Und nun das Fazit.

Normalerweise beginne ich um diese Jahreszeit das große Gemaule. Alles schlimm. Dieses Jahr ist so vieles anders.

Ja, schlimm: Die Oma ist gestorben. Die Eltern sind total ausgeflippt. Die Muddi ist im Krankenhaus verschollen (es ist übrigens fast GAR NICHT stressig, wenn man nach einer riskanten OP nix von der Muddi hört. Für euch getestet.) Ich war ewig totsterbenskrank.

War schon doof.

Dafür bin ich endlich umgezogen. In eine zwar abgelegene, aber doch sehr, sehr nette Gegend. Am See. Herrlich.

Ich habe endlich einen neuen Job. Der ist jetzt zwar nicht das Anspruchsvollste, was ich tun könnte, dafür habe ich Spaß. Mit meinem geliebten G. Dem schönen L. Dem fabelhaften F. Dem stilltiefen Wasser M. Dem uncharmanten Herrn B. Dem fetten (seine Worte!) G. Dem völlig irren Chef. Und ja, irgendwie auch dem Nerd. Hassliebe. Meine verrückten Jungs…

Ich war viel unterwegs. In Polen und auf Usedom. In diesem komischen Sachsen. In Russland. In Norwegen. Beim Schneewittchen hinter den sieben Bergen. Auf Rügen. Und auf Usedom – und dann auch gleich wieder in Polen. In München. Und eh dauernd in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Und ja, auch in Berlin. Und am Mittwoch geht’s gleich weiter mit diesem Unterwegs.

Ich war viel am Wasser. Hier am See. An der Ostsee überall. An der Nordsee, am Nordmeer, an der Barentssee. Am Stettiner Haff. An der Elbe, der Oder, der Moskwa, der Newa, der Isar, dem Siebenbergebach.

Ich hatte viel Sonne. Schon allein wegen diesem irren Sommer. Und der Mitternachtssonne in St. Petersburg. Und der Mitternachtssonne in Norwegen. Nehm ich mehr von. Diese Woche noch 🙂

Ja, doch, war ganz ok, dieses 2018. Wer hätte das gedacht. Nur das mit dem Sex war irgendwie… Lassen wir das…

Was will ich von diesem 2019? Mehr Unterwegs! Chile ist klar, geplant sind Buchmesse und endlich, endlich wieder Batzelooona. Vielleicht Portugal? Auf jeden Fall zur Eheschließung des liebsten Exkollegen. Und irre viel Hamburg. Und was immer noch so anfällt 🙂
Im Job: Mal sehen, wie der Chef sich rührt. Er hatte ja „Großes“ mit mir vor. Ich habe eine Ahnung, was er plant, DEN Zahn muss ich ihm ziehen. Ich habe einen anderen… Wir werden sehen… Vielleicht wird’s dann weniger schimpansig…
Und das mit diesem Sex… lassen wir das. Ich bezweifle, dass das unter diesen Vorzeichen noch was wird.

In diesem Sinne: Frohes Neues!

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Psych-out

Womit ich mich am Wochenende so rumschlage:
Da poste ich auf der Facebookseite meines Arbeitgebers einen Artikel mit einem konkreten Leseraufruf. Wenige Stunden später finden sich dort 150 Kommentare. In 140 davon wird sich aufgeregt. Das Übliche: Die Gleichschaltung, die Meinungsdiktatur, Fake News und jede Menge Beschimpfungen. Ihr kennt das. (Es ging übrigens nicht um das, was ihr wieder denkt, sondern um Achtung: Pflanzen! Und Kinder. Hülfe!) Acht Leute freuen sich über das Engagement der vorgestellten Akteure und wünschen sich mehr davon. Und 2 (zwei!) machen tatsächlich Vorschläge.

Eigentlich sollte man das ganze Geblubber löschen, wegen am Thema vorbei. Dann hat man aber wieder das Geschrei von wegen Zensur und Meinungsdiktatur und so von diesem Besorgtbürgertum.

Und die Leute fragen mich immer, warum ich nach Wochenenddiensten über psychische Erschöpfung klage…

Dann rotze ich auf Anweisung des Leitenden eine total blödsinnige Gaga-Meldung zusammen, poste sie ebenfalls auf Facebook – unter lautem Protest, wenn auch wohl fürchtend wissend, dass das wahrscheinlich einigen Anklang finden würde. Und siehe da, die Meldung geht steil.

Und die Leute fragen mich immer, warum ich so wenig motiviert bin, geile Geschichten zu recherchieren…

Perlen… Säue… Ihr wisst schon.

Redaktionsgesprächsfetzen

Arbeitsgatte: Guck mal, n Thema!

Darf man das?: Das ist doch laaaaaaangweilig.

Arbeitsgatte: Hast du was Besseres?

Darf man das?: *Seufz* Nein.

Arbeitsgatte: Dann mach es. SCHNELL.

Darf man das?: Meeeh.

Grafiker (der in abendlicher Langeweile bei uns rumgammelt): Hol die Peitsche raus!

Darf man das?: *schnurr*

Arbeitsgatte: Ich wollt grad sagen, ich bin nicht sicher, dass sie das unangenehm fände…

Darf man das?: Hmmm, mehr, fester.

Grafiker: Und dann nimmt sie dir die Peitsche aus der Hand und zeigt dir an dir, wie fest sie es will, hmm?

Darf man das? und Arbeitsgatte: Hmmm, nein!

(Ich vermute, wir dachten nicht unbedingt das Gleiche dabei…)

Jahresendzeitstimmung?

Offensichtlich müssen alle noch schnell was zum Ficken kriegen, bevor das Jahr zu Ende geht. Ich nehme mich da nicht aus.

