Kann es sein, dass du dumm bist oder sowas?

Folgender Trialog hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach wiederholt.

Chefin zu meinem Teamleiter: Kannst du mit Darf man das? mal über die Rückkehr aus dem Home Office in die Redaktion sprechen?

Teamleiter schreibt mir: Du, die Chefin fragt, wann du wohl wieder in die Redaktion zurückkehrst.

Ich raste dem Teamleiter in die Sprachnachricht aus: Kann die Alte mit mir persönlich sprechen, wenn sie was will und nicht immer dich vorschicken? Ehem. Verzeihung, du kannst da nix für. Sag ihr, meine Haltung zu „eure Argumente sind Bullshit, Long Covid ist real, meine Arbeit ist 100% online und zu Hause nervt mich keiner mit Bullshit“ hat sich nicht geändert. Und sie möchte bitte in Zukunft direkt mit mir sprechen!

Teamleiter zur Chefin: Sie kommt erstmal nicht wieder rein, sprich doch bitte mit ihr persönlich.

Heute hatte er seinen ersten Arbeitstag nach dem Urlaub.

Teamleiter schreibt mir: Hat sie in meiner Abwesenheit mit dir über das Thema Home Office gesprochen? Klang so, als solle ich bald mal wieder mit dir darüber sprechen.

Ich so: Lololololooo! Dann hätte sie ja mit mir sprechen müssen. (Ich warte derweil immer noch darauf, welche der angekündigten neuen Aufgaben ich eigentlich seit Juni machen soll, da hat sie auch immer noch nicht mit mir drüber gesprochen.) Sie hat auch nicht mit mir darüber gesprochen, dass ich gekündigt habe. Hat sie mit DIR darüber gesprochen, dass ich in deiner Abwesenheit gekündigt habe???

Hatte sie nicht. Aber gut. Kommunikation geht ja nur, wenn wir in der Redaktion arbeiten. Deswegen sollen wir ja in der Redaktion arbeiten. SO kann sie ja unmöglich mit mir reden…

Girl, übergeschnappt

Hätte man mich vor ein paar Tagen noch gefragt, wie es mir geht, hätte ich gesagt: „Eigentlich ganz gut. Muss man am Sommer liegen.“ Die dumpfe Schwere ist verschwunden. Das dunkelschwarze Weltempfinden.

Heute sage ich: Was ich als gut empfinde, ist eigentlich die Abwesenheit von Emotionen. Ich fühle nichts. Wobei: Nichts ist gelogen. Ich fühle Angst. Meine übliche Angst wegen dies und das und Quatsch. Und ich fühle Todesangst. Immer wieder. Aus dem Nichts. Bis ich merke: Das ist gar nicht meine Angst. Sie ist verknüpft mit sehr realen Situationen, sehr lebensbedrohlichen Situationen – nur habe ich sie gar nicht erlebt. Und dann ist sie weg und lässt mich mit dem umgedrehten Magen zurück.

Es muss die Hitze sein. Die drückende Spannung. Eine Emotionsspiegelung.

Zeit hat die Konsistenz von Grießbrei. Glibberige Raufasertapete. Intransparentes Vorbeischleimen. Mir fällt es schwer, Realität von Alptraum zu unterscheiden. Vielleicht weil meine Alpträume so real wie die Realität sind. Oder die Realität so alptraumhaft wie die Alpträume. Fließende Übergänge. Wie Grießbrei. Intransparentes Ineinanderschleimen.

Ist es ein Alptraum oder geht die Ordnung verloren? Es sind kleine Dinge, die nicht stimmen, aber sie stimmen sehr nachhaltig nicht. Kleine Dinge, die das Chaos vorhersagen. Die wie ein Barometer Richtung Apokalypse fallen. Subtil. Mit vorstürmischer Ruhe. Bin ich die Einzige, die sie bemerkt? Alle machen weiter wie bisher. Oder tun sie nur so und warten bis jemand anders zuerst zuckt? So wie ich. Die Fassade vor Angst und Todesangst.

Ich verliere den Überblick im Grießbrei, den Alpträumen und der Angst anderer. Ich finde Löcher in meiner Ellenbeuge als hätte mir jemand Blut abgenommen. Ich kann mich beim besten Willen nicht an einen Arztbesuch erinnern. Ich gehe davon aus, dass es die Katze war. Denn es gab gar keinen Anlass für einen Arztbesuch. Oder kann ich mich nur an die Alptraum-Realität nicht erinnern? Wenn ich anderer Leute Emotionen fühle, verschlampe ich dann anderer Leute Erinnerungen?

Mein Gehirn hat sich ganz offensichtlich für eine Trennung von sich selbst entschieden. Ein Teil kümmert sich um Alltag, Vertragsverhandlungen, Funktionieren. Lächeln und Winken. Der andere dreht grad völlig frei. Der ist an irgendwelche harten Drogen geraten von denen ich nichts weiß. Das könnte mir Angstgestörten eigentlich Angst machen. Aber beide Teile sind sich einig: Ist mir total egal.

