Traumunbedeutung

Während ich mit unbefriedigend mäßig produktivem Husten rumliege und für Sex viel zu schlapp bin, träume ich halt von Sex. Fünf Sexträume in nur einer Nacht, das ist ganz schön anstrengend. Auch nach dem Aufwachen noch.

Interessant dabei: Es war schon sehr, sehr sexy und höchst befriedigend, aber auch viel Zeug dabei, was ich mir in Echt gar nicht vorstellen könnte. So zum Beispiel hübsch zusammengezuppelt (neiß), mit einem sehr heißen Kerl (neiß), mit einer perfekten Dosis Gemeinheit (neiß), sehr arschbetont (neiß), viel Publikum (oh näää!). Wobei mich das im Traum kein bisschen störte, im Gegenteil.

Während ich nach dem Aufwachen darüber nachdenke, dass ich offensichtlich drei Pornos zu viel gesehen habe, fällt mir ein, dass das auch immer wieder mal in meinen wachen Sexfantasien eine Rolle spielt…

Jetzt finde ich mich irgendwie seltsam…

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Notstand

Ein wiederkehrender Gedanke in der letzten Zeit: Ich werde nie wieder Sex haben!

Woher nehmen, in dieser Stadt, in der jeder jeden kennt, oder zumindest jemanden, der jemanden kennt? Selbst wenn man diskret sein wollte: Die Oma von gegenüber ist es nicht.

Woher nehmen, in einer Stadt, in deren meistgelesener Zeitung andauernd mein Name mit 1000% Wiedererkennungswert steht? Und jeder direkt weiß, wo ich arbeite und mit großer Wahrscheinlichkeit sogar irgendeinen Kollegen aus irgendeiner Abteilung kennt.

Da krieg ich, die Frau mit der Stalker-Sammlung, direkt Augenzucken.

Business-Plan für mein Sexleben: Halt doch in die große Stadt ziehen und Müller auf mein Klingelschild schreiben.

Männer, Frauen und Autos 2

Eine mittlerweile alltägliche Situation in der Redaktion:

Der Arbeitsgatte und ich schreiben uns schlüpfriges Zeug auf Facebook (also, wir nutzen das auch dienstlich und überhaupt arbeiten wir sogar manchmal und das sehr überragend zusammen). Ein Außenstehender könnte meinen, da gäbe es einen gewissen Willen zum Ficken. Oder wir fickten bereits.

Irgendwann schreibt dann einer von uns beiden: „Snäck?“ Oder ich stehe einfach auf und verkünde: „Snäck!“, woraufhin er alles fallen lässt, nach seinem Portemonnaie langt und mit mir loszieht. Dann wandern wir schweigend durch Flur und Treppenhaus, doch kaum verlassen wir das Gebäude, holt er tief Luft und fängt an zu quatschen.

Von seinem Auto. Je nachdem, ob wir was essen gehen oder einfach durch den Supermarkt schlendern, muss ich mir 30 bis 60 Minuten die neuesten Neuigkeiten von seinem Auto anhören. Und er hat wirklich jeden Tag Neuigkeiten. VON SEINEM AUTO!

Warum er das ausgerechnet mir erzählt? Man weiß es nicht. Ich habe jedenfalls nie ernsthaftes Interesse bekundet, ich meine… AUTOS! Ich hmhmme immer nur und bekunde sarkastisch Mitleid, wenn sein Auto wieder Bubu hat. Etwas ernsthafter, als er es um die Leitplanke wickelte. Woraufhin er tagelang unausstehlich zu allen außer mir war und sich dasselbe Modell neu kaufte. Eines, das ich jedes Mal vergesse, sobald ich es höre. Es ist… emmm… weiß.

Warum ich mir das antue? Man weiß es nicht. Naiv wie ich bin, hoffe ich immer wieder, dass wir mal über was Anderes reden können. Ich denke gelegentlich an Übersprungshandlungs-Sex. Supermarkt und Innenstadt sind allerdings nur so mittel geeignete Locations für sowas.

