Beziehungskrach ohne Beziehung

No. 2 hat festgestellt, dass er an Weihnachten und Silvester (und dazwischen) nicht gearbeitet, sondern computergespielt, gefacebookt, sonstwie geinternettet, gebumst hat.

Uhoh, Abgabetermine drohen, Stress bricht aus.

Dann komm ich: Sooo, morgen Frühschicht, Licht aus. Das ist der Nachteil an einer so kleinen Wohnung. Keine Tür zum Zumachen.

No. 2 rastet aus. Der Abgabetermin, die Zeit, totaaaal wichtige Arbeit. Blablabla.

Mir doch egal, Baby, meine Hütte, meine Regeln. Bloß weil es dir an Selbstdisziplin mangelt muss ich doch nicht morgen verschlafen, unkonzentriert und mit Kopfweh bei der Arbeit hocken. Totaaaaal wichtige Arbeit übrigens.

WAAAAAH.

Geht’s? Leider weiß ich, wo der Sicherungskasten ist und du nicht.

Sorry, Baby, Stromausfall…

En couple

Aus dem Nichts erzählt mir mein Facebook: No. 3 ist „en couple“.

Irgendwie hat mich das überraschend doll gettroffen.

Und jetzt wüsst ich gern, wer die Braut ist 😉

Liebe?

No. 1a weint und weint.

Ich höre zu. Weiß nicht was ich sagen soll. Also halt ich das Maul und höre zu.

Kann man da überhaupt etwas sagen?

Manchmal finde ich sie ein bisschen melodramatisch.

Ich kann nicht ansatzweise nachvollziehen, wie sie sich fühlt. Mit mir hat noch nie einer Schluss gemacht.

Ich habe mich auch noch nie so auf einen Mann eingelassen.

War ich nie bereit zu.

Auch wenn es mein Leben nicht negativ beeinflusst hätte, ich war nie bereit auch nur das kleinste Bisschen von meinem Weg abzuweichen.

Egal, was war, die Beziehung musste immer zurück stecken, alles andere war wichtiger. Auch wenn das beim Partner auf Protest stieß.

Manchmal denke ich, vielleicht habe ich nie richtig geliebt.

Ich weiß, dass ich mal gedacht habe: Und das soll jetzt also Liebe sein? Und dann war ich irgendwie enttäuscht.
Weil es nicht ansatzweise so großartig war, wie alle immer tun.

Die Welt macht nen Riesenaufstand, schreibt Lieder und Gedichte, beginnt Kriege und ich bin nicht mal bereit, morgens früher aufzustehn…

Ich… Arsch!

Anruf von No. 1a.

Tränen fließen.

Ihr Freund will sich trennen.

In mir regt sich… Schadenfreude. Was bin ich für eine tolle Freundin… :S

Schatz, das tut mir so leid! (yesssss!!!)

Ich bin nicht neidisch auf ihren Typen, den hätt ich nicht geschenkt gewollt.

Ich bin nedisch, dass sie ihr Leben immer so leben konnte, wie sie es sich vorgestellt hat.

Ich will sicher nicht ein Leben wie sie, eine Beziehung wie sie.

Aber ich will auch ein Leben, so wie ich es mir vorgestellt hab.

Natürlich will ich nicht, dass es meiner Freundin schlecht geht.

Aber ich freue mich darüber, dass es mal nicht so perfekt geht.

Bin ich ekelhaft.

Pétales

Telefongespräch mit No. 5.

Nach dem üblichen Telefonsex das übliche Gequatsche über Gott und die Welt.

Irgendwann die Feststellung: Wir sind wie ewig verheiratet ohne überhaupt eine Beziehung zu führen.

Albernes Schatzi-Mausi-Hasipups-Gewitzel.

Dann: Wie du hast kein Foto von mir als Bildschirmschoner? Tss, du liebst mich ja gar nicht richtig!

Nö, stimmt.

Stimmt, wirklich keine Liebe. Große Sympathie, Wertschätzung, großartiger Sex und ja, es ist komisch, mal einen Tag nicht zu reden. Aber Liebe? Nö.

Wirklich nicht?

Wer weiß…