Der Sexy-Contest

Ich latsche bei No. 2 rein mit dem festen Vorhaben, mich nackich zu machen, mich dekorativ in sein Bett zu kuscheln und mich an ihm zu wärmen von ihm warm machen zu lassen.

Doch…

Auf seinem UNBEZOGENEN Bett liegt ein riesiger Stapel Wäsche. RIESIG. Hauptsächlich Socken. Socken. Und noch mehr Socken. Was für ne Art, ein Mädchen zu begrüßen.

Und weil ich zu diesem zwangsgestörten Volk gehöre, das saubere Wäsche nicht einfach auf den Fußboden wischen oder auf den Tisch legen kann, gebe ich das Heimchen und sortiere seine Wäsche. Nicht ohne eine Wahnsinnsschimpftirade, dass er die Scheiße in Zukunft gefälligst selber macht und dass er besser zusieht, dass er was ganz, ganz Leckeres aus der Küche organisiert. Grummelbrummel. Das 8. Jahr der Ehe.

Nachdem ich auch das Bett bezogen habe (!!!), wärme ich mich allein unter der Decke. Schmolle. Immerhin fand er Oliven. Und ein Physikbuch. Die schmollende nackte Frau in seinem Bett ist abgeschrieben. Physik ist ja auch viel heißer. Oarch, grummelbrummel.

Erst, als er ein komplexes Problem gelöst hat, erinnert er sich an meine Nacktheit. Und kratzlutscht mich unrasiert mehrfach zum Orgasmus. Schnurrrr.

Und weil ich mindestens genauso sexy sein kann wie er, revanchiere ich mich selbstredend und rülpse ihm nach dem Konsum größerer Mengen bonschig-süßer Preiselbeer-Blubs-Brause kräftig ins Gemächt.

Wer hat gewonnen?

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Sexbehinderungen

Party beim liebsten Exkollegen. Eigentlich immer die gleichen Nasen. Nur das Sahneschnittchen ist nicht da. Meine Hoffnungen auf Sex platzen wie Seifenblasen. Der Stecher des Jahrtausends hingegen scheint sich weiter Chancen auszurechnen. Frau L. und ich widmen ihm dröhnendes Schweigen. Kalte Schultern. Wichtige Gespräche untereinander, wenn er den Mund aufmacht. Was er oft und aufdringlich versucht. Spätestens als ich – die Hände voll mit dem zuzubereitenden Essen – den Gastgeber bitte, meinen BH, der sich gen unten verabschiedet, zu richten. Da hätte der Stecher offensichtlich auch gern die Wichsgriffel unter meinem Pulli gehabt.

Auftritt des strahlenden Ritters, Herrn P. Frau L. und ich jauchzen kurz ob der scheinbar nahenden Rettung, doch dann folgt ihm eine aufgetakelte Barbie durch die Tür. Aus dem Jauchzen wird ein Luftschnappen. Ich habe noch nie eine seiner zahlreichen Eroberungen zu Gesicht bekommen. Ich frage mich, ob ihm alles Fickbare ausgegangen ist oder ob er wirklich so einen Geschmack hat. Und bin ein bisschen beleidigt, weil ich in letzterem Fall ja nicht mal annähernd für ihn in Frage käme. Nicht, dass ich jemals seinen viel benutzten Schwanz in mir haben wollte, aber er soll wollen. Nur für mein Ego.

Ich beerdige meine Hoffnungen auf irgendeine Art Körperkontakt an diesem Abend. Bei aller Offenheit des Herrn P.: Direkt vor der Nase seines jüngsten Fangs? Das kann ich mir schwer vorstellen. Doch kaum betritt der Stecher den Raum, schnauft der schöne Herr P. hörbar und gequält, fordert mich auf, sich zu ihm zu setzen, zieht mich an und auf sich und seine Hand wandert unter meinem Pulli und meiner Hose auf und ab – und mein BH geht schon wieder verlustig. Der Stecher muss schon wieder schnappatmen, kann aber dennoch nicht an sich halten und muss seine Weisheiten zum Besten geben. Herr P. merkt an, dass ich sehr weiches Haar habe und vermasselt die sich bietende Chance: Der Stecher fragt, ob wir vielleicht alleine gelassen werden möchten, damit der Herr P. weiter baggern kann. Und Herr P. entgegnet nur: Ich baggere nicht, sie hat nur wirklich weiches Haar. Und der Stecher bemüht sich weiter, es juckt ihm doch der Schwanz.

Unterdessen amüsiert sich die Barbie über das vertraute Geschmuse von Herrn P. und mir und ganz langsam dämmert es mir, dass sie mitnichten seine Ficke ist – sie ist eine uralte Freundin…

Unbemerkt von uns allen spinnen Frau F. und Herr T. währenddessen in der Küche mal wieder zarte Bande – immer wieder zerrissen von Entfernungen, wechselnden Partnern und dem Schicksal allgemein. Seit Jahren umschleichen sie sich, nie kam es zum Äußersten, nun scheinen die Sterne gewogen…

Nun wollen sie sich aufs Sofa ins Boudoir zurückziehen und tun, was die Natur ihnen vorgibt, doch dort habe ich bereits meinen Schlafsack ausgeworfen. Es ist zwei Uhr, Herr P., die Barbie und Frau L. sind zum Tanzen weitergezogen – und ich habe den Snoopy-Pyjama angelegt. Mit ihrem allerschönsten Augenaufschlag fragt Frau F. mich, wie sehr es mich stören würde, bei Herrn R. und dem Stecher im Herrenzimmer zu übernachten…

Nur über meine Leiche, knurre ich, eine Tür mindestens zwischen mir und dem Stecher! Frau F. und Herr T. müssen so eng umschlungen zwischen den schnarchenden Herren nächtigen, während ich ganz allein in meiner Kemenate mit den Zehen wackeln kann. Schnurr…

Und so hatte in dieser Nacht niemand mehr Sex.

