Entscheidungen und Handlungen

Ich las jüngst irgendwo, Liebe sei kein Gefühl, das einem einfach so passiert, sondern eine bewusste Entscheidung, nach der man dann auch handeln muss.

Ich denke, das ist eine gute Erklärung für den Platz, den die Liebe in meinem Leben einnimmt.

Ich habe irgendwann an einem kalten Oktobertag die Entscheidung getroffen, ein strubbliges, kleines, schwarzes Etwas in mein Leben zu lassen und sehr zu lieben. Und ich handle danach: Ich gehorche Mistress Scarlett blind, räume ihren Kram weg, stehe zu nachtschlafender Zeit auf, um ihr die Tür zu öffnen, bin immer bereit für Flauuuusch und Küsschen – im Grunde mach ich am liebsten nix anderes. Ich liebe meine immer noch ganz schön kleine, wunderschöne schwarze Queen. Und deshalb – und weil sie ganz schön süß ist! – bin zu einer ziemlich sesshaften Helikoptermuddi mutiert. Mehr oder weniger willentlich.

Menschen haben mehr Bedürfnisse als schlafen, kuscheln, fressen, kacken, jagen. Eine Entscheidung für die Liebe führte zu mehr Handlungen. Handlungen, auf die man selber nicht unbedingt Lust hat. Kompromisse. Faule Kompromisse, von denen ich schon mehr als genug habe in meinem Leben. Ich entscheide mich gegen weitere Kompromisse.

Ich möchte mich selbst zitieren: „Die Welt macht nen Riesenaufstand, schreibt Lieder und Gedichte, beginnt Kriege und ich bin nicht mal bereit, morgens früher aufzustehn…“ (*Außer für das schwarze Weichwesen.)

To some of my friends

Meine Lieben!

Ich hab euch wirklich lieb. Sonst wärt ihr nicht meine Freunde.

ABER:

Könntet ihr bitte eure Ärsche in eure Hosen packen?

Entscheidungen treffen?

Schlussstriche ziehen?

Pflaster abreißen?

Mit der Faust auf den Tisch hauen?

Immer dieses Rumgeeiere und Rumgejammere. Das scheint ansteckend zu sein…

Aber ja, ich höre zu, ich tätschle Schultern, ich rate, ich mahne, ich warne.

Fragt aber bitte nicht nach mir. Ich geh woanders eiern und jammern…