Throwback Thursday: Barcelona

Es ist wie jedes Jahr: Kaum wird es warm in der Stadt, denke ich an Barcelona.

Immer mit Wehmut. Diese faule Zeit, in der ich so viel gelernt habe. Spanisch. Katalanisch. Dinge über das Leben. Über mich. Über Männer.

Eine Schleife in meinem Leben, die ich nicht missen will.

Und weil Barcelona so eng verbunden ist mit No. 1, denke ich an No. 1. An die Dinge, über die wir geredet haben. Die Filme, die wir gesehen haben. Die Kunst, die wir verrissen haben. Die intime Vertrautheit. Der animalische Sex von zwei Verzweifelten.

Und ich frage mich, fehlt er mir oder fehlt mir unsere Intello-Fick-Beziehung?

Barcelona…

Immer, wenn es warm wird in der Stadt, denke ich an Barcelona.

An die Sonne in den Häuserschluchten.

Das Kreischen der Papageien.

Die warmen, dynamischen Nächte.

Frühstück um 15 Uhr.

Die „Agua-cerverza-cola-fanta-beer“-Männer vom Strand.

Die ganze Stadt für mich in der Karwoche.

Den Klavierspieler aus dem zweiten Stock, der immer an der gleichen Stelle im Stück hängen blieb.

Den Geruch im U-Bahn-Schacht. Und der Marsch durch die Station Passeig de Gràcia. Die Musik im Tunnel. Das Piepen beim Schließen der Türen.

Antonios schlechte Witze.

Den großartigen Ziegenkäse in der Bar am Monumental.

Warmen Sand unter meinem Bauch.

Endlose Diskussionen mit J.

Bolzen im Garten.

Den Geruch von Flieder…

Den Klang von Katalanisch. Und meine Sprachverwirrung…

Meine Kakerlaken.

Sogar an den kalten Wind im Februar. Der bis in die Dusche kam und sich nicht aussperren ließ. Bwah.

Mich in den Straßen verlieren und wiederfinden.

Händchen halten in der Ciutadella…

Ja, manchmal denke ich an No. 1.

Aber meistens nur an Barcelona. Sie fehlt mir…