11/12

Elfter Tag in Folge im Dienst. Akku komplett leer. Chefs völlig freigedreht. Komplett beratungsresistent. 3. Shitstorm in … weiß nicht  wie wenig Tagen. Weil Chefs komplett beratungsresistent. Schließlich haben wir Online-Menschen keine Ahnung.

Stimmt, sonst hätten wir ja was Richtiges gelernt.

Ich.will.nicht.mehr.für.die.arbeiten.

Also hier noch mal: Ich, motzig, kann nix, will nix, weiß nix, suche neue Betätigungsfeld.

Ich möchte einfach nur noch daliegen. Nicht mal zum entspannenden Masturbieren reicht die Energie. Da muss er gar nicht mehr wollen.

Öfter mal arbeiten wie die Unperson

Anruf vom Chefchef. Ich denk an nichts Böses, halt Arbeit, da ruft er schon mal an und da krieg ich nicht direkt Pickel, wie wenn sein Wauwau, das fette Arschloch, anruft.

Der Chefchef druckst rum. Aaaa, es geht um die Kurzarbeitfür Mai, denke ich, bevor er auch nur einen graden Halbsatz herausgebracht hat.

Er blubbert was von: Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Wochen,  wegen der Praktikabilität und den Abläufen in der Redaktion – OH GOTT, denke ich, während er immer noch keinen vollständigen Satz gebildet hat, er will, dass ich wieder in die Redaktion komme zum Arbeiten! – und ich weiß ja auch nicht, wie’s Ihnen so geht in dieser schwierigen Situation, da geht ja auch jeder anders mit um – wie sag ich ihm: NUR ÜBER MEINE LEICHE, ICH SETZ NIE WIEDER EINEN FUSS IN DIESEN SCHEISSVEREIN!!!? – und es muss ja auch jeder sehen, wie er mit der Situation zurecht kommt, mit Kinderbetreuung – kurzes Stocken – oder der Katzenbetreuung – jaja, die ist arbeitsintensiv! – jedenfalls angesichts der Entwicklung des Unternehmens wollten wir beginnen, einige Mitarbeiter… also, SIE zu fragen, ob sie möglicherweise ab kommenden Monat wieder 100% arbeiten wollen.

Mir fallen so viele Steine vom Herzen, dass ich viel zu schnell ja sage. Es direkt wieder zurücknehmen will. Weil hey, 80% sind großartig! Und dann denke ich an den Kollegen M., der ja auch noch zwei kleine Kinder schaukeln muss, und denke, dann lasse ich dem den Vortritt beim Nein-Sagen und sage noch mal ja. Der Chefchef ist happy und hat fertig. Ich beklage mich beim Arbeitsgatten über meine Blödheit und der Arbeitsgatte ist sauer, weil man ihn nicht gefragt hat. Er bohrt nach und stellt fest: Man hat NUR mich und M. gefragt.

Nun also… Es ist ja schön, dass sie gemerkt haben, dass sie ohne uns beide am Arsch sind. Aber das dürfen sie uns dann auch gern mit ein paar Hundertern mehr auf dem Konto jeden Monat sagen. Und so lange muss ich endlich lernen, so zu arbeiten wie die Unperson. Die hätte nämlich niemand gefragt. Weil den Unterschied sowieso keiner merkt.

M. hat übrigens auch ja gesagt. Weil er dachte, dass ich bestimmt nein sage, weil ich keinen Bock habe. Und ach so, ja, wollt ich dir noch erzählen, die Kinder sind ab Montag in der Notbetreuung.

Er hat Angst, dass uns jetzt alle hassen, weil wir jetzt die Einzigen sind, die volles Gehalt kriegen. Aber eigentlich hasse nur ich ihn ein bisschen, weil ich für ihn ja sagte und dann braucht er das gar nicht. Hrmpf. (Aber wirklich nur ein bisschen.)

Wenn alle wieder echtes Geld kriegen, werde ich reduzieren. Bei vollem Gehaltsausgleich, versteht sich. Denn ich bin indispensabel. 😎

Mistress Scarlett II

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Mistress Scarlett überwacht GENAUESTENS meine Tätigkeiten im Bett Office. Bitte auf jeden Fall Müdigkeit vorschützen und alle Aufmerksamkeit ihrem weichen Fell widmen!!! Für ihre Überwachungstätigkeiten legt sie sich am liebsten auf meine Brüste – da hat man den besten Überblick.

Beim leisesten Fehlverhalten erhebt sie sich mit gestrengem Blick und ihre Krallen bohren sich unerbittlich und höchst treffsicher tief in meine Nippel… Regelmäßig.

Ich bin in harter Hand.

