Kryptonit

In Chile kommt man fast überall, wo es einigermaßen befahrbare Straßen gibt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Schon allein, weil längst nicht jeder ein eigenes Auto hat.

Da sind zum Einen die Fernbusse, die zu unschlagbaren Preisen Städte im ganzen Land miteinander verbinden. Kein Vergleich zu unseren unbequemen Rumpelfernbussen: Über hunderte und tausende Kilometer wird man stundenlang praktisch liegend transportiert, ein Steward kümmert sich um alles, es gibt saubere Decken und Kissen, Klimaanlage, Schnickschnack. Wenn man irgendwie geistesgestört ist und nicht so viel Wert auf  Körperpflege legt, kann man sich vier Tage lang die 5000 Kilometer von Arica nach Punta Arenas fahren lassen. Das Schlimmste was man machen kann: Mit einem Bus über mehrere hundert Kilometer zum Flughafen fahren und sich dann im Flieger in die Holzklasse zwängen. Plötzlich weiß selbst ich Zwerg nicht, wohin mit meinen Beinen.

Dann gibt es die Überlandbusse, die einen in die kleineren Städte und Dörfer rund um die großen Zentren rumpeln.

In Santiago gibt es ein paar Metrolinien, die nur so mittelhilfreich sind. Im Großraum Concepción fährt der Biotren, der sich in den vergangenen Jahren wirklich gemausert hat und den ich zuletzt ganz praktisch fand.

In den Städten selbst nimmt man die Micro. (Am Anfang habe ich bei dem Namen gerade wegen des weiblichen Artikels irgendwie immer an Mikrowellen gedacht, völlig absurd.) Außerhalb von Santiago handelt es sich um klapprige Minibusse mit teils so schnöden Liniennamen wie Concepción – Coronel – Lota, teils fantasievolleren Kreationen wie „Las Galaxias“ oder „Vía Láctea“. Mein Favorit: Die „Rapidos“ in Chillán, die kreuz und quer durch die ganze Stadt zuckeln, vorbei an allem Wichtigen wie dem Busbahnhof, dem Bahnhof, der Kathedrale, der Plaza de Armas, dem Markt… Nur eben alles andere als schnell, wie im Namen behauptet.

Einige Micros sind schlicht gehalten, wieder andere sind überbordend geschmückt mit Girlanden, Fußballdevotionalien, blinkenden Lichterketten und dem Klassiker: Heiligen- und Marienbildnissen. Am schönsten: Die Jungfrau inmitten von rosa Rüschen. (Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es sich beim Micro-Fahren um ein höchst männliches Gewerbe handelt, ich sah noch nie eine FahrerIN. Ich ließ mir sagen, im Großraum Concepción seien zwei Damen unterwegs.) Auch gern genommen: Aufkleber mit religiösen Botschaften. „Jesus ist für dich gestorben!“ oder „Jesus lebt!“ (Watt denn nu?)

Wer die Micro nimmt, macht sich besser auf ein lautes Vergnügen gefasst. Die Dinger dieseln und klappern nicht nur ordentlich – vor allem, wenn sie im ersten Gang die Berge hochkriechen und nach jedem Halten erst mal drei, vier Meter zurückrollen -, sie haben auch fast immer musikalische Untermalung. Wenn man Glück hat, läuft einfach das Radio. Wenn man Pech hat laufen Reggaeton und Cumbia in Dauerschleife und wenn man die ganz goldene Arschkarte gezogen hat, läuft traditionelle chilenische Musik. Bis die Ohren bluten. Und Teenies, die mit ihren Handys laut Musik hören, sind wohl ein internationales Phänomen…

Die Micros dienen nicht nur dem Fahrgasttransport: Dort steigen auch Straßenmusiker oder -künstler ein und bieten Show. Mitunter erzählt ein Prediger vom Tod oder vom Leben von Jesus (ich muss da wohl mal besser zuhören, dann versteh ich’s vielleicht). Meistens bieten fliegende Händler Süßes, Eis, Getränke und im Herbst geröstete Araukarien-Kerne. Man munkelt, es seien sogar schon Motorsägen in der Micro verkauft worden…

Der Fahrstil der Micro-Fahrer ist… interessant. Die haben es immer eilig. So muss man unbedingt vor der Konkurrenz an der Haltestelle sein (viele Fahrer sind Herren über ihr eigenes Gefährt). Dann wird schon während der Fahrt die Tür geöffnet, was im Sommer ganz angenehm sein kann, im Winter etwas frisch. Und noch während die Leute ein- und aussteigen wird schon wieder losgepest, die Tür kann man an der nächsten Ampel noch zumachen. Man ist also besser behände, barrierefrei sind Micros nicht.