– Ende –

Evolution

Ich wühlte in alten Posts auf meinem Blog – aus Gründen. Und stellte allerhand fest.

So ist zum Beispiel meine Erinnerung an No. 5 irgendwie schief – ich nehme an, bedingt durch seine recht nervigen Stalking-Anfälle der letzten Jahre. Ja, er hatte mich zuletzt unglaublich gelangweilt und genervt und dann hatten wir beide andere Prioritäten. Aber davor hatte ich offensichtlich ziemlich aufregenden Sex mit ihm. Oder zumindest kam mir das so vor… Letztlich kann ich das gar nicht mehr beurteilen, ziemlich aufregenden Sex hatte ich schon ziemlich lange nicht mehr.

So habe ich mich zum Beispiel Ende 2015 sehr über das vergangene Jahr beschwert, aber in den Posts davor nicht so richtig einen vernünftigen Grund gefunden.
Liebe Darf man das? von damals: Ja, es kam schlimmer. Viel, viel, viel schlimmer. Du jammerst auf ganz hohem Niveau.

So habe ich zum Beispiel Mitte 2014 in einem Kommentar geschrieben: „ich hätte gern DEN EINEN“.
Liebe Darf man das? von damals: Whaaat? Hattest du Fieber? Sind wir die gleiche Person?-
Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dieses Bedürfnis mal gehabt zu haben. In meinem Kopf habe ich mit dem Beziehungsquatsch nur mal angefangen, weil ich dachte, das muss so, machen ja alle so. Und habe dann ziemlich schnell festgestellt: So richtig ist das nichts für mich. Und dann noch eine Weile überlegt, ob es vielleicht einfach NOCH nichts für mich ist. Oder ob „der Richtige“ einfach noch nicht vorbeigetanzt ist.
Mittlerweile sage ich in voller Überzeugung: Das ist WIRKLICH nichts für mich. Ja, es ist nett, wenn man mal mit jemandem kuscheln kann, jemanden hat, mit dem man 1.003 Insider-Witze hat, mit dem man alles Mögliche teilen kann und will. Aber insgesamt bin ich zu gern allein. Ich möchte selbst steuern, wann ich etwas mit jemandem teilen möchte. Sei es mein Bett, ein Erlebnis, etwas Lustiges… Ein Partner funktioniert aber nicht auf Knopfdruck. Deswegen habe ich mir dafür andere Wege gesucht. Für jedes Interesse eine/n passende/n Freund/in. 2.006 Insider-Witze. Mir fehlt… nichts. Ich habe keine unstillbaren Sehnsüchte. Sex könnte ich durchaus mehr haben, aber ich bemühe mich grade nicht ernsthaft darum. Es scheitert derzeit am ehesten daran, dass ich grad keine Lust hab, mir die Beine zu rasieren und das Haus zu verlassen und dann auch noch schön zu tun, bis endlich die Klamotten vom Leib sind. Da sind im Moment die Prioritäten für den Einsatz meiner Ressourcen anders. Aber WENN ich dann mal wieder rumficke, dann nicht nur mit einem. Ich fand das eigentlich ganz nett, mal hier, mal da zu naschen. Unterschiedliche Stile zu genießen. Hin und wieder was zu lernen. Und woanders wieder einzusetzen. Das ist aufregend. Das möchte ich mir gerne bewahren.

Mal sehen, wie ich darüber in drei Jahren denke. Ob ich mich überhaupt an das erinnere, was ich jetzt denke. Die Dinge entwickeln sich. Ich entwickle mich.

Alles fließt.

Alte Vorsätze

Da denke ich hier permanent an Sex, an Sexgeruch, an den Geschmack von Sexschweiß auf einer Männerbrust, masturbiere was das Zeug hält, erwäge Möglichkeiten an einen Schwanz zu kommen, lasse sie wieder fallen, fasse neue Entschlüsse, verwerfe sie und dann meldet sich No. 8 und will wissen, ob ich nun – so ein Jahr später – im nächsten Monat wieder Lust auf einen Tag und eine Nacht im Hotel hätte. Das sei ja so nett gewesen.

Und da fällt mir ein, dass ich ja nie wieder Sex haben wollte.

Wie einfach die Dinge manchmal sind!

(Obwohl so einen Tag und eine Nacht reine Lust…)

Multitasking

Ich schlage (aus rein zeitökonomischen Gründen) eine 69 vor.

Er lehnt ab.

– Aber wiesu?

– Weil ich n Mann bin!

– Hmmhä?

– Na, weil ich mich dabei nicht auf deine Muschi konzentrieren kann!