Regenbogenglitzerlaune

Ist das amaaaaaazing, wenn man mal so schöne Nachrichten schreiben kann.

Und man zwischen Abstimmungsergebnis und Arbeitsmarktdaten noch nen Schnaps kippen muss, weil man das vor drei Tagen vor den Kollegen großkotzig angekündigt hat, weil man nicht wirklich dran geglaubt hat, dass es die Abstimmung tatsächlich geben würde. (Ich verliere sonst nie Nachrichtenwetten!)

Minischritt gegangen. Noch so viel zu tun. Noch viele Worte zum Sonntag fällig. Bis es irgendwann egal ist, welches Geschlecht und welche Sexualität man hat (ich Idealistin!).

Freue mich trotzdem noch ein bisschen regenbogenglitzerig. Und schwinge mich gleich noch in den Zug in die Heimat. Der Tag wird immer besser 🙂

Because it’s 2017

Ich bin ja schon ein alter Nachrichtenhase. Ein zynischer Nachrichtenhase. Mich überrascht eigentlich nix mehr. Mich bewegt auch nix mehr so richtig.

Heute hat einer in der Redaktion Zwiebeln geschnitten!

Morgens wollt ich ja gar nicht glauben, dass das mit der „Gewissensentscheidung“ in absehbarer Zeit was wird, jaja, Sommerpause, Wahl, noch dümmere Ausreden als „ich tu mich schwer damit“. Wurde dann immer zuversichtlicher und habe mich mit dem Hasi ganz emotional gechattet. (Ausgerechnet heute, da haben die ganze Zeit der Chef und der Bewerber bei mir im Büro gehockt..)

Sollte es möglich sein, einen kleinen Schritt ins 21. Jahrhundert zu machen? So einen ganz kleinen? Nach jahrelangem sinnfreien Geschwurbel noch DIESE Woche? Ein Schabowski-Moment?

Naja, bleiben wir mal auf dem Teppich, ein winziges Mini-Schrittchen. Nichts Rechtsverbindliches. Alle werden nächste Woche nicht heiraten können. Es wird immer noch 1000 andere Probleme geben. Aber immerhin ein Grund, meinem Facebook-Kontakt ganz viel Homo-Kram in die Timeline zu liken. Mehehe.

Und dann hat mich der Chef auch noch drei Mal (!) gelobt heute („meeegageil!“).

Es muss am Wetter liegen…

Sorry gays

Jemand fragte mich, warum ich denn auf Facebook so oft „irgendwelchen Homo-Kram“ like, obwohl ich doch selbst nicht homo sei.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich auch nicht wirklich als hetero bezeichnen würde: Muss ich denn direkt betroffen sein, um mich für etwas einzusetzen?

Ich bin hier auch kein Ausländer und finde Ausländerfeinde doof. Ich bin kein Tier und setze mich trotzdem für Tierrechte ein.

Soll ich lieber achselzuckend hinnehmen, dass Leute diskriminiert werden, weil ich grad mal nicht Opfer bin?

Wo genau ist der Unterschied zwischen Einsatz für Minderheitenrechte und dem Einsatz zum Schutz des Urwalds, lieber Facebook-Kontakt? Außer, dass dich das eine stört und dir das andere egal ist?

Ja, kann sein, dass überproportional häufig „irgendwelcher Homo-Kram“ in der Timeline auftaucht, wenn man mit mir befreundet ist. Das liegt unter anderem daran, dass ich trotz meines Einsatzes für Tiere oft einschlägige Seiten meide, weil man da immer wieder sehr viel Qual sehen muss, das kann ich schwer ertragen. Der „Homo-Kram“ kommt dagegen oft klug und witzig daher, da gibt’s halt mal ein schnelles Like. Glücklicherweise muss man nur sehr selten gequälte Homosexuelle sehen. Eben auch, weil es nicht (mehr) einfach achselzuckend hingenommen wird, wenn einer angegriffen wird, weil er schwul ist. Eben auch, weil auch Leute, die nicht direkt betroffen sind, mal den Mund aufgemacht haben.

Aber nee, is klar, ich lass das in Zukunft lieber – on- und offline. Das stört und es geht mich ja auch gar nix an.

So weit das Wort zum Sonntag.