Und zum Schluss ein Fazit

Meine zwei Monate sind – wie erwartet – in rasender Schnelle zu Ende gegangen.

Was soll ich sagen…

Die Seele baumelte. Aber wie. Es war fast zu schön, um wahr zu sein. Ich habe mein Leben zwischenzeitlich so gründlich vergessen… All der Käse, den ich in Deutschland zurückgelassen habe, war sooo weit weg. All der Krach in meinem Hirn – aus.

Darüber habe ich die Jobfindung sträflich vernächlässigt. Auf dem Gebiet bin ich keinen Schritt weiter gekommen!

Aber: Ein neuer Job muss her! So kann das nicht weiter gehen. Nachher fange ich wieder an und nur ein Blick auf’s Programm für heute hat den Krach in meinem Hirn direkt wieder angemacht. *Schnapp nach Luft*. Außerdem wird mich das nie dahin bringen, wo ich hinwill.

Was mich zur Selbstfindung führt. Auch da bin ich nur geringfügig weitergekommen. Dass es irgendwie falsch läuft, war mir ja schon vorher klar. Vielleicht bin ich aber auch ganz falsch. All die Menschen, die mich jahrelang nicht gesehen haben, fanden die Jobwahl zwar cool und ja, entspricht dir irgendwie, aber… hättest du nicht besser was mit Tieren machen sollen???

Und ja, mir fehlt die Frischluft in der Nase und das Fell an den Fingern. Ein Leben ohne Tiere ist möglich, aber sinnlos. Gibt es da nicht einen Mittelweg…? Muss ich mal recherchieren.

Auf in den Krampf!

P.S.: An all die Leser, die fürchteten, ich könnte meinen Blog vernachlässigen, während ich in Kanada bin: Hmmm? 😉

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365 days and nights

365 days of a year
running around
and going nowhere.

Ein Jahr bin ich jetzt hier…

Die Stimmung schlug um von Begeisterung in Langeweile.

Das Ziel wurde erkannt, kurz angestrebt, als utopisch verworfen.

Bin also wieder am Ausgangspunkt angekommen.

Orietierungs- und planlos.

Sauer erarbeitete und total unterbezahlte Erkenntnis: … (In Arbeit)

Lieber Arsch

Tag des Briefs an meinen Körper 😉

Lieber Arsch.

Es wäre recht nett, wenn du deinen Weg in meine Hose finden würdest.

Ja, ich weiß, du wurdest in letzter Zeit grausam geschrumpft und füllst die Buxe nicht mehr aus, was dich jedoch nicht daran hindern sollte, dich da rein zu bewegen. ZACKICH.

Am Mittwoch endet meine Probezeit… UND DANN WILL ICH MEHR GELD!

Ich finde, es ist ein guter Moment, um den Chef darüber zu informieren.

Und dafür, mein lieber Hintern, brauch ich deine Hilfe. Bin doch so ne Memme.

Ja, der Chef mag mich, ich mag den Chef, aber beim Geld hört bekanntlich der Spaß auf.

Ich meine, ich mache die gleiche Arbeit wie alle anderen auch und nur, weil meine Tätigkeit anders bezeichnet wird, bekomme ich deutlich weniger Knete. Finden wir das fair? Finden wir das angemessen? Nö. Ich trage Verantwortung, arbeite mittlerweile ohne Anleitung, ich schmeiß den Laden, wenn mal wieder keiner zu erreichen ist.

Man äußert sich zufrieden, man motzt selten und lässt mich immer mehr machen (und immer häufiger allein auf weiter Flur, aaaaa!).

Das darf sich gerne auch auf dem Kontoauszug niederschlagen. Und der Chef hat Angst davor, dass ich ihn sitzen lasse 😉 Ausgezeichnetes Druckmittel.

Also, lieber Arsch, bist du auf meiner Seite, ja oder ja?

Hopp, los geht’s!

Ziele und wie man sie nicht erreicht – so man sie denn erreichen will

Aufgewacht.
Geschlafen wie ein Baby. Etwas überrascht: nach tagelanger Nervosität bin ich plötzlich … zennn.

Aufgestanden. BOAR, mein Kopf, BOAR, meine Knie.
Fieber.

Kurz an den Laptop gesetzt. Keine signifikanten neuen Nachrichten. Hat sich wohl nix geändert am Programm.

Ins Bad? Näää, ins Bett.

Wecker, gib mir noch ne halbe Stunde… Och komm, noch ne Viertelstunde.

Nu aber los.

Anziehn? Muss wohl.
Kostüm? Geht nur mit Pumps. Pumps? Neee, meine Knie, auaa!!! Immer noch Fieber. Seh ich halt aus wie Scheiße.

Tablette rein, an nem Zwieback geknabbert, los.

