Auf der anderen Seite des Zauns

Ich werde so viel Zeit haben. Habe ich gesagt.

Tatsächlich bin ich beschäftigter und ausgefüller als in der Redaktion. Statt nur rumzusitzen, dumme Scheiße im Fernsehen zu sehen und darauf zu warten, dass was passiert, bin ich hier als StallburschePferdetrainerPutzfrauKüchenhilfe und weil Vaddern derzeit in der Reha ist auch als GärtnerHausmeisterSachenvomoberstenRegalholerMädchenfürsGrobeKulturattaché beschäftigt. Und komm zu nix sonst.

Und JETZT meldet sich die Libido wieder. Jetzt, da ich weder Zeit noch eigene Wohnung habe. Jetzt will ich harten, schmutzigen und möglichst dauernden Sex. Und zwischendurch wild knutschen. Ich will, dass alle Nervenenden flimmern. Ich will mich fallen lassen. Ich will Haut auf Haut spüren. Und noch ganz andere Dinge auf meiner Haut.

Stattdessen guck ich mir heut Abend dumme Scheiße im Fernsehen an. Wie in der guten alten Zeit, als ich noch sozialversicherungspflichtig nichts tat.

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‚tis the season

*Vorweihnachtsflitter streu*

So, ich bin meine Wohnung in der bösen Stadt endgültig los (amaaaaaazing), lebe wieder in der Pampa (amaaaaaazing) und bin seit Mitternacht offiziell arbeitslos (hm ach).

Ich habe auch nur geringfügig gemault beim Ausfüllen meines Assi-Lunger-Grunz-Antrags und nur FAST auf den Computer eingeschlagen.

Zerstreuung bot das Reitsportgeschäft, in dem meine Muddi und ich nur kurz Reflektorengedöns für das Pferd holen wollten, keinen komischen rosa Mädchensch… Ooooh, guck mal, mit Einhörnern!!! (Keine Sorge, wir haben unsere Pferde noch nie mit Rosa-Glitzer-Einhorn-Geraffel behängt – nicht mal die Erbsenprinzessin und auch nicht meinen Schimmel damals (meinen verzauberten Prinzen <3)). Jedenfalls stand ich irgendwann bei den Reitgerten – sowas hab ich ja schon eeewig nicht benutzt – und war plötzlich mit meiner Fantasie beschäftigt. Und plötzlich war es meine Muddi, die die schmutzigen Sachen erwog. Gnihihihi, amaaaaaazing die Gene 😉

Ach ja, und: ADVENT 🙂

Die Suppe, die man sich einbrockt

Letzter Arbeitstag. Gemischte Gefühle.

Ich bereue es sicher nicht, den Job gekündigt zu haben. Hätte ich viel früher machen sollen.

Ich bin froh, wenn ich mir den Saftladen heut Abend vom Leib duschen kann.

Trotzdem reißts mir grad den Boden unter den Füßen weg. Kein Job, keine Wohnung und auch nicht gerade der Traum eines Vermieters.

Das war einfach blöd von mir, meine Wohnung zeitgleich mit dem Job zu kündigen. War ja klar, dass ich keine Zeit haben würde, mir was zu suchen. Der Impuls, von hier weg zu wollen, war stärker als jeder klare Gedanke. Stand schon im meinem ersten Schulzeugnis: Darf man das? ist zu impulsiv. Manches ändert sich nie.

Nun gut, im schlimmsten Fall muss ich meinen Krempel irgendwo einlagern und vagabundieren.

Was ich jobtechnisch machen werde, ist mir wirklich völlig unklar. Ich lese Stellenanzeigen und traue mir nix zu.

Ich fühle mich als gescheiterte Existenz.

Nicht, dass meine Existenz vorher irgendwas Tolles hatte, aber wenigstens war es eine trostlose Existenz mit regelmäßigem Einkommen.

Ich versuche, mir immer wieder einzureden, dass es auch eine Chance sein kann, dass ich grade alles umgeschmissen habe. Aber es fällt mir im Moment sehr schwer, wirklich daran zu glauben.

 

Schadenfreude ist amaaaaaazing Freude

Irgendwie sollte ich mir zu schön für so schäbige Schadenfreude, aber ach…

Einer meiner Noch-Kollegen erwägt gerade, auch das Handtuch zu schmeißen, weil die Arbeitsbedingungen wirklich echt scheiße sind, und der Neue, der mich und den Kollegen, der bereits im August ging, ersetzen soll, taugt… so rein gar nichts und ist bereits zum zweiten Mal in fünf Wochen krank. Der Chef ist not amused.

Alles in allem wird die eh schon dünne Personaldecke sehr, sehr löchrig. Gnihihihi.

Wer die Nachrichtentante stört

Katalanisches Parlament, spanischer Senat, jaja, Darfmandas? kann Spanisch, jaja, Darfmandas? macht. Hektisches Puckern im Ohr.

Das Handy klingelt. Unterdrückte Rufnummer. Das letzte Mal, als mich jemand mit unterdrückter Nummer anrief, wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Also geh ich da ran. Und wenn jetzt der Atomkrieg ausbricht.

Hallo?

Straßenrauschen.

Hm. Hosentaschenanruf? Anrufer abgelenkt? Technisches Problem?

Naja passiert, zurück zu den Spaniern.

Das Handy klingelt. Unterdrückte Rufnummer.

Hallo?!?

Straßenrauschen.

Oach! Ruft euch doch alleine an!

Das Handy klingelt. Ich geh da nich ran. Egal wer’s ist. Is ja eh nur ein Hosentaschenanruf. Ruhe jetzt! Die Spanier stimmen ab.

Ich linse trotzdem aufs Display. No. 3s Nummer.

Oarrrrrrrrr! Ich glaub, das puckernde Gefäß in meinem Ohr ist explodiert.

SPANIER JETZ!

In der Pause guck ich in die E-Mails. No. 3 schreibt. „Bist du sauer auf mich?“

Boar, nee, jetz nich.

SMS. „Bist du sauer auf mich?“

Kann jemand dem Kleinkind nen Sabberlatz reichen?

Champagner, Koks, Nutten!

Bekam meine Betriebskostenabrechnung für vergangenes Jahr (nein, wie schnell das ging!). Ich bin reiiiich.

Haha. Aber jut, Knete is Knete. Und die Abrechnung für dieses Jahr kommt ja auch noch. Ich werde reiiiich.

Amaaaaaazing…

Ach ja, und ich muss mich (noch) mal ein bisschen selbst loben… Fremdsprachenkenntnisse sind ja so wichtig, Kinder… (draufklicken)

Ganz normale Redaktionskonferenz

Thema Fußball.

Während ich breche, bemerkt der Chef noch: Irgendwie ist Schadsoftware ins System geraten.

Ich: Haste wieder Pornos geguckt?

Chef: Nee. Außerdem ist mein Laptop so gut abgesichert, also… nee. Außerdem guck ich auf meinem Laptop keine Pornos!

Alles feixt.

Ich: Guckst nur auf deinem Handy Pornos, hm?

Chef: Neheee!

Pause.

Chef: Ich dreh nur Pornos! Die guck ich dann direkt auf der Kamera!