Das andere Extrem sind Fahrer, die an der Haltestelle stehen und auch auf den trödeligsten Opi warten, der noch drei Häuserblocks entfernt ist und so aussieht, als könne er eventuell die Micro nehmen wollen. Da hat man besser keine Eile, denn dieses Schauspiel wiederholt sich an jeder Haltestelle, während drei andere Micros der gleichen Linie an einem vorbeidonnern.

Die Micros haben eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 in der Stadt und 80 außerorts – daran gehalten hat sich meines Wissens noch kein Fahrer. Schön fand ich den Fahrer, der mit 110 Sachen an einer Polizeikolonne vorbeirauschte und dabei noch wild hupte. Wild gehupt wird eh dauernd: Sei es um andere Micro-Fahrer einzuschüchtern, um potenzielle Fahrgäste auf das eigene Herannahen aufmerksam zu machen oder einfach so…

Auch nett: Der Fahrer, der auf der Ruta 160 morgens um 5 noch ein Schläfchen hielt. Die Straße ist Dutzende Kilometer lang schnurgerade, die Micro kennt den Weg. Besser, man weckt den Mann nicht auf, sonst verreißt er noch das Steuer.

Nicht zu verachten ist der Unterhaltungsfaktor einer Micro-Fahrt. Chilenen sind äußerst pragmatisch: Warum einfach Bus fahren, wenn man gleichzeitig Achterbahn fahren kann? Meine speziellen Empfehlungen: Eine Fahrt über die Brücke Juan Pablo II zwischen Concepción und San Pedro de la Paz, die nach dem Erdbeben 2010 etwas… uneben zurückblieb. Paar Stützen drunter und schon fließt der Verkehr wieder… Wenn die Micro-Fahrer dort alles aus ihrem Vehikel rausholen und Stoßdämpfer ein Fremdwort sind – yihaaaaa. Noch besser: Eine Fahrt von Caleta Tumbes den Berg runter nach Talcahuano, wenn der Fahrer mal auf’s Klo muss. Am besten in der letzten Reihe in der Mitte sitzen und bei vollem Bewusstsein die Nahtoderfahrung machen. Alles zum Preis von weniger als einem Euro.

Praktisch: Eine Micro hält nicht nur an den Haltestellen, man kann auch einfach irgendwo rumstehen und sich eine ranwinken. Genauso kann man den Fahrer nett fragen (oder durch den ganzen Bus brüllen), ob man da an der Ecke rauskann.

Das Problem an der Micro: Es gibt keine Fahrpläne, was schon allein am wahnsinnigen Verkehr und den wahnsinnigen Fahrstilen liegt, aber auch an der schieren Masse der Micros und eben der Tatsache, dass viele Fahrer ihr eigenes Ding machen. Dann bleibt man halt morgens mal länger liegen oder schiebt abends ne Sonderschicht ein. Es gibt auch keine Tages-, Wochen-, oder gar Monatskarten, jede Micro wird einzeln bezahlt, muss man umsteigen, zahlt man halt zweimal. Und: Es gibt keine Linienpläne, höchstens im Bus selbst finden sich welche und auch nur für diese Linie. Wenn der Plan nicht vom Marienbild überdeckt wird. Vorne steht zwar die ungefähre Route dran, aber außer ein paar Orientierungspunkten wie „Busbahnhof“ oder „Mall“ sind die für Ortsunkundige eher nichtssagend. Weil man nicht unbedingt weiß, wo sich die benannten Straßen befinden und weil die Straßen meist kilometerlang sind. Was hilft es, wenn ich an einem Ende der Straße aussteigen kann, aber ans ganz andere muss?

