Abschied von Peter

Wann Peter Teil meiner Familie geworden ist, weiß ich nicht mehr. Wann ich Teil seiner Familie geworden bin, weiß ich noch ungefähr. Irgendwann in der sechsten oder siebten Klasse, als No. 1a und ich uns gefunden haben.

Peter war der einzige Mensch, der noch exzentrischer war, als wir gern gewesen wären. Der uns in unserer Exzentrik bestärkt hat und wir ihn in seiner.

Peter, der Autogramme gab, nachdem ihn ein Kellner mal für einen bekannten Schauspieler gehalten hat – dem er tatsächlich ähnlich sah.

Peter, der irgendwann mal im Garten meiner Eltern stand, um No. 1a abzuholen und dann zum regelmäßigen Gast wurde – nur um barfuß durchs Moos zu laufen.

Peter, der jedes Weihnachten in meinen Haaren wuschelte und nach seiner Frage, was ich denn im letzten Jahr so getrieben habe, glückselig seufzend feststellte: „Du bist ja so ne Zielstrebige!“

Ach echt?

Peter, Vater von drei Kindern, Opa von sieben Enkeln und so schwul, dass das Klischee alt aussah.

Der das Glück hatte, dass sowohl seine eigene Familie als auch die Familie seines Freundes es total ok fanden, dass sie ein Paar waren.

Ein Paar, das mir Hoffnung gemacht hat, dass irgendwann mal ein ungezwungener Umgang mit allen möglich ist.

Peter, dessen einzige Sorge nach der Krebsdiagnose die war, dass er fett werden könnte.

Dass er sterben könnte, war nicht geplant.

Bin ich nicht einverstanden mit!

8 Kommentare zu “Abschied von Peter

Sach watt dazu!

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