Und da er sich in unserer arbeitsfreien Zeit mehr für Autos als fürs Ficken interessiert, glaube ich langsam, dass er auch nicht so recht dafür zu haben ist. Zumal die letzte neueste Nachricht ist: Dies Wochenende repariert er mit seinem Schwiegervater das Auto…

Ja, nein, drei

Wochenende. No. 1a und ich schlunzen gemeinsam im Bett rum. Sie linst auf meinen Bildschirm und liest meinen Facebook-Chat mit dem Arbeitsgatten mit.

„GOTT, will der dich dringend ficken“, kommentiert sie.

„Wa? Nee! Wir reden bei der Arbeit ständig über Penisse und Titten und so. Mit allen Kollegen.“

„Hmhmm“, hmhmmt sie. „Und du willst ihn ficken!“

„Hmm. Nee.“

Sie guckt streng.

„Möglicherweise…“

Sie guckt triumphierend.

„Oar ja, ich bin voll untervögelt und er sieht scharf aus und so. ABER ICH VÖGEL KEINE KOLLEGEN! Außerdem macht er ja nur Spaß. Und er hat ne Freundin, MAHANN.“

„Hmhmm…“

Die is doof…

Kommt es doch auf die Länge an?

Erinnert ihr euch an meinen Nachbarn aus der Hölle? Den Helene-Fischer-Fan?

Seit dieser wahrlich traumatisierenden Erfahrung der monatelangen Musik-Folter reagiere ich sehr empfindlich auf Lärm im und ums Haus. Gerade, wenn ich versuche, zu schlafen, und vor allem, wenn ich Frühschicht habe, bin ich da reichlich dünnhäutig. Mein Körper hat ein beeindruckendes Stressgedächtnis…

Über mir wohnt eine junge Frau, etwa in meinem Alter. Anfangs hatte sie Freitags immer eine Horde Freundinnen da, natürlich immer genau dann, wenn ich Wochenenddienst hatte. Lautes Gegacker. Warum das immer im Schlafzimmer stattfinden musste… Grmbl. Nun gut, kein Vergleich zu stundenlanger Helene-Beschallung, kein Grund, ungehalten in ihrer Tür zu stehen.

Seit einiger Zeit hat sie einen Freund, der in Rekordzeit bei ihr eingezogen ist. Die beiden lachen, sie streiten und sie ficken. Und ich habe Teil daran. Besonders lästig: Das Geficke. Das – traurig für die Beiden – offenbar immer im Bett stattfindet und… wie soll ich sagen… wie sehr klischeehaftes Gerammel klingt. Das Bett macht wumms wumms wumms wumms, sie macht oh oh oh oh… und ich liege übernächtigt da und denke: Och Kinners. Geht das zu weniger nachtschlafenden Uhrzeiten?

So manches Mal war ich versucht, klassisch zum Besen zu greifen oder wie eine alte Gewitterziege durch den Lüftungsschacht zu brüllen.

Aber warum so viel Aufregung: Nach spätestens fünf Minuten kommt regelmäßig das finale Ooooooh und die Sache ist erledigt. Und mein Ärger verfliegt in: Das arme Mädchen…

ICH.WILL.DICH.FICKEN!

Drei Wochen lang habe ich es erfolgreich geschafft, nicht an diesen einen Typen zu denken. Ich bin im Nachhinein tatsächlich ein wenig überrascht, habe ich doch in den Wochen davor an nichts anderes gedacht…

Wie dem auch sei: Ich bin zurück und er ist da. Und ich will ihn. Und natürlich ist er jetzt mit der Tussi zusammen. Ausgerechnet.

Dennoch: Wir befinden uns wieder in einer Flausch-Phase. Und so ergibt es sich praktisch aus dem Gespräch (und den Resten von Chile-Spirit, die mir innewohnen), dass ich ziemlich direkt und mit nur einem Hauch Blume auf den Tisch knalle: FICKEN! (Dass ich mir durchaus mehr vorstelle, lasse ich dann lieber weg.)

Er steigt sogar ein, packt mich sozusagen verbal aus und dann passiert… nichts.

OARRRR.

Aber gut. Es wäre ja sowieso eine doofe Idee.