Kulturgut II

Der Arbeitsgatte und ich spinnen den Gedanken vom barrierefreien Porno weiter. Wenn es das mit Untertiteln für Gehörlose gibt, dann muss es auch eine Hörfassung für Blinde geben.

Wir stellen uns das etwa so vor:

Er: Du geile Schlampe.
Audiokommentar: Sie ist eine geile Schlampe.
Sie: Hol deinen Prachtschwanz raus!
Audiokommentar: Er zieht eine Hose aus. Sein Schwanz ist so mittelprächtig.

Wir sind sicher, dass wir damit ein breites Publikum erreichen können.

Natürlich mussten wir das an der Supermarktkasse besprechen, damit auch möglichst viele mittelalte Tanten möglichst pikiert gucken können.

Fazit und so

Normalerweise kommt ja am Ende des Jahres immer mein Fazit und maule, wie schlimm wieder alles war. Also, letztes Jahr war kurz ok, aber sonst immer alles schlimmschlimmschlimm. Kurze Selbstmitleidserenade.

Dass das dieses Mal mit einem Tag Verspätung kommt, ist ziemlich symptomatisch. Ich krieg N-I-X gebacken. Ich bin körperlich und emotional komplett erschöpft. Wenn es nach mir ginge, würde ich nur noch rumliegen.

Was eigentlich ganz gut anfing als dieses sogenannte 2019, begann bereits im Februar irgendwie meh zu werden und während ich noch dachte, das ruckelt sich schon noch wieder zurecht, begann eine unaufhaltsame Abwärtsspirale, die sich bis heute fortsetzt. Und ich kann nur zusehen und in all meiner Erschöpfung nichts tun.

Ja, es gab schlimmere Jahre. Schlimmer als 2016 will ich mir lieber gar nicht vorstellen, auch wenn ich es für durchaus möglich halte. Aber so ausgelaugt war ich noch nie.

Immerhin habe ich eine ständige Begleitung beim Rumliegen: die schwarze Prinzessin. Auch wenn sie schon wieder Grund ist, mir Sorgen zu machen. Ganz schlimm: Das schlechte Gewissen, dass ich sie wegen Madagaskar eeeeewige 18 Tage verlassen werde.

Einen Ausblick auf dieses 2020 wage ich gar nicht. Was weiß denn ich, was da kommt. Ich hoffe, Veränderung. Ich fürchte: nicht.

Das neue Jahr begann für mich mit einer besonders heftigen und schmerzhaften Menstruation – was auch immer man da reininterpretieren will. Begleitet war sie wie üblich von einem wilden Sextraum – was auch immer man da reininterpretieren will. Protagonist: Der Arbeitsgatte. Was auch immer man da reininterpretieren will.

Es wirkte wirklich realistisch und lebhaft – so sehr, dass ich noch den ganzen relativ ereignislosen Feiertagsdienst (ereignisloser Neujahrsdienst, wo gibts denn sowas! Nächstes Jahr gebt ihr euch wieder mehr Mühe, ok? Ohne unschuldige Affen zu töten, bitte!) immer wieder Bilder davon vor Augen hatte.

Und obwohl es in meinem Traum wirklich wild und sehr, sehr sexy war: Je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger kann ich mir Sex mit dem Arbeitsgatten vorstellen. Ich kann mir einfach keine Situation vorstellen, in der wir uns wirklich ernst nehmen. Das fänd ich beim Vögeln dann halt schon schön. Man muss die Situation nicht ernst nehmen. Aber den Partner.

Und somit kann ich wieder jemanden von der Vögelliste streichen. Was eigentlich nichts zu bedeuten hat, denn: Ich habe grade überhaupt keine Energie für sowas. Und meinen Körper mag ich auch grad keinem vorführen.

Wie dem auch sei. Frohes Neues und so.

Quiz time

Ich frage den Arbeitsgatten, ob er zufällig Ende Januar/ Anfang Februar nach Leipzig fährt, weil ich weiß, dass er gelegentlich dort ist und ich auf eine Mitfahrgelegenheit spekuliere. Geht ja mit seiner PS-Schleuder viel schneller als mit meinem tapferen Töff.

Was wäre die erste Frage jedes anderen Menschen? Und was war wohl seine erste Frage?

Seine Reaktion auf meine Antwort auf seine Frage, ob ich über die Feiertage und zwischen den Jahren im Strand- oder im Bett- oder möglicherweise im richtigen Office arbeiten werde, die da lautete: „Ich werde in der Stadt sein“, war übrigens: 😁 Ich bin auch da.

Früher war alles besser!

Der ist doch total verliebt in dich!, sagt jemand, der sich das schon lange anschaut, über den Arbeitsgatten.

Ich bin mir nicht sicher, aber dass es jemand ausspricht, macht’s jetzt halt auch nicht einfacher.

