TGIF

Puuuh, lange, anstrengende Woche.

Und plötzlich sehr nachrichtenreich. Schlimme Dinge, die auch mich immer wieder betroffen machen – zumal ich den Bildern so gar nicht ausweichen kann. Aber gleichzeitig auch mal dafür sorgen, dass ich bei der Arbeit nicht nur vor mich hinvegetiere und denke: Ein dressierter Affe kann meinen Job machen. Für eine zynische Nachrichtentante sind solche Tage sehr motivierend…

Viel positiver war das Wiederaufleben eines lange sträflich vernachlässigten Kontakts. In einer weniger geschäftigen Stunde bei der Arbeit war ich nämlich über eine Filmkritik gestolpert, sah das Szenefoto dazu und dachte: Wah, die Nase kennste doch! Das is doch der S. aus der Schule! Was die Bildunterschrift dann bestätigte. Ich nahm diesen Zufall als Anlass, ihm mal wieder zu schreiben (ich wusste doch schon immer, dass du der nächste – und viel wunderschönere – Klaus Kinski bist!). Wir knüpften dann direkt an unseren Wahnsinn der Schulzeit an, das war ausgesprochen vergnüglich und sehr schööön. Sollten wir öfter machen.

Und für meine Entspannung ist auch gesorgt, im Flauschige-Tiere-Kurs stellte ich fest, wie beruhigend Herztöne wirken. Meine Mami besorgte mir nun ein Stethoskop, jetz is kein Wauz und erst recht kein Pferd mehr vor mir sicher. Zennn und sehr amaaaaaazing.

In diesem Sinne: Erholsames Wochenende!

Ich hab das goldigste Hasi von der Welt!

– Hasi, diese Woche ist bei der Arbeit was ganz Schreckliches passiert.

Ich denke, da muss mindestens jemand gestorben sein.

– Man hat mir die Ische vorgestellt, die an deiner Stelle eingestellt wurde.

Und ich dachte, es wär was Schreckliches passiert.

– Ich wollte die überhaupt gar nicht kennenlernen.

– Ach komm Hasi, sei nicht bockig, vielleicht ist die ja ganz nett.

– Die war mir ja sooooooo unsympathisch.

– Naja, aber die kann ja bestimmt was, sonst hätt sie ja den Job nicht gekriegt.

– Die hat überhaupt nicht geredet!

(Öh, und woher weißt du dann, dass sie unsympathisch ist?)

– Und das bei einer KOMMUNIKATIONSstelle. Voll die Fehlbesetzung, wenn du mich fragst!

Sie hat dann noch eine ganze Weile geschimpft über die arme Frau, die da ja gar nix für kann und diese verfehlte Personalentscheidung.

Ist sie nicht süüüüüß? ❤

Loslassen

Das große Ungetüm.

My beautiful picture

Die Erbsenprinzessin.

29 Jahre ist sie alt.

Seit fast 19 Jahren ist sie bei mir stehe ich in ihren Diensten.

Kaum noch Zähne im Maul, aber immer noch pummelig. Graue Haare auf der Stirn, aber da liegt ja der Schopf drüber.

Manchmal folgt sie wie ein Dackel, manchmal läuft sie davon wie ein Reh. Je nach Tagesform und Zyklusphase.

Sie öffnet jeden Knoten, Riegel, Hebel, selbst das Knacken von Schlössern traue ich ihr zu. Zur Not sprengt sie es mit ihrem Gewicht.

Wenn sie läuft, setzt sie ihre Hinterhufe voreinander ab, so dass ihr Popo aufreizend hin- und herschwingt.

Sie hat die längsten blonden Wimpern, die ich je gesehen habe.

Sie ist in vielerlei Hinsicht wie ich.

Meistens schlecht gelaunt.

Total verfressen.

Immer mit dem Kopf durch die Wand.

Ziemlich schlau, aber Intelligenz muss man ja nur nutzen, wenn es zum eigenen Vorteil gereicht.

Ziemlich sexgeil.

Nicht sehr menschenbezogen.

Aber kleine Tiere sind toll.

Sie hat neben ihrem eigenen Fohlen auch ein blindes Lamm aufgezogen. Und kleine Kätzchen dürfen in kalten Nächten auch mal auf ihrem breiten Rücken schlafen. Und ihre Nieren wärmen.

Und wehe dem Hund, der sich in böser Absicht den Schafen nähert. Der kriegt es mit 800 Kilo Erbsenprinzessin zu tun.

Mit netten Hunden hingegen kann man toll Rennen spielen. Gut, mittlerweile eher locker Joggen…

Eigentlich findet sie es doof, wenn man sie lange ihrer Freiheit beraubt. Aber wenn ich eine Schulter zum Ausweinen brauche, hält sie ewig still.

Manche Menschen haben nach 19 Jahren schon lange einen Partner in ihrem Pferd. Ich habe… Little Big Miss Tausendschön. Inzwischen kommt sie immerhin manchmal ausgiebig kuscheln. Morgens lehnen wir uns oft verschlafen aneinander und kratzen uns gegenseitig den Rücken.

Sie ist 29 und hat Arthrose in beiden Vorderbeinen. Sie hat immer wieder Schmerzen.Wie sehr es sie beeinträchtigt, kann ich bei aller Pferdekenntnis nur schwer beurteilen. Pferde sind stille Leider.

Irgendwann in nicht so ferner Zukunft werde ich sie von ihren Schmerzen erlösen müssen.

Ist man da je bereit für?

Andere Zeitzone

Mein Hasi wird 30 21.

Und Madame muss ja unbedingt in ihrer alten Heimat feiern und nicht in ihrer neuen am Meer… :/

Also nehme ich mir vier Tage frei und springe in den ICE. Der spuckt mich schon in Frankfurt wieder aus. 3,5 Stunden Regionalbahn warten auf mich.