Dazu kommen die wahrlich großartigen Wegbeschreibungn der Chilenen. „Steig aus, wo die Micro um die Ecke fährt.“ Danke für diesen Hinweis, eine Micro fährt pro Tour um mehrere Hundert Ecken. „Steig an der Plaza de Armas aus“, ist schon hilfreicher. Die Plaza de Armas liegt in der Regel im Stadtzentrum, ist recht groß, grün und meistens stehen Stauen oder Büsten von so Kollegen wie Bernardo O’Higgins oder Anibal Pinto drauf rum. Doof nur, wenn man die Plaza eines Ortes nicht kennt, denn große grüne Plätze gibt es auch gern mal mehrere und dann auch noch mit Kaspern drauf. Ich kann auch nicht behaupten, genau zu wissen, wie die beiden oben genannten Herren genau aussehen, der O’Higgins ist im Zweifel der uffm Gaul, das ist aber auch nicht gesetzt.

Nun gibt es noch die Colectivos, Sammeltaxis, die festgelegte Routen abklappen, bei wenig Fahrgästen oder nachts aber auch gerne mal einen kleinen Schlenker fahren, wenn man lieb bitte sagt. Könnte man schon weiter mit kommen, nur wieder das Problem: Fährt der überhaupt in die Nähe von da, wo ich hinwill?

So gut ich mich in Chile mit all seinem Chaos zurechtfinde (meine Freunde führen ein Darf-man-das?-Chilenisierungspunktekonto auf dem ich kurz vor der Einbürgerung stehe): Die Micros sorgen immer noch dafür, dass ich immer neue Ecken kennenlerne – wenn auch höchst unfreiwillig. (Minuspunkte ohne Ende auf dem Chilenisierungskonto.)  In Concepción habe ich monatelang jeden Weg zu Fuß gemacht, weil ich es einfach nicht hingekriegt habe. Ich bin zwar noch jedes Mal am Ziel angekommen. Dennoch merke ich jedes Mal, wenn ich wieder irgendwo ganz anders aussteige, als ich wollte, wie in quietschroter Leuchtschrift das Wort „Gringa“ auf meiner Stirn aufleuchtet… Seufz.

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Terra incognita

Der ICE schaukelt mich durch die Republik in eine Gegend, die ich sonst nur vom Durchfahren kenne. In der viel von „Heimat“ geredet wird. Die uns einen „Heimat“-Minister beschert hat. Und dessen „Heimat“-Definition nicht zu meiner Vorstellung dazu passt.

Der ICE schaukelt mich durch die Republik und ich schaue den Leuten beim Leben zu. Rausche mit 200 km/h an ihnen vorbei, ein kurzer Aufblitzer ihrer Existenz. Jungs, die einen Fußball durch eine enge Gasse kicken, ein Typ, der mit seinem Hund am Bach entlangläuft, ältere Damen beim Nord Walking, man sieht wie sie laut lachen. Viele Menschen in Autos, auf dem Weg ins Wochenende. Schön ist’s hier. Kalt sieht’s aus. Das Gras glitzert vom gefrorenen Raureif. Wie gemalt. Ganz anderes Licht.

Ich gucke gerne Menschen beim Leben zu, stelle mir ihre Geschichten vor, frage mich oft, wer da so wohnt. Und vor allem: Warum? Wie trifft ein Mensch die Entscheidung, dass er sich jetzt hier niederlassen will? Es sind ja nicht alle so wie ich und folgen dem Job, wohin er sie treibt.

Manchmal beneide ich diese Unbekannten, aus deren Leben ich einen Sekundenausschnitt gesehen habe. Sie wirken alle sehr „zu Hause“.

Ich lebe seit 14 Jahren praktisch aus dem Koffer. Fast mein halbes Leben. Mal hier mal da und wieder zurück. Klar hab ich meine Heimat, das Land zwischen den Meeren, ungeschlagen. Aber ob ich da wieder dauerhaft leben wollte? Könnt ich gar nicht sagen.

Heimat, das sind irgenwie auch Menschen. Und die habe ich in der Heimat kaum noch. Überall verstreut auf drei Kontinenten habe ich meine Menschen. Ich war noch nie ein soziales Wesen. Über meine Herzensmenschen bin ich immer irgendwie und irgendwo zufällig gestolpert. Gezielt Netzwerke schaffen, Freundschaften schließen – da bin ich nicht gut drin. Am Ende fühl ich mich immer wie ein Fremdkörper.

