Adoleszenz reloaded

Ich inspiziere die Verspätete-Midlife-Krisen-Residenz am See meines Vaters. Mache mir ja doch Sorgen, dass er da in seinen Depressionen versackt und sich ganz seinen Süchten hingibt. Bin beruhigt, dass es sich um einen Große-Jungs-Spielplatz mit Langzeitprojekten handelt.

Sage meinter Mutter, dass ich da war. Um späteres Rumgedruckse und Rumgelüge zu vermeiden. Meine Mutter flippt höchst dramatisch aus, weil alle sie immer belügen und betrügen, gibt die arme verlassene Ehefrau, Gemüse und Messer fliegen durch die Küche.

Ich erinnere mich daran, dass ich erst vor wenigen Monaten einem Kollegen erzählte, es würde mich nicht wundern, wenn mein Vater meiner Mutter irgendwann eine Axt in den Schädel rammt – oder sie ihm ein Messer zwischen die Rippen.

Meine Mutter und ich  besaufen uns, sie heult sich bei mir aus, ich erhelle sie mit Lebensweisheiten, die ich in 30 langen Jahren Leben mit psychisch kranken Eltern gesammelt habe.

Sie stellt zum x-ten Male fest: „Du bist meine Tochter, nicht meine Müllhalde. Ich sollte dir das alles gar nicht erzählen.“

Sagt sie seit 15 Jahren. Mindestens. Zufällig etwa so lange, wie mein Vater mir sagt, er würde gerne ausziehen.

Und dann steht er schon in der Tür, denn meine Mutter ist immer noch schwer krank und dummerweise auf seine Hilfe angewiesen. Und so können sie sich weiter genüsslich hassen, während ich schon wieder dazwischen hänge. Wie vor 15 Jahren…

8 Kommentare zu “Adoleszenz reloaded

  1. Pingback: … dropped | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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