Und nun die Werbung!

Ich bummelte vor ein paar Wochen ziellos durch die Stadtbücherei und sah dieses prachtvolle Ausstellungsstück:

Haben fliegende Fische Flügel?: 118 außergewöhnliche Fragen und Antworten zum Thema Meer

HA!, dachte das Nordlicht, wär ja gelacht, wenn ich nicht 118 Fragen zu meinem natürlichen Lebensraum beantworten könnte! Las also das Inhaltsverzeichnis und fühlte mich auf einmal, als stünde ein Fünfjähriger neben mir. 118 Mal wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? In etwa der Hälfte der Fälle dachte ich: HA, weiß ich! Is doch klar! Bei der anderen Hälfte der Fragen dachte ich: HA! Emmm. Hä? Reichte auf alle Fälle, um es mitgehen zu lassen auszuleihen. Und dann festzustellen: Ganz so genau wusste ich die Hälfte der Sachen dann doch nicht…

Kurz: Lesen! Das is voll gut für Profis und Amateure, für Leute, die nur am Strand rumschlumpern, Leute, die sich aufs Meer wagen, Leute, die sich ins Meer wagen, Leute, die halt manchmal ans Meer denken… Leute, die sich so ganz allgemein für Wasser interessieren, Leute, die Physik mögen (??? ihr Komischen!), Leute, die Geographie mögen, Leute, die Hydrographie mögen, Leute, die Biologie allgemein mögen und Leute, die Zoologie mögen, Leute, die Meteorologie mögen, Leute, die sich für Politik interessieren, Leute, die Astronomie mögen, na, Nerds eben. Und ich wette, jeder kann was lernen. Und wenn’s nur is, um beim nächsten Smalltalk cooles Meerwissen abzugeben. Und einfach nur, um zu wissen, dass es Seeschmetterlinge gibt. Die eigentlich Schnecken sind. Und wer das jetzt nicht gegugelt hat, dem is auch nicht mehr zu helfen (oder er ist genau richtig gebildet).

Ja, ich hatte immer Gugel parat, während ich das Buch gelesen habe. Aber nicht, weil ich es sonst nicht verstanden hätte, denn es ist tatsächlich so geschrieben, dass auch Naturwissenschaftsnullen wie ich das verstehen können, sondern weil ich die Dinge auch einfach sehen wollte. Wie halt so nen Seeschmetterling. Oder mir noch mal vergegenwärtigen. Wie marines Eis zum Beispiel, das ist eben auch so schön, das kann man sich immer mal wieder angucken. Oder um zu gucken, ob ich das wirklich verstanden hab und auch nach einer anderen Erklärung noch sage: ja klar, logisch. Wie das mit dieser Corioliskraft. (Ich schiele immer noch ein bisschen, wenn ich darüber nachdenke.)

Also, ich bin auch Wochen nach der Lektüre noch voll begeistert und fühle mich sehr unterhalten und sehr, sehr schlau. Lesen!

In diesem Zuge empfehle ich außerdem sehr die niederländische Doku „Wad“ über das wunderschöne, knallharte Wattenmeer, das ist ein sehr, sehr, sehr, sehr schöner Film mit wundervollen Bildern und liebe zum Detail – da ist auch für so Dokuhardcores wie mich noch Neues dabei. Gucken! (Und ich sach das nich nur wegen der flauschigen Robbenbabys!)

 

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Back to the 90ies

Was tun, wenn man krank daniederliegt und das Hirn für Leistung nicht zu gebrauchen ist? – Seichte Unterhaltung lesen. Aus meinem Fundus ungelesener Bücher fischte ich eine Anthologie aus dem Jahr 1999. Thema: natürlich der Jahrtausendwechsel. Witzig, diese 90er. Niedlich, dieser Ausblick auf die Zukunft – und diese kuriosen Ängste, die mit dem neuen Jahrtausend verbunden waren (in einer Geschichte schickt der Autor seinen Protagonisten auf Zeitreisen und am Ende landet der just im Jahr 2019 – das leider (oder zum Glück?) so ganz anders geraten ist). Und hach, dieses Internet. Gnihihi, dieses Internet. Gemaule über die „Scheiß-Medien“, inklusive Übergriff auf ein Kamerateam. Jaja, auch das war schon da, nur ohne diesen Verstärker „Internet“. Und wann haben Drogen eigentlich aufgehört, so hip und arty zu sein?

Ich bin mir nicht so sicher, ob die Welt seitdem gewachsen oder geschrumpft ist…

The obvious choice of song would be:

Aber aus Gründen gibt’s den:

Grüßchen aus den 90ern!

My beautiful picture

 

Krieg und Fragen

Auf der Suche nach seichter Unterhaltung für einen Nachmittag auf der Picknickdecke entschied ich mich im Rahmen meines derzeitigen Russlandwahns (nur noch fünf Tage, quiiiieeeek) für Tolstois „Krieg und Frieden“ (sehr seicht, sehr vergleichbar mit dem heutigen Russland…).

Nun tun sich mir Fragen über Fragen auf.

