Bauchschmerzen

Da bin ich jetzt gut zwei Monate arbeitslos und habe nichts von dem getan, was ich mir für die Zeit vorgenommen hatte. Nicht mal einfach genießen konnte ich die Zeit, weil mir immer die Frage auf den Magen schlug: „Was, wenn ich keinen neuen Job finde?“

Dann tat sich ein neuer Job auf und ich Volltrottel habe den Arbeitsbeginn auf den nächstsinnvollen Zeitpunkt gelegt, nicht etwa auf den 1. März oder so, ein Datum, das es mir ermöglich hätte, noch in Ruhe und ohne nervige Termine ein bisschen Südhalbkugelsommer zu genießen.

So bin ich in dieser kurzen Zeitspanne zwischen Zusage und Arbeitsbeginn damit beschäftigt, einen Umzug über mehrere Hundert Kilometer zu organisieren. Und nichts klappt, wie ich mir das vorstelle. Oarrr. Und ich bin wirklich ein alter Umzugshase: In den vergangenen zehn Jahren bin ich ohne Übertreibung fast 20 Mal umgezogen. (Davon allerdings mindestens etwa 15 Mal mit nicht viel mehr als einem Koffer…)

Und es ist nicht so, dass sich das Thema Zukunftsangst erledigt hätte. Ich hadere mit meiner Entscheidung, die ja nun schon aus der Verlegenheit heraus getroffen wurde, dass sonst nichts in Aussicht war. Ich fürchte, ich werde viel Zeit mit Dingen beschäftigt sein, für die ich mir immer zu schön war (ein Grund, warum ich nicht schon viel früher den Job gewechselt habe). Auf der anderen Seite werde ich mit Vielem konfrontiert sein, von dem ich keine Ahnung habe. Ich habe mich im Vorstellungsgespräch recht großkotzig gegeben und auch beim Gehaltswunsch auf die Kacke gehauen – ich fürchte, damit habe ich die Latte selbst ganz schön hoch gehängt. (Gut, die haben auch selber Schuld, dass sie meine Fähigkeiten nicht kritisch hinterfragt haben – tolle Journalisten – und meine Gehaltsvorstellungen einfach so geschluckt haben.)

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich Bock auf den Job haben werde und ob ich überhaupt die Probezeit überstehe – und dafür ziehe ich jetzt ans Ende der Welt und versenke den ein oder anderen Euro in den Umzug.

Nein, mir ist nicht wohl dabei…

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26 Kommentare zu “Bauchschmerzen

  1. Geht das nicht jedem so, der wegen eines neuen Jobs umzieht? Ich meine, muss sich nicht der eher Gedanken machen, der denkt: Jetzt wird alles gut? Und Unsicherheit hilft ja davor, vorschnell zu urteilen.

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  2. Magst du Star Wars?

    Betrachte diese blöden negativen Gedanken mal als Stormtrooper von der bösen Seite der Macht. Nimm deinen Blaster und erschieße sie. Manchmal muss man mehrfach abschießen, bis sie tot sind.

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    • Ich habe noch nie einen Star-Wars-Film durchgehalten und das letzte Mal, das ich es versucht habe, ist lange genug her, um sämtliche Inhalte verdrängt zu haben.
      Aber ja, du hast Recht: Draufballern, bis endlich Ruhe ist…

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  3. Wenn du Sicherheit hättest haben wollen, hättest du in den öffentlichen Dienst gehen sollen 😉 .

    Nein, ernsthaft: Ich denke, es ist ganz normal, dass du dir Gedanken machst. Aber sieh es doch mal positiv! Du hattest einen inneren Antrieb, der dafür gesorgt hat, dass du beim Vorstellungsgespräch mal so richtig auf den Pudding gehauen hast. Und ich denke nicht, dass es der Sinn war, dafür zu sorgen, dass du nicht genommen wirst. Ein unterbewusster Teil von dir weiß, dass du das alles hinkriegen wirst.

    Und der Rest sind die üblichen Bauchschmerzen, die man bei Veränderungen nun einmal hat. Wenn ich diese großen Veränderungen angehen müsste, läge ich wahrscheinlich zitternd in der Ecke. Insofern schlägst du dich doch noch ganz gut! 🙂

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  4. Pingback: Zitternd in der Ecke | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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