Harte Realität

Sex, Sonne, mein Pony, Fohlen, flauschige Hunde, Familie, Frühling – war alles superschön. War alles natürlich viel zu kurz. Wurde nicht nur durch den sehr unfreundlichen Reifenplatzer unterbrochen, sondern schließlich endgültig durch die Rückkehr ins Bett Office.

Was man nie tun sollte: Die Kollegen fragen, wies denn so war letzte Woche. Dann müsste man nicht die Geschichten von freidrehenden Chefs hören, die sich kritische Anmerkungen verbitten, denn wenn man mit dem, was die Chefs sagen, nicht einverstanden ist, möge man sie doch bitte einfach ignorieren, oder – noch besser – trotzdem einfach tun, was sie sagen, weil meistens haben sie ja doch ein bisschen Recht. Ohne jetzt sagen zu wollen: Haben sie meistens nicht (haben sie meistens wirklich nicht) – warum stellt man Leute für einen bestimmten Job ein, den man selber eben nicht kann, wenn man dann ihre Expertise nicht hören will? Dann sollen sie den verfickten Scheiß doch einfach selber machen.

Moarr. Es ist unfassbar ermüdend. Mit jeder solcher Bemerkungen fühlt sich mein Job nutzloser an und das ist unfassbar unbefriedigend. Weil ich ihn eigentlich gut kann. Aber man zwingt mich dazu, ihn schlecht zu machen.

Es hat keine 24 Stunden gebraucht, um mich in einen Zustand enormer physischer und psychischer Erschöpfung zurückzuwerfen. Mein Hirn hat schon wieder die Psychoquatschscheiß-Spule am Laufen wegen der Sexgeschichte, ich hab Sonnenbrand von der Sonne, mein Pony fehlt mir, (wenigstens die Fohlen und die Hunde haben mir nix getan), die Familie ist nur in geringen Dosen zu ertragen, der Frühling macht mir Schnupfen (danke Raps, sah wieder hübsch aus, kannst das Blühen wieder einstellen) und in der Stadt ist er auch nur maximal ein Drittel so schön, der olle Reifen ist geplatzt und jetz hab ich Panik vor dem armen Auto und dann die Drecksarbeit und potenzielle neue Arbeitgeber, die da schreiben: Sorry, es ist Apokalypse, wir können grad nix entscheiden… Nun ja.

Immerhin die Katze kuschelt intensiv (sie hat offensichtlich Nachholbedarf nachdem ich tagelang außer Haus war), aber eigentlich würde ich mich grad schon gern bei jemandem in die Arme hängen und intensiv mimimin. Aber mehr als 30 Jahre Social Distancing hinterlassen ihre Spuren: Ich wüsste nicht, bei wem. Ich weiß auch ganz ohne Körperkontakt nicht mehr, wen ich noch vollheulen soll. Ich dreh mich ja permanent im Kreis und eigentlich haben sie’s alle nu schon 1000 Mal gehört. Ich hab schon das Gefühl, dass ich mittlerweile alle auf die Nerven geh. Und mich nerven die meisten „guten“ Ratschläge, besten Dank, wenn’s so einfach wär, meinste, ich hätt das nicht schon längst gemacht?!? (Mein Favorit: Such dir einfach nen neuen Job. Muha. Ja. Mit Betonung auf EINFACH. Wär ich auch NIE alleine drauf gekommen.) Gute Ratschläge ohne Anführungszeichen sind selten.

Und wenn dann doch mal Körperkontakt möglich wäre, erstarre ich zur Salzsäule. Mein Name ist Eisprinzessin, halten Sie 1,5 Meter Abstand!

Vieles mag ich außerdem gar nicht erzählen. Da komm ich mir noch blöder vor, als ich eh schon bin.

Hmpf ach. Mimimi. Ich hab keine Lust mehr auf den ganzen Quatsch. Ich möchte bitte mehr Kurzarbeit für mehr Frühlingsspaß und so. Und wenn wir grad bei Wünsch-dir-was sind…

Sach watt dazu!

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