  1. Welcher Mensch, der kein Französisch kann, kann das lesen, ohne komplett wahnsinnig zu werden?
  2. Können Menschen, die russische Klassiker lesen, einfach Französisch?
  3. Liegt’s an meiner Übersetzung (von 1923)?
  4. Konnten 1923 etwa mehr Leute Französisch?
  5. Was war zuerst da: Unsere falsche Aussprache russischer Namen oder die falsche Transkription?
  6. Was zum Teufel ist die „Farbe cuisse de nymphe effrayée“?

Ich habe noch nie den Schenkel einer erschreckten Nymphe gesehen… Das nymphenartigste, was mir grad einfällt, ist die Nymphomane Laterne. Kannst du uns vielleicht ein Foto deines Schenkels zur Verfügung stellen, wenn du dich gerade erschreckt hast?

rauf und runter

Und schon wieder Freitag.

Jetz muss ich auch noch was amaaaaaazing finden.

Hm.

Am schönsten fand ich eigentlich, dass ich endlich mal wieder so richtig gelesen hab. Ein Buch am Tag durchgefräst, schön drin versunken und dafür den Internetkonsum mal etwas runtergeregelt. Leider sind mir grad schon wieder die fräsbaren Bücher ausgegangen, die, die hier noch liegen, sind etwas zäher.

Muss ich auf jeden Fall dran bleiben.

Stolz wie Bolle bin ich, weil ich beim Yoga diese Woche mehrere Milestones mitgenommen habe – wurde dann direkt übermütig und kann mich jetzt erst mal ein paar Tage lang mit der Leichenhaltung beschäftigen, weil der Fuß jetz Matsch is. Und der Ellbogen und die Schulter sind auch nur so medium begeistert. Gelernt beziehungsweise diesmal hoffentlich wirklich verinnerlicht: Höre auf deinen Körper! Und trotz der Schmerzen viel gelacht über mich Tollpatsch.

Ach, und fast vergessen: Meine Sexgelüste sind wieder aufgetaucht. Amaaaaaazing!

Ganz neue Karriereoptionen tun sich auf!

Lieber Knipser!

Vielen Dank für die Inspiration!

Habe mir während meiner mäßig ereignisreichen Spätschicht deinen halb gelesenen Witzel vorgenommen.

War voll frohen Mutes, hoffte auf eine dichte Sommergeschichte, die mich in ihren Bann zieht und die 800 Seiten in 8 Stunden vernichten lässt. Hatte geplant, dir vorzuwerfen, dass du dich einfach nicht in einen manisch-depressiven Teenager hineinversetzen kannst. Wollte das Buch gut finden.

Schon bevor der eigentliche Text begann, sprang mir das fehlende Cedille von façon ins Auge. Facon ist kein Wort. Bei französischer Orthographie verstehe ich keinen Spaß! Gnä.

Ich wollte das Buch gut finden, weshalb ich diesen sauren Rülpser herunterschluckte und weiter las.

Auf Seite 15 fragte ich mich, ob ein Sinn hinter diesen scheinbar wahllos aneinandergereihten Absätzen steckt. Störte mich an den Thomas-Mannschen-Sätzen, die jede Lesefreude killen, weil man am Ende des Satzes nicht sicher sein kann, dass man alles richtig in Zusammenhang gebracht hat. Musste an Hemingway und seine ollen streams of consciousness denken, die so viele Menschen so feiern. Hemingway fand ich schon immer scheiße.

Gegen Seite 40 fragte ich mich, ob vielleicht irgendwann auch mal eine Handlung eintritt.

Gegen Seite 60 fragte ich mich, ob ich vielleicht irgendwie besoffen bin oder warum ich das Gefühl habe, dass der Ich-Erzähler nicht immer dieselbe Person ist. (Was ich ausschließen möchte, aber wer weiß.) Außerdem kam ich zu dem Schluss, dass ich Anführungszeichen sowie klare Zeitstränge mit klar markierten Unterbrechungen und entsprechenden Einordnungen wohl überbewerte.

Ganz abgesehen von dem Ausschlag aufgrund des Religionsoverloads.

Schließlich war die Schicht vorbei und ich war inspiriert.

Dazu, einfach wahllos aus all meinen herumschwirrenden Manuskripten Absätze zusammenzukopieren. Das zu veröffentlichen. Einen Literaturpreis zu gewinnen.

Mithilfe dieser Finanzspritze gedenke ich dann, ein Fischerhaus in der Bretagne zu akquirieren, mir 20 Katzen zuzulegen und für den Rest meines Lebens im Bademantel auf der Terrasse zu sitzen und mit einem Glas Cidre neben dem Laptop dumme Scheiße zusammenzufabulieren.

Du darfst dann auch gerne mal vorbeikommen…

In diesem Sinne:  Yerc’h mad!

Never travel without a book!!!

Aus meinem Horrorwoche-überstanden-Totschlaf aufgewacht.

No. 2 ist irgendwo physizieren.

Mir ist noch nicht so nach Aufstehen…

Grmpf, kein Buch mit. Mal sehen, was er so da hat.

Ein Jack-Wolfskin-Katalog, ein Autoatlas Europa und Werke wie „Quantum Field Theory“, „Teoría de Grupos“…

Und keiner da, mit dem ich ich-bin-geistig-überfordert-Sex haben kann.

Seufz….