Lab rat

Manchmal kann ich meinem PMS direkt was abgewinnen.

Ich finde mich mit PMS selbst so unerträglich, dass ich einen Schritt Abstand von mir nehme. Früher fand ich die komische Alte, die ich dann aus sicherer Distanz betrachtete, nur ätzend. Heute beobachte ich einigermaßen amüsiert dieses possierliche Tierchen, das da so in seinem mehr oder weniger natürlichen Habitat vor sich hin wütet und komme zu allerhand Erkenntnissen.

Die Stimmungsschwankungen sind brutal. Und die daraus resultierenden Entscheidungen… interessant.

Derzeit fühle ich, das PMS-Tier, mich wie so ein albernes Schoßhündchen, dass permanent um sie herumscharwenzelt und bei jedem Leckerchen eine Pirouette dreht. Ist das dämlich. Und nervig.

Und schon habe ich das Bedürfnis, mich aus der ganzen Sache komplett zurückzuziehen und/oder mich mehr wie ein bissiger Kampfhund zu verhalten. Kläff.

Womit die Frage geklärt sein dürfte, warum das possierliche Tierchen und die Liebe nie so recht zueinander gefunden haben.

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Liebe und Wetter

– Was machst du heute noch?, schreibt No. 2.

– Keine Ahnung. Zum Pferd gehen…? Mal sehen, wie das Wetter wird, antworte ich.

– Du gehst doch sowieso zum Pferd, ganz egal wie das Wetter wird, schreibt er.

– Stimmt… ❤ , tippe ich dümmlich grinsend.

– Liebe ist stärker als das Wetter, stellt er fest.

Wo er recht hat…

Liebe in Stockholm

In Sachen Liebe glaube ich ja nicht so an Schicksal (dem ich sonst nicht abgeneigt bin).

Ich vertrete eher die Ansicht: Gelegenheit macht Liebe.

Wir verlieben uns in den Typen von der Arbeit, aus dem Sportverein, aus dem Wohnheim oder aus dem Freundeskreis…

Die Version: „Unsere Blicke trafen sich in der U-Bahn und wir wussten sofort, dass wir füreinander bestimmt waren und noch bevor wir unsere Namen kannten, versanken wir in einen innigen Kuss“ halte ich für wenig realistisch. Eher glaube ich: „Wir haben jeden Morgen um die gleiche Zeit die gleiche U-Bahn genommen, irgendwann fingen wir an uns zu grüßen, dann kamen wir ins Gespräch, tauschten Nummern aus und jetzt sind wir seit fünf Jahren zusammen.“

Leute sind mit dem komischen Typen zusammen, der immer mit irgendeiner Bekannten in die Mensa kam und mit an ihrem Tisch saß. Dabei könnte irgendein Typ auf dieser Welt viel besser zu ihnen passen, er ist ihnen vielleicht sogar über den Weg gelaufen, man lernte sich eben nicht kennen.

Wenn ich mir die Freunde meiner Freundinnen angucke, frage ich mich manchmal, ob die Liebe nicht nur ein Schutzmechanismus ist. Der Typ bewegt sich halt ständig in ihrem Umfeld und damit sie es mit dem Bekloppten da überhaupt aushalten können, haben sie sich eben in den verliebt.

Stockholm-Syndrom im Alltag.

Ich las als Teenie mal in einer dieser wertvollen Zeitschriften, dass es wahrscheinlicher ist, dass man sich ineinander verliebt, wenn man gemeinsam etwas Außergewöhnliches erlebt. Das schweißt zusammen. Man schafft gemeinsame, einzigartige Erinnerungen. Deshalb wurde empfohlen, den „Schwarm“, wie es dort immer so entzückend hieß, in den Freizeitpark zu schleppen. Das Adrenalin, die Hormone, zack, Liebe.

Stockholm-Syndrom auf Rezept sozusagen.

Da fragt man sich doch, ob das Stockholm-Syndrom nicht eher sogar der Normalzustand ist…

Aber gut, was weiß ich schon von der Liebe…

Der Waldschrat nimmt ein Bad im Selbstmitleid

Ich sinniere über die Liebe, das unbekannte Wesen. 

In der Folge übermäßigen Konsums von kitschigen Filmen und Serien ist in mir in den vergangenen Wochen der Wunsch nach einem Prinzen gewachsen, der mich wachküsst und in einen Kokon aus Liebe hüllt, in dem ich mich fallen lassen kann…

Nach einem, der tatsächlich zu mir durchdringt.

Mit positiven Emotionen habe ich es nicht so. Sie sind wie betäubt, oder mit einer dicken Schicht Dreck bedeckt, so dick, dass man sie nicht sehen und kaum fühlen kann.

Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals ausgelassen über etwas gefreut zu haben und wenn man mich fragt, wann ich mal so richtig glücklich war, kann ich höchstens ein paar Momente aufzählen, in denen ich nicht unglücklich war. Und ich kann nicht wirklich sagen, ob ich einfach nur gern Zeit mit jemandem verbringe oder ob ich verliebt in diese Person bin…

Es ist vorgekommen, dass Männer in mich verliebt waren (wie es dazu kommen konnte, ist mir unerklärlich).

Sie haben es mir gesagt, sie haben es mir gezeigt und rational wusste ich, der ist in mich verliebt. Geliebt gefühlt habe ich mich nicht.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Prinz plötzlich große Gefühle in mir wecken könnte. Und selbst wenn, fürchte ich, dass das nichts werden kann. Schließlich kann ich einem Menschen, den ich liebe, nicht so eine gestörte Alte zumuten…

Lassen wir das also.

Ich bleibe halt ein Waldschrat…

No. 2 + me = ?

Lilas Kommentar zu meinem letzten Post hat mich nachdenklich gemacht:

Führen No. 2 und ich eine Beziehung oder nicht?

Will ich das?

Was wäre so schlimm daran? Wir kennen uns ewig, haben viel gemeinsam erlebt, kennen unsere jeweiligen Familien, verbringen viel Zeit miteinander, wir verstehen uns (meistens) gut – nicht nur im Bett… Wenn ich mit jemandem eine Beziehung führen MÜSSTE, dann müsste er herhalten.

Nun bin ich nicht so der Typ für Beziehungen, mein Ego und ich, wir sind ein gutes Team, wir brauchen kein drittes Rad am Wagen. Das stört! Ich hab gern Gesellschaft, wenn ICH das will. Nicht, weil man halt zusammen ist und das jetz so angebracht wäre.

Ganz abgesehen davon: Wenn ich schon freiwillig eine Beziehung einginge, dann hätte ich dabei auch ganz gern etwas von dieser Liebe, von der immer alle quatschen.

Oder ist das eine überzogene Wunschvorstellung, induziert vom übermäßigen Konsum von Disney-Filmen?

Oder ist es vielleicht schon Liebe und merke es nur nicht, weil ich zu viel erwarte, weil ich zu viele Disney-Filme gesehen habe?