Allein

Ich war eigentlich immer allein.

Als Kind hatte ich nicht viele Freunde, mit den anderen Kindern im Dorf konnte ich nicht viel anfangen und auch mein Bruder lebte in einer anderen Welt.

Ich habe meine Freizeit mit Büchern, den Pferden und den Katzen verbracht.

In Kanada hatte das Alleinsein auch geografische Gründe, da draußen verbrachte ich meine Zeit eben mit Büchern, den Pferden, den Katzen und den Hunden.

Nach der Schule gab es nur mich, meinen Rucksack und Südeuropa. Und einige wenige Wochen, in denen ich mir die Wohnung in Barcelona mit No. 1 teilte. In denen jeder seiner Arbeit nachging und ich meine Freizeit trotzdem meist allein gestaltete…

Der Gedanke, während des Studiums in eine WG zu ziehen, erschien mir vollkommen abwegig und da ich mich aus den meisten Aktivitäten raushielt, war ich auch in diesen Jahren die meiste Zeit allein.

Auch jetzt bin ich alleinige Herrin über meine Wohnung und in der Redaktion tummeln sich nicht gerade die Massen.

Ich kann die Zeit mit mir sehr gut allein totschlagen, Besuch empfinde ich oft als Invasion und zum Besuchen muss ich mich meist zwingen.

Einsam habe ich mich dabei selten gefühlt.

Zur Not rede ich mit ihm:

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Er hört toll zu und ist ein hervorragender Umarmer.

Manchmal hätte ich trotzdem gerne Antwort…

Menschen -.-

Ich nehme alles zurück. Alle Beschwerden über mangelndes Sozialleben und Wünsche nach intelligenter Interaktion.

Lebt sich doch eigentlich ganz gut so als Schrat.

Wenn nicht sogar besser.

Stille und ihre Hintergrundmusik

Ich bin ein großer Fan von Stille.

Ich bin eine große Quasselstrippe, aber auch ein großer Schweiger.

Ich bin gar nicht traurig, dass ich meistens alleine bei der Arbeit bin, nur ich, mein Tee und das Klicken der Tasten.

Es ist, als ob meine Ohren sich entspannen, wenn es still ist.

Es muss nicht immer unbedingt totenstill sein. Ich genieße auch das Singen von Vögeln, das Rauschen der Wellen oder des Windes in Blättern. Das Plätschern eines Sommerregens, das Spiel von Wind und Schnee, manchmal auch das Singen der Hochspannungsleitungen an einem trockenen, heißen Tag. Das Geräusch, das Pferde machen, wenn sie Heu kauen. Das  Rattern eines Zuges oder Rauschen und Raunen der Menschen in einem Einkaufszentrum, wenn ich in Gedanken vertieft bin.

Dagegen gibt es auch kleine Geräusche, die mich wahnsinnig machen. Das Summen einer Neonleuchte oder eines Ladekabels, wenn das Handy schon längst geladen ist. All die Geräusche, die Menschen beim Essen machen. Das Klackern von Hundekrallen auf dem Bodenbelag.

Und vor allem: Das Geplapper, das No. 2 von sich gibt, kaum dass der Wecker morgens um 6 seinen Senf dazugeben musste. Boar echt ey, zwischen 6 und 9 wird in diesem Haus die Klappe gehalten! Und wenn ich Hunger hab auch. Und wenn ich mich grad auf was anderes konzentriere sowieso.

Ich mag ihn echt, aber ich bin echt froh, wenn 2015 ist und er wieder abzieht.

Dann bin ich wieder allein, allein 🙂

Ich bin ein Waldschrat…

Neues vom Hamster

Der wilde Hamster hat sich fangen lassen, hab ich gehört.

Das ist irgendwie traurig…

Könnte gerade ein paar gute Nachrichten vertragen.

Mein Packen Zweifel wird immer schwerer. Manchmal spüre ich ihn nicht so, weil ich es gewohnt bin, ihn mit mir herumzuschleppen. Aber dann macht er sich wieder umso deutlicher bemerkbar…

Fühle mich auf einmal allein in der Wildnis.

Von Einsamkeit und ihrer Überwindung

Nachdem ich gestern feststellte, dass ich offenbar nie richtig geliebt habe, bin ich irgendwie ins Straucheln geraten.

Plötzlich hatte ich das Gefühl, in ein tiefes Loch zu fallen.

Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, irgendwie war ich leer, hatte das Gefühl, mich selbst um Jahre meines Lebens betrogen zu haben.

Und nachts kam plötzlich die Einsamkeit. Und die Sehnsucht nach No. 2. So sehr, dass es weh tat. Ich lag da und weinte. Ich wollte mich an ihn kuscheln, den Kopf auf seiner Schulter, seinen Arm um mich geschlungen, seinen Duft in meiner Nase.

Gott, hab ich ihn vermisst.

Bis ich heute morgen seine E-Mail las. Ob ich mal eben seinen wissenschaftlichen Artikel vom Spanischen ins Englische übersetzen könnte. Bis morgen.

Is klar Baby, nichts leichter als das! Mach ich heut Nacht, wenn ich von der Arbeit wieder komme. Nur zu gerne!

Die Einsamkeit vergeht, wenn man jemanden würgen möchte.