Ausgeglichenes Gemüt

Wie gut, dass ich nicht reizbar bin, wenn ich meine Tage hab. Sonst würd ich mich JEDES MAL darüber aufregen, dass irgendsoein VOLLARSCH HERZCHEN auf die Folie von den Tampons gedruckt hat.

Oarrr.

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Das mit der Liebe und dem Magen

Muddi und ich sitzen mit frisch gebackenen Olivenlaibchen und Artischockencreme auf dem Sofa und überlegen, welche DVD wir gucken.

„Ein Film über das Wichtigste im Leben: die Liebe“, liest sie vor.

Hm, grunze ich.

Ist Liebe nich das Wichtigste in deinem Leben, fragt sie.

Nä, sag ich.

Was dann, fragt sie.

ESSEN!, sagen wir im Chor und grabbeln nach den Olivenlaibchen.

The simple life

Reingelatscht ins Regionalzentrum im Nachbardorf.

– Moin Darf man das? Wieder im Land?, sacht die Frau Dings vom Empfang.

– Jo. Müsst mich mal anmelden.

– Die Frau F. is grad nich da.

Die Mitarbeiterin, die das Meldewesen macht.

– Da musste zu Frau Z.

Die Mitarbeiterin, die eigentlich das Ordnungsamt macht. Vertretungsweise alles andere.

– Jo.

Frau Z. hat Zeit. Sonst keiner da.

– Wieder in der Dingsstraße?

– Jo.

Stempel druff, fertig.

– Schüs.

Das einfache Leben auf dem Land…

 

Segel setzen

Mein Bruder schenkte mir Segelstunden. Selig 🙂

Ich bekam in drei Tagen drei Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Reaktionen auf Bewerbungen, die ich zwischen Anfang August und letzten Samstag geschrieben hab. Alles klar. Ein reiner Brotjob, ein Job, auf den ich mich aus reinem Aktionismus beworben hatte, und ein ganz okeer Job. Aber natürlich wieder am Arsch der Welt. Nun gut. Damit ist die (mehr als nervige und eh praktisch aussichtslose) Suche nach einer Bude in Hamburg erst mal auf Eis gelegt.

Immerhin scheint meine Bewerbung ja nich ganz doof zu sein. Amaaaaaazing.

Krönchen richten, Krönchen richten…

Jule stellt wie immer die schwierigen Fragen.

Rückblick auf 2017:

  1. Wenn dein Jahr 2017 verfilmt werden würde, welchen Titel würde der Film tragen?
    „Abreißen, liegenlassen“
  2. Welchen Tag aus 2017 möchtest du gerne nochmal erleben?
    Den. „Gegend, Gegend, Gegend. Sonne. Noch mehr Gegend. Tiere, lebende und plüschige. Sonne und kühles Wasser an den Füßen.“ Nehm ich in Dauerschleife.
  3. Was hast du dieses Jahr besonders gut gemacht?
    Überlebt. Weitergemacht. Keine größeren Katastrophen produziert.
  4. Welche drei Menschen hatten 2017 ein besseres Jahr, weil es dich gibt?
    J. aus dem Flauschige-Tiere-Kurs. Hat sie selber gesagt: Wenn 2017 was Gutes hatte, dann, dass ich dich getroffen habe. ❤
    Darüber hinaus wirds schwierig.
    Vielleicht die Herzoginfreifraugräfin vonundzu, ihres Zeichens Vermieterin von No. 2. Er trägt der Endsechzigerin immer ihre Wasserflaschen und wird auch sonst für gröbere Arbeiten und Computerprobleme rangepfiffen und wann immer ich mich im Haus aufhalte, muss ich als Dolmetscherin und Kulturbotschafterin fungieren. Sie verstehen sich zwar schon irgendwie, aber auch nicht immer 100 pro. Jedenfalls werde ich natürlich immer wieder ausgequetscht wie eine Zitrone und eines Abends zitierte sie uns gegen 22 Uhr (!) per Whatsapp (!) zu einem Glas Wein in ihr Wohnzimmer. „Sie können doch so gut Französisch“, sagte sie zu mir und berichtete mir, sie wolle mit ihren beiden älteren Schwestern nach Paris und da einiges reservieren, nur ihr Französisch reiche nicht. Also bekam ich ihre Kreditkarte in die Hand gedrückt, reservierte artig Ausstellungstickets und Restauranttische und ihr fiel immer noch mehr ein. Dann telefonierte sie mit ihren Schwestern und prahlte damit, was sie nicht alles online bewerkstelligt habe. Sie hatte wochenlang Oberwasser, jaja, was die kleine Schwester nicht alles kann (ich und No. 2 grinsten und schwiegen). Und ich bekomme jetzt regelmäßig Biokosmetik und abgelegte Blusen und Strickjacken (feinster Zwirn) angedreht. Sie hatte einen netten Paris-Urlaub 😉
    Über die dritte Person muss ich noch sinnieren.
  5. Was hat sich 2017 für dich unerwartet zum Guten verändert? Und was war dein Anteil daran?
    Den Helene-Fischer-Nachbarn losgeworden. Da habe ich mit meinem Rumgemaule bei der Hausverwaltung zu beigetragen.
    Den Kotzjob losgeworden. Die Kündigung hab ich ganz allein geschrieben 😉