Krisen und Chancen und Alkohol

Die Geschäftsführung meines Verlags lebt in einem Universum, in dem in diesen Zeiten „erhebliche Arbeitsausfälle“ in der Redaktion zu verzeichnen sind.

Ich habe noch nie so viel gearbeitet wie in den vergangenen drei Wochen. Mein Kollege M. hat noch nie so viel gearbeitet, wie in den vergangenen Wochen (und nebenbei noch zwei kleine Kinder auf seinem Schoss geschaukelt). Und eigentlich wars das auch schon, denn habe ich mal erwähnt, dass unsere Online-Redaktion massiv unterbesetzt ist? Wir beide haben also – hallo liebe Geschäftsführung – erhebliche Mehrarbeit geleistet, denn vielleicht ist es dem Einen oder Anderen aufgefallen: Da war n büschen was los die vergangenen Wochen, so nachrichtenmäßig.

Nun also Kurzarbeit und kaum erhielten wir die E-Mail haben wir alles fallen gelassen. Kein Finger mehr als nötig für die Leute, die uns frech ins Gesicht logen. Was wir heute während unserer Arbeitszeit machten: Lange miteinander telefonieren. Lange mit dem Arbeitsgatten telefonieren. Lange zu dritt telefonieren. Mit Kindern/Katze spielen. Essen machen. Ein Übergabegespräch führen, in dem wir feststellten, dass es eigentlich ganz angenehm ist, wie die Unperson zu arbeiten.

Was ich jetzt noch während meines Dienstes mache: Mit der Katze spielen. Lange mit einer Freundin telefonieren. Die E-Mail vom Betriebsrat noch mal genau lesen. Feststellen, dass die Präsenzpflicht in der Redaktion bis 31.12. aufgehoben ist. Mit mir selbst auf DIESE hervorragende Nachricht anstoßen (jaja, mit Alkohol). Bloggen.

Ich befinde mich ja in der komfortablen Lage, mir Kurzarbeit leisten zu können. Ich freue mich über jede Stunde weniger, die ich mich mit dem Scheißverein abgeben muss. Und wie geil ist das denn bitte, dass ich den Scheißverein dieses Jahr nicht mehr betreten muss? KATZE, hol die Umzugskartons aus dem Keller, wir ziehen ans Meer!

Es ist alles noch sehr frisch. Ich bin ein bisschen beschwipst. Aber ich freu mich auf weniger Arbeit. Ich freu mich, dass ich die Redaktion möglicherweise nie mehr von innen sehen muss (weil ich immer noch hoffe, bis zum Ende des Jahres einen neuen Job gefunden zu haben). Und wer weiß, vielleicht fällt mir mit mehr Zeit ein Plan B ein.

Prost! (Ich muss jetzt doch noch ein bisschen Arbeit simulieren.)

Boffice

Habe ich mal  erwähnt, wie herrlich ich es in meinem Bettoffice finde? Einfach mega der Win. Das fette Arschloch bekomme ich nur noch sehr gedämpft mit und man merkt, wie schwach er auf einmal ist ohne die Rückendeckung vom Chefchef. Da der Chefchef statt wie vorher durch Fetti mit mir zu kommuniziert, jetzt einfach direkt mit mir telefoniert, bekomme ich manchmal sogar gegenläufige Ansagen. Fetti ist einfach nicht gut im Long-Distance-Speichellecken. Der traut sich offenbar schon gar nicht mehr, sich direkt an mich zu wenden, sondern schickt ausgerechnet die Unperson vor. Und selbst die lässt sich dazu hinreißen, über ihn zu lästern, wenn sie seine Direktiven weitergibt. Und auch sie bekommt sehr unterschiedliche Ansagen von Fetti und dem Chefchef.

Alles sehr, sehr possierlich.

Meine Linie: Einfach machen, was ich denke. Löpt.

Jedenfalls, meinetwegen kann das ewig so weitergehen. Ich fürchte nur, Fetti wird das nicht gefallen, weil er sich kaum noch durchsetzen kann.

Der Arbeitsgatte fragt mich zum 1000. Mal, warum ich mir nicht eigentlich nen ganz anderen Job suche.

Die Nymphomane Laterne erzählt von ihrer verschnupften Pornostimme und fragt: Sexhotlines dürfen doch noch arbeiten, oder? Ich hab da eine Idee für einen Nebenjob.

Kannste ja im Home Office machen, antworte ich und frage: Warum mache ich das eigentlich nicht???

Ihre berechtigte Frage: Ja, warum eigentlich nicht?

Kann man auch ungekämmt im Bett machen. Oder in Schlabberklamotten aufm Balkon. Oder, fürs praktisch echte Rumgestöhne, auf dem Rudergerät. Hier oder woanders.

Hmmmm.