sondern auch genießen…

Stundenlang liegen wir nackt auf dem Sofa vor dem Kamin, er schlingt seine festen Arbeiterarme um mich, seine Nase an meinem Nacken.

Tagelang leben wir weitab von der Realität und weigern uns, über sie oder meine baldige Abreise zu sprechen.

Er verabschiedet sich für das Wochenende, um Überstunden für die nächste Woche mit mir in der Wildnis zu sammeln.

Ich fische meinen Laptop aus dem Rucksack, um meine E-Mails zu lesen. Seien wir ehrlich: Um zu sehen, ob No. 3 mir noch mal geschrieben hat.

Hat er und er ist online.

– Ich finde, wir verstehen uns sehr gut. Unsere Art, es zu tun… deine perverse Art begeistert mich. Es ist wirklich gut, man sollte es so oft wie möglich wiederholen (…) Und niemand bläst so gut wie du.

Hach, das – muss ich gestehen – geht mir runter wie Öl.

Dennoch ein Ablenkungsversuch:
– Ist deine Süße gar nicht in der Nähe?

– Doch, aber du weißt ja: Ich bin ein Zuchtbulle!

Seeeltsamer Vergleich. Das schmächtige Jungchen und ein Bulle… Naja, lassen wir das…

Er schwelgt in Erinnerungen.

– Es wäre großartig, wenn wir in der gleichen Stadt wohnen würden. Suchst du eigentlich immer noch einen Job?

– Hmmm, ja…

– Ich ziehe demnächst nach Kotzbrechwürgstadt.

Die Nummer 2 bis 3 auf meiner Liste der Städte, in denen ich NICHT wohnen möchte….

– Willst du dir nicht dort einen Job suchen? Versprich mir, dass du dich zumindest umguckst!

– Hmhmm, ich muss dann auch mal los!

– Ok. Ich wünsch dir viele Orgasmen und dass dir jemand ins Gesicht spritzt!

Warum habe ich eigentlich den Laptop mitgenommen???

3 Kommentare zu “3, 2, 1, Aufprall

  1. Ach, wie schön war doch die Welt vor zwanzig Jahren, als noch keiner so etwas wie das Internet hatte. In manchen Situationen kann man es wirklich nicht unbedingt brauchen. Ich weiß schon, warum ich mein Smartphone die meiste Zeit des Tages offline lasse!

    Und, bist da nach dem Aufprall direkt wieder hochgetitscht? 🙂

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  2. Pingback: Über unrealistische Maßstäbe. | Leben mit nem Sack überm Kopf

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