Bedienungsanleitung

… für Darf man das?

War am Samstag nach dem Kurs noch mit zwei Leidensgenossinnen beim Pferd der einen.

Und ich, die ich den ganzen Tag müde und schlecht gelaunt auf dem Stuhl gehangen hatte, war plötzlich hellwach, hoch motiviert und freudestrahlend.

Pferdegeruch, grüne Wiesen, Wald, schnatternde Schwalben… herrlich.

Das Pferd hat sich von meiner Laune direkt anstecken lassen, woraufhin es erst recht eine Freude war, mit ihm zu arbeiten.

Und eines der Mädels stellte fest: Wenn ich gewusst hätte, dass man aus diesem „ich hasse die Welt und auf eine Zitrone gebissen hab ich auch“-Gesicht so leicht ein „rosa Herzen und Wolken“-Gesicht  machen kann, hätten wir sie schon vor Wochen hierhergeschleppt.

Erst als wir wieder im Auto saßen, stellte ich fest, wie viel Stress und Anspannung von mir abgefallen waren.

Hinterher waren wir noch pferdestinkig im Restaurant, haben den Kellner in den Wahnsinn getrieben und Tränen gelacht. Schön.

Morgen fahr ich wieder mit ❤

Amaaaaaazing.

Bier, Schweiß und Gestank

Da kommt man aus dem wundervollen, sonnigen Wochenende in Hamburg zurück, um sich direkt über den beknackten Chef und den Dienstplan für Juli, den er verbrochen hat, zu ärgern.

Ommm, ich bin ganz ruhig und konzentriere mich auf das wunderbare Wochenende…

Neben den Wetterträumen wurden wieder Mädchenträume erfüllt.

1000 Grad, 1000 Leute, 10000 Zigaretten und recht beengte Räumlichkeiten. Bier, Schweiß und Gestank ist das neue Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Während die Jungs ohrenbetäubenden Lärm machen, gebe ich meinen Hygienefimmel an der Tür ab und halte noch ein Schläfchen auf dem Sofa, das ich zum Glück nur im Dunkeln gesehen habe. Ernsthaft taub von dem Krach hätte ich tatsächlich zwei solide Stunden Schlaf bekommen können, hätte J mir nicht ständig gesimst, er komme gleich, nur noch Instrumente verstauen, sorry, dauert noch, muss noch n Interview geben, gleich ist er da, aber auf meine Frage, wann’s denn endlich die Nacktfotos von ihm gibt, folgt das große Schweigen.

Irgendwann ist er mit allem durch, breit und bereit zum Lästern für anthropologische Studien.

Ich bemerke, dass ich sehr bedaure, keine Kamera dabei zu haben, das hätte wundervolle Motive gegeben. Punker sind doch das eitelste Volk unter der Sonne, stelle ich fest. Stimmt, sagt er. Aber sag es nicht laut.

Er versucht, mich mit Herrengedecken abzufüllen und torkelt immer wieder gegen meine Möpse. Machst du das eigentlich mit Absicht?, fragt er. Was? Dass du mir an die Titten gehst?, frage ich ziemlich energisch zurück. Eisiges Punkerschweigen macht sich um uns herum breit und er wird sehr klein in seinem großen Körper. Genau, sagt er. Aber sag es doch nicht so laut!

Er deutet an, man könne sich ja ins Bandquartuer zurückziehen. Alles, was mich interessiert ist: Gibts da n Klo? Ist vielleicht weniger frequentiert als die Nasszelle im Keller… Auf der Treppe lungert der Rest der Band rum und er traut sich nicht. Wenn er da mit mir hoch gehe, sei ja alles klar. Zum Trost soll ich noch ein Bier trinken. Hilft bestimmt gegen den Harndrang.

Während er darauf wartet, dass die Jungs von der Treppe verschwinden, verfolge ich den Auftritt der nächsten Band. Der Sänger sieht aus wie der frühe Bill Kaulitz, finde ich. Stimmt, sagt J, aber sag es lieber nicht laut.

Irgendwann gibt er das Warten auf, ich muss aufs Kellerklo und am Ende finden wir auf dem Hof eine Treppe zu einer Dachterasse. Ich kuschle mich auf sein Sixpack mit Flauschaufsatz, er befummelt endlich ungestört meine Möpse und wir raten uns durch die Sternbilder.

