Gehaltsüberfall

Mein Chef kommt ins Büro, ernste Miene. Stellt die Frage, auf die in der Regel Killerkritik folgt: Na, alles klar?

Ich mache mich hinter dem Bildschirm klein und murmele: Hmhmm.

Was hab ich jetz schon wieder verbockt??

Der Chef setzt sich und holt Luft. Schon wieder öffnet sich kein Loch im Boden.

-Ich würde dir ab Januar gerne 100 Euro mehr bezahlen.

Hmm, waa? Vorsichtig strecke ich den eingezogenen Kopf wieder vor. Rechne kurz nach. Gehaltserhöhung steht noch gar nich an. Hmm?

Was soll man dazu sagen?

– Haja, wenn du meinst…?

Der Chef nickt, steht auf und geht.

Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass ich morgen 200 Waschmaschinen geliefert bekomme?

Lieber Arsch

Tag des Briefs an meinen Körper 😉

Lieber Arsch.

Es wäre recht nett, wenn du deinen Weg in meine Hose finden würdest.

Ja, ich weiß, du wurdest in letzter Zeit grausam geschrumpft und füllst die Buxe nicht mehr aus, was dich jedoch nicht daran hindern sollte, dich da rein zu bewegen. ZACKICH.

Am Mittwoch endet meine Probezeit… UND DANN WILL ICH MEHR GELD!

Ich finde, es ist ein guter Moment, um den Chef darüber zu informieren.

Und dafür, mein lieber Hintern, brauch ich deine Hilfe. Bin doch so ne Memme.

Ja, der Chef mag mich, ich mag den Chef, aber beim Geld hört bekanntlich der Spaß auf.

Ich meine, ich mache die gleiche Arbeit wie alle anderen auch und nur, weil meine Tätigkeit anders bezeichnet wird, bekomme ich deutlich weniger Knete. Finden wir das fair? Finden wir das angemessen? Nö. Ich trage Verantwortung, arbeite mittlerweile ohne Anleitung, ich schmeiß den Laden, wenn mal wieder keiner zu erreichen ist.

Man äußert sich zufrieden, man motzt selten und lässt mich immer mehr machen (und immer häufiger allein auf weiter Flur, aaaaa!).

Das darf sich gerne auch auf dem Kontoauszug niederschlagen. Und der Chef hat Angst davor, dass ich ihn sitzen lasse 😉 Ausgezeichnetes Druckmittel.

Also, lieber Arsch, bist du auf meiner Seite, ja oder ja?

Hopp, los geht’s!