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Ich habe mich immer gefragt, wer diese Leute sind, die an einem normalen Montagvormittag mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Stadt laufen. Ich mein: Was ist denn los mit denen? Das ist doch nicht normal!

Nun: Ich, das Vorzeige-Exemplar für das Resting-Bitch-Face und die ja geradezu übersprudelnde norddeutsche Emotionalität *hust*, bin neuerdings eine von ihnen.

Ich radle hier lächelnd, wenn nicht gar dümmlich grinsend durch die Gegend. Und das ohne besonderen Anlass. Es gäbe genug Gründe, miesepetrig rumzulaufen. Viel zu tun bei der Arbeit, Scheiß-WM-Gedöns überall, die tote Oma, das tote Pony einer Freundin, das auch Teil meiner Kindheit war, das schmerzende Bein… Und dann sind da noch meine Emotions-Antennen, die dieser Tage irgendwie besonders empfindlich sind. Ich sauge jeden Hauch einer negativen Stimmung auf und nehme sie an. Selbst wenns nur im Fääärnsehn is.

Aber an der allgemeinen Grundstimmung rührt das alles nicht. So anstrengend, nervig, traurig und schmerzhaft die Dinge sind – ich mags kaum aussprechen, wer weiß, was ich damit lostrete, aber: Das Leben ist grad ganz ok. (Wer hätte nach all dem Drama der vergangenen Jahre jemals gedacht, dass ich das mal sage. Ich jedenfalls habe nicht dran geglaubt.)

Irgendwie sind alle Störfaktoren weg: Die kleine Wohnung, die doofe Stadt, der Nachbar, die beschissenen Arbeitszeiten und -bedingungen, die eintönige Arbeit.

Meine alte Arbeit fand ich am Anfang auch noch super, am Anfang habe ich noch irre viel gelernt und mir Chancen auf mehr ausgerechnet. Ich denke, beim neuen Job wird sich irgendwann ebenfalls die Euphorie legen und das ein oder andere wird mich nerven. Aber ich lerne endlich wieder was und ich rechne auch wieder mit neuen Chancen.

Ich bin nicht der Meinung, dass ich am Ende der Karriereleiter angekommen bin, ich will nicht bis zur Rente in diesem Verlag bleiben.

Aber irgendwie kann ich mir auch gar nicht so recht vorstellen, wieder in eine Großstadt zu ziehen… Wo halt die ganzen großen Medienhäuser sind…

Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Und so lange wundere ich mich über das dümmliche Grinsen.

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Regenbogenglitzerlaune

Ist das amaaaaaazing, wenn man mal so schöne Nachrichten schreiben kann.

Und man zwischen Abstimmungsergebnis und Arbeitsmarktdaten noch nen Schnaps kippen muss, weil man das vor drei Tagen vor den Kollegen großkotzig angekündigt hat, weil man nicht wirklich dran geglaubt hat, dass es die Abstimmung tatsächlich geben würde. (Ich verliere sonst nie Nachrichtenwetten!)

Minischritt gegangen. Noch so viel zu tun. Noch viele Worte zum Sonntag fällig. Bis es irgendwann egal ist, welches Geschlecht und welche Sexualität man hat (ich Idealistin!).

Freue mich trotzdem noch ein bisschen regenbogenglitzerig. Und schwinge mich gleich noch in den Zug in die Heimat. Der Tag wird immer besser 🙂

Bedienungsanleitung

… für Darf man das?

War am Samstag nach dem Kurs noch mit zwei Leidensgenossinnen beim Pferd der einen.

Und ich, die ich den ganzen Tag müde und schlecht gelaunt auf dem Stuhl gehangen hatte, war plötzlich hellwach, hoch motiviert und freudestrahlend.

Pferdegeruch, grüne Wiesen, Wald, schnatternde Schwalben… herrlich.

Das Pferd hat sich von meiner Laune direkt anstecken lassen, woraufhin es erst recht eine Freude war, mit ihm zu arbeiten.

Und eines der Mädels stellte fest: Wenn ich gewusst hätte, dass man aus diesem „ich hasse die Welt und auf eine Zitrone gebissen hab ich auch“-Gesicht so leicht ein „rosa Herzen und Wolken“-Gesicht  machen kann, hätten wir sie schon vor Wochen hierhergeschleppt.

Erst als wir wieder im Auto saßen, stellte ich fest, wie viel Stress und Anspannung von mir abgefallen waren.

Hinterher waren wir noch pferdestinkig im Restaurant, haben den Kellner in den Wahnsinn getrieben und Tränen gelacht. Schön.

Morgen fahr ich wieder mit ❤

Amaaaaaazing.

Landed

YUL

English mode off.

Québécois mode on.

Grinsen hört gar nicht auf.

Und morgen erst… Wenn ich die vier Stunden Fahrt in die Pampa hinter mich gebracht habe…

Aber nu erst mal Heia. Wenn ich vor lauter Grinsen schlafen kann. 🙂 🙂 🙂

Kindergeburtstag

Dass No. 2 sich nach unserem Weihnachtsspaß überhaupt noch zu meinen Eltern raustraut…

Aber – er kam. Und das an seinem Geburtstag.

Er ist mal so dumm gewesen, mir und meiner Mama zu erzählen, dass er als armes Kind nicht sehr wohlhabender Eltern in einem nicht sehr wohlhabenden Land nie so richtig einen Kindergeburtstag hatte.

Nichts leichter als das! Wir hatten einen Mordsspaß und er wurde nicht gefragt. Stellte nur immer wieder fest, dass wir Deutschen echt ne Meise haben. (Selbst zum ostereiermalen haben wir noch Zeit gefunden… fand er völlig hirnrissig – er hat einfach keine Ahnung!) Und über das Lego, das wir ihm schenkten, hat er sich sogar gefreut.

Sollte man öfter machen, so nen Kindergeburtstag. Lange nicht so ausgiebig gelacht…