Trigger

Es stelle immer wieder fest: Es sind die seltsamsten Dinge, die mich triggern.

Das Geräusch von Rasenmähern: Ich werde zur immer kleiner werdenden Kugel auf dem Sofa. Bestimmter Telefonklingelton im Garten: Ich erstarre zur Salzsäule.

Dinge, die mir jahrelang nicht begegnet sind. Ich hatte sie vergessen.

Und dann ist da noch das:

Das Bild hängt schief.

Ein Kalender, den meine Mama gemacht hat von unserem Urlaub am Meer.

Schlimm alles auf dem Bild – außer, dass ich aussehe wie meine Oma, wenn sie ihr Gebiss rausgenommen hat: barfuß im weißen Sand, unterm strahlend blauen Himmel, Meeresbrise um die Nase.

Ich brauche das Bild nur aus dem Augenwinkel sehen und mich befällt sofort der Schwermut, der sich beim Starren aufs Meer zu mir gesellt hat. Ich kann augenblicklich nachvollziehen, wie ich mich in der Zeit gefühlt habe. Und fühle mich immer noch so.

Im Grunde hat sich nichts geändert. Zwar habe ich einen neuen Job und so, yay, dafür habe ich ein j.förmiges Loch in meinem Leben, das im August nicht mal ansatzweise absehbar war.

Nie ist die Diskrepanz zwischen dem, was ich will und dem, was ist, deutlicher als beim Starren aufs Meer. Und die Leere, die bleibt, ist überraschend schwer.

2 Kommentare zu “Trigger

  1. Das passt jetzt so gar nicht zu deinem Thema, aber mit „Das Bild hängt schief“ hast du es geschafft, mich an einem nur so mittelprächtigen Tag zum Prusten zu bringen.

    Danke dafür. Schön, dass es dich gibt. 😉

    Gefällt mir

Sach watt dazu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.