Vom Überleben und den ganz kleinen Dingen

Diese Woche back ich mit der Amaaaaaazingness ganz kleine Brötchen.

Ich hab den Sonntag überlebt. Yeaaaaay. Und ich finde, dass meine Berichterstattung zur Bundestagswahl trotz massiven Gezickes der Technik ziemlich gut gelaufen ist. Kühlen Kopf bewahrt, keine Zahlendreher fabriziert, flink dabeigewesen. Sprach sie und klopfte sich auf die Schulter.

Und das größte alle Wunder: Der Chef hat kein einziges Mal angerufen, um zu motzen. Und mich von der Arbeit abzuhalten. Zeichen und Wunder.

Er hat schlicht NICHTS gesagt. Auch bei der Übergabe nicht. Ich will ja keinen Verdienstorden, aber ein bisschen Manöverkritik…? Mir wären auch drei Dinge eingefallen, die man noch toller hätte machen können. Aber gut, nicht gemotzt ist genug gelobt. Ich bild mir jetzt was ein.

Ach, und dann doch noch ein bisschen was Großes… Die liebe J. au dem Flauschige-Tiere-Kurs… Die mich immer wieder aus meinem Trott holt, mit der ich Tränen lache und mit der ich immer mehr Zeit verbringe. Sie sagt, sie mag mich, weil ich bin wie sie vor 20 Jahren und ich hoffe, ich bin in 20 Jahren so wie sie. Herrlich wie sie ihre Sex-Dates koordinierte, während wir beim Italiener saßen und – na klar – übers Ficken redeten…

Da gibt es tatsächlich etwas – oder eher jemanden – den ich vermissen werde, wenn ich hier verschwinde.

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Bett, mon amour

Seit zwei Wochen dauernd auf den Füßen. Arbeiten und noch arbeiten, Flauschige-Tiere-Kurs, Flauschige-Tiere-Kurs und anschließend Party, arbeiten und noch mehr arbeiten, nach der Arbeit noch vier Stunden im Zug, tot ins Hotelbett knallen, zum sinnlosen VorstellungsVerkasperungsgespräch gehen, vier Stunden im Zug und danach noch zur Arbeit, Flauschige-Tiere-Kurs und anschließend Ersatzdroge.

Und JETZT liege ich endlich, endlich im Bett. Werde mich die nächsten 40 Stunden maximal zum Klo begeben. Und NICHT in den Kalender gucken. Denn nach diesem einen freien Sonntag, warten noch mal knapp drei Wochen ohne freien Tag auf mich. Mindestens. So genau will ich es nicht wissen.

Die ewige To-Do-Liste II

  • Job gekündigt ✅
  • Wohnung gekündigt ✅
  • Strom gekündigt ✅
  • mich mit dem DSL-Anbieter abgekaspert ✅
  • beim Arbeitsamt stramm gestanden ✅
  • Kram und Möbel bei eBay-Kleinanzeigen feilgeboten ✅
  • Kram und Möbel erfolgreich losgeworden ✅
  • total beklopptem Termin für ein Vorstellungsgespräch zugestimmt ✅
  • wildes Dienstplangeschacher betrieben, um den Termin wahrnehmen zu können ✅
  • Trip zum Vorstellungsgespräch am Arsch der Heide organisiert ✅
  • 3,5 Überstunden gesammelt ✅

Gestatten: Duracell-Hase.

Amaaaaaazing (also, das meiste davon).

Ok. – Und nun?

Kündigung abgeliefert.

Kurz und schmerzlos.

Der Chef sagte nur: Ok.

Kein: Neiiin, bitte bleib. Kein: Aber waruuum?

Er hats wohl wirklich schon erwartet.

Ich bin ja ein bisschen beleidigt.

Nun geht also kein Weg mehr zurück. Was mach ich n nun?

Mal sehen:

  • Was mit Medien ist echt scheiße. (Erfahrungswert)
  • Was mit Sprachen ist echt scheiße. (Erfahrungswert)
  • Was mit Menschen wär echt scheiße. Ich hasse Menschen. Wirklich. Sehr. Das ist der einzige große Vorteil meines derzeitigen Jobs: Ich kann 90 Prozent des Tages allein vor mich hinmuffen. Ich bin auch nicht teamfähig. Da nerven mich die Menschen nur. Und meistens ist es Zeitverschwendung. (Erfahrungswert – ich habe allerdings auch noch nie versucht, ein Hochhaus zu bauen oder so)
  • Was mit Computern und Software und so is nur so medium. Ich find den Knopf zum Einschalten. Ich kann das Worddokument öffnen. Ende. Beim kleinsten Problem rufe ich hysterisch No. 2 an. Ich bin auch nur sehr bedingt lernbereit. Wie wird das nur, wenn ich 80 bin? (Wird mal ein Erfahrungswert)
  • Was mit den Händen wär auch doof. Erstens sind beide linke und zweitens krieg ich bei Stress direkt fieses Ekzem und kann nix mehr anfassen. Zumindest nix, was irgendwie feucht ist, die Hände feucht macht, die Haut reizt oder an ihr rubbelt. Also nix. (Erfahrungswert) Der Dermatologe hats auch verboten.

