P.M.S.

Ich hasse. Ich sitze da und hasse. Ich brüte meinen Hass, ich kultiviere meinen Hass, ich kanalisiere meinen Hass in Gewaltfantasien.

Dann ist Ostern. Ich gucke in den blaublaublauen Himmel und in die immer gelberen Rapsfelder. Ich höre die krächzenden Kraniche, die maulenden Möwen, die schwatzenden Schwalben, den gackernden Gänsen, den Spatzen mit dem Sprung in der Platte, den größenwahnsinnigen Meisen, den zirpenden Bachstelzen, dem winzigen Zaunkönig, der den dicken Max markiert, und dem Kleiber, der höflich klopft. Soifz.

Dann ist Dienstag. ICH HASSE. HASSE. HASSE.

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Weil isso

Denn – ihr wisst wie’s ist: Man kann nie oft genug am Meer sein.

Deswegen also diesmal: Hiddensee.

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Da ganz hinten links auf Rügen musste das Auto schlafen. Es hat sicher sehr gelitten…

Seele ausputzen und so. Muss natürlich am kältesten Wochenende des Jahres sein. Wenn man lang genug geprügelt vom Eisregen vonne Seite hin und her radelt, spürt man die Beine nicht mehr. Für Sie getestet. Dann merkt man auch nicht mehr so, wenn man sich selbst einen schweren Wälzer überbraten muss, weil man erst diesen Herrn Wikipedia konsultieren muss, damit einem wieder einfällt, warum man eigentlich diesen Gerhart Hauptmann kennen muss…

Wie man wieder warm wird: Einen totalen Anfall kriegen, wenn man bis zum Leuchtturm hochgekeucht ist, artig das Rad abschließt und dann mit dem Schlüssel das komplette Schlossinnenleben rauszieht. (Ich stelle fest: Wenns drauf ankommt habe ich durchaus Panzerknackerpotenzial.)

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Hmm, Leuchttürme… Ich komischer Mensch fand das auch noch toll, dass die ganze Nacht der Wind pfiff und der Turm in mein Zimmer leuchtete…

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Karibik on ice…

Barcelona!

J. und ich haben unseren Urlaub in Barcelona klargemacht. Ich freue mich, auf unterwegs sein. Gleichzeitig packt mich so eine Welle von Nostalgie und die Frage: Krieg ich das hin?

Es ist eigentlich albern. Barcelona war im Grunde eine gute Zeit. Schön. Intensiv. Lehrreich. Persönlichkeitsbildend. Barcelona hat einen großen Platz in meinem Leben und in meinem Herzen. Ich denke oft sehnsüchtig daran. Und dennoch war ich seit zehn Jahren nicht mehr dort (oh Hilfe, WIE alt ich bin…). Obwohl nichts dagegen gesprochen hätte, einfach mal vorbeizugucken. Nichts hat mich aufgehalten.

Jetzt hat man mich praktisch dazu verdonnert und ich freu mich. Und ich hab nen Kloß im Hals. Eine völlig irrationale Ohnmacht. Mir fallen plötzlich Dinge ein, die ich völlig vergessen hatte. Orte, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich da mal war. Ganz viel Katalanisch, das ich nie wieder gebraucht habe. Splitter einer Darf man das?, die so gar nicht mehr ist.

Ich bin gespannt, ob ich dieser Begegnung mit meinem alten Ich gewachsen bin. Und ich kann’s kaum erwarten, das Stückchen alte Heimat zu sehen.

Ach watt!

Meine Freundin J. und ich schlurfen über die Buchmesse. Ich kommentiere einen ausgestellten Gegenstand. Ein Typ antwortet auf meinen Kommentar. Wie ich sowas hasse. Ich gebe eine schnippische Antwort, schließlich war er nicht gemeint. Kurzes Ich-muss-das-letzte-Wort-haben-Gefecht. Bis ich endlich irgendwas brumme und nen Abgang mache.

J. schimpft wie’n Rohrspatz, man könne ja auch mal weiterflirten und nich einfach so muffelig abhauen.

Und ich denk: Wenn datt n Flirt sein sollte, dann habe ich schon sehr, sehr viele Männer eiskalt stehen lassen. Und ich überlege mir kurz, ob mir das jetzt leid tut… Hmmm… Nein.

