Nö.

Ich hab ja noch nie so richtig Silvester gefeiert.

Der erste Grund war: Ich hab einfach Angst vor Feuer. Feuerwerk ist ein Alptraum. Habe kein Problem damit, mich mit zitternden Hunden unters Bett zu schieben. Und da ich mit Tieren aufwuchs, habe ich da schon die kuriosesten Dinge erlebt (der Gipfel: das überraschend im Winter geborene Flaschenlamm, das ich an Silvester aus der Weihnachtsbaumdeko befreite und das mir dann vor lauter Panik auf die Puschen pullerte…).

Der zweite Grund war pubertär: Alle feiern Silvester, also ich nicht. Geh dann um acht ins Bett, schüüüs.

Später kamen dann so Dinge hinzu wie: Wie kann man bitte so immens viel Geld für wenige Sekunden pfffft bezahlen? Und seit ich an Silvester und Neujahr immer arbeiten gehe, nervt mich der Lärm noch einmal mehr. Wofür denn das Ganze? Was soll denn das? Das hat mir immer noch keiner plausibel erklären können.

Außerdem ist der Zeitpunkt ja völlig willkürlich festgelegt. Jede verdammte Nanosekunde geht ein Jahr vorbei! In jeder Zeitzone zu einer anderen Stunde. Wenn ich irgendwo im Wald sitze und meine Uhr geht falsch, dann feiere ich das um 23:46 Uhr. Und das ändert was? Genau nix. Sowas Bescheuertes.

Das schönste Silvester hatte ich mal in einem kleinen Dorf in Spanien: Kein Feuerwerk weit und breit, nur das kollektive Ploppen von Sektkorken. Und Ende.

Dieses Mal war’s mal richtig bescheuert. Da bin ich gestern schon mit Halskratzen aufgewacht, hatte den langweiligsten Arbeitstag meines Lebens (rumsitzen kann so anstrengend sein), ging früh ins Bett, war wegen irgendwas sauer und frustriert, hatte immer noch albernen Eifersuchtsgroll über, hatte aus einem mir unerklärlichen Grund eine Panikattacke anrollen und überall Scheißlärm, Scheißmusik, Scheißlichter.

Um 1 rief mich eine total aufgelöste Freundin an, weil ihr Pferd völlig unerwartet eingeschläfert werden musste. Der große Bär, den ich schon vor gerade mal 12 Jahren am Tag seiner Geburt flauschte und der erst vor ein paar Tagen noch glücklich grunzend versuchte, seine 1,5 Tonnen Kampfgewicht unter meine Jacke zu schieben, damit ich ihn noch besser abkuscheln kann.

Um 7:45 Uhr holt mich dann der Wecker ins Bettoffice, ich hab Halsweh und Schwindel und Kotzerei und meine Tage und nö.

Nö, so fängt mein Jahr nicht an. Ich werde mir einen anderen willkürlich ausgewählten Zeitpunkt aussuchen, an dem mein Jahr beginnt. So.

Allen anderen ein frohes Neues.

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6 Kommentare zu “Nö.

  1. Mit (fast) den gleichen Argumenten ließe sich auch trefflich über nicht ergebnisorientierten Sex ablästern. Wobei der – wenn dann ungewollt doch mal ein Ergebnis liefernd – dann manchmal genauso quälend und teuer werden kann wie ein in der Hand krepierter Chinaböller D. 😎

    Gute Zeit wünschen wir dir!

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  2. Pingback: Ach übrigens… | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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