Wär das geil, wenn du mir jetzt einen blasen würdest, sagt er. Stimmt, antworte ich, aber sag es lieber nicht so laut. Außerde habe ich wenig Lust, etwas in den Mund zu nehmen, das auf dem Kellerklo unbekleidet war…

Weil ich so nett bin, bearbeite ich ihn mit der Hand. Bis er feststellt: Die Frage is nur, wohin jetz mit dem Wichs? Wo er Recht hat, hat er Recht, denke ich und lasse eiskalt seinen Schwanz los. Zeit für den Nachtbus, finde ich.

Er jault kurz und versucht mich dann von einer Nacht im Banquartier zu überzeugen… Danke, einmal reicht. Auf mich warten No. 2, eine Dusche, ein richtiges Bett und ein sauberer Schwanz.

Ich genieße also die ausgestorbene Hamburger Innenstadt bei Sonnenaufgang und Wasser und Seife und No. 2 genießt eine Runde romantischen Analsex.

J musste, wie ich später hörte, seine Hose opfern. Ohne weibliche Hilfe. Der Arme…

P.S.: Da hat der Chef mich wochenlang genervt, er brauche meine Dienstplanwünsche für Juli, ALLE warten nur auf mich. Und hier geht der Kollege an die Decke, weil er nicht wusste, dass Juli schon zur Debatte stand. Alles klar. DEN Plan kann der Chef noch mal machen… 😀

Sonntag Mittwoch Freitag

So etwa fühlen sich Wochen derzeit an. Zack, vorbei. Und ich werde alt und immer älter und alles bleibt scheiße. Hmpf. Nun gut.

Alors, le résumé.

Unamazing:
Der Chef, der mir jeden Wind aus den Segeln nimmt und mir seine Begleitung vorstellt mit: Das ist die junge Dame, die ich beeindrucken wollte, und ihr dann erläutert, dass er aufräumte und ich direkt vermutete, dass er Damenbesuch mitbringen will. Wo soll man den da nen dummen Spruch anbringen? Nich mal, als die beiden rotwangig aus seinem Büro kamen, fiel mir was Angemessenes ein…

???:
No. 3 schreibt, er wolle zu mir (!) kommen, unter der Woche, wenn ich bis 1000 Uhr arbeite und er um mitten in der Nacht zu seiner Arbeit muss (er is tatsächlich fertig studiert und in Lohn und Brot mittlerweile). Warum, wenn doch gar keine Zeit ist? Er will einfach mal wieder bei (!) mir schlafen.

Amaaaaaazing:
Schwinge mich nachher in den ICE nach Hamburg, die Band von J gibt sich die Ehre und ich soll mal wieder zur Backstage-Unterhaltung beitragen. Das wird spaßig. Freufreu.

Vom Leben am Arsch der Welt

Liebe Freunde.

Ihr wisst alle, dass ich am Arsch der Welt wohne. Ihr wisst alle, dass ich viel arbeite. Dass ich oft an den Wochenenden arbeite. Oder meinen Kurs habe. Oder beides.

Verzeiht mir bitte, wenn ich, wenn ihr mich fragt, ob wir uns mal sehen wollen, nicht gleich verkünde: ja klar, nächstes Wochenende! Sondern eher: Hm, ja, in zwei Monaten könnte es klappen. Kurzfristige Absage möglich.

Kommt mir dann nicht mit: Du willst es also gar nicht wirklich. Sag doch gleich, dass du keinen Bock hast!

Ja, manchmal möchte ich meine freie Zeit dazu nutzen, einfach mal rumzuliegen und mit den Zehen zu wackeln. Muss ich mich dafür rechtfertigen?

Meistens würde ich euch wirklich gerne sehen.

Aber leider wurde das Beamen noch nicht erfunden. Ich muss den Zug oder den Bus nehmen. Da ich aber in der Regel bis 23 Uhr arbeite, kann ich nach der Arbeit nicht noch los. Die Bahn schlägt dann eine Verbindung vor, die einen vierstündigen Aufenthalt an einem Bahnhof vorsieht, an dem nachts gerne Typen rumlaufen, die so wenig Haare auf dem Kopf haben wie Hirn darin.

Wenn ich erst am nächsten Tag losfahre, bin ich trotzdem stundenlang unterwegs und von meiner Freizeit – unserer gemeinsamen Zeit also – bleibt kaum etwas übrig.

