Well, that escalated quickly

Ich sitze im Büro und muffe.

Der Chef platzt in meinen Missmut und bittet mich zum Gespräch.

Seltene Sache, klar, dass ihm was quer sitzt.

Naaa, wie geeeeht’s?, fragt er, immer diese Kackfangfrage.

Sag einfach, was du sagen willst, muffe ich.

Nee, sag mal, drängelt er.

Ich brummele etwas vom üblichen Sommerlochfrust (laaangweilig) und mit den Arbeitszeiten bin ich immer noch unzufrieden.

Mein Timing war schon immer sensationell.

Er übergeht das gekonnt und mault wegen neulich. Als ich einfach pünktlich Feierabend machte. Als dieses wichtige Ereignis anstand. In SEINER Schicht.

Ich WOLLTE ja eine Schichtübergabe machen. Der Herr war allerdings aushäusig und telefonisch nicht erreichbar.

Habe dann aus lauter Nettigkeit die 6 Cent investiert und ihm noch mal ne SMS geschickt. Dass das da ansteht, wie bereits seit Wochen bekannt. Meldungen habe ich auch vorbereitet. Und den Kollegen informiert.

Und bin gegangen. Pünktlich. Weil ich aus Erfahrung weiß, dass ich da noch circa ne Stunde gesessen hätte. Dafür brenne  ich nicht mehr genug für den Job.

Der Chef zählt selbst x Male auf, bei denen ich unaufgefordert länger blieb. Bei denen im Übrigen überraschend was anstand. Nicht etwa etwas seit Wochen Bekanntes. Einfach, weil ich so nett bin.

Aber dieses eine Mal ging ich einfach. Weil ich dem Chef eins auswischen wollte, weil ich frustriert bin. Unterstellt er mir.

Woanders müsse man auch dauernd Überstunden machen. Sagt er der Frau mit den knapp 100 Überstunden auf dem Zettel.

Ich bin kurz vor der Kernschmelze.

Weise ihn auf x Male hin, bei denen er mir bei vorher bekannten Ereignissen nach meinem Feierabend sagte, er könne nich, und ob ich eventuell länger bleiben könnte. Habe noch nie nein gesagt. Weise ihn darauf hin, dass er uns x Mal gesagt hat, dass er nicht von uns erwartet, dass wir nach Feierabend erreichbar sind. Und dass das verdammt noch mal nicht überraschend kam.

Aber schön, dass ich jetzt als das faule, unmotivierte, egoistische Arsch dastehe.

Wir starren.

Wer zuerst die Kündigung ausspricht…

 

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12 Kommentare zu “Well, that escalated quickly

  1. Oh, wau. Was für eine Stimmung, was für ein Vertrauen, was für eine Achtung.
    Du könntest ihn doch mal als Chef des Jahres vorschlagen oder so. Würde ihn sicher freuen und er würde Dir da diese eine Stunde, die Du da nicht … dann sicherlich auch vergessen.

  2. Pingback: Von Tropfen und Fässern | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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