Ach, das waren noch Zeiten, als ich immer alleine im Büro vor mich hinwerkelte…

Gewinnend

Ich liege todsterbenskrank im Bett und der Arbeitsgatte erkundigt sich nach meinem Befinden.
– Miiii.
Er versuchts mit guten Nachrichten.
– Hab grad im Lotto gewonnen, verkündet er.
– Glückwunsch, sage ich. Am Freitag?!
– Weißt schon, da wo man 90 Mille gewinnen kann.
– Aaaa!
– Bin jetzt wohlhabender als zuvor und könnte eine willige Zweitfrau unterhalten.
– Oha.
– Ja, sagt er. Was bekomme ich denn für 6,60€?
– Hmmm. Einen Klaps auf den Po?
– Bei meinem Pracht-Po müsstest du noch was draufzahlen!, wirft er ein.
Ich lache ihn aus.
– 
Weil du es bist, halber Preis. Für eine Backe!

Er ist so gut zu mir…

Das Auto 2

Nachdem es monatelang ohne Knistern abging, werden der Arbeitsgatte und ich wieder kuschlig. Der jüngste Höhepunkt: Mitten im Supermarkt wurde ich plötzlich doller als nötig und länger als nötig und aus welchem Grund eigentlich? feste umarmt.

Abends dann der Anruf: Wann soll ich dich abholen?
???
Na, damit ich dich zu deinem Auto fahren kann.

Ich hatte mich eigentlich schon auf den Fußmarsch eingestellt, aber bitte, wenn er morgens früh 15 Kilometer durch die Gegend gurken möchte mit seiner 700000 PS Spritschleuder… Wer bin ich, mich gegen ein Auto-Date zu sperren?

Nun ratet… Nun ja… NICHTS.

Moarr.

(Aber es ist ja nicht so, dass wir nicht noch ein Date hätten. Wir gehn dann im Dezember 2020 gemeinsam zum Ärzte-Konzert… Also schon ganz bald… Abends, im Dunkeln und so… Ihr müsst nicht gespannt sein.)

Das Auto

Der Arbeitsgatte empfahl mir eine Autowerkstatt jjjwd. Ich liefere mein Vehikel da ab und er fährt mit seinem, DEM Auto vor. Wir wurden einander sozusagen endlich offiziell vorgestellt!

Ich wurde entgegen all meiner: Du kannst mich da an der Ecke absetzen! Ich kann auch da vorne schon aussteigen! trotz der komplett irrsinnigen Straßenführung in dieser Stadt und meiner etwas kompliziert zu erreichenden Wohnlage bis vor die Haustür chauffiert.

Passiert ist natürlich nix…

Troll dich!

Der Arbeitsgatte und ich haben uns in den letzten Wochen wenig gesehen. Erst hatte ich Urlaub, dann hatte er Urlaub, dann habe ich Wochenenddienste abgebummelt…

Jedenfalls sind wir nun wieder vereint und er ist… anhänglich! Gibt mir Kaffee aus, füttert (!) mich mit Kuchen (nicht etwa: stellt mir Kuchen hin, sondern schiebt mir die Gabel – seine Gabel – in die Fresse), nötigt mich, seinen Bart zu flauschen, schreibt mir liebevolle Nachrichten und eigentlich grabbeln wir ständig aneinander rum.

Und er hat ständig sowas parat wie: Ficken? … Da träumste von, was?

Mein Hase, nein, ich träume nicht davon. Aber prinzipiell hätte ich nix gegen ficken. Aber dann mach halt auch! Trau dich einfach, ziehs durch! Aber wenn dus doch nicht ernst meinst, verzieh dich einfach!

So eine Energieverschwendung.

Grmpf.

(Mal ganz abgesehen davon, dass ich gerade wirklich schlimm doll untervögelt bin. Das ist einfach seelische Grausamkeit!)

Goldig

Der Arbeitsgatte findet, es sollte mir peinlich sein, dass ich dauernd mit dem Nerd „rumschäkere“.

Der Nerd macht sich gar nicht mehr die Mühe, seine Versuche als Scherz zu tarnen. Er macht ganz klar: Er will ficken! (Wobei ich sehen möchte, wie er reagiert, wenn ich sage, alles klar, fick! Ob er sich dann noch traut…)

Weil mir der Arbeitsgatte immer noch sympathischer ist, benutze ich ihn nach 1000 Tagen früh aufstehen als Kopfkissen. Dem Nerd zerfällt komplett das Gesicht. Der Arbeitsgatte riecht gut und ich bewege meinen Kopf keinen Millimeter von ihm runter. Er reicht mir Kaffee. (Wirklich ausgezeichnetes Arbeitsgattenmaterial!) Der Nerd wird unruhig.

Und markiert dann den ganzen Tag mit eindeutigen Bemerkungen sein Revier. Und irgendwann ranzt der Arbeitsgatte ihn an.

Ich hab stundenlang gelacht. Und jetzt muss ich mal ein Machtwort sprechen!

Nöler

Der Arbeitsgatte mault über mein „Geturtel“ mit dem Nerd.

Der Nerd und ich schreiben uns den ganzen Tag Schweinkram. Er muss mehrfach den Feierabend verschieben, weil er mit dem Ständer in der Bukse nicht vom Schreibtisch aufstehen will.

Und dann mault er, weil ich nicht auf seine Einladungen eingehe und ihn nach meinem Feierabend regelmäßig fallen lasse wie eine heiße Kartoffel.

Ich bin aber auch gemein…