Andere Zeitzone

Mein Hasi wird 30 21.

Und Madame muss ja unbedingt in ihrer alten Heimat feiern und nicht in ihrer neuen am Meer… :/

Also nehme ich mir vier Tage frei und springe in den ICE. Der spuckt mich schon in Frankfurt wieder aus. 3,5 Stunden Regionalbahn warten auf mich.

Die zuckelt entlang großer Flüsse, rechts erheben sich die Weinberge, links dunkelgrüne Wälder, Schlösser, Burgen, über dem Tal düstere Wolken, Regen, kein Mensch auf den Straßen. Zwischendurch kleine Orte, alte Häuser, aneinandergedrängt, wie eingefallen. Ich fühle mich, als hätte mich jemand in eine dieser  Modelleisenbahnen gesetzt, gestaltet mit viel Liebe zum Detail.

Irgendjemand hat vor vielen Jahren die Zeit angehalten.

Kurz vor der Grenze zum Steuerparadies zwischen düsteren Bergen unter düsteren Wolken steige ich aus und ein zweistimmiges „Haaaaaaasi“ gellt durch den Bahnhof, alles glotzt und wir liegen uns in den Armen. Wir haben wirklich drei Jahre vergehen lassen, wir Bekloppten. Nichts hat sich verändert.

Nur wenig später werden wir auch im Supermarkt von allen Seiten doof angeglotzt, wir reden dumme Scheiße am laufenden Band und müssen uns am Einkaufswagen festhalten, um nicht vor Lachen umzufallen.

Ein ungehaltener Typ an der Kasse gibt uns den Rest. Als wir uns endlich bis zum Auto gerettet haben, kuschelt das Hasi sich an mich.

Haaasi, strahlt sie. Es hat sich wirklich nix verändert!

Ich bleib gern noch länger in dieser Zeitzone…

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Ein Kommentar zu “Andere Zeitzone

  1. Pingback: Hysterisches Kreischen erfüllte das Tal | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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