Von Untergängen

Es ist immer wieder amaaaaaazing auf der Elbfähre in den Sonnenuntergang zu tuckern. Trotz aller Touristen. Dafür nehme ich auch gerne in Kauf, dass es deutlich länger dauert, als mit der U-Bahn. Die Luft ist einfach besser.

Und es ist amaaaaaazing, wie schnell man sich manchmal von Leuten lösen kann. No. 3 ist mir schon lange mehr auf die Nerven gegangen als alles andere. Ich hing aber immer noch an dem, was wir mal waren. Und was ich gern mit ihm gehabt hätte. Nach seiner Kindergartenaktion konnte ich einmal herzlich lachen und ihn dann ohne viel Federlesen aus meinen Kontakten löschen.

Keine Ahnung, wer von uns beiden sich wann so verändert hat. Es ist mir mittlerweile aber auch egal.

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Bier, Schweiß und Gestank

Da kommt man aus dem wundervollen, sonnigen Wochenende in Hamburg zurück, um sich direkt über den beknackten Chef und den Dienstplan für Juli, den er verbrochen hat, zu ärgern.

Ommm, ich bin ganz ruhig und konzentriere mich auf das wunderbare Wochenende…

Neben den Wetterträumen wurden wieder Mädchenträume erfüllt.

1000 Grad, 1000 Leute, 10000 Zigaretten und recht beengte Räumlichkeiten. Bier, Schweiß und Gestank ist das neue Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Während die Jungs ohrenbetäubenden Lärm machen, gebe ich meinen Hygienefimmel an der Tür ab und halte noch ein Schläfchen auf dem Sofa, das ich zum Glück nur im Dunkeln gesehen habe. Ernsthaft taub von dem Krach hätte ich tatsächlich zwei solide Stunden Schlaf bekommen können, hätte J mir nicht ständig gesimst, er komme gleich, nur noch Instrumente verstauen, sorry, dauert noch, muss noch n Interview geben, gleich ist er da, aber auf meine Frage, wann’s denn endlich die Nacktfotos von ihm gibt, folgt das große Schweigen.

Irgendwann ist er mit allem durch, breit und bereit zum Lästern für anthropologische Studien.

Ich bemerke, dass ich sehr bedaure, keine Kamera dabei zu haben, das hätte wundervolle Motive gegeben. Punker sind doch das eitelste Volk unter der Sonne, stelle ich fest. Stimmt, sagt er. Aber sag es nicht laut.

Er versucht, mich mit Herrengedecken abzufüllen und torkelt immer wieder gegen meine Möpse. Machst du das eigentlich mit Absicht?, fragt er. Was? Dass du mir an die Titten gehst?, frage ich ziemlich energisch zurück. Eisiges Punkerschweigen macht sich um uns herum breit und er wird sehr klein in seinem großen Körper. Genau, sagt er. Aber sag es doch nicht so laut!

Er deutet an, man könne sich ja ins Bandquartuer zurückziehen. Alles, was mich interessiert ist: Gibts da n Klo? Ist vielleicht weniger frequentiert als die Nasszelle im Keller… Auf der Treppe lungert der Rest der Band rum und er traut sich nicht. Wenn er da mit mir hoch gehe, sei ja alles klar. Zum Trost soll ich noch ein Bier trinken. Hilft bestimmt gegen den Harndrang.

Während er darauf wartet, dass die Jungs von der Treppe verschwinden, verfolge ich den Auftritt der nächsten Band. Der Sänger sieht aus wie der frühe Bill Kaulitz, finde ich. Stimmt, sagt J, aber sag es lieber nicht laut.

Irgendwann gibt er das Warten auf, ich muss aufs Kellerklo und am Ende finden wir auf dem Hof eine Treppe zu einer Dachterasse. Ich kuschle mich auf sein Sixpack mit Flauschaufsatz, er befummelt endlich ungestört meine Möpse und wir raten uns durch die Sternbilder.

Wär das geil, wenn du mir jetzt einen blasen würdest, sagt er. Stimmt, antworte ich, aber sag es lieber nicht so laut. Außerde habe ich wenig Lust, etwas in den Mund zu nehmen, das auf dem Kellerklo unbekleidet war…

Weil ich so nett bin, bearbeite ich ihn mit der Hand. Bis er feststellt: Die Frage is nur, wohin jetz mit dem Wichs? Wo er Recht hat, hat er Recht, denke ich und lasse eiskalt seinen Schwanz los. Zeit für den Nachtbus, finde ich.

