Oh, ein Jubiläum

Zur Abwechslung schreibt No. 1 mal wieder. Der alte Stalker hat sich sogar extra ein neues Facebook-Profil zugelegt.

Weil ich bei der Arbeit sitze und mir sehr, sehr langweilig ist, lasse ich mich auf einen Chat ein. Letztlich schreiben wir meine ganze Schicht lang. Es ist über weite Strecken eine ganz normale Unterhaltung mit viel des von mir so geliebten Intello-Gedanken-Ping-Pongs. Oft muss ich sehr lachen.

Und wie immer frage ich mich: Was treibt ihn immer wieder dazu, mir so aus dem Nichts zu schreiben? Wer läuft denn rum und denkt: Hach, heut schreib ich mal meiner Ex?

Er schreibt: Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe, als ich mich damals auf dich eingelassen habe. Ich hatte doch so glücklich vor mich hingelebt.

Ich denke: Du hättest dich nicht einlassen müssen. DU hast darauf gedrängt, das was läuft.

Ich denke an die warme Septembernacht, in der er mir auf einer Bank am Fuße der Sagrada Familia zum ersten Mal auf die Pelle gerückt ist.

Und plötzlich weiß ich, warum er ausgerechnet heute schreibt: Das ist ziemlich haargenau zehn Jahre her. Wie sentimental von ihm…

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Throwback Thursday: Barcelona

Es ist wie jedes Jahr: Kaum wird es warm in der Stadt, denke ich an Barcelona.

Immer mit Wehmut. Diese faule Zeit, in der ich so viel gelernt habe. Spanisch. Katalanisch. Dinge über das Leben. Über mich. Über Männer.

Eine Schleife in meinem Leben, die ich nicht missen will.

Und weil Barcelona so eng verbunden ist mit No. 1, denke ich an No. 1. An die Dinge, über die wir geredet haben. Die Filme, die wir gesehen haben. Die Kunst, die wir verrissen haben. Die intime Vertrautheit. Der animalische Sex von zwei Verzweifelten.

Und ich frage mich, fehlt er mir oder fehlt mir unsere Intello-Fick-Beziehung?

Und No. 1 versucht es noch mal.

Mit der folgenden, romanntüschen Botschaft:

Hach. Da werd ich doch direkt schwach…

(Text hier, Übersetzung bietet z.B. Gugel Translate – muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!)

Fast

Nachdem ich No. 1 im Sommer genüsslich ignorierte und er daraufhin nicht zu unserem Geburtstag, nicht zu Weihnachten und auch nicht zum neuen Jahr schrieb, dachte ich, wir hättens jetz geschafft.

14:05 Uhr: Neue Nachricht von No. 1

-.-

Was Hänschen nicht lernt…

Sieben Jahre Blockieren, Ignorieren, Angiften, an die Vernunft Appellieren, Ignorieren…

Und wir sind keinen Schritt weiter.

No. 1 informiert mich, dass er im Urlaub sei, „en tu querido país“.

Ich frage mich, welches er meint. Frage ihn.

Bereue es.

Er fühlt sich bestärkt. Schwallt das Facebook zu. Schickt mal wieder eine Freundschaftsanfrage.

Nein, es wird nicht besser, je häufiger man es versucht!

Fortsetzung folgt…

No. 1 war noch gar nicht fertig.

Ein paar Stunden später schickte er folgendes hinterher:

Ich hätte gern eine schöne Frau, die mich tröstet. Ich möchte meinen Kopf auf ihren Schoss legen, und dass ihre Hand meine Haare zärtlich streichelt…
Aaaaaha. Auch das interessiert mich… BRENNEND… Wie sagt man so schön in seiner Sprache: Soñar es gratis…