Eine sehr glaubwürdige und eine sehr romantische Geschichte

Keine Sorge, sagt er, wir brauchen kein Kondom. Ich habe eine Hausvasektomie gemacht. … Ich habe in dieser sehr warmen Hose geschlafen und durch die Wärme sind meine Eier gekocht worden. Jetzt bin ich steril. … Ehrlich, wir sind safe! ABER, sagt er dramatisch, das hält nur für einen Tag! Wir müssen die Chance nutzen!

Er kommt vom Klo und sagt: Ich bin jetzt ganz sicher. DU bist die Frau, die ich heiraten will! – Ach, und das ist dir beim Scheißen eingefallen? – Nein, beim Spülen. Als ich so dem Strudel hinterherguckte, da wusste ich es einfach!

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Männer und Frauen

Das stilltiefe Wasser M. und ich sind ein saugeiles Team. Seit wir zusammenarbeiten, hat sich die Reichweite der Homepage verdoppelt. Mindestens. Wir sind die geilsten Klicknutten in der Hütte. Wir sind praktisch die (vernachlässigte) Online-Redaktion und wir sind gut. Wir machen 17 Sachen gleichzeitig, mehr als jeder andere Redakteur. Wir treffen pro Tag etwa 1780 redaktionelle Entscheidungen (grobe Schätzung), mehr als jeder andere Redakteur. 99 % unserer Kollegen und 100 % unsrer Chefs haben keine Ahnung, was wir tun. Alle sehen nur: Läuft.

Wirklich alle?

Mein Vorgesetzter kommt angewatschelt und will, dass ich sofort dies und jenes tue. Kann ich machen, sage ich, ist halt kacke für die Reichweite. Ich erkläre ihm ausführlich die Gründe. Will er mir nicht glauben. Das stimmt doch gar nicht, sagt er. Emm, doch, sage ich. Aber woher willst du das denn wissen?, fragt er. Das hat einfach die Erfahrung gezeigt, sage ich. M. stimmt mir zu. Alle Kollegen, die auch mal online mitarbeiten, gucken peinlich berührt in die Luft. Mein Vorgesetzter mault: Wir müssen auch mal aufhören, an alten Verhaltensmustern festzuhalten!

Weil er in letzter Zeit mit permanentem Gemaule und unerträglicher Arroganz auffällt, da noch die Sache mit der Unperson ist und das mit meinem PMS, ist mein Geduldsfaden extrem kurz. Ich ärger mich täglich über irgendeine dumme Scheiße. Natürlich stört es mich da überhaupt nicht, wenn man meine Kompetenz anzweifelt und übergeht, sich Argumenten gegenüber taub stellt und um jeden Preis seinen Willen durchsetzen will – ohne eine Ahnung zu haben.

Ich hätte seinen Wunsch (zähneknirschend) in meine redaktionelle Planung einbauen können, ohne dass es was kaputt macht (außer meiner Stimmung und meiner sehr guten ursprünglichen Planung). Stattdessen mache ich es genau so, wie er es gerne wollte. Bitteschön. Wer nicht hören will…

Ich knirsche eine angemessene Zeit lang mit den Zähnen, dann gehe ich vor die Tür und knurre meinen Unmut in den Park. Verdrücke ein paar Wuttränen. Der Nerd taucht auf. Unser mehrfach preisgekrönter Starreporter. Knuddelt mich. Versucht zu verstehen, warum alles so dermaßen eskaliert ist. Und sagt: Ich weiß, dass kein Arsch meine Artikel lesen würde, wenn es dich nicht gäbe. Naja, sage ich, M. ist ja auch noch da. Jaaaa, sagt der Nerd. Aber der is so… weiblich. Der haut nich so auf den Tisch wie du und sagt: So machen wir das jetzt. Der is nich son Kerl wie du!

(Mein Vorgesetzter räumte übrigens am nächsten Morgen M. gegenüber seinen Fehler (der mit einem 3-Sekunden-Blick auf die Zahlen ersichtlich wurde) ein. Zu mir sagte er nichts.)

Ich werde berühmt!

Nun endlich reihen sich mit Enissa Amani und Anja Rützel auch zwei Frauennamen in die Geschichte der deutschesten aller Debatten ein, mit der Frage, die eines Tages sehr wahrscheinlich genau wie „Kindergarten“ oder „Blitzkrieg“ im Original in die Sprachen der Welt eingehen wird: „Darf man das?“

Aus: Empörio Amani

P.M.S.

Ich hasse. Ich sitze da und hasse. Ich brüte meinen Hass, ich kultiviere meinen Hass, ich kanalisiere meinen Hass in Gewaltfantasien.

Dann ist Ostern. Ich gucke in den blaublaublauen Himmel und in die immer gelberen Rapsfelder. Ich höre die krächzenden Kraniche, die maulenden Möwen, die schwatzenden Schwalben, den gackernden Gänsen, den Spatzen mit dem Sprung in der Platte, den größenwahnsinnigen Meisen, den zirpenden Bachstelzen, dem winzigen Zaunkönig, der den dicken Max markiert, und dem Kleiber, der höflich klopft. Soifz.

Dann ist Dienstag. ICH HASSE. HASSE. HASSE.

Gesprächsfetzen

Ich hab die superfrühe Schicht und deshalb superfrüh Feierabend.

Schüs!, brülle ich in die Runde. Und zum schönen L. sage ich: Schreib mir einfach, wenn du noch Dienstleistungen brauchst. Also… du weißt schon. Er antwortet sehr laut: Du kannst ruhig sagen, dass es um Französisch geht!

* Ich hatte ihm mehrere französische Dokumente übersetzt.

Weil isso

Denn – ihr wisst wie’s ist: Man kann nie oft genug am Meer sein.

Deswegen also diesmal: Hiddensee.

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Da ganz hinten links auf Rügen musste das Auto schlafen. Es hat sicher sehr gelitten…

Seele ausputzen und so. Muss natürlich am kältesten Wochenende des Jahres sein. Wenn man lang genug geprügelt vom Eisregen vonne Seite hin und her radelt, spürt man die Beine nicht mehr. Für Sie getestet. Dann merkt man auch nicht mehr so, wenn man sich selbst einen schweren Wälzer überbraten muss, weil man erst diesen Herrn Wikipedia konsultieren muss, damit einem wieder einfällt, warum man eigentlich diesen Gerhart Hauptmann kennen muss…

Wie man wieder warm wird: Einen totalen Anfall kriegen, wenn man bis zum Leuchtturm hochgekeucht ist, artig das Rad abschließt und dann mit dem Schlüssel das komplette Schlossinnenleben rauszieht. (Ich stelle fest: Wenns drauf ankommt habe ich durchaus Panzerknackerpotenzial.)

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Hmm, Leuchttürme… Ich komischer Mensch fand das auch noch toll, dass die ganze Nacht der Wind pfiff und der Turm in mein Zimmer leuchtete…

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Karibik on ice…