Fick Neujahr

Kurz erwog ich, das Projekt amaaaaaazing year wiederzubeleben. Um mich vielleicht auch auf schöne Dinge zu konzentrieren. So zur Abwechslung.

Was soll ich sagen: Die erste Woche des Jahres wollte gern ein Arschloch sein. Selbst wenn ich sie auf links drehe und schüttel: Das war nicht amaaaaaazing. Bin bloß um 200 nutzlos verpulverte Euro ärmer, eine Narbe reicher und einige Nerven runterer. Und dazu singt der Tinnitus in der 4. Woche in Folge sein eintöniges Lied.

Langsam wird das hier zum Leidmotiv (kein sic). Warum fangen neue Jahre immer so dämlich an? Gut, dass ich eh nix von diesem Neujahrsquatsch halte.

Vielleicht mache ich ein anderes Jahresprojekt. Hat jemand ne Idee?

Meh

Es ist doch die schönste Zeit des Jahres: die Zeit der Jahresend-Roundup-Depression.

Was soll ich sagen: Ich stecke gar nicht so tief drin, dieses Jahr. Es war ein schlimmschlimm furchtbares Jahr. Ich hatte recht mit meiner Prognose vom letzten Jahr: „Die ersten 4 Monate werden wie ein ICE auf mich zu und über mich rüber rasen. Danach könnte der Krise die Chance folgen. Aber Optimismus liegt mir nicht.“

Tatsächlich ist der ICE bestimmt 4 oder 5 Mal über mich rübergerollt. Es wurde so richtig schlimm, richtig richtig schlimm und richtig schlimm.

Es ist allerdings alles unfassbar weit weg. Ich weiß, mir ging’s beschissen und alles war beschissen und scheiße und bäh, aber es fühlt sich an, als wäre das in einem anderen Leben gewesen. Und alles, was danach kam: naja. Joa. Meh. Ich weiß, was ich dieses Jahr gemacht habe und was ich erlebt habe, ich kann da ne schöne Liste von machen. Aber meh. Es ist alles komplett gleichgültig. Es liegt dicke, fluffige Decke aus Meh und Gleichgültigkeit und weit weg drüber. Zwar transparent, aber wolkig. Selbst Frankreich: meh. Vielleicht hab ich mir das alles auch nur eingebildet. Oder jemand anderes hat es erlebt. Was weiß denn ich.

Das spiegelt sich auch im Blog wieder. Ich habe selten geschrieben. Nicht, dass nix los war. Aber es hat mich nicht ausreichend bewegt, um es aufzuschreiben. Weil: meh.

In diesem Sinne. Frohes Neues. Ich arbeite rein. Weil: eh egal.

Wildes Schleudern

Ich glaube jeder, der heute zurückblickt auf Dinge, die er vor etwa einem Jahr zum Thema „Neues Jahr 2020, was da so kommt“ geschrieben hat, muss gerade ein bisschen grinsen. Was waren wir naiv und unschuldig. So süß!

2020 ist fast vorbei und wem kommt es nicht vor, als sei er in den vergangenen 12 Monaten etwa 10 Jahre gealtert?

Corona war eigentlich mein geringstes Problem, im Gegenteil. Endlich müssen Leute ABSTAND halten, das ist mir enorm recht. Ich hab das schon immer gehasst, wenn mir im Supermarkt einer in den Nacken gehustet hat. Brrr. Ich hatte auch immer Desinfektionsmittel in der Handtasche, falls mir mal wieder wer unbedingt die Hand schütteln musste. Ich hoffe, dass es künftig heißt: Hände schütteln? Das ist so 2010er! Ekelhaft! Ich liebe, liebe, liebe nach wie vor das Home Office. Im Schlafanzug mit der Katze schimmeln und nebenher ein bisschen Content schubsen – vielleicht ist es doch ein bisschen ein Traumberuf. Wenn da nicht die Verrückten wären. Auch mein kurzer Ausflug in die Kurzarbeit war eigentlich ganz gechillt. Trotzdem hab ich dieses Kackvirus sowas von SATT! Leute werden krank, Leute sterben, Leute verlieren ihre Existenz, is halt kacke. Ich hab keinen Bedarf an Ansteckung, besten Dank, ist halt kacke. Mir fehlt wenig, ich geh nie shoppen, ich geh nie Party machen, Kultur gibs hier im Nirgendwo eh nie, aber manchmal wärs halt schon nett, einfach wieder mal „was“ machen zu können. Oder mir ne Wohnung in nem anderen Bundesland suchen zu können, ohne im Januar im Auto übernachten zu müssen! So Luxusprobleme halt. Und es ist schon ein Unterschied, ob man Leute nicht sehen will oder nicht sehen darf.

