Bist du artig!

Nein, ich vögle keinen Kollegen. Nein, ich vögle keinen Kollegen. Nein, ich vögle keinen Kollegen.

Aber er is halt schon heiß…

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Somnum Interruptum

Ich schimmle in der Lokal-Telko und frage mich, ob die Leute eigentlich nur deshalb in so vielen so langen Konferenzen rumsitzen, um eine Pause vom Angestrengt-Beschäftigt-Aussehen zu bekommen.

Ich frage mich, ob die hier viel socializen und zu wenig arbeiten oder ob wir in meinem alten Job zu viel gearbeitet und zu wenig rumgesabbelt haben.

Und gerade als ich kurz vor Feierabend unterbeschäftigt vor mich hindämmere und mich frage, ob ich je wieder was Relevantes schreiben werde, will der Chef eine Zusammenfassung zu einem aktuellen und einigermaßen relevanten Politik-Thema für Online. Der Online-Leiter mault, weil beschäftigt mit was anderm, und der Print-Leiter meint, Darf man das? sähe schon zu durch aus, doch der Chef brüllt erfreut: HA, Frau Fragezeichen macht mir das in drei Minuten!

Ich lache ihn gepflegt aus: Allein die Langsamkeit unseres CMS macht drei Minuten zu einem Ding der Unmöglichkeit. Doch sein Wunsch ist mir Befehl, die Lethargie ist abgeworfen und nach 30 Minuten hat er seine Online-Zusammenfassung inklusive eingebettetem Schnickischnacki und ich will schon ganz beschwingt in den Feierabend starten, als mich der Print-Leiter aufhält. Wie man noch gleich meinen Nachnamen schreibt, mein Geschreibsel soll mit in den Themenblock auf Seite eins.

Doch noch Hoffnung in Sicht und morgen auf der Titelseite.

Denn der Stuhl wurde zum Sitzen erfunden

  • halbe Stunde mit Formalitäten bei der Sekretärin verbracht
  • halbe Stunde mit den Chefredakteuren Freundlichkeiten ausgetauscht
  • 15 Minuten durch die Redaktion, die ich schon kannte, geführt worden
  • 15 Minuten bei Magazin-Konferenz reingelauscht – ist das behäbig
  • 30 Minuten an Chef-Konferenz teilgenommen – ist das behäbig
  • 15 Minuten doof in der Gegend rumgewartet, bis der Hühnerhaufen sich mal zusammenfand
  • 30 Minuten Konferenz mit allen – behäbig ist gar kein Ausdruck
  • lieber nicht drüber nachgedacht, was ich im alten Job in all der Zeit schon geschafft hätte
  • 60 Minuten Mittagspause mit dem Team
  • halbe Ewigkeit das CMS erklärt bekommen – das mega kompliziert ist, damit es ja fancy aussieht, aber am Ende so ziemlich das Gleiche ausspuckt wie WordPress.
  • in 30 Sekunden die Hälfte wieder vergessen
  • 10 Minuten gewartet, bis einer Zeit hatte, meine Fragen zu beantworten
  • 800-Wort-Artikel hingerotzt
  • 20 Minuten gewartet, bis einer Zeit hatte, da ma drübber zu gucken und meine Fragen zu beantworten
  • 45 Minuten über meinen und dann seinen Artikel diskutiert
  • 2 Stunden in die Luft geguckt

Fazit:

  • Die arbeiten in großen Redaktionen tatsächlich noch ineffizienter als wir immer spekulierten
  • Printler finden sich mindestens so wichtig wie wir immer spekulierten
  • Die harten News sind auch hier in Männerhand. Einzige Zicke im Team. Son Glück.

Nun denn. Überlebt. Dass mit der Gugelbarkeit liegt mir allerdings schwer aufm Magen. Das ist ganz schön doof…

Zitternd in der Ecke

Michael kommentierte neulich unter meinem Bauchschmerzen-Post: „Wenn ich diese großen Veränderungen angehen müsste, läge ich wahrscheinlich zitternd in der Ecke.“

Der Satz ist mir nicht aus dem Kopf gegangen. Denn er drückt aus, was ich gern täte. Mich einfach zitternd in die Ecke legen und hoffen, dass sich einfach alles von alleine regelt.

