Amaaaaaazing people

Hier wie dort, on- wie offline.

Freunde erkennt man in der Not.

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Kopfkino

Da ist diese Frau.

Wir haben losen, aber immer herzlich-fröhlichen Kontakt.

Wir reden über alles und nichts und immer wieder über Männer. Über Männer die waren, sind und sein könnten.

Irgendwann muss ich wegen eines albernen Facebook-Memes an sie denken und plötzlich verspüre ich das Verlangen, mit ihr zu knutschen. Und so. Abendelang mit ihr in Jogginghose auf dem Sofa zu liegen. Mit ihr nach Frankreich zu fahren. Drei Katzen mit ihr zu haben.

Und genau in dem Moment kommt eine Nachricht von ihr. Sie fragt, ob ich mit ihr so nen Lesbenfilm gucken will.

HALLOOO Kopfkino.

Wie son Teenie.

Ich muss an sie denken und 30 Sekunden später schickt sei mir ein Blümchenbild, „einfach so, weil ich an dich denke“.

HILFE!

Und manches löst sich von ganz allein

Was mir doch immer noch ein wenig Bauchschmerzen bereitet hat, war der Transport meiner Möbel.

Toller Rat, immer wieder: Miete halt nen Transporter. Ja danke, und den fährt wer?

Ich bin nie gut gefahren, ich bin nie gerne gefahren und ich bin seit etwa zehn Jahren nicht mehr regelmäßig gefahren. Und nu soll ich einen Transporter, der weder mir noch der Familie gehört, voll mit Kram quer durch die Republik schaukeln?

SCHNAPPATMUNG.

Mein Papa stand bereit, mit seinem Anhänger vorbeizukommen, aber der stresst sich immer so und der hat Hüfte, das war mir irgendwie unlieb. Und in sein Hängerchen geht auch nicht mein ganzer Kram. Mpf.

Da rief mich gestern mitten in der Nacht (halb zehn, wie unchristlich ist das denn bitte?) eine Bekannte an, weil sie im Stau stand und sich langweilte und mal hören wollte, wies so läuft. Und wos denn nu hingeht? Wieder gen Norden? Sollen wir dir beim Umzug helfen?

Hm? Und Hunderte Kilometer durch die Gegend donnern?

Ja klar, wir ham doch n großes Auto und nen Pferdehänger und dann können wir uns da mal die Stadt angucken.

Sie sind doch amaaaaaaazing.

Als Gegenleistung soll ich während ihres Urlaubs nächstes Jahr ihre Pferde und den Kater hüten. Das sollte ich ja wohl hinkriegen…

Vom Überleben und den ganz kleinen Dingen

Diese Woche back ich mit der Amaaaaaazingness ganz kleine Brötchen.

Ich hab den Sonntag überlebt. Yeaaaaay. Und ich finde, dass meine Berichterstattung zur Bundestagswahl trotz massiven Gezickes der Technik ziemlich gut gelaufen ist. Kühlen Kopf bewahrt, keine Zahlendreher fabriziert, flink dabeigewesen. Sprach sie und klopfte sich auf die Schulter.

Und das größte alle Wunder: Der Chef hat kein einziges Mal angerufen, um zu motzen. Und mich von der Arbeit abzuhalten. Zeichen und Wunder.

Er hat schlicht NICHTS gesagt. Auch bei der Übergabe nicht. Ich will ja keinen Verdienstorden, aber ein bisschen Manöverkritik…? Mir wären auch drei Dinge eingefallen, die man noch toller hätte machen können. Aber gut, nicht gemotzt ist genug gelobt. Ich bild mir jetzt was ein.

Ach, und dann doch noch ein bisschen was Großes… Die liebe J. au dem Flauschige-Tiere-Kurs… Die mich immer wieder aus meinem Trott holt, mit der ich Tränen lache und mit der ich immer mehr Zeit verbringe. Sie sagt, sie mag mich, weil ich bin wie sie vor 20 Jahren und ich hoffe, ich bin in 20 Jahren so wie sie. Herrlich wie sie ihre Sex-Dates koordinierte, während wir beim Italiener saßen und – na klar – übers Ficken redeten…

Da gibt es tatsächlich etwas – oder eher jemanden – den ich vermissen werde, wenn ich hier verschwinde.

En la burbuja

Ich öffne die Tür und betrete die Blase in blau-weiß-rot. Heimelig.

Ich lasse mich fallen auf die wattige Wolke der Sprache. Der vertraute Singsang, der so wenig mit dem hektischen Gefauche und Gezischel des europäischen Spanisch zu tun hat.

Ich brauche einen Moment, um mich wieder an den herben, doppeldeutigen und manchmal ganz schön fiesen Humor zu gewöhnen. Um ganz schnell voll dabei zu sein.

Mit vollem Mund, denn schließlich muss ich Empanadas fressen, bis sie mir aus den Ohren kommen. Alfajores bis ich Diabetes kriege.

Wie immer bin ich erst la Rubia, dann la Gringuita, dann la Roja und schließlich la Mapuchita. Mein Widerspruch ist schon längst zum Ritual geworden.

Alles wie immer.

Alle singen schlecht, alle tanzen schlecht, alle lachen laut, alle haben Heimweh.

Sogar ich…

Feliz 18!

 

Bedienungsanleitung

… für Darf man das?

War am Samstag nach dem Kurs noch mit zwei Leidensgenossinnen beim Pferd der einen.