Ich schrieb schon vor Monaten: „Alles geht in Zeitlupe und dabei rast die Zeit so schnell, dass mir von der Erdrotation schlecht wird.“ Es trifft’s immer noch. Ich habe dieses Jahr trotz Allem gar nicht so wenig erlebt und doch kommt mir alles wahnsinnig weit weg vor. Der? Den hab ich vor 1000 Jahren getroffen. Irgendwann im Jahr 2020. Das? Das war vor Lichtjahren. 2020 halt. Ich habe vor gut 24 Stunden meinen Job gekündigt. Ewig her. (Flurfunkgeschwindigkeit übrigens: 5 Kollegen wussten in 0,5 Stunden Bescheid, ich selbst habe für drei Kollegen vier Stunden gebraucht, weil wir richtig redeten. Einer kommt wahrscheinlich sogar mit und es wird schööööön ❤ Reden ist manchmal interessant.)

Ich habe dieses Jahr alle vorstellbaren Emotionen durch. Ich erinnere mich nur durch Watte an sie. Der Rest ist Erschöpfung. Vergessen. Corona-Brain. Und der Stress, der plötzlich mit dem Jobangebot aufkam und alles überlagert. Plötzlich klammere ich mich an alles, nur weil es sicher ist. Den Job, den ich hasse, die Wohnung, die mich deprimiert….

Ich schrieb vor knapp einem Jahr: „Ja, es gab schlimmere Jahre. Schlimmer als 2016 will ich mir lieber gar nicht vorstellen, auch wenn ich es für durchaus möglich halte. Aber so ausgelaugt war ich noch nie.“ Ich kann mich beim besten Willen nicht an das Ende des letzten Jahres erinnern. Ich weiß nicht mehr, was war und wie ich mich gefühlt habe. 2016 war schlimm. War 2020 genauso schlimm? Zwischendurch hat es sich so angefühlt. Ich habe mich gefragt, ob ich all meine Resilienz aufgebraucht habe. Ich war an den dunkelsten Orten meiner Psyche. Die vergangenen sieben Tage haben mich aufgerüttelt wie eine Daunendecke, die ausgeschüttelt wird. Plötzlich muss ich unter die Lebenden zurückkehren. Und der Nebel über der Zeit vor vor einer Woche wird dichter.

Ich schrieb vor knapp einem Jahr: „Einen Ausblick auf dieses 2020 wage ich gar nicht. Was weiß denn ich, was da kommt. Ich hoffe, Veränderung. Ich fürchte: nicht.“ Was wussten denn wir, was da kommen würde! Süße Ahnungslosigkeit. Es hat sich alles verändert und doch irgendwie nichts. Meine Befürchtung für 2020 hat sich irgendwie erfüllt und meine Hoffnung wird auf den letzten Drücker erfüllt. Ein bisschen zu heftig für meinen Geschmack, aber eigentlich mag ich’s ja hart. Und ich weiß: Auch diese Daunenwolke wird sich legen. Auch dieser Wahnsinn wird vorbeigehen, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie.

2021 wird definitiv Veränderung bringen. Für mich und alle. Einen Ausblick auf dieses 2021 wage ich nicht. Ich gebe nur die Prognose: Die ersten 4 Monate werden wie ein ICE auf mich zu und über mich rüber rasen. Danach könnte der Krise die Chance folgen. Aber Optimismus liegt mir nicht. Wir werden es sehen. Ich lasse den ICE rollen. Und dann sehe ich weiter.

Vor knapp einem Jahr schrieb ich: „Ereignisloser Neujahrsdienst, wo gibts denn sowas! Nächstes Jahr gebt ihr euch wieder mehr Mühe, ok? Ohne unschuldige Affen zu töten, bitte!“ Jetzt müsst ihr kreativ werden! Ich bin ja herzlich froh über Stillvester. Aber der Neujahrsdienst droht RICHTIG lang zu werden. Denkt euch was aus! Und kommt gut rüber!

