Von Creeps und Vietnamveteranen

Ich schreibe hier ja ganz öffentlich vor mich. Setze mich also bewusst unbekannten Lesern aus. Ich weiß, dass ich keine Kontrolle darüber habe, wer wann was und wie viel von meinem Kram liest. Ich kann mich also auch überhaupt nicht beschweren, wenn hier Leute vorbeischleichen, gucken, lesen, sich ihren Teil denken und von dannen ziehen.

Ich freue mich aber, wenn sie zwischendurch kurz innehalten und sagen: Interessant. Spannend. Lustig. Scheiße. Laaangweilig (denn geben wir zu, ich werde älter und öder). Oder irgendwas. Wenigstens ein Likechen. Ich freue mich, wenn mir irgendwann mal  irgenwer erklärt, warum es Leute gibt, die diese Ergüsse hier regelmäßig lesen und einige von denen verrückterweise schon seit Jahren… (Ist ja auch nicht so, dass ich hier besonders Erquickendes oder Tiefschürfendes von mir gäbe.) Das geht ja auch ganz unöffentlich via Kontaktformular.

Natürlich kann ich keinen dazu zwingen und jeder hat das Recht, einfach schweigend teilzuhaben. Muss ich mit leben.

Manchmal ist es aber schon komisch, wenn ich anhand meiner Statistiken sehen kann, dass da irgendjemand fleißig alles durchliest. Und dann nichts sagt. Das ist irgendwie creepy. Ich fühle mich da manchmal wie beim Scheißen beobachtet.

Da macht man sich zum Zootier… Selbaschuld.

Und dann kommt da der Capt’n, von dessen Existenz ich nicht die geringste Ahnung hatte, und empfiehlt meinen Blog auf seinem Blog. Und dann erklärt er nicht mal, was daran so empfehlenswert ist. Seufz. Wirklich sehr nett, aber: Seufz. Jetzt sitzt das arme Darf man das? da und wundert sich und zieht die Klotür feste zu.

Eines kann ich aber klären: Warum ich mal mit einem Sack über dem Kopf lebte. Das stand mal auf meiner About-Seite, wurde aber im Rahmen der Blogumtaufung unwiederbringlich gelöscht. Ich find mich ätzend und hässlich. Mich macht das irre, wenn Leute mich angucken (nich nur aufm Scheißhaus). Ich fühl mich direkt angestarrt wie ein Autounfall. Da bietet ein Sack über dem Kopf doch enormen Trost 😉

Sehr gefreut habe ich mich über das „Heute ist ein Spruch, der wohl von einer Feuerzeug-Gravur eines amerikanischen Vietnamveteranen inspiriert ist, ihr Motto.“ Nein, ganz so war es nicht, aber schön ist es trotzdem. (Mir gefällt die Idee auch andersrum; dass ich das Feuerzeug inspirierte… Gestaltet sich aber angesichts der zeitlichen Abläufe irgendwie schwierig.) Ohne einen Vietnamveteranen oder sein Denken zu kennen, ich finde das ne angemessene Haltung! So als Ergebnis der Nicht-Erziehung von soner Öko-Aktivistin und sonem Kommu-Pazifisten aus der späten Make-Love-Not-War-Generation pflege ich eine früh übernommene Tradition von „Ihr-da-oben: Leckt mich doch alle am Arsch.“ Gerne auch noch, wenn ich in die Grube gefahren bin. Von daher kommt der Blogtitel nicht von ungefähr und es gibt schon eine (wenn auch sehr an den Haaren herbeigezogene) Verbindung zu besagtem Veteranen.

Treffende Beschreibung, Herr Capt’n 😉 Danke auch dafür. Und willkommen in meinem Zoo.

 

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20 Kommentare zu “Von Creeps und Vietnamveteranen

  1. Ich frag mich manchmal auch, wer bei mir kommentarlos sturmliest – Leute, die ihre eigene Klotür eben nicht aufmachen wollen? 😉 Egal! Ich les dich gerne, weil du authentisch rüberkommst und sagst was Sache ist.

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  2. Ich frag mich auch oft genug „Wer liest meinen Kram überhaupt?“ und „Ist das so langweilig, dass ich darauf kaum Reaktionen bekomme?“.
    Daher versuche ich selbst bei Blog denen ich folge Feedback zu geben. 😉

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  3. Oh. Ich bitte um Verzeihung, es war nicht meine Absicht, Dich zum Seufzen zu bringen. Dass meine Empfehlung für Dein Blog etwas vager ausgefallen ist, als bei den anderen, liegt nur daran, dass es bei den anderen, im Gegensatz zu Dir, ein übergeordnetes Thema gibt. Als Scheißhaus-Spanner bin ich bislang noch nicht aktenkundig geworden, also alles im grünen Bereich – und ich fürchte, der, der fleißig alles hier durchliest, ist ein Anderer. So weit bin ich noch nicht gekommen – aber wenn, dann poste ich natürlich die ultimative Lobhudelei.
    Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht mehr so genau, wie ich hier gelandet bin, ich hab mich vor ein paar Tagen ein wenig eingelesen und das wiederum hat mich dann inspiriert, doch mal ein paar Leseempfehlungen abzugeben – was ich in aller Regel nicht mache. Ich hab’s ja eigentlich nicht so mit anderen Blogs.
    Jedenfalls vielen Dank für die nette Begrüßung hier und die Verlinkung!
    Cheerio
    Capitano

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    • Da muss ich dir recht geben, ich kann ja selber nicht sagen, worum’s in meinem Blog geht. Von daher: Alles fein 😉
      Ich fühle mich geehrt, dass du mein Werk trotz des es nicht so mit anderen habens empfehlenswert fandst 🙂
      Weiter viel Freude beim nicht Spannen, sondern teilhaben 🙂

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  4. Du hast 243 Follower. Das bringt die Berühmtheit mit sich, dass man nicht alle Fans kennt. Schreib ein Buch. Ich kauf es und komme zu einer Lesung, lass es mir signieren und stelle mich vor.

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  5. Vielleicht ist es jetzt komisch, was ich nun erzähle. Aber Sie fragen verständlicherweise nach, also finde ich es nur fair Ihnen öffentlich, also ohne Formular, zu antworten. Mir ist Ihre Subhead damals aufgefallen. „…mit dem Gesicht nach unten“. Vor etlichen Jahren habe ich mal gelesen, dass irgendwelche Naturvölker ihre Feinde mit dem Gesicht nach unten begruben, damit ihre Seelen nicht aufsteigen könne. Das hat mich neugierig auf Ihre Site gemacht. Gut, ich lag etwas daneben. Fand allerdings Ihre Art zu Schreiben und Ihre Offenheit sehr nett. Ihren ersten Artikel, den ich las, ging über Ihren Job, und da wir artverwandte Berufe nachgehen, fand ich´s spannend und unterhaltsam. Vor allem, weil es wohl überall gleich dämlich zugeht.
    Ihre privaten Erzählungen las ich am Anfang noch. Ihre Protagonisten wurden mir aber auf Dauer zu anstrengend und zu langweilig. Und ich nun die kleinen Geschichten entweder überfliege oder gar gänzlich lasse.
    Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen damit beantworten. Wenn nicht? Fragen Sie nach.
    Und zu guter Letzt, ich lese Ihre Beitrage immer noch sehr gerne!

    Gefällt 1 Person

  6. Pingback: Oha, soso. | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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