Dieser eine Typ, der ständig in meinem Kopf umhergeistert, kuschelt mit einer Tussi rum. Ich will ja gar nichts mit ihm anfangen, das wäre ja eine dumme Idee. Aber mein dummes Ego will, dass er mich will (sehr faires Arrangement, finde ich…). Und so kriege ich eine höchst erwachsene Eifersuchtskrise und verbreite schlechte Laune.

Der Nerd turtelt wie üblich mit der Volontärin rum, schließlich machen sie gemeinsam nen Abflug. Den dritten Tag in Folge, wie der Redaktionsleiter feixend feststellt. Vielleicht hat sich die Sache für mich jetzt endlich wirklich erledigt.

Schließlich sind der Arbeitsgatte und ich allein in der Redaktion. Wir kaspern rum, er hellt meine Stimmung deutlich auf. Ich himmle ihn ein bisschen an, fordere ihn auf, sich nackich zu machen (was er ignoriert) und biete ihm – wenn auch sehr durch die Blume – die Aussicht auf Blow-Jobs. Entweder hat er es nicht verstanden, oder es sehr galant ignoriert. Es gibt ja auch Männer, die ihren Frauen treu bleiben…

Derweil schreibt mir No. 8. Unerwartet, aber nicht ganz überraschend. Es geht auf Januar. Männer sind so sentimental. Er lädt mich ein für’s nächste Wochenende, ins Hotel und so… Abgeneigt bin ich wahrlich nicht, endlich mal wieder hemmungslos vögeln… Aber da bin ich dann schon in Chile. Er schlägt ein Treffen nach dem Urlaub vor, aber wer weiß. Vielleicht bin ich bis dahin wieder abgekühlt…

Throwback Wednesday

Vor einem Jahr fragte Jule mich: „Wenn du am 31. Dezember 2018 auf das Jahr zurückblickst, worauf möchtest du besonders stolz sein?“ und ich antwortete: „Dass ich meinen Superjob super mache.“

Und ich habe nicht dran geglaubt. Ich habe nicht daran geglaubt, dass ich einen Job finden würde, den ich auch nur ok finden würde…
Vielleicht habe ich nicht DEN Superjob, aber er ist schon ziemlich gut. Und ich mache ihn schon ziemlich gut.

Vor einem Jahr forderte Jule mich auf: „Gib deinem Jahr 2018 einen Claim!“ und ich schrieb: „Alles neu!“

Das trifft’s ganz gut.

Kurios. Aber schön kurios. 🙂

Schulhof

Ich mag das ja, unter Männern zu arbeiten. Es ist wie auf dem Schulhof. Irgendjemand macht immer einen Penis-Witz. Und unsere Penis-Witze sind (meistens) wirklich komisch. Die schlimmsten dummen Sprüche gehen dabei auf mein Konto. Weil ich all die Dinge ausspreche, die sich die Jungs in Gegenwart einer Frau nicht so recht zu sagen trauen.

Manchmal ist es auch wie auf dem Schulhof, weil ein Meeeedchen im Raum ist. Dann geht die Balz los. Das mag ich dann nicht so. Bei mir haben sie es ja zum Glück nur kurz versucht. Manchmal kommt es kurz wieder auf, wenn ich zu direkte Anspielungen mache – so sabberte der Nerd-Kollege mir neulich ordentlich auf den Schreibtisch, als ich auf die irre originelle Frage, ob Veganerinnen eigentlich schlucken dürfen, antwortete, dass man damit dem Tier Mann ja was Gutes täte und: Du würdest das wahrscheinlich ganz gut finden, wenn ich dir einen blasen würde.

Aber im Grunde bin ich ja einer von den Jungs.

Umso unerwarteter traf mich die zusammengeknüllte Brötchentüte, die mich fast traf, als ich aus der Kaffeeküche kam. Ohne Grund und Ankündigung über zwei Schreibtische hinweg geworfen – gezielt auf mich, weit entfernt von jedem Mülleimer. Der Werfer breit grinsend, breitbeinig auf seinem Stuhl. Wie auf dem Schulhof!

Seit Tagen wurschtelt der um mich rum, lobhudelt meine Arbeit, selbst wenn sie kacke ist, freut sich für alle hörbar über mein mittägliches Aufkreuzen in der Redaktion (endlich, Frau Fragezeichen!), versucht, mich für andere Arbeiten – auf seiner Seite des Ladens – zu empfehlen, erinnert sich mit nostalgischer Stimme an unsere gemeinsam, einsam in der Redaktion verbrachten Samstagabende, hat ständig irgendwelche Extraufgaben für mich – für ihn persönlich zu erledigen- und hat auf jeden Spruch eine – zugegebenmaßen witzige – Replik. Der Komplimente-Weltmeister-Print-Chef.

Ich mag ihn wirklich – ich würde sogar behaupten, er sei mein Lieblingskollege. Auch wenn er der letzte ist, den ich sieze. Weil ihn alle siezen und er alle zurücksiezt. Ich find ihn auch sausexy – er ist in diesem Alter, in dem Frauen trutschig werden und Männer reif. Ihr wisst schon. Aber… neinnein. Ich vögle keinen Kollegen. Und erst recht nicht einen mit scharfer Braut und kleinem Kind daheim. Neinnein.

Am Ende ist das doch ganz schön anstrengend, unter lauter Männern zu arbeiten…

Jo

Der CvD trällert zum Abschied: „Danke für deinen Kommentahaaar. Du wirst morgen Hasspoooost kriegen.“

Und ich trällere zurück: „Ich weiheiiiiß“ und bin so gespannt, wer mich mehr hassen wird.

Läuft. Gnihi.