2021 wird… 2021.

Fazit und so

Normalerweise kommt ja am Ende des Jahres immer mein Fazit und maule, wie schlimm wieder alles war. Also, letztes Jahr war kurz ok, aber sonst immer alles schlimmschlimmschlimm. Kurze Selbstmitleidserenade.

Dass das dieses Mal mit einem Tag Verspätung kommt, ist ziemlich symptomatisch. Ich krieg N-I-X gebacken. Ich bin körperlich und emotional komplett erschöpft. Wenn es nach mir ginge, würde ich nur noch rumliegen.

Was eigentlich ganz gut anfing als dieses sogenannte 2019, begann bereits im Februar irgendwie meh zu werden und während ich noch dachte, das ruckelt sich schon noch wieder zurecht, begann eine unaufhaltsame Abwärtsspirale, die sich bis heute fortsetzt. Und ich kann nur zusehen und in all meiner Erschöpfung nichts tun.

Ja, es gab schlimmere Jahre. Schlimmer als 2016 will ich mir lieber gar nicht vorstellen, auch wenn ich es für durchaus möglich halte. Aber so ausgelaugt war ich noch nie.

Immerhin habe ich eine ständige Begleitung beim Rumliegen: die schwarze Prinzessin. Auch wenn sie schon wieder Grund ist, mir Sorgen zu machen. Ganz schlimm: Das schlechte Gewissen, dass ich sie wegen Madagaskar eeeeewige 18 Tage verlassen werde.

Einen Ausblick auf dieses 2020 wage ich gar nicht. Was weiß denn ich, was da kommt. Ich hoffe, Veränderung. Ich fürchte: nicht.

Das neue Jahr begann für mich mit einer besonders heftigen und schmerzhaften Menstruation – was auch immer man da reininterpretieren will. Begleitet war sie wie üblich von einem wilden Sextraum – was auch immer man da reininterpretieren will. Protagonist: Der Arbeitsgatte. Was auch immer man da reininterpretieren will.

Es wirkte wirklich realistisch und lebhaft – so sehr, dass ich noch den ganzen relativ ereignislosen Feiertagsdienst (ereignisloser Neujahrsdienst, wo gibts denn sowas! Nächstes Jahr gebt ihr euch wieder mehr Mühe, ok? Ohne unschuldige Affen zu töten, bitte!) immer wieder Bilder davon vor Augen hatte.

Und obwohl es in meinem Traum wirklich wild und sehr, sehr sexy war: Je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger kann ich mir Sex mit dem Arbeitsgatten vorstellen. Ich kann mir einfach keine Situation vorstellen, in der wir uns wirklich ernst nehmen. Das fänd ich beim Vögeln dann halt schon schön. Man muss die Situation nicht ernst nehmen. Aber den Partner.

Und somit kann ich wieder jemanden von der Vögelliste streichen. Was eigentlich nichts zu bedeuten hat, denn: Ich habe grade überhaupt keine Energie für sowas. Und meinen Körper mag ich auch grad keinem vorführen.

Wie dem auch sei. Frohes Neues und so.

Nö.

Ich hab ja noch nie so richtig Silvester gefeiert.

Der erste Grund war: Ich hab einfach Angst vor Feuer. Feuerwerk ist ein Alptraum. Habe kein Problem damit, mich mit zitternden Hunden unters Bett zu schieben. Und da ich mit Tieren aufwuchs, habe ich da schon die kuriosesten Dinge erlebt (der Gipfel: das überraschend im Winter geborene Flaschenlamm, das ich an Silvester aus der Weihnachtsbaumdeko befreite und das mir dann vor lauter Panik auf die Puschen pullerte…).

Der zweite Grund war pubertär: Alle feiern Silvester, also ich nicht. Geh dann um acht ins Bett, schüüüs.

Später kamen dann so Dinge hinzu wie: Wie kann man bitte so immens viel Geld für wenige Sekunden pfffft bezahlen? Und seit ich an Silvester und Neujahr immer arbeiten gehe, nervt mich der Lärm noch einmal mehr. Wofür denn das Ganze? Was soll denn das? Das hat mir immer noch keiner plausibel erklären können.