Innerlich zittere ich wie Espenlaub. Mir ist schlecht und schwindlig und in meinem Kopf ist Watte. Wenn mir jemand eine einfach Frage zum Thema Umzug und neuem Job stellt, keife ich ganz aggressiv: „Weiß ich doch nicht!“ Weil die Watte in meinem Kopf überfordert ist.

Wäre das schön in der Ecke, wenn ich mich zitternd um nix kümmern müsste. Aber wann immer ich mich zum Zittern hinlege, fällt mir ein, was passierte, wenn ich mich um nichts kümmerte. Und die Angst davor ist noch größer als die Angst vor dem, was ich eben angehen muss. Denn es regelt sich nichts von allein.

Ich hoffe wirklich, dass es bald ausgestanden ist. Sonst gibt das noch nen Kurzschluss hier.

Bauchschmerzen

Da bin ich jetzt gut zwei Monate arbeitslos und habe nichts von dem getan, was ich mir für die Zeit vorgenommen hatte. Nicht mal einfach genießen konnte ich die Zeit, weil mir immer die Frage auf den Magen schlug: „Was, wenn ich keinen neuen Job finde?“

Dann tat sich ein neuer Job auf und ich Volltrottel habe den Arbeitsbeginn auf den nächstsinnvollen Zeitpunkt gelegt, nicht etwa auf den 1. März oder so, ein Datum, das es mir ermöglich hätte, noch in Ruhe und ohne nervige Termine ein bisschen Südhalbkugelsommer zu genießen.

So bin ich in dieser kurzen Zeitspanne zwischen Zusage und Arbeitsbeginn damit beschäftigt, einen Umzug über mehrere Hundert Kilometer zu organisieren. Und nichts klappt, wie ich mir das vorstelle. Oarrr. Und ich bin wirklich ein alter Umzugshase: In den vergangenen zehn Jahren bin ich ohne Übertreibung fast 20 Mal umgezogen. (Davon allerdings mindestens etwa 15 Mal mit nicht viel mehr als einem Koffer…)

Und es ist nicht so, dass sich das Thema Zukunftsangst erledigt hätte. Ich hadere mit meiner Entscheidung, die ja nun schon aus der Verlegenheit heraus getroffen wurde, dass sonst nichts in Aussicht war. Ich fürchte, ich werde viel Zeit mit Dingen beschäftigt sein, für die ich mir immer zu schön war (ein Grund, warum ich nicht schon viel früher den Job gewechselt habe). Auf der anderen Seite werde ich mit Vielem konfrontiert sein, von dem ich keine Ahnung habe. Ich habe mich im Vorstellungsgespräch recht großkotzig gegeben und auch beim Gehaltswunsch auf die Kacke gehauen – ich fürchte, damit habe ich die Latte selbst ganz schön hoch gehängt. (Gut, die haben auch selber Schuld, dass sie meine Fähigkeiten nicht kritisch hinterfragt haben – tolle Journalisten – und meine Gehaltsvorstellungen einfach so geschluckt haben.)

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich Bock auf den Job haben werde und ob ich überhaupt die Probezeit überstehe – und dafür ziehe ich jetzt ans Ende der Welt und versenke den ein oder anderen Euro in den Umzug.

Nein, mir ist nicht wohl dabei…

Was noch kommt.

Ein neuer Job mit mehr Geld und (hoffentlich) weniger Arbeitsstunden, ne neue Wohnung mit mehr Platz und Balkon… Nach zwei Jahren, in denen alles erst scheiße und dann beschissen war, wendet sich auf einmal vieles. Zum Guten? Ich mag einfach nicht dran glauben. Warum sollte der ganze Wahnsinn einfach so zu Ende sein? Bestimmt wird der Job scheiße, oder ich fliege schon in der Probezeit raus. Die Nachbarn sind furchtbar, die Bundesstraße doch lauter als gedacht.

Optimismus liegt mir nicht.