Menschen nerven.

Ich kränkel vor mich hin, ich vegetiere vor mich hin, ich genieße das Alleinsein, ich habe kein Bedürfnis nach Gesellschaft und erst recht keins nach Sex.

No. 3 versucht seit Wochen, mich zu einem Treffen zu überreden. Wenn ich mich dazu hinreißen lassen, auf ein „wie geht’s?“ zu antworten, werde ich spätestens zwei Sätze später gefragt: „Was machst du am Wochenende?“

RUMLIEGEN! ALLEINE!

No. 2 will einfach Aufmerksamkeit. Egal in welcher Form. Hauptsache, ich bemerke ihn. Und wenn ich ihn nur anmotze. Und er weiß, welche Knöpfe er da drücken muss.

No. 5 schreibt mich auf Skype an. Ich habe noch mal recherchiert. Ich habe seit August 2014 nicht mehr auf seine Nachrichten geantwortet. Habe mich immer amüsiert und dann ignoriert. Menschen nerven. Ich blockiere ihn. No. 5 schreibt mich per Mail an. Ich markiere als Spam. No. 5 schreibt mich auf Facebook an. Ich lösche. Er schreibt noch mal. Ich blockiere. No. 5 schreibt einen Roman an eine andere E-Mail-Adresse. Schreibt, wie traurig ihn das macht, dass ich ihn überall einfach blockiere. Berichtet über seine Stalking-Versuche. Schreibt, dass es ihm wichtig war, dass es die Kanäle zu mir gab, auch wenn ich nicht antwortete. Weil er mir nicht einfach so ein schönes Leben wünschen und dann nicht mehr an mich denken könne. „Dazu war mir unsere Zeit zu intensiv.“ Buhu. „Du bist sehr intelligent und hast auch andere sehr begehrenswerte Fähigkeiten. Das macht dich zu einer kostbaren Ressource, die, jeder der davon kosten durfte, nicht missen möchte.“ Dankedanke. Muss man aber trotzdem mit leben können, dass die meisten Ressourcen endlich sind.

Als Spam markiert.

No. 5 ist noch nicht fertig. Er legt noch eine E-Mail nach. Schreibt, dass es ihn überraschte, dass ich ihn einfach blockierte (sowas!). Kommt zu dem Schluss, dass er wohl an Selbstmitleid leidet. Weil er einsam ist. (Ja, auch blinde Hühner und so…) Dass er ein Trottel war, einfach zu riskieren, was wir hatten. Schreibt, dass es seiner Ansicht nach zwei Gründe dafür geben könnte, dass ich ihn aufs Abstellgleis schob: „Entweder war ich dir egal, oder mein Verhalten hat dich nachhaltig verletzt.“ Meine Art, ihn zu ignorieren, lässt ihn auf letzteres tippen. Wünscht mir, dass ich mein Selbstwertgefühl aufbauen kann.

Ich lache Tränen.

Menschen nerven. Und manchmal belustigen sie auch. Manchmal sogar beides.

Es grüßt

der Waldschrat.

11 Kommentare zu “Menschen nerven.

  1. Ich komme mir manchmal schon etwas komisch dabei vor, wenn ich Ex-Dates/-Affären nach Wochen oder Monaten der Stille mal eine Ping-Nachricht schreibe.

    Aber seitdem ich diverse Blogs hier lese, habe ich diesbezüglich so etwas wie meine innere Ruhe gefunden. Das ganze Nachstellen und vor allem Anbiedern liest sich immer derart würdelos, so tief könnte man selbst zum Glück niemals sinken. 😀 Sehr witzige Storys!

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  2. Pingback: Das Fest der Sentimentalität | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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