Außerdem ist der Zeitpunkt ja völlig willkürlich festgelegt. Jede verdammte Nanosekunde geht ein Jahr vorbei! In jeder Zeitzone zu einer anderen Stunde. Wenn ich irgendwo im Wald sitze und meine Uhr geht falsch, dann feiere ich das um 23:46 Uhr. Und das ändert was? Genau nix. Sowas Bescheuertes.

Das schönste Silvester hatte ich mal in einem kleinen Dorf in Spanien: Kein Feuerwerk weit und breit, nur das kollektive Ploppen von Sektkorken. Und Ende.

Dieses Mal war’s mal richtig bescheuert. Da bin ich gestern schon mit Halskratzen aufgewacht, hatte den langweiligsten Arbeitstag meines Lebens (rumsitzen kann so anstrengend sein), ging früh ins Bett, war wegen irgendwas sauer und frustriert, hatte immer noch albernen Eifersuchtsgroll über, hatte aus einem mir unerklärlichen Grund eine Panikattacke anrollen und überall Scheißlärm, Scheißmusik, Scheißlichter.

Um 1 rief mich eine total aufgelöste Freundin an, weil ihr Pferd völlig unerwartet eingeschläfert werden musste. Der große Bär, den ich schon vor gerade mal 12 Jahren am Tag seiner Geburt flauschte und der erst vor ein paar Tagen noch glücklich grunzend versuchte, seine 1,5 Tonnen Kampfgewicht unter meine Jacke zu schieben, damit ich ihn noch besser abkuscheln kann.

Um 7:45 Uhr holt mich dann der Wecker ins Bettoffice, ich hab Halsweh und Schwindel und Kotzerei und meine Tage und nö.

Nö, so fängt mein Jahr nicht an. Ich werde mir einen anderen willkürlich ausgewählten Zeitpunkt aussuchen, an dem mein Jahr beginnt. So.

Allen anderen ein frohes Neues.

Neujahrsfick

… wird es für mich wohl eher nicht geben. Es sei denn, es stellt sich ein Wunder ein.

Es handelt sich aber weiterhin um den häufigsten Suchbegriff, mit dem Suchende auf meiner Seite landen.

Da hatte ich FAST (!) einen Neujahrfick und schon bin ich der Neujahrsfick-Guru.

Also spricht der Guru (die Gura? Guruide?) noch mal für alle zum Mitschreiben: Für einen Neujahrsfick einfach an Neujahr ficken!
Kann mir derweil einer erklären, was es da zu gugeln gibt?

Menschen, die einen Neujahrsfick suchten, suchten auch:

„möchte ich mit dem gesicht nach unten“

Und der Guru spricht: Neujahrsfick geht auch Doggy-Style.

„dildo dieter“

Und der Guru spricht: Beim Dildo Dieter gibt’s bestimmt Zubehör für den Neujahrsfick! Ich freue mich über Erfahrungsberichte!

„beim bücken springt und auf mich und will mit mir bumsen“

Und der Guru spricht: Satzbau, Kinder, Satzbau! Ansonsten: Das Überraschungsmoment ist doch das Prickelnste am Neujahrfick.

„penis in ihr mund“

Und der Guru spricht: Beim Oralsex wird Deklination wahrlich überbewertet! Ein schöner Einstieg (und Abschluss) für den Neujahrsfick.

„nymphomane laterne“

Und der Guru spricht: Über die Neujahrsfickpläne der Laterne bin ich (noch) nicht informiert und wenn: Das verruchte Tampon genießt und schweigt.

„wichsrn für den weltfrieden“

Und der Guru spricht: „wichsrn“ ist was Feines, Weltfrieden auch, sehr guter Start ins neue Jahr. Sollte sich kein/e Partner/in für den Neujahrsfick finden, einfach mal loslegen. Ich meine ja eh, das mehr Sex mehr Frieden schafft.

„ich vögle dir das hirn heraus“

Und der Guru spricht: Auch ja! Gerne auch immer wieder bei einem Neujahrsfick!

In diesem Sinne: Rutscht gut rein!

(SEO für Dumme von Dummen.)