Discomfort zone

Neulich stolperte ich über den Begriff „discomfort zone“. Nicht im Sinne der „growth zone“, die man betritt, wenn man die Komfortzone verlässt und über sich hinauswächst. Sondern einfach im Sinne von ungemütlich. Ende. Nach dieser Definition ist die discomfort zone ein Ort, an den sich Menschen mit Depressionen oder Traumaerfahrungen begeben, weil sie mit der Komfortzone nix anfangen können. Ihr Gehirn ist so an den Panikmodus gewöhnt, dass es sich falsch anfühlt, wenn alles in Ordnung ist. Das bedeutet Stress. Also wird die discomfort zone aufgesucht, die zwar auch nicht schön ist, aber vertraut, was auf paradoxe Weise beruhigend wirkt.

Ich finde mich in dieser Theorie sehr wieder. Ich sehe das:

… und in meinem Hirn passiert Tod und Verderben – absolut naheliegend, oder? Ich produziere Bilder und Geschichten, die niemand seinen Kindern vorlesen würden. Ich reproduziere sie, wenn ich nicht schlafen kann. Und schlummere dann friedlich ein – obwohl ich gerade alle vorstellbaren negativen Emotionen durchlebt habe. Alltag halt.

Mir ist schon lange ganz rational bewusst, dass ich vielleicht ein Problem habe. Ich komme sehr, sehr langsam an einen Punkt, an dem ich beginne, den Gedanken zuzulassen, dass mein Gehirn nicht „normal“ funktioniert. Dass ich permanent im „Kampf-oder-Flucht“-Modus bin. Dass das Folgen und Konsequenzen hat, nicht nur psychisch, sondern auch ganz physisch. Allein schon, weil ich immer die Zähne zusammenbeiße. Nicht nur im übertragenen Sinne: Nur wenige Menschen dürften ein so durchtrainiertes Gesicht haben wie ich… Die Verspannungskaskade, die ich damit verursache, legt mich regelmäßig lahm. Man kann übrigens nicht lächeln, wenn man die Zähne aufeinanderpresst.

Und all die Energie, die mich das kostet… Es ist unfassbar anstrengend, ständig auf den nächsten Schlag in den Nacken zu warten und ihn im Zweifel dann einfach selber zu produzieren, weil das Warten halt auch keiner ertragen kann. Wollte noch jemand wissen, warum mein liebstes Hobby Rumliegen ist? In der mentalen discomfort zone, versteht sich.

Wahrscheinlich wird es mindestens so lange dauern, bis ich etwas für mein Spatzenhirn tue, wie es gedauert hat, bis ich verstanden habe, dass ich etwas tun sollte. Solange beobachte ich weiter andere Leute dabei, wie sie mehr als eine Sache pro Tag machen. Einkaufen nach der Arbeit oder vergleichbare Herkulesaufgaben. Verrückt.

2 Kommentare zu “Discomfort zone

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