Und ich, die ich den ganzen Tag müde und schlecht gelaunt auf dem Stuhl gehangen hatte, war plötzlich hellwach, hoch motiviert und freudestrahlend.

Pferdegeruch, grüne Wiesen, Wald, schnatternde Schwalben… herrlich.

Das Pferd hat sich von meiner Laune direkt anstecken lassen, woraufhin es erst recht eine Freude war, mit ihm zu arbeiten.

Und eines der Mädels stellte fest: Wenn ich gewusst hätte, dass man aus diesem „ich hasse die Welt und auf eine Zitrone gebissen hab ich auch“-Gesicht so leicht ein „rosa Herzen und Wolken“-Gesicht  machen kann, hätten wir sie schon vor Wochen hierhergeschleppt.

Erst als wir wieder im Auto saßen, stellte ich fest, wie viel Stress und Anspannung von mir abgefallen waren.

Hinterher waren wir noch pferdestinkig im Restaurant, haben den Kellner in den Wahnsinn getrieben und Tränen gelacht. Schön.

Morgen fahr ich wieder mit ❤

Amaaaaaazing.

Bier, Schweiß und Gestank

Da kommt man aus dem wundervollen, sonnigen Wochenende in Hamburg zurück, um sich direkt über den beknackten Chef und den Dienstplan für Juli, den er verbrochen hat, zu ärgern.

Ommm, ich bin ganz ruhig und konzentriere mich auf das wunderbare Wochenende…

Neben den Wetterträumen wurden wieder Mädchenträume erfüllt.

1000 Grad, 1000 Leute, 10000 Zigaretten und recht beengte Räumlichkeiten. Bier, Schweiß und Gestank ist das neue Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Während die Jungs ohrenbetäubenden Lärm machen, gebe ich meinen Hygienefimmel an der Tür ab und halte noch ein Schläfchen auf dem Sofa, das ich zum Glück nur im Dunkeln gesehen habe. Ernsthaft taub von dem Krach hätte ich tatsächlich zwei solide Stunden Schlaf bekommen können, hätte J mir nicht ständig gesimst, er komme gleich, nur noch Instrumente verstauen, sorry, dauert noch, muss noch n Interview geben, gleich ist er da, aber auf meine Frage, wann’s denn endlich die Nacktfotos von ihm gibt, folgt das große Schweigen.

Irgendwann ist er mit allem durch, breit und bereit zum Lästern für anthropologische Studien.

Ich bemerke, dass ich sehr bedaure, keine Kamera dabei zu haben, das hätte wundervolle Motive gegeben. Punker sind doch das eitelste Volk unter der Sonne, stelle ich fest. Stimmt, sagt er. Aber sag es nicht laut.

Er versucht, mich mit Herrengedecken abzufüllen und torkelt immer wieder gegen meine Möpse. Machst du das eigentlich mit Absicht?, fragt er. Was? Dass du mir an die Titten gehst?, frage ich ziemlich energisch zurück. Eisiges Punkerschweigen macht sich um uns herum breit und er wird sehr klein in seinem großen Körper. Genau, sagt er. Aber sag es doch nicht so laut!

Er deutet an, man könne sich ja ins Bandquartuer zurückziehen. Alles, was mich interessiert ist: Gibts da n Klo? Ist vielleicht weniger frequentiert als die Nasszelle im Keller… Auf der Treppe lungert der Rest der Band rum und er traut sich nicht. Wenn er da mit mir hoch gehe, sei ja alles klar. Zum Trost soll ich noch ein Bier trinken. Hilft bestimmt gegen den Harndrang.

Während er darauf wartet, dass die Jungs von der Treppe verschwinden, verfolge ich den Auftritt der nächsten Band. Der Sänger sieht aus wie der frühe Bill Kaulitz, finde ich. Stimmt, sagt J, aber sag es lieber nicht laut.

Irgendwann gibt er das Warten auf, ich muss aufs Kellerklo und am Ende finden wir auf dem Hof eine Treppe zu einer Dachterasse. Ich kuschle mich auf sein Sixpack mit Flauschaufsatz, er befummelt endlich ungestört meine Möpse und wir raten uns durch die Sternbilder.

Wär das geil, wenn du mir jetzt einen blasen würdest, sagt er. Stimmt, antworte ich, aber sag es lieber nicht so laut. Außerde habe ich wenig Lust, etwas in den Mund zu nehmen, das auf dem Kellerklo unbekleidet war…

Weil ich so nett bin, bearbeite ich ihn mit der Hand. Bis er feststellt: Die Frage is nur, wohin jetz mit dem Wichs? Wo er Recht hat, hat er Recht, denke ich und lasse eiskalt seinen Schwanz los. Zeit für den Nachtbus, finde ich.

Er jault kurz und versucht mich dann von einer Nacht im Banquartier zu überzeugen… Danke, einmal reicht. Auf mich warten No. 2, eine Dusche, ein richtiges Bett und ein sauberer Schwanz.

Ich genieße also die ausgestorbene Hamburger Innenstadt bei Sonnenaufgang und Wasser und Seife und No. 2 genießt eine Runde romantischen Analsex.

J musste, wie ich später hörte, seine Hose opfern. Ohne weibliche Hilfe. Der Arme…

P.S.: Da hat der Chef mich wochenlang genervt, er brauche meine Dienstplanwünsche für Juli, ALLE warten nur auf mich. Und hier geht der Kollege an die Decke, weil er nicht wusste, dass Juli schon zur Debatte stand. Alles klar. DEN Plan kann der Chef noch mal machen… 😀