Er jault kurz und versucht mich dann von einer Nacht im Banquartier zu überzeugen… Danke, einmal reicht. Auf mich warten No. 2, eine Dusche, ein richtiges Bett und ein sauberer Schwanz.

Ich genieße also die ausgestorbene Hamburger Innenstadt bei Sonnenaufgang und Wasser und Seife und No. 2 genießt eine Runde romantischen Analsex.

J musste, wie ich später hörte, seine Hose opfern. Ohne weibliche Hilfe. Der Arme…

P.S.: Da hat der Chef mich wochenlang genervt, er brauche meine Dienstplanwünsche für Juli, ALLE warten nur auf mich. Und hier geht der Kollege an die Decke, weil er nicht wusste, dass Juli schon zur Debatte stand. Alles klar. DEN Plan kann der Chef noch mal machen… 😀

Gegen meh

ICE nehmen. HVV-Ticket kaufen. Kreuz und quer über die Elbe fahren lassen. Glücklichstes Kind auf der Fähre sein.

My beautiful picture

Auf dem Rückweg noch deprimierter sein…

Südlich der Elbe sein ist möglich aber sinnlos…

Die Geister, die er rief…

Nach dem großartigen Reinfall in Berlin habe ich umgehend einen Schlüssel für No. 2s neue Wohnung in Hamburg bekommen.

Jaaa, selber Schuld, sag ich mal… Da stand ich dann zu nachtschlafender Zeit mitten in seiner Wohnung, Frühstück in der Hand. Er war noch nicht einmal in der Lage, vollständige Sätze zu bilden. Ja, ich stehe ernsthaft im Urlaub morgens um 7 auf. Was tut man nicht alles für seine Pelzwesen…

Dagegen, einen geblasen zu kriegen, hatte er am Ende jedoch nichts…

Und jetzt die Frage des Tages: Warum motzt er, wenn ich es nicht sooo toll finde, wenn er mich knutscht, wenn er grade an mir rumgeleckt hat, will sich aber nicht knutschen lassen, wenn ich ihm gerade einen geblasen habe?

Liebe Hansestadt Hamburg….

Wirklich, tolle Stadt und so.

Hamburch, meine Perle, ihr wisst schon…

ABER

Tut das nötich, dass ihr an JEDEM Autobahnkreuz im Osten der Stadt ne Baustelle hintut??? Ehrlich?

Findet da Kommunikation statt zwischen dem Bauamt und der Straßenvekehrsbehörde? Den anliegenden Landkreisen?

Ich finde das nicht witzig, wenn etwa 200 Meter NACH der Abfahrt zur schnuckeligen Nebenstrecke vor mir die Warnblinker aufleuchten. Wenn meine Lieblings-ich-sing-beim-Autofahren-laut-und-mehr-oder-weniger-gekonnt-mit-CD etwa 20 Sekunden zu spät von den Verkehrsnachrichten unterbrochen wird, und der nette Mensch im Radio mir sagt, dass 20 Kilometer stockender Verkehr vor mir liegen. (Sollte sich da jemand angehupt gefühlt haben: Das war mein Kopf, der auf’s Lenkrad klatschte. Sorry.)

Nicht, wenn zu Hause meine halbverhungerten, übergewichtigen Pferdchen auf der grünen Sommerwiese stehen und auf ihr Abendessen warten, schließlich sterben sie gleich den Hungertod. Oder platzen gleich. Liegt im Auge des Betrachters…

Nicht, wenn es so warm ist.

NICHT, WENN ICH AN GEDANKENKARUSSELL LEIDE!

Grummel, brummel!

Ach, und liebe Autofahrer:

Wie wär’s, wenn ihr noch mal euren Fahrlehrer von damals anruft. Der erklärt euch das sicher gerne noch mal mit dem Reißverschlussverfahren. Und dann sind da ja noch die Schildermaler. Die haben sich so viel Mühe gegeben mit ihrer bunten Illustration. Idiotensicher, sollte man meinen. Grüne Autos, rote Autos, schwarze Autos… Ja, auch wenn euer Auto nicht grün ist und das neben euch nicht rot: IHR SEID GEMEINT!

Hmpf.