Traumunbedeutung

Während ich mit unbefriedigend mäßig produktivem Husten rumliege und für Sex viel zu schlapp bin, träume ich halt von Sex. Fünf Sexträume in nur einer Nacht, das ist ganz schön anstrengend. Auch nach dem Aufwachen noch.

Interessant dabei: Es war schon sehr, sehr sexy und höchst befriedigend, aber auch viel Zeug dabei, was ich mir in Echt gar nicht vorstellen könnte. So zum Beispiel hübsch zusammengezuppelt (neiß), mit einem sehr heißen Kerl (neiß), mit einer perfekten Dosis Gemeinheit (neiß), sehr arschbetont (neiß), viel Publikum (oh näää!). Wobei mich das im Traum kein bisschen störte, im Gegenteil.

Während ich nach dem Aufwachen darüber nachdenke, dass ich offensichtlich drei Pornos zu viel gesehen habe, fällt mir ein, dass das auch immer wieder mal in meinen wachen Sexfantasien eine Rolle spielt…

Jetzt finde ich mich irgendwie seltsam…

Die Auto-Protokolle (2)

Donnerstag

12 Uhr: Vom Auto nichts Neues, weil immer noch ein Bolzen fehlt. Also können wir zur Abwechslung mal über die Arbeit reden und planen unseren Facebook-Feed. Er macht Vorschläge.
Was er meint: Nach diesem Artikel können wir ja den Artikel mit der Liebesgeschichte posten.
Was er sagt: Danach können wir ja ein bisschen Liebe machen.

Ich gebe ihm ein paar Sekunden Zeit, um sich zu korrigieren. Die so sehr frühe Frühschicht macht schließlich schlimme Dinge mit unseren Hirnen.
Dann sage ich: Können wir machen, mein Schatz.
Er macht mehrfach den Mund auf und zu wie ein Fisch auf dem Trockenen und bleibt dabei stumm wie ein Fisch. Dann dreht er sich um, geht davon und grummelt: Ich hör jetzt auf.

12:15 Uhr: Er verabschiedet sich in die Mittagspause und macht noch eine kurze Übergabe. Öi!, sage ich. Wir wollten doch Liebe machen!
Er breitet die Arme aus, auf die Schreibtische deutend: Aber doch nicht hier!
Ich gucke mir meinen Schreibtisch an und denke: Warum eigentlich nicht? Breit genug isser! Und alle machen jetzt Mittag…
Wo denn?, frage ich.
Er stöhnt laut und verzweifelt und geht.

Muss ich eben allein Liebe machen…

Menschliche Scheißigkeit

Ich neige ja dazu, die Schuld bei mir zu suchen, wenn zwischenmenschlich irgendwas schief läuft. Ich weiß: Ich bin nicht der einfachste Mensch. Ich bin zickig. Ich bin aufbrausend. Ich bin egoistisch. Ich bin ungeduldig. Ich bin schnell gekränkt. Ich habe nicht das beste Gespür für Ton und Timing. Ich bin oft viel zu offen und direkt. Ich drücke mich oft nicht klar genug aus. Es ist einfach nicht leicht, mit mir umzugehen und ich stehe schnell mal bei jemandem auf dem Schlips. Wenn es also knirscht und knallt, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht mal so klein, dass es an mir liegt.

Im Moment habe ich allerdings mit so viel menschlicher Scheißigkeit zu tun, dass ich sagen muss: Ich kann halt auch nicht an allem Schuld sein. Ich kann nichts für die Arroganz anderer Leute. Ich kann nichts für ihre Selbstüberschätzung. Ich kann nichts für ihren Tunnelblick. Ich kann nichts für ihre Kritikunfähigkeit. Ich kann nichts für ihre Dummheit.

Ich bin auch nicht dafür verantwortlich, dass jeder immer alle Infos hat. Ich muss auch nicht jedem und allem immer hinterherrennen. Ich muss nicht vermitteln.

Wenn die Leute aufgrund ihrer eigenen Fehler, Unzulänglichkeiten und Irrtümer meinen, sich scheiße Verhalten zu müssen: bitte. Aber ich bin raus.

Menschen… 🙄