Die zuckelt entlang großer Flüsse, rechts erheben sich die Weinberge, links dunkelgrüne Wälder, Schlösser, Burgen, über dem Tal düstere Wolken, Regen, kein Mensch auf den Straßen. Zwischendurch kleine Orte, alte Häuser, aneinandergedrängt, wie eingefallen. Ich fühle mich, als hätte mich jemand in eine dieser  Modelleisenbahnen gesetzt, gestaltet mit viel Liebe zum Detail.

Irgendjemand hat vor vielen Jahren die Zeit angehalten.

Kurz vor der Grenze zum Steuerparadies zwischen düsteren Bergen unter düsteren Wolken steige ich aus und ein zweistimmiges „Haaaaaaasi“ gellt durch den Bahnhof, alles glotzt und wir liegen uns in den Armen. Wir haben wirklich drei Jahre vergehen lassen, wir Bekloppten. Nichts hat sich verändert.

Nur wenig später werden wir auch im Supermarkt von allen Seiten doof angeglotzt, wir reden dumme Scheiße am laufenden Band und müssen uns am Einkaufswagen festhalten, um nicht vor Lachen umzufallen.

Ein ungehaltener Typ an der Kasse gibt uns den Rest. Als wir uns endlich bis zum Auto gerettet haben, kuschelt das Hasi sich an mich.

Haaasi, strahlt sie. Es hat sich wirklich nix verändert!

Ich bleib gern noch länger in dieser Zeitzone…

Freundschaft ist…

… wenn das Handy mitten in der Nacht klingelt und auf dem Display Hasi steht, das Hasi, von dem ich im letzten Jahr kaum etwas gehört habe, weil es dolle verliebt war (hab ich ihm gegönnt) und dann, weil es krank und depressiv war (sone doofe Scheiße!), und ich trotzdem oder grade deswegen rangehe.

… wenn das Hasi weiß, dass es mitten in der Nacht anrufen kann und ich rangehen werde.

… wenn das Hasi anruft, obwohl es weiß, dass ich erstmal drei Sätze lang unsensibel sarkastisch bin, wenn man mich wach macht.

… wenn das Hasi schon wieder ein bisschen lacht, wenn ich die sarkastische Phase überwunden habe.

… wenn ich am liebsten mitweinen möchte, während das Hasi lang und breit erläutert, wie es dazu kam, dass es jetz wieder Single ist, weil ich es gar nicht ertragen kann, wenn es so traurig ist und weil die beiden einfach zusammengehört haben.

… wenn das Hasi nur ein bisschen empört tut, wenn ich sage, dass ich die Gründe der Ex schon irgendwie nachvollziehen kann und sich dann in Ruhe die Erklärung dazu anhört. Und ein bisschen versteht. (Das is doch Mist, wenn Mädchen mit Mädchen Schluss machen, bei Typen kann man wenigstens sagen: Die sind eh alle scheiße, alle in einen Sack und… naja).

… wenn ich ein Päckchen mit liebevoll ausgesuchter, fair gehandelter, veganer Bioschokolade packe und total übermüdet meine alte Adresse als Absender angebe.

… und das Hasi mich auslacht und sich beschwert, dass nicht die richtige Sorte dabei war.

War ja klar!

Ausknopf bitte!

Dass Staffel 3 der No. 1a-Telenovela beendet sein könnte, war offenbar reines Wunschdenken…

NATÜRLICH – auch das wieder ein absolut vorhersehbarer Twist – fühlte A sich durch die zarten Bande zwischen No. 1a und J auf’s Ego getreten und beschloss, nun um No. 1a zu kämpfen… Gleichzeitig liefen ihre Dates mit J wohl nur so medium und nu ist sie NATÜRLICH verwirrt…

Diesmal SAGE ich und denke nicht nur: Wer glaubt ernsthaft, dass er, wenn er im Sommer ans andere Ende des Landes zieht, NUR NOCH an dich denkt und sich nen Knoten in den Schwanz macht?

– Er will ja, dass ich mitgehe.

Ich möchte schreien. Wo ist der verdammte Ausknopf? Ich will die Serie nicht mehr sehen! Die ist doof! Außerdem hatten wir diesen Twist schon!

– Ja klar, du musst wie immer alles hinschmeißen und ihm nachfolgen. Völlig egal, was du für Pläne hast. Und dann wird NATÜRLICH alles anders.

Natürlich wird dann NICHT wieder alles ätzend – eine Angst die er noch vor etwa zwei Wochen geäußert hatte und deshalb nicht wieder eine Beziehung beginnen wollte.

– Naja, im Grunde genommen hab ich ja eh keinen Job ab September…

NEINNEINNEIN. Endgültig Schluss jetzt. Kein Bock mehr. Weder als Telenovela-Schauerin noch als Freundin. Das ist mir jetzt zu blöd. Und mit meinem Latein bin ich auch am Ende!

Sie entlässt mich aber noch nicht aus der Freundinnen-Pflicht. Jammert über ihr schlechtes Gewissen.

??? Warum das nu?

– Weil ich vielleicht nicht ehrlich zu mir selbst bin und J gegenüber erst recht nicht?

Sie hat eindeutig selber zu viele Telenovelas konsumiert.

– Hmmm, was genau bist du J schuldig???

Schließlich hatte sie ihm von der Situation mit A erzählt und vollkommen doof ist der Kerl ja wohl hoffentlich nicht…

Zudem sagte er ihr, sie solle ihn sitzen lassen, wenn sie kein Interesse mehr habe.

– Na also, er weiß also, was ihn erwarten könnte.

– Oder wird….

Hoffnungslos. Einfach hoffungslos…