Wochenenderleuchtung

Nachdem nach mir auch der Arbeitsgatte, mein Kollege M., ein Volontär und noch zwei Kollegen meinen ehemaligen Arbeitsplatz verlassen haben, musste das fette Arschloch einen Wochenenddienst übernehmen. Und stellte in der Montagskonferenz fest: Der Workload ist nicht zu schaffen! (Und er hatte dabei nicht mal ein fettes Arschloch im Nacken…)

(Ganz viel Liebe an den Ex-Kollegen, der mich weiter mit so wunderbarem Gossip versorgt. Unbezahlbar.)

Gehen Sie weiter…

Ein Psychologe sagt im Fernsehen: Es ist oft schwerer, den Co-Abhängigen zu helfen, als den Abhängigen selbst. Bis DIE mal aufhören, sich für alles verantwortlich zu fühlen und alles zu regeln…

Und das Darf man das? sitzt da und heult.

Schnieft und richtet sich die Haare.

ICH KANN NICH AUFHÖREN MICH ZU KÜMMERN, DANN FLIECHT HIER DOCH ALLES AUSEINANDER.

Ehem. Hier gibt es nichts zu sehen!

Wir befinden uns im elften Jahr nach Beendigung des Co-Abhängigen-Verhältnisses…

Old habits die hard.

True Soulmates

Wahre Seelenverwandtschaft zeigt sich unter anderem im geteilten, herausragenden Sockengeschmack…

Image-1

#TraumfrauendieeinemdenTagretten ❤

… und in dem, was der Kollege G. mir in der Konferenz auf den Notizzettel malte:

PHOTO-2018-10-25-15-15-11

#bemyworkhubby ❤

Berechtigte Fragen zu unsrer geistigen Reife beantworte ich mit: 12.

Nennt mich Аннушка

Die Nymphomane Laterne verleitete (verlitt? verläutete? verleihte?) mich dazu, denselben Test zu machen, der auch zu ihrem Blog-Alias führte.

Ich bin passenderweise ein verruchtes Tampon.

Ich musste irgendwie an mein schönstes Urlaubssouvenir denken:RuT

Ich bin ein verruchtes russisches Tampon! Nennt mich Аннушка.

IMG_2150

RRRrrr.

Jeg bærer solbrillene mine om natten*

Ich würd euch ja Gschichten ausm Land der Mitternachtssonne erzählen….

IMG_0910

Stor Buøya, 68°07’42.1″N 13°51’47.6″E

Ich glaub aber, mein Koffer hat schon mehr erlebt als ich. So richtig will er nicht auspacken, aber das was mir die Leute von SAS bei meinen entnervten Anrufen und die ein Dutzend Aufkleber und Zettel an meinem Koffer (ohne Witz, n Dutzend!) erzählten, erlaubt es mir, mir die Geschichte einigermaßen zusammenzureimen.

Der Koffer ist schon in Kopenhagen ausgestiegen. Ich nehme an, der war muksch, weil er da beim letzten Mal nicht mitdurfte und hat sich jetzt mal alles angeguckt. Dann hat er natürlich den Flieger verpasst und kam nicht wie versprochen noch in der Nacht, sondern trödelte noch rum. Ich nehme an, in Bergen lernte er eine fesche Reisetasche kennen, jedenfalls kam er erst superspät nach Ålesund getrödelt, wo er mich – huuups – verpasst hat – und is dann direkt zu seiner feschen Tasche nach Bergen zurück. Was ihn dann nach Oslo getrieben hat, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Ob er sein Täschchen groß ausführen wollte oder ob ihm Bergen einfach zu provinziell war? Und ich saß da mit schweineteuren neuen Unterbüxen aus Trondheim und ohne warmes Jäckchen. Ob er sich erbarmte oder einen Arschtritt bekam – wir wissen es nicht. Nach drei Tagen on the road stand er da in Bodø, ganz unschuldig…

Ganz die Muddi, das kleine Arschloch!

(* I wear my sunglasses at night.)

Super-Streber-Fail

Da bin ich super stolz auf mich, weil ich dem Mann an der Resepsjon in meinem dollen Norsk, das ich mir im letzten Jahr druffgeschafft habe, erläutere, dass SAS kofferten min verbummelt hat und ich bitte geweckt werden möchte, wenn der ankommt (angeblich so gegen 2 in der Nacht). Und dann kommt eine ewiglange Antwort auf Norwegisch und ich versteh haargenau gar nix. Super.

Und dann stehe ich am Fjord, mache die schönsten Fotos von Piepmatzen und meine Kamera teilt mir seelenruhig mit: Keine Speicherkarte. Stümmt. Die liegt aufm Schreibtisch in der City Provinz.
Jetzt ist die Frage: Kaufe ich eine zu norwegischen Mondpreisen oder mache ich eine Reise ohne Fotos? Mal sehen…

Ach, und DANN verpasste mir die Tante vom Flughafen ein Overnight-Kit für Herren. Ob ich einen Wikinger mit Rasiercreme in mein Bett locken kann?