C’est Fendi

Die Jungs sind schuld!

Sie haben mich in Versuchung geführt. Sie haben mich nicht aufgehalten!

Weil die Jungs (!) an einem Regentag auf den Gedanken kamen, die Galeries Lafayette zu besichtigen und weil mir nix besseres einfiel, ich noch nie dort gewesen bin – auch weil ich nicht besonders gerne shoppen gehe, schon gar nicht dort, wo ich mir kaum was leisten kann und nix leisten will – und weil ich mich also mitschleifen ließ und geistig irgendwie nicht zurechnungsfähig war, besitze ich jetzt ein Kleid von Fendi.

Ich hab’s ja. Gut, man könnte sich auch einen Gebrauchtwagen kaufen, aber ich wohne in einer Stadt, in der man eh keinen Parkplatz kriegt und ein Kleid ist deutlich günstiger im Unterhalt als ein Auto. Zu Fuß gehen ist ja auch viel gesünder.

Man muss sich seine Unvernunft ja auch mal schönreden… Meine Kreditkarte ist immer noch ganz blass um den Mikrochip.

Jedenfalls muss das gute Stück ja ausgeführt werden. Elegant kombiniert mit Schuhen vom Deichmann :S trage ich DAS Kleid also in die Pariser Nacht.

Die Jungs bestehen darauf mich zu begleiten, fuchteln mit Bier, ich quietsche.

Obaaaacht, datt issn Fendi!

Ein watt?

Ein Fendi, sage ich. Das is Italienisch für megaschweineteuer.

Wir stellen fest, dass in Paris so ziemlich alles Fendi is. Vom OrlyBus über das Bier bis zum Ein-Euro-Laden, der hier ein 1,70-Laden is.

Und mir fällt ein, dass ich nich so genau weiß, wie ich den Fetzen nach Hause transportieren soll…

Günstig abzugeben: Fendi-Kleid, einmal getragen, nur wenige Bierspritzer, Größe entspricht XS, nur an Selbstabholer, nur noch heute, 1. Arrondissement.

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Frage des Tages

Budapest. Gefühlte 1000 Grad, gefühlte 1000 Millionen Touristen.

Darunter mindestens 10 Millionen Mädchen mit hohen Absätzen…

Waaa…?

Ich trage ja für mein Leben gerne Heels, aber doch nicht, wenn ich bei 1000 Grad 1000 Kilometer latsche. Geschwollene Füße, Schweiß, Knie, Rücken, HITZE. Das is doch alles scheiße.

Ich mein, gut, sieht natürlich nicht so schön aus, wenn man wie ich in durchgelatschten FlipFlops die dem Straßenstaub ausgesetzten, dringend einer Pediküre bedürftigen (aber gut belüfteten) Füße zur Schau stellt.

Bin ich im Urlaub oder auf einem Schönheitswettbewerb?!?

Wie viele Frauen in wunderschönen Schuhen habe ich gesehen, die sich verzweifelt Taschentücher und Servietten in den Treter schoben, um die Blasen abzudecken.

Und weil ich so ein guter Mensch bin und wegen meiner Blutgerinnungsstörung immer ein halbes Lazarett dabei habe, habe ich in den vergangenen Tagen zahlreichen wildfremden Menschen meine Großpackung dicker Pflaster unter die Nase gehalten und sie aufgefordert, sich zu bedienen.

Und mich dabei immer wieder gefragt:

Mädchen, warum tut ihr euch das an???