Und so guck ich weiter anderen beim Zu-Hause-Sein zu und stell mir vor, wie’s is…

Dings ehm… erwachsen

Vor einiger Zeit erreichte mich Leserpost (YEAY, Leserpost! 📭). Der junge Mann schrieb (Ich hoffe, er verklagt mich jetzt nicht wegen Datenschutz und Urheberrecht): „Es ist einfach interessant Blogs auf WordPress zu finden von Menschen, die richtig im Leben stehen und sich aber trotzdem immer noch bisschen mit Kleinigkeiten in Sachen Beziehung und Sexualität abmühen.“

Gnihhihihi. Hihi. „Richtig im Leben stehen“. Ich. Haaaach. *Tränenwegwisch* Ich erfreue mich seit Wochen an diesen Worten. In diesem Sinne: Herzlichen Dank dafür.

Die Frau, die wochenlang mit der Anschaffung eines Autos haderte, weil ihr das zu erwachsen war (bin im letzten Monat übrigens mehr als 4000 Kilometer gefahren – und das ausschließlich an den Wochenenden und im Urlaub -, alles Strecken, die ich eh gemacht hätte, nur eben deutlich langwieriger mit der Bahn…), die Frau, die mit eingebildeten Freunden spricht, nicht weiß, was sie werden soll, wenn sie groß ist, ihren Haushalt nicht ordentlich führen kann, die steht also richtig im Leben. Hmhmm.

Aber daran sieht man mal, wie bereichernd der Austausch mit den Lesern so ist: In den vergangenen Wochen habe ich mir immer mal gesagt: Er findet, du stehst richtig im Leben. Eine richtig im Leben stehende Frau macht sowas. Und dann mache ich das.

Irre.

Gesprächsfetzen – norddeutsche Klischee-Edition

Muddi und ich sind mit dem Pferd unterwegs. Uns kommt ein mittelaltes Paar entgegen.

Muddi: Moin.

Ich: Moin.

Pferd: Brummel.

Frau: Hallo!!! (Bestimmt sone Zugezogene von südlich der Elbe.)

Mann (total euphorisch): Moinmoin!

Sie sind an uns vorbei, meine Muddi dreht sich zu mir um und macht ein Gesicht, als hätt sie inne Zitrone gebissen: Der hadde ja Sabbelwasser getrunken!

Hoppla, Euer Ehren. Ich hatte meine Tage.

No. 2 gräbt ein Problem aus, von dem ich dachte, es wäre schon vor Jahren (!) im Keim erstickt worden. Macht daraus ne Riesennummer. Und behauptet, ICH sei Schuld an der ganzen Chose und ICH könnte das einfach aus der Welt räumen. Indem ich einfach meine Meinung ändere. ICH.

Klar, sage ich, ich lege einfach den Knopf um und passe mich DEINER natürlich einzig wahren Meinung an. Und erschieße ihn.

Der Chef mault, weil am Sonntagmorgen um 8 noch Inhalte vom Samstagabend auf der Startseite waren.
Möglicherweise, weil die Schicht erst um 8:30 Uhr beginnt, merke ich an.
Dann solle man gefälligst am Vorabend vorsorgen, dass nicht in einem Top-Artikel am Sonntagmorgen „am Samstagabend wird xy erwartet“ steht.
Ja, sage ich, wir werden in Zukunft alle alle Inhalte aller Artikel auf der Seite auswendig lernen und zwei Stunden früher zur Arbeit kommen, das bisschen Einsatz kann man ja zeigen. Und erschieße ihn.

Der Kollege mault, weil ich es wagte, externe Inhalte in seinen Artikel einzubetten. Das stelle seine Glaubwürdigkeit in Frage.
Verzeihung, Eure Hoheit, sage ich, ich werde nie wieder Maßnahmen zur Verbesserung der Online-Lesbarkeit Eurer Artikel ergreifen, auf dass sie in all ihrer Glaubwürdigkeit ungelesen bleiben. Und erschieße ihn.