Damit Fahrzeit und Freundezeit in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen, muss ich mir mitunter extra Urlaub nehmen.

Bitte versteht, dass ich meine wenigen Urlaubstage lieber für Leute investiere, die auch mal auf den Gedanken kommen, an den Arsch der Welt zu kommen. Dann im Zug zu sitzen, wenn ich noch bei der Arbeit hocke. Damit wir die Zeit optimal nutzen können.

Vielen Dank.

Grummel.

Ach, halt’s Maul!

Work-Life-Balance…

Es soll ja so Leute geben, die können ihren Job nach Feierabend einfach in die Schublade legen und sich ihrem Leben widmen.

Mir fällt es enorm schwer, die Welt sich einfach drehen zu lassen, ohne dass ich auch in meiner Freizeit ständig nachlesen muss, was sich auf ihr in der Zwischenzeit getan hat.

Nun bringt es der Job mit sich, dass ich allerhand Meinungen und Argumente lese. Gute und weniger gute und ganz haarsträubende und ganz, ganz, ganz viel Bullshit. Über den ich mich gerne ärgere, bis der Spannungskopfschmerz frech grinsend um die Ecke kommt und sich über meinem linken Ohr festsetzt und da rumpocht, bis ich mich mit zig Katzenvideos endlich auf andere Gedanken gebracht habe.

Ommm.

Und dann verbringe ich die Freizeit mit lieben Freunden, die ähnlich ticken wie ich und sich eben auch für Politik und Weltgeschehen interessieren, früher oder später kommt das Gespräch immer darauf. Und immer werde ich gefragt, nach den neuen, frischen Infos und vor allem nach meiner Meinung. Und gerne werde ich auch mit dem Bullshit konfrontiert, um zu sehen, was ich dazu zu sagen habe. Ich mache mit, weil das Gespräch es einfach so ergibt, weil mich auch Meinungen von Leuten interessieren, die sich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen und im „richtigen Leben“ verwurzelt sind, oft aus Höflichkeit, ich will ja die Konversation nicht abwürgen. Und dann pocht es über dem linken Ohr…

Wie winde ich mich da raus, ohne dass es wirkt, als könnte ich eine heiße Debatte nicht aushalten?  Als scheute ich heikle Themen?

Ich muss echt mehr Grenzen setzen. ICH WILL DAS NICH, ICH HAB JETZ FEIERABEND!

Ommmm.

Und in meinem nächsten Leben arbeite ich am Fließband.

Und führe mich nicht in Versuchung…

Das Hasi schwärmt von einer Schauspielerin aus Québec.

Ich so: Hach, ich hab da ja Connections in die örtliche Künstlerszene, da kennt sicher jemand jemanden, der jemanden kennt, der… Auf nach Kanada!

(Ich glaub, die is zwar hetero, aber egal, wenn die mein superscharfes Hasi sieht, ist sie direkt eines besseren belehrt!)

Das Hasi findet die Idee großartig hirnrissig und nur so zum Spaß guck ich mal, was uns das kosten würde.

500 € hin und zurück, wenn wir morgen in den Flieger steigen.

Scheff!!! Ich brauch grad mal drei Wochen!

Ich hab das goldigste Hasi von der Welt!

– Hasi, diese Woche ist bei der Arbeit was ganz Schreckliches passiert.

Ich denke, da muss mindestens jemand gestorben sein.

– Man hat mir die Ische vorgestellt, die an deiner Stelle eingestellt wurde.

Und ich dachte, es wär was Schreckliches passiert.

– Ich wollte die überhaupt gar nicht kennenlernen.

– Ach komm Hasi, sei nicht bockig, vielleicht ist die ja ganz nett.

– Die war mir ja sooooooo unsympathisch.

– Naja, aber die kann ja bestimmt was, sonst hätt sie ja den Job nicht gekriegt.

– Die hat überhaupt nicht geredet!

(Öh, und woher weißt du dann, dass sie unsympathisch ist?)

– Und das bei einer KOMMUNIKATIONSstelle. Voll die Fehlbesetzung, wenn du mich fragst!

Sie hat dann noch eine ganze Weile geschimpft über die arme Frau, die da ja gar nix für kann und diese verfehlte Personalentscheidung.

Ist sie nicht süüüüüß? ❤