Tag zu verschenken

Es gibt so Tage…

Dass mein dummes Dienst-Ei-Fon den Geist aufgegeben hat, hat mich alles andere als betrübt. Jedes tote Ei-Fon ist ein gutes Ei-Fon. Dass dann aber der IT-Mensch mit einem neuem ankam und von den Konfigurationsproblemen berichtete, dann mich wegen der Passwörter brauchte und dann erst recht so rein gar nichts klappte, DAS killte die Laune.

Zwei Stunden meiner Dienstzeit habe ich auf den Dreck verschwendet, viel geflucht und am Ende die Hälfte gelassen, weils eh nicht klappte. Hey, wofür brauch ich auf dem Diensttelefon das Firmen-Telefonverzeichnis, vor dem nächsten Wochenenddienst lern ich einfach alle Nummern auswendig.

Harrr, grummel.

Und dann ist da die Barbie.

Dass irgendwann eine Frau eingestellt würde und mir meine Machorunde zerkloppen würde, das war ja nur eine Frage der Zeit. Die neue Volontärin ist aber… speziell. Blondiert, geglosst, gesilikont, unbekannt aus dem Trash-TV kichert sie sich durch die Redaktion und kommentiert alles – wirklich geistreich.

Einige wenige Kollegen rollen mit den Augen, der Rest schart sich um sie und erklärt ihr auch zum 100sten Mal das Redaktionssystem. Und sie himmelt. Und den Jungs beult sich in der Buxe, was im Kopf aussetzt. Und mein Hirn schmilzt, während ich mir diese Gespräche anhören muss…

Vor allem der Nerd-Kollege sonnt sich im Strahlen von Gloss und Glitzer und wird direkt superzickig, als ich ihn auf eine stilistische Unfeinheit in einem seiner Text hinweise. Es gab mal Zeiten, da konnten wir da wie Erwachsene drüber diskutieren und am Ende lachen. Aber jetzt muss ich wohl ooooh und aaaaah sagen, sobald er etwas äußert, wenn ich noch zivilisiert behandelt werden möchte.

Aber so erledigen sich die Dinge doppelt. Das ist sehr unsexy. Und ich bin sehr froh, dass ich nur noch einen Tag bis zum Urlaub überstehen muss.

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:)

Ich habe mich immer gefragt, wer diese Leute sind, die an einem normalen Montagvormittag mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Stadt laufen. Ich mein: Was ist denn los mit denen? Das ist doch nicht normal!

Nun: Ich, das Vorzeige-Exemplar für das Resting-Bitch-Face und die ja geradezu übersprudelnde norddeutsche Emotionalität *hust*, bin neuerdings eine von ihnen.

Ich radle hier lächelnd, wenn nicht gar dümmlich grinsend durch die Gegend. Und das ohne besonderen Anlass. Es gäbe genug Gründe, miesepetrig rumzulaufen. Viel zu tun bei der Arbeit, Scheiß-WM-Gedöns überall, die tote Oma, das tote Pony einer Freundin, das auch Teil meiner Kindheit war, das schmerzende Bein… Und dann sind da noch meine Emotions-Antennen, die dieser Tage irgendwie besonders empfindlich sind. Ich sauge jeden Hauch einer negativen Stimmung auf und nehme sie an. Selbst wenns nur im Fääärnsehn is.

Aber an der allgemeinen Grundstimmung rührt das alles nicht. So anstrengend, nervig, traurig und schmerzhaft die Dinge sind – ich mags kaum aussprechen, wer weiß, was ich damit lostrete, aber: Das Leben ist grad ganz ok. (Wer hätte nach all dem Drama der vergangenen Jahre jemals gedacht, dass ich das mal sage. Ich jedenfalls habe nicht dran geglaubt.)

Irgendwie sind alle Störfaktoren weg: Die kleine Wohnung, die doofe Stadt, der Nachbar, die beschissenen Arbeitszeiten und -bedingungen, die eintönige Arbeit.

Meine alte Arbeit fand ich am Anfang auch noch super, am Anfang habe ich noch irre viel gelernt und mir Chancen auf mehr ausgerechnet. Ich denke, beim neuen Job wird sich irgendwann ebenfalls die Euphorie legen und das ein oder andere wird mich nerven. Aber ich lerne endlich wieder was und ich rechne auch wieder mit neuen Chancen.

Ich bin nicht der Meinung, dass ich am Ende der Karriereleiter angekommen bin, ich will nicht bis zur Rente in diesem Verlag bleiben.

Aber irgendwie kann ich mir auch gar nicht so recht vorstellen, wieder in eine Großstadt zu ziehen… Wo halt die ganzen großen Medienhäuser sind…

Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Und so lange wundere ich mich über das dümmliche Grinsen.

Ich bin verloren

Der Nerd-Kollege haut mich – im wahrsten Sinne des Wortes – an (voll aufs Knie, aua): Lass uns da hin fahren!

Und meint: Kriegsnebenschauplatz. Afrika. Reportagen machen und so.

JA, ICH WILL!

Ich bin noch nicht so sicher, ob da wirklich was draus wird, aber ich will ihn grad so sehr vögeln!

Der Geist ist schwach

Ich wiederhole: Nein, ich vögle keinen Kollegen. Nein, ich vögle keinen Kollegen. Nein, ich vögle keinen Kollegen.

Aber ach, das Widerstehen ist so anstrengend…

Die Versuchung ist gar nicht mehr so sehr der schöne L., der es mir von Anfang an angetan hatte. Weil er so heiß ist, und so meeeegacool ist. Finde ich weiterhin. In einem anderen Kontext würde ich ihn auch weiterhin nicht von der Bettkante stoßen. Aber ich habe nicht mehr das Bedürfnis, ihm die Klamotten vom Leib zu reißen, sobald er neben mir sitzt.

Tatsächlich bringt mich gerade der Selber-Nerd ins Trudeln. Neben zweifelhaften „Komplimenten„, intensivem und unverholenem Facebook-Gestalte und allerhand Schleimerei – alles Dinge, auf die ich gut verzichten kann – ist er hervorragend geeignet für Gedanken-Pingpong. Der war ernsthaft Philosophie-Dozent vor seiner Karriere als Journalist – bei der er sich bei all dem Zynismus all diese Ideale bewahrt hat, die ich auch mal hatte.

Und nun lieg ich mal wieder krank im Bett und hatte furchtbar viel Zeit mich von seiner kurzen Facebook-Nachricht: „Gute Besserung :* “ zu endlosen Chats verleiten zu lassen.

Na toll. Jetzt ist das Hirn schon angefickt. -.-

Subjektive Intelligenzwahrnehmung

Ich bin dieses Wochenende Herrin über die Reporter on the ground, die Internetseite und die Social-Media-Kanäle.

Liege mit zwei Laptops im Bett und bereite die Reporter-Meldungen für dieses Internet auf. Verfasse Kurzversionen für die Infoscreens, klicke auf Exportieren und… Nichts. Hmhö? Ich versuchs noch mal, versichere mich, dass alle Häkchen gesetzt sind… Nichts. Probiere es mit einem anderen Artikel… Nichts.

Schreibe an die IT-Bereitschaft. Die fragen: Hast du alle Häkchen gesetzt?

OAR, haltet ihr mich für doof, oder was???

Ich widme mich diesem Facebook und mir drängt sich die Frage auf: SEID IHR ALLE DOOF, ODER WAS?