Der nächste Kollege zickt mich seit Tagen an, sobald ich ein Wort sage. Als ich die Kommunikation mit ihm einstelle, zickt er mich an, wenn ich mit anderen Kollegen spreche. Und als ich einfach weiter mit den anderen rede, zickt er, weil ich ihn ignoriere.
Ich sage nichts. Und erschieße ihn.

Winkewinke aus Nimmerland

Die Tatsache, dass ich gestern als Gefangene der Deutschen Bahn mehr als 6 Stunden für eine Strecke von 250 Kilometern gebraucht habe, hat einmal mehr deutlich gemacht: Du wohnst in der Provinz, du bräuchtest mal ein Auto.

In mir sträubt sich alles gegen den Kauf eines Autos. Und gar nicht mal so sehr, weil ich so ein Öko bin. Auch, aber eben nicht primär.

Auch nicht, weil ich die Gräfin Geiz bin. Obwohl, naja… Ich könnte tatsächlich ein einigermaßen brauchbares Wägelchen direkt vollständig bezahlen, ohne jemanden anpumpen zu müssen. Die Tatsache, dass danach mein Konto aber Wüste ist, macht mich nicht so an. Für sonen profanen Blödsinn hab ich eigentlich nicht gespart.

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Ein Auto… Das ist so… oll. Und so erwachsen. ICH BIN NOCH NICHT BEREIT FÜR SOWAS.

Autos sind so muttihaft. Mutti fährt zu Aldi, Mutti fährt zur Arbeit, Mutti fährt zur Häkelgruppe. (Für den coolen Mustang reicht die Knete eben noch nicht ganz…)

Ein Auto ist irgendwie eine Verpflichtung. Es muss mit jeder Menge Geld gefüttert und Versicherungen ausgestattet werden. Bläh.

Und dann mach ich es bestimmt direkt kaputt und dann muss es noch mehr Geld haben und das Ganze hat möglicherweise wahrscheinlich auch noch Konsequenzen. Örks. Das erwachsenste aller Wörter.

Weil ich eben alles immer kaputt mache, habe ich auch fast jedes Mal Bauchschmerzen, wenn ich Auto fahre. Und jedes Klappern macht mich erst recht nervös. Und dann weiß ich nicht, was ich mit dem doofen Ding machen soll. Ich kann ja nicht mal richtig tanken, geschweige denn, andere Autoprobleme lösen.

Es wär irgendwie nett, auch mal spontan zügig von A nach B zu kommen. ABER… Sprach es, stampfte mit dem Fuß auf und verkrümelte sich nach Nimmerland

Schnipsel

Verschlafen, verletzt, Pony ausgesperrt, im Stau gestanden, Kühlwasser übergelaufen, Handy alle, verquatscht, Ponys Halfter weg, Besuch wartet, Abholer verschollen, Handys ohne Empfang, Kopfkino läuft, Pony eingesperrt, Halfter immer noch weg, aufgestanden mitten in der Nacht, Zug verspätet, Zug ausgefallen, 6 Stunden und 10 Minuten für 250 Kilometer gebraucht, zu spät und ungeduscht bei der Arbeit angehechtet.

Vier Tage Spaß.

Irgendwie hab ich mich direkt gefreut, wieder bei der Arbeit zu sitzen. Mit den Jungs dummzuschwatzen. Ich freue mich an der Dynamik unserer Witze. Daran, dass sich der ein oder andere freut, dass ich wieder da bin. Dass Herr B. in der Konferenz meine praktisch monatelange Abwesenheit beklagt. Dass sich G. mir als Begleitung für die Mittagspause aufdrängt. Mir ausgiebig das Neueste von seinem Auto erzählt (sein ein und alles, die ausführliche Schilderung spricht für unsere Vertrautheit…). Dass die Plastik-Blondine wieder bei den Weibern sitzt und softe Themen behandelt.

Nur der Nerd nimmt von meiner Existenz keinerlei Notiz. Er möge sich quergehackt legen.

A propos! Ich bin ja beleidigt, dass ihr meinen prachtvollen Arsch meine wunderhüpsche Unterbuxe überhaupt nicht zur Kenntnis genommen habt. Pfft.