Zitternd in der Ecke

Michael kommentierte neulich unter meinem Bauchschmerzen-Post: „Wenn ich diese großen Veränderungen angehen müsste, läge ich wahrscheinlich zitternd in der Ecke.“

Der Satz ist mir nicht aus dem Kopf gegangen. Denn er drückt aus, was ich gern täte. Mich einfach zitternd in die Ecke legen und hoffen, dass sich einfach alles von alleine regelt.

Innerlich zittere ich wie Espenlaub. Mir ist schlecht und schwindlig und in meinem Kopf ist Watte. Wenn mir jemand eine einfach Frage zum Thema Umzug und neuem Job stellt, keife ich ganz aggressiv: „Weiß ich doch nicht!“ Weil die Watte in meinem Kopf überfordert ist.

Wäre das schön in der Ecke, wenn ich mich zitternd um nix kümmern müsste. Aber wann immer ich mich zum Zittern hinlege, fällt mir ein, was passierte, wenn ich mich um nichts kümmerte. Und die Angst davor ist noch größer als die Angst vor dem, was ich eben angehen muss. Denn es regelt sich nichts von allein.

Ich hoffe wirklich, dass es bald ausgestanden ist. Sonst gibt das noch nen Kurzschluss hier.

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Was noch kommt.

Ein neuer Job mit mehr Geld und (hoffentlich) weniger Arbeitsstunden, ne neue Wohnung mit mehr Platz und Balkon… Nach zwei Jahren, in denen alles erst scheiße und dann beschissen war, wendet sich auf einmal vieles. Zum Guten? Ich mag einfach nicht dran glauben. Warum sollte der ganze Wahnsinn einfach so zu Ende sein? Bestimmt wird der Job scheiße, oder ich fliege schon in der Probezeit raus. Die Nachbarn sind furchtbar, die Bundesstraße doch lauter als gedacht.

Optimismus liegt mir nicht.

Out of the blue

No. 3 ruft an. Klagt sein Leid über seine klettige Freundin, seine Masterarbeit (Kind, bist du denn immer noch nich fertig mit der Uni?), seine Zukunftsängste.

Und ich heule mich bei ihm aus. Im wahrsten Sinne des Wortes. Schluchzend berichte ich ihm von meinem Frust, geplatzten Hoffnungen, Zukunftsängsten, Orientierungslosigkeit, der Sorge um die Erbsenprinzessin, der Angst vor dem Ende des Urlaubs, vor der Rückkehr in die Stadt, zum dauerverspannten Nacken, den schlaflosen Nächten (entweder wegen Helene oder aus Angst vor Helene).

Er stellt fest, dass er es seltsam findet, dass er ausgerechnet mir so viel anvertraut. Dinge, die er anderen nicht erzählt. Gut seltsam.

Geht mir irgendwie genauso. Warum ausgerechnet der Penner?

Es muss an der Hitze liegen. Jedes Jahr im Sommer, wenn die Sonne uns das Hirn verbrannt hat, scheinen wir aneinander zu denken. Und ich bin jedes Mal wieder ein bisschen verknallt.

Zeit für Herbst!!!

Wege und Umwege

Warum der Pessimus?

Ich habe schon sehr lange en bestimmtes Ziel.

Irgendwann habe ich aus verschiedenen Gründen die Abfahrt verpasst.

Macht nix, hab ich mir gesagt, gibt ja auch andere schöne Orte auf der Welt.

Irgendwann hab ich gemerkt, dass die schönen Orte nur Ersatz sind für das eigentliche Ziel.

Also habe ich einen Weg eingeschlagen, von dem ich dachte, er führt zum Ziel.

Und ich habe mich gefreut, weil ich dachte, dauert vielleicht ein bisschen, aber irgendwann kommst du an.

Und ich habe mich entspannt und mir die Gegend angeschaut und mich gefreut.

Langsam kommen die Typen in Sicht, die die richtige Abfahrt genommen haben. Weil sie im entscheidenen Moment nicht abgelenkt waren, vielleicht haben sie auch einen besseren Orientierungssinn als ich, vielleicht hatten sie auch Hilfe.

Die sitzen da, breit und bräsig, in ihrem tollen, exklusiven Klub und snobben diejenigen, die meinen Weg genommen haben. Die wollen von uns nix wissen, weil wir ja so dämlich waren, den bekloppten Weg da zu nehmen.

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt mich erfolgreich eingeschüchtert!

Ich will ja gar nicht in ihren Klub, aber ich habe Angst, dass sie mich nicht ans Ziel lassen, weil es ihr „Revier“ ist…