Faulpelztag

  • Bewerbung geschrieben
  • ein bisschen Norwegisch geübt
  • E-Mail an Muddi geschrieben
  • Nachrichten gelesen
  • eine Folge Serie geguckt
  • einen Anruf erledigt
  • den Papierkram sortiert, der sich nach dem Datum einiger Rechnungen bereits seit circa zehn Monaten da stapelt
  • zu kündigende Verträge rausgesucht
  • festgestellt, dass mein Arbeitsvertrag verschollen ist
  • Geburtstagsgeschenke für Muddi eingepackt
  • Wäsche gewaschen
  • die Bude durchgesaugt
  • die Bude durchgefeudelt
  • den Kleiderschrank aufgeräumt und ausgemistet
  • gekocht
  • Wäsche aufgehängt
  • Zeug, dass ich die nächsten drei Monate eher nicht brauche, eingepackt
  • eine zoologische Publikation überflogen
  • Zeug in der Drogerie eingekauft
  • ne halbe Stunde mit dem Typen von der Gewerkschaft gequatscht
  • Wein aus der Region mit niedlichem Etikett für Muddis Geburtstag besorgt
  • Zeug aus der Reinigung geholt
  • vergessen, Briefmarken zu kaufen
  • Heilerde ins Gesicht geschmiert
  • Pediküre
  • Heilerde ausm Gesicht gekratzt
  • halbe Stunde Yoga
  • mit Muddi telefoniert
  • das Lehrbuch, das ich als nächstes durchackern will, rausgesucht und demonstrativ auf den Tisch gelegt

Aber Hauptsache, ich krieg nix gebacken…

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Rolltreppenliebelei

Hinter mir kommt ein Typ mit einer vollen Warenkiste die Rolltreppe hochgewetzt. Ich wuchte meinen Rucksack beiseite, damit er an mir vorbeiwetzen kann.

Ganz entspannt, sagt er und bleibt hinter mir stehen. Wochenende. Entspannen. Liebe machen.

Miteinander?, frage ich grinsend.

Er wird rot und wird vom Ende der Rolltreppe gerettet. Er wetzt davon.

Feigling.

Ich will nach Hauuuuus

So langsam komme ich mir vor wie ein Kleinkind.

Je länger ich an diesem Pissort versauere, desto mehr will ich nach Haus.

Meine Stippvisite dort war amaaaaaazing: Endlich wieder das eigene Pferd unter den Fingernägeln, er ist doch einfach die größte Schmusebacke unter der Sonne. Schöön.

Dazu unendlich Energie: Erdbeeren ernten, schwimmen gehen, Pferd bespaßen, Fahrrad fahren – alles viel weniger anstrengend, als 8 bis 11 Stunden am Tag im Büro sitzen und Nase bohren.

Wenn man dann in Stadt und Job zurückkehrt, ist alles noch viel deprimierender als vorher. Seufz.

404

In einer Stadt, in der ich nicht leben will, für einen Job, der mir keinen Spaß mehr macht, scheiße bezahlt ist und dämliche Arbeitszeiten mit sich bringt, in einer Wohnung, die mich nervt und in der es schon wieder von der Decke tropft.

Irgendwie kommt mir ein Job an der Supermarktkasse in der Heimat grad attraktiv vor…

Déjà-vu

Und schon wieder vom plötzlich eintretenden Freitag überrascht.

Hmmm, was war denn mal amaaaaaazing…

Der Fuß ist wieder abgeschwollen – ich kann wieder laufen! Und (vorsichtig!) Yoga machen.

Von den bösen fünf Kilo sind 2,5 wieder runter.

Am schönsten war allerdings eigentlich der Montag, Demo gegen eklige Nazis, nette Leute, leichter Sonnenbrand. Fast so fein wie ein Tag am Strand – nur mit mehr Sinn…

Und ja, amaaaaaazingly erleichternd ist auch, dass ich selbst mit High Heels wendiger bin als der 150-Kilo-Typ, der mich heut Nacht auf dem Heimweg in die Ecke drängen wollte… :S

Scheißegal

Ich habe lange nach einer Beschreibung für meinen derzeitigen Zustand gesucht. Konnte es irgendwie nicht fassen, nicht in Gedanken und schon gar nicht in Worte.

Ich bin schließlich darauf gestoßen: Gleichgültigkeit.

Es ist mir einfach alles total egal.

Ich – ja ICH – war eigentlich mal ganz zuversichtlich. Lief, ich sah mich auf einem guten Weg, wird schon, step by step, is schon immer irgendwie geworden.

Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich mich getäuscht habe. Dass ich mich ganz und gar nicht auf dem richtigen Weg befand, sondern in einer Sackgasse.

Also habe ich gegengesteuert, wollte raus da, zurück auf einen Weg. Habe mich angestrengt, habe gekämpft, habe gestrampelt – und nix erreicht.

Das hat mich deprimiert. Ich blies Trübsal, resignierte.

Und nun sitz ich hier und es ist mir egal und ich mach gar nix mehr.

Arbeit: Egal. Ich suche nichts Neues und mache Dienst nach Vorschrift. Und all den entstehenden Leerlauf nutze ich für Serien, Bücher (Notiz an mich selbst: Nur noch Bücher mit mehr als 300 Seiten mitnehmen, reicht sonst nicht für die ganze Schicht!), Facebook, Blog, Lernen für den Flauschige-Tiere-Kurs…

Ich selbst: Total egal. Keine Ahnung, wann ich mich das letzte Mal um mich selbst gekümmert habe. Mal ne Pediküre gemacht oder so. Darauf geachtet, was ich anziehe. Oder was ich esse. Habe in den letzten Wochen fünf Kilo zugenommen. Na toll! (Doch nich so egal…)

Andere Leute: Oje, egaler geht nicht!

Sex: … Lassen wir das.

Und wie meine Wohnung aussieht, lasse ich hier auch lieber unerwähnt…

Wann immer sich doch mal sowas wie ein Traum oder eine Wunschvorstellung in mein Hirn verirrt, muss ich über mich selbst lachen. Was für eine alberne Scheiße.

Vergiss es einfach…