Ausblick auf 2018

  1. Wenn du wüsstest, dass dir nichts Schlimmes passiert und du alles schaffst, was du dir vornimmst, welchen Vorsatz würdest du für 2018 fassen?
    Habe ich unbegrenzt Kohle? Ein Haus am See erstehen und einen Roman verfassen (und mal wirklich dranbleiben und nicht nach der Hälfte sagen: Was für eine banale Scheiße!). Und dann werd ich NATÜRLICH reich und berühmt.
  2. In der Silvesternacht hast du eine Rakete in den Himmel geschickt, die schöner war, als alle Raketen zuvor. Das war eine Wunderrakete. Denn über Nacht ist ein Wunder passiert: Dein größer Traum ist in Erfüllung gegangen. Was ist jetzt, am 01.01.2018, anders?
    Jemand hat mir versehentlich mehrere Millionen Euro überwiesen und will das Geld nicht zurück?
    Nein, im Ernst. Natürlich läuft in meinem Leben grad nix nach Plan und ich hätte da einige Änderungsvorschläge. Und natürlich wäre das schön, wenn sich dafür zügig ne Lösung findet. Aber dafür sind eigentlich keine Wunder nötig. Es sind alles Dinge, die sich schon irgendwie lösen lassen. Und bei denen es sehr befriedigend wäre, wenn ich selbst zu dieser Lösung komme.
    Wobei so Knete natürlich einiges erleichtern würde 😉
  3. Ein neuer Laden öffnet seine Pforten. Dort gibt es allerlei Charaktereigenschaften zu kaufen. Du kannst dir für 2018 eine dazukaufen oder eine bestehende stärken. Welche landet in deinem Einkaufswagen? Und warum?
    Darüber hab ich jetz lange rumgegrübelt.
    Erst dachte ich, oooch, das wär nett, wenn ich nicht mehr so naiv wäre.
    Dann dachte ich, ich wär gern mutiger.
    Dann fiel mir ein, dass ich zu diesen Frauen gehöre, die einige IQ-Punkte für besseres Aussehen hergeben würden. Ich geb euch die Hälfte von meinem IQ und dafür seh ich aber megabombe aus!
    Denn wer doof is, merkt nich, dass er doof is. Ich merke aber sehr wohl Nachteile durch fehlende Attraktivität. Wer doof is, denkt weniger an wäre, hätte, könnte, sollte und macht mehr. Auch wenns doof ist.
    Also, ich nehm dann einmal saudoof!
  4. Wenn du am 31. Dezember 2018 auf das Jahr zurückblickst, worauf möchtest du besonders stolz sein?
    Dass ich meinen Superjob super mache.
  5. Gib deinem Jahr 2018 einen Claim!
    Alles neu!

Diese Fragen darf jeder beantworten, für sich oder öffentlich. Ich gebe sie euch allen weiter!

30

Andere Leute in meinem Alter haben ein Haus, ein Auto, eine Familie. Kann ich nichts mit anfangen. So viel Verantwortung, so viel Kanonenkugel am Bein. So viel Rücksichtnehmen auf Bedürfnisse anderer.

Ich sehe junge Leute mit Kind und denke, die sind ja selber noch Kinder. Dann denke ich: Naja, sie sind in meinem Alter. Ein ganz normales Alter, um eine Familie zu gründen.

Ich bin noch nicht soweit. Ich fühle mich immer noch wie 17 3/4. Hätte nichts dagegen, wenn Mama mir noch jeden Abend das Essen macht.

Ich kann immer noch keine Ordnung halten. Vor nicht allzu langer Zeit musste ich mir neue Kopfhörer kaufen, weil ich auf meine – achtlos hingeworfenen – draufgelatscht war. Jede Sechsjährige hätte dafür nen Anschiss gekriegt. Zurecht.

Ich habe noch imaginäre Freunde. Die sind echt zuverlässiger als die realen. Und wirklich immer zur Hand 😉 Manchmal helfen sie mir, eine andere Sicht auf die Dinge einzunehmen, den Knoten meines Problems aus einer anderen Perspektive zu betrachten und ihn dadurch zu lösen. Wenn ich mich grade gut genug für die Müllkippe der Menschheit halte, erinnern sie mich an meine Stärken.

Ich kann manchmal immer noch nicht glauben, dass ich meine Rechnungen allein bezahle. Meine eigene Wohnung hab hatte. Mein eigenes Zeug einkaufe. Mit meinem eigenen Geld. Das ich mit meiner Arbeit verdient habe. Dass ich ne Steuererklärung mache. Und mich wirklich mal mit Versicherungen und so was beschäftigen sollte. Fräulein 17 3/4 hat nämlich nicht mal ne Haftpflicht…

Ich weiß immer noch nicht, was ich mal werden will, wenn ich groß bin.

Ich habe den Lebenslauf artig abgehakt. Bachelor, Master, gute Noten, in weniger als der Regelstudienzeit. Mehrere, längere Auslandsaufenthalte. Volontariat. Einige Jahre Berufserfahrung. Führungsposition.

Das alles hat mich geprägt. Aber es hat mich nirgendwohin gebracht.

Ich könnte mich heute wie vor 10 Jahren in eine Berufsberatung setzen und sagen: Weißnichwasichwerdensoll.

Diese Frage: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? WEIßICHDOCHNICH. Hellsehen kost extra. Wollen Sie mal wissen, wo ich mich vor fünf Jahren in fünf Jahren gesehen habe? Nicht hier. Aber da, wo ich dachte, dass ich sein würde, will ich auch nicht mehr sein. Falls ich überhaupt je ne klare Vorstellung hatte. Eher diffuse Wünsche.

An denen ich mich zwar immer grob orientiert habe. Aber letztlich habe ich immer nach dem gehandelt, von dem ich dachte, dass man es von mir erwartet. Zum ersten Mal bin ich aus diesem Muster ausgebrochen. Muss mich neu sortieren. Und ja, ich habe Angst vor dem, was kommt. Ja, ich bin unsicher, was mein nächster Schritt sein soll. Aber irgendwie ist es auch gut so, wie es ist.

Darf man das? (30) - noch ganz oke in Form

Darf man das? (30) – noch ganz oke in Form