Troll dich!

Der Arbeitsgatte und ich haben uns in den letzten Wochen wenig gesehen. Erst hatte ich Urlaub, dann hatte er Urlaub, dann habe ich Wochenenddienste abgebummelt…

Jedenfalls sind wir nun wieder vereint und er ist… anhänglich! Gibt mir Kaffee aus, füttert (!) mich mit Kuchen (nicht etwa: stellt mir Kuchen hin, sondern schiebt mir die Gabel – seine Gabel – in die Fresse), nötigt mich, seinen Bart zu flauschen, schreibt mir liebevolle Nachrichten und eigentlich grabbeln wir ständig aneinander rum.

Und er hat ständig sowas parat wie: Ficken? … Da träumste von, was?

Mein Hase, nein, ich träume nicht davon. Aber prinzipiell hätte ich nix gegen ficken. Aber dann mach halt auch! Trau dich einfach, ziehs durch! Aber wenn dus doch nicht ernst meinst, verzieh dich einfach!

So eine Energieverschwendung.

Grmpf.

(Mal ganz abgesehen davon, dass ich gerade wirklich schlimm doll untervögelt bin. Das ist einfach seelische Grausamkeit!)

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Zuuufälle gibt’s

Zufällig saßen die Kollegen, die sich schon mehrfach beschwert haben, dass ich nie zum Kneipenabend mitkomme, an meinem Heimweg. Zuufällig hatten sie eine Flasche von meinem Lieblings-Nordlichter-Bier dabei. Während alle das Lokalgebräu tranken. Zuuufällig handelte es sich dabei um eine Flasche in „Mädchen-Größe“.

Zufällig vor meinem Abendbrot. So war ich angemessen schnell betrunken.

Was die Herren mit dieser Kette von Zufällen beabsichtigten, entzieht sich leider meiner Kenntnis, ich musste dann auf’s Klo. Sorry Jungs, bis morgen!

Liebes-Gesprächsfetzen Schleimer-Edition

Wie heißt eigentlich die neue Volontärin, fragt der Volontär. Ich hab mich noch gar nicht vorgestellt.

L., glaube ich, sage ich. Ich hab mich auch nicht vorgestellt. Möglicherweise weiß sie noch gar nicht, wie ich eigentlich heiße.

Na, DAS weiß sie besser!, sagt er streng.

Wieso das denn?, frage ich.

Na! Du bist hier die… – man sieht, wie er in Gedanken die Finger abzählt – … die ungefähr drittrelevanteste Person!

Wa?

Jetzt nimmt er wirklich die Finger: Na, die relevanteste Person ist Frau S. (die oberste Sekretärin). Wenn die mal nicht mehr hier is, können wir den Laden dicht machen. Dann wird das hier abgewickelt und wir tun so, als wär das alles nie passiert! (Wo er Recht hat…) Die zweitrelevanteste ist die IT. (Jaaa, naja. Ja.) Und dann kommst schon du. Na, und n bisschen der M.

Mein Lieblingsvolontär! ❤

Goldig

Der Arbeitsgatte findet, es sollte mir peinlich sein, dass ich dauernd mit dem Nerd „rumschäkere“.

Der Nerd macht sich gar nicht mehr die Mühe, seine Versuche als Scherz zu tarnen. Er macht ganz klar: Er will ficken! (Wobei ich sehen möchte, wie er reagiert, wenn ich sage, alles klar, fick! Ob er sich dann noch traut…)

Weil mir der Arbeitsgatte immer noch sympathischer ist, benutze ich ihn nach 1000 Tagen früh aufstehen als Kopfkissen. Dem Nerd zerfällt komplett das Gesicht. Der Arbeitsgatte riecht gut und ich bewege meinen Kopf keinen Millimeter von ihm runter. Er reicht mir Kaffee. (Wirklich ausgezeichnetes Arbeitsgattenmaterial!) Der Nerd wird unruhig.

Und markiert dann den ganzen Tag mit eindeutigen Bemerkungen sein Revier. Und irgendwann ranzt der Arbeitsgatte ihn an.

Ich hab stundenlang gelacht. Und jetzt muss ich mal ein Machtwort sprechen!

Rhetorikseminar für Gespräche mitm Chef Teil 1

Mein Chef nimmt in der Diskussion gerne Positionen des „gemeinen Bürgers“ ein, wegen der Lesernähe und so. Dumm nur, dass das alles nur in seinem Kopf stattfindet und er eigentlich keine Ahnung hat, was der „gemeine Leser“ so denkt.
Besonders gerne nimmt er die Position des allseits unbeliebten „besorgten Bürgers“ ein, um uns alle zu provozieren, uns dabei zuzugucken wie wir ausrasten und dann grinsend zu sagen: „Schreiben Sie das auf!“

Heute hat er sich als Ossi versucht. Nun stammt der Mann aus NRW und ist damit so Wessi wie geht. „Wir Ossis…“, setzt er zu einer eindeutig länger zu werden drohenden Rede zu uns vier anderen Wessis in der Runde an und ich unterbreche sofort: „Wir Ossis?!? Ja klar, SIE alter Ossi, natürlich!“

„Frau Fragezeichen, diskriminieren Sie mich gerade wegen meiner Herkunft?“, poltert er. „Haben Sie sonst noch etwas an mir auszusetzen, meine Hautfarbe vielleicht?“

„Naja, Sie sind ein alter, weißer Mann, Sie sind praktisch das Feindbild per se.“ Ich weiß schließlich auch, wie ich ihn maximal provozieren kann.

„Aha!“, mault er. „Sonst noch was? Mein Geschlecht vielleicht?“

„Hab ich doch grad gesagt, Sie sind ein alter, weißer Mann.“

Er steht auf und rennt aufgescheucht rum. „Möchten Sie vielleicht auch noch meine – vermutete – politische Überzeugung kritisieren?“

„Hab ich doch grad gesagt, Sie sind ein alter, weißer Mann.“ Ich muss das Kichern so sehr unterdrücken wie alle meine Kollegen.

Der alte, nicht mehr weiße, sondern Bluthochdruck-rote Mann hat Schnappatmung. Dann geht er dramatisch ab.

Und wir werden nie erfahren, was das nun mit „uns Ossis“ auf sich hat.

Nöler

Der Arbeitsgatte mault über mein „Geturtel“ mit dem Nerd.

Der Nerd und ich schreiben uns den ganzen Tag Schweinkram. Er muss mehrfach den Feierabend verschieben, weil er mit dem Ständer in der Bukse nicht vom Schreibtisch aufstehen will.

Und dann mault er, weil ich nicht auf seine Einladungen eingehe und ihn nach meinem Feierabend regelmäßig fallen lasse wie eine heiße Kartoffel.

Ich bin aber auch gemein…

Hormone. ?

Seit Wochen schwallt der Arbeitsgatte mich nicht mehr mit seinem Auto zu (sehr erfrischend), sondern damit, dass seine Freundin und er sich auf eine Vernunftehe geeinigt haben (ist das nicht romantisch?).

Nun denn.

Derweil schwallen der Nerd und ich uns auf Facebook mit mehr ein- als zweideutigem Zeug zu. Mitunter kommentieren wir unsere Nachrichten auch laut, quer durch die halbe Redaktion. Dabei viel Gekicher.

Und der Arbeitsgatte? Plötzlich reagiert er höchst eifersüchtig.

Niedlich…