Depressions-Kater

Kennt ihr das? Dieses Nachhallen nach einer fiesen Kopfschmerzattacke? Es tut nicht mehr weh, aber da ist dieses Ziehen, diese Taubheit, dieses Pech beim Denken. In Form ist anders. Oder ist das ein Migräne-Ding?

Ich habe dieses Nachhallen nach einer fiesen Depressions-Attacke. Komplette Taubheit. Und, nun ja, in Form ist anders.

Da ist mir das Leben komplett entglitten und ich wusste, dass das kein Dauerzustand sein würde. Doch dieses Wissen hat nichts daran geändert, dass es furchtbar war.

Der Zug ist wieder halbwegs in der Spur, denn jeder Sturm geht vorbei. Es ist immer noch ganz schön pustig (und wenn das eine Norddeutsche sagt…), aber die rosarote blaue Pille spielt schon länger nicht mehr mit. Habe eh dauernd vergessen, sie zu nehmen, sie dürfte also eh wenig gebracht haben (außer jeder Menge Kopfschmerzen).

Ich habe dieses Nachhallen und mein gelähmter Kopf grübelt viel zu viel. Und ich weiß nicht, ob es mein allgemeiner Winterblues ist, das entglittene Leben oder das social Distancing… Obwohl, das eher nicht, das hat ja kaum was an meinem Leben geändert. Das Einzige, womit ich wirklich hadere, ist, dass ich den Arbeitsgatten und den Kollegen M. nicht werde knuddeln können, wenn es an den Abschied geht. Nicht cool!

Also, ich weiß nicht, ob es mein allgemeiner Winterblues ist oder das entglittene Leben, aber ich bin im Moment extrem einsam. Das ist ein bisschen ungewöhnlich, weil ich schließlich gern allein bin und Soziales viel zu oft als unangenehme Verpflichtung wahrnehme und vielleicht hat es doch mit dem social Distancing zu tun. Nicht die Möglichkeit zu haben, selbst wenn ich wollte – umgekehrte Psychologie…

Ich will auch einfach Mal wieder ordentlich gevögelt werden und bin total vertrocknet und da beschuldige ich definitiv das social Distancing und das ist wirklich albern, als ob ich ohne Pandemie mehr Sex gehabt hätte. Hier draußen in der Provinz, mit der Visage und den Extra-Kilos, deretwegen ich nicht mehr so entspannt nackig rumlaufe wie Anno dazumal.

Aber es ist nicht nur der Sex. Mir ist nach Nähe. Ich glaub, die Katze hat mich versaut. Ich möchte kuscheln und mich verstanden fühlen, ich will mich jemandem anvertrauen können und wenn ich ganz ehrlich bin, will ich einfach nicht mehr immer die sein, die immer alles hinkriegt und das natürlich allein, weil 💪 Ich möchte mich auch einfach mal dem Gefühl der Überforderung hingeben und darauf vertrauen können, dass sich irgendwer anders kümmert. Um Zeug und um mich. Und es ist ein bisschen schmerzhaft, dass die eiskalte Realistin in mir mich dafür auslacht, was sind das denn für alberne Illusionen. Und dann fühle ich mich wieder so wahnsinnig erschöpft, weil ich weiß, dass ich es auch das nächste Mal wieder selber wuppen muss. Und das übernächste Mal. Und das da drauf. Und eh immer.

Manchmal will ich einfach nur aufn Arm.

6 Kommentare zu “Depressions-Kater

  1. Pingback: 💪 | Begrabt mich mit dem Gesicht nach unten

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