Vor Ort. Noch eine Stunde bis zum Test. Was machen SIE denn schon hier? – Man sagte mir, eine Stunde vorher da sein. – Na dann, frohes Warten.

Die Sicherheitskontrolle ist ein Witz. Sollte ich je einen Anschlag planen wollen, jetzt weiß ich wie.

Ein ehemaliger Kollege taucht auf. Was machst du hier? – … Keine Ahnung, ehrlich. Warum geb ich mir den Mist? ICH HAB DOCH SCHON, WAS ICH WILL, WARUM DER STRESS?

Will ich es mir selbst beweisen? Nö. Hab ich doch gar nicht mehr nötig. Will ich es jemand anderem beweisen? Nö, wem denn? Plötzlich weiß ich, warum ich nicht mehr aufgeregt bin. Es ist mir einfach nicht mehr wichtig. Endlich hab ich es kapiert: Ich habe das mal gemacht, ich habe mich mal darüber definiert – das ist vorbei! Warum musste ich erst zwei Monate zittern und mich sieben Stunden in den Zug setzen, um das zu raffen???

Nach Hause gehen? Nä, dann krieg ich die Reisekosten nicht erstattet. Also los, rein in die Höhle des Löwen. Zitternde, schwitzende Kandidaten. Aufgebrezelt. Ich sitze da, Jeans, ausgewaschene Jacke, durchgelatschte Schuhe, zenn.

Man holt mich rein, ich sitze vor der Jury, denke, ihr lächerlichen, eingebildeten Figuren… Was mach ich hier? Habe mich ja nicht mal vorbereitet… Habe was besseres zu tun, etwas, das mir 1000 Mal mehr Spaß macht. Los geht’s. Erster Test. Läuft. Ich kann doch noch was.

Pause. Fieber? Geht. Bin irgendwie weggetreten. Zitternde, schwitzende Kandidaten. Ich esse. Ernte ungläubige Blicke.

Zweiter Teil. Ich sitze alleine da, frage mich: was tust hier? Fühlt sich falsch an. Komme mir vor, wie ein Fremdkörper. Alles ist unwirklich. Als hätte ich das zuletzt in einem vergangenen Leben getan. Oder nur im Traum. Ich bin unkonzentriert. Kriege nichts mit. Brabble unzusammenhängendes Zeug.

Pause. Fieber? Da isses wieder.

Man bittet mich rein – kein gutes Zeichen. Sie haben’s schon selber gemerkt, oder? Sie wirken auch nicht sehr motiviert. – Stimmt, wie habt ihr’s nur gemerkt? Am Outfit? An der Körperhaltung? An meinen schnippischen Antworten? – Sie brauchen heute Nachmittag nicht wiederkommen. – Schaaade.

Bett!!! Fieber! Aua!

Fragen: Wie war’s, wie ist es gelaufen?
Nicht gut.
Oh neiiin.
Och… ist mir irgendwie… egal.

Ich muss lachen. Fünf Jahre hab ich auf diesen Tag hingearbeitet. Es war ungewiss, ob er jemals kommen würde. Er kam. Und es ist mir… egal.

Noch vor wenigen Monaten hätte mich diese Ablehnung furchtbar gewurmt. Ich hätte wahrscheinlich geheult. An mir gezweifelt.

Ich warte… Auf das Mich-Ärgern. Bereuen, dass ich mir nicht mehr Mühe gegeben habe. Mich-Als-Versager-Fühlen. Nichts.

Natürlich wäre es cool gewesen, wenn ich alle Tests gerockt hätte. Aber das Ergebnis wäre das gleiche gewesen: ich hätte dankend abgelehnt. Das hätte natürlich mehr Spaß gemacht. Auf diesen kleinen Triumph muss ich nun verzichten. Ärgerlich. HA, da isser, der Ärger! Man nahm mir den Triumph – wie gemein. Ach nein, ich habe mich ja nicht bemüht… Ich kanns noch nicht mal anderen in die Schuhe schieben.

Ich muss schon wieder lachen.

Wie viele meiner ehemaligen Kollegen mich jetzt wohl hassen würden, wüssten sie, dass ich diese Chance bekam und sie so abtat. HILFE, ich muss so lachen…

Ob ich es bereuen werde? Kann sein. Kann aber auch nicht sein. Muss ich mir da JETZT Gedanken drüber machen?

Fünf Jahre und eins gelernt: Ziele sind flexibel. Manchmal trifft man mittem auf den Weg ein Ziel, das man gar nicht vor Augen hatte. Und es ist viel besser, als das ursprüngliche.

Auf ein Neues, das nächste berufliche Ziel steht in genau einem Jahr an. Ich habe es klar vor Augen. Nächstes Jahr auch noch?