Halten wir fest: Ich bin faul und unmotiviert. Da findet sich bestimmt was… Zur Not greife ich auf mein Kunstprojekt zurück.

(Ich klinge wirklich wie ein RTL-II-Hartzer, dem keine Ausrede zu doof ist… Rosige Zukunft voraus.)

Über Formalien

Sitze im ICE und hab Grummeln im Bauch. Heute Nachmittag muss ich wieder arbeiten. Zum Kotzen. Und das nicht im übertragenen Sinne.

Sitze im ICE und feile immer noch an meinem Kündigungsschreiben. Scheiße, wenn man mit dem Chef per Du ist. Dann so ein förmliches Schreiben, das wirkt sehr komisch. Und distanzierter, als es soll. Im Grunde haben wir uns abseits vom Fachlichen immer gut verstanden.

Ich muss an meine kanadische Mami denken, die irgendwann mal, während sie mich zur Schule fuhr, einen Papierfetzen aus dem Handschuhfach zuppelte und an der Ampel draufkrickelte: „Je demissionne“ (sic!). So wärs mir irgendwie auch lieber….

Immerhin hab ich meinen Frieden damit gemacht, dass ich im schlimmsten Fall ab Dezember arbeitslos bin. Dann ist das so.

Schade find ich die ganze Entwicklung trotzdem irgendwie. Es gab mal Zeiten, in denen ich richtig Bock auf den Job hatte, Spaß daran hatte und mit davon etwas versprochen habe…

Nun gut. Moving on…

Der Braten wirft seinen Geruch voraus

Mein Papa hatte recht. Nach fast drei Wochen Untätigkeit habe ich emotionalen Abstand zur Arbeit gewonnen und schon mal die Wohnung gekündigt. Ende in Sicht. Amaaaaaazing. Ich habe nicht mehr das dringende Bedürfnis, Chef und/oder Volontär den Hals umzudrehen.

Hatte.

Chef schrieb und fragte, ob ich am Sonntag wieder zur Arbeit antrete.

Ja.

Schrieb er könne mir eine Arbeitszeitreduzierung auf 80 Prozent anbieten.

Hat er „Ich will eine Reduzierung auf 40 Stunden“ oder „Ich will aber keine Teilzeitstelle“ nicht verstanden? Oder beides?

Ich seh ja ein, dass das ein Job und nicht Wünsch-dir-was is. Aber… Ommm.

Er scheint ja zu ahnen, was kommt.

Ende in Sicht!

Die ewige To-Do-Liste

Da sollte man meinen, dass die To-Do-Liste kürzer wird, je mehr man abarbeitet. Aber nein, ihr Name ist Hydra.

Irgendwas sticht mir immer im Magen. Und wenn es nur die dräuende Arbeitslosigkeit ist.

Bald ist Sonntag und Sonntag entfliehe ich dem Wahnsinn gen Heimat. Da hätte Hydra auch noch ein paar Köpfe (wie zum Beispiel endlich mal mein Kinderzimmer entrümpeln), aber wenn ich mit Pferd, Garten und Schwimmen beschäftigt bin, kann ich sie weiter weg drängen.

Das hat gefälligst amaaaaaazing Entspannung zu werden!

Und wenn ich ganz ehrlich bin: Es ist ziemlich amaaaaaazing nicht zu der bekloppten Arbeit zu müssen… Ich fühle mich tatsächlich deutlich produktiver. Und ob nun ich den Job mache oder der dressierte Affe… Es gibt doch wertvollere Dinge, die zu tun sind.

Mir stellt sich immer stärker die Frage nach dem Wofür. Und: Will ich wirklich gleich ins nächste Hamsterrad springen? Wofür? Um den Ansprüchen von Staat und Gesellschaft zu entsprechen? Toll!

Ich verstehe und schätze das Prinzip der Solidarität, aber mir ist grad mehr nach dem Prinzip der einsamen Insel…

Fest steht: Ich geh nicht mehr irgendwohin, wo ich eigentlich gar nicht sein will!
Und ne 105%-Stelle nehm ich auch nicht wieder…

Nun gut. Ich sehs mal so: Ich bin endlich aus meinem Trott ausgebrochen, was ja wirklich mehr als überfällig war. Wenn ich daran denke, dass ich vielleicht noch in zehn Jahren in dieser Situation festgesteckt hätte, krieg ich ne nachträgliche Panikattacke. Jetzt dreh ich mich noch ein bisschen orientierungslos im Kreis, aber ich glaube, es wird. In Minischrittchen, aber die sind besser als Stillstand.

ES WIRD SCHON. (Man muss sich auch mal selbst belügen.)

Es wird amaaaaaazing. Irgendwann.