Von Untergängen

Es ist immer wieder amaaaaaazing auf der Elbfähre in den Sonnenuntergang zu tuckern. Trotz aller Touristen. Dafür nehme ich auch gerne in Kauf, dass es deutlich länger dauert, als mit der U-Bahn. Die Luft ist einfach besser.

Und es ist amaaaaaazing, wie schnell man sich manchmal von Leuten lösen kann. No. 3 ist mir schon lange mehr auf die Nerven gegangen als alles andere. Ich hing aber immer noch an dem, was wir mal waren. Und was ich gern mit ihm gehabt hätte. Nach seiner Kindergartenaktion konnte ich einmal herzlich lachen und ihn dann ohne viel Federlesen aus meinen Kontakten löschen.

Keine Ahnung, wer von uns beiden sich wann so verändert hat. Es ist mir mittlerweile aber auch egal.

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Es ist ein Kleinkind!

No. 3 fragt, ob er vorbeikommen kann.

– Wenn du den ganzen Weg hier rauskommen willst, um mich maximal circa zwei Stunden lang wach anzutreffen, tu dir keinen Zwang an. Bring Kondome und Falafel mit.

No. 3 fragt, wann ich endlich mit diesem Job durch bin und abends endlich wieder vernünftig Zeit habe. Und wohin ich dann eigentlich will.

– Weißichnich.

No. 3 fragt, ob er mir bei der Suche nach einer Wohnung in Berlin helfen soll.

Ich erläutere mindestens zum dritten Mal, dass ich lieber nicht nach Berlin ziehen möchte.

– Na dann lohnt sich nicht, zu dir zu fahren, wenn ich weiß, dass wir nie in der gleichen Stadt wohnen werden.

Und beendet das Gespräch.

 

 

The clash of parallel universes

No. 3 schreibt und fragt mich, ob ich einen B. kenne.

Mein erster Gedanke ist: B.? Nä. Kenne keinen B.

Dann denke ich: Moment, No. 8 hieß doch B.

Ich frage nach und stelle fest: Wir reden tatsächlich von derselben Person.

Wie wahrscheinlich ist das bitte, dass sich zwei Typen, die völlig unterschiedliche Jobs und Interessen haben, die nur verbindet, dass sie mal dieselbe Frau gefickt haben, sich kennen lernen und dabei auch noch feststellen, dass sie mal dieselbe Frau gefickt haben? Ist ja nicht so, dass wir alle drei im gleichen Dorf wohnen.

Langsam vermute ich, dass es eine „Darf man das? hat mich gelutscht – ich komme nicht mehr von ihr los“-Selbsthilfegruppe gibt. Da sitzen sie dann und seufzen gemeinsam.

Und wie realistisch ist bitte folgende Aussage:

Lustig, wir haben dieselbe Frau gefickt, kannst du sie mal fragen, ob sie mich noch mal ficken würde?

So oder so ähnlich muss das allerdings stattgefunden haben, denn No. 3 schrieb, No. 8 frage, ob ich Lust hätte, ihn noch mal zu ficken…

Womit hab ich das verdient?

In a Freitag state of mind

Die Woche ist immer so alt, wie man sie fühlt.

Habe jetzt Urlaub und deswegen wirds nu schon amaaaaaazing.

Weil ich nämlich meinen Rucksack nehme, in Richtung Baltikum und Skandinavien verschwinde und nicht gedenke, ein internetfähiges Gerät mitzunehmen.

Ein bisschen grummelig machte mich nur kurz No. 3, der nett fragte, ob ich viel zu tun hatte am Wochenende, wegen G20 und so und nach meiner Antwort „boaaar, frach nich, aber zum Glück hab ich jetz freiii“ direkt auf wilden Sex spekulierte – und sofort einschnappte, als ich verkündete: Nö. Berlin liegt nicht auf meiner Route.

Kann aber schon wieder lachen über das Kleinkind. Bububu.

Die Entzauberung

… setzt sich fort.

No. 3 fragt mal wieder, ob er nach meinem Feierabend noch vorbeikommen kann.

Ich sage mal wieder, dass er mir dann eventuell beim Schnarchen zugucken muss.

Und er wirft erneut ein, dass wir dann halt nur kuscheln.

Nun gut.

Ich bin noch am Zähneputzen, da liegt er schon splitterfasernackt in meinem Bett.

Und natürlich dauert es nicht lange, bis ich seinen Schwanz im Mund habe.

Er braucht eine Weile, bis er wieder ganz da ist und ich denke, jetzt kann ich endlich schlummern und dann fängt er an zu plappern. Und plappert und plappert. Erzählt mir von seinen jüngsten Erlebnissen und seiner neuen Arbeit. Ist das süß, wie begeistert er davon noch ist. Sein erster richtiger Job. So war ich auch mal. Vor Jahren. Ich wünsch ihm ja, dass es dabei bleibt. Im Gegensatz zu mir hat er schließlich auch was Vernünftiges studiert…

Er lässt sich über Fantasien aus, was er gerne noch mit mir machen will… Ich bin skeptisch.

Wir überlegen laut, was wir uns so für die Zukunft vorstellen. Das liegt weit auseinander. Ich habe meine Vorstellungen auch sehr geändert. Ich spüre seine Überraschung und einen Hauch Enttäuschung. Die gemeinsame Zukunft in seiner Heimat scheint wohl kein Thema mehr so zu sein 😉

Trotzdem fände er es weiterhin wundervoll, wenn ich zum Arbeiten nach Berlin käme.

Bäh, Berlin. Nur, wenns der Megatraumjob is.

Und er stellt schon von selbst ganz ernüchtert fest: Du kommst sowieso nicht nach Berlin.

Und schiebt mir wieder seinen Schwanz in den Mund.

In seinem weggetretenen Zustand danach stellt er den Wecker auf 7:15 Uhr statt 6:15 Uhr. Und springt zwei Minuten nach Abfahrt des Pendler-ICEs fluchend aus meinem Bett. Die nächsten Stunden gibts nur noch Regiobahnen…

Ich glaub, so schnell kommt er nicht wieder auf den Gedanken, herzukommen…

Und mein Bett riecht wieder komisch. Ich muss Wäsche waschen…

Sonntag Mittwoch Freitag

So etwa fühlen sich Wochen derzeit an. Zack, vorbei. Und ich werde alt und immer älter und alles bleibt scheiße. Hmpf. Nun gut.

Alors, le résumé.

Unamazing:
Der Chef, der mir jeden Wind aus den Segeln nimmt und mir seine Begleitung vorstellt mit: Das ist die junge Dame, die ich beeindrucken wollte, und ihr dann erläutert, dass er aufräumte und ich direkt vermutete, dass er Damenbesuch mitbringen will. Wo soll man den da nen dummen Spruch anbringen? Nich mal, als die beiden rotwangig aus seinem Büro kamen, fiel mir was Angemessenes ein…

???:
No. 3 schreibt, er wolle zu mir (!) kommen, unter der Woche, wenn ich bis 1000 Uhr arbeite und er um mitten in der Nacht zu seiner Arbeit muss (er is tatsächlich fertig studiert und in Lohn und Brot mittlerweile). Warum, wenn doch gar keine Zeit ist? Er will einfach mal wieder bei (!) mir schlafen.

Amaaaaaazing:
Schwinge mich nachher in den ICE nach Hamburg, die Band von J gibt sich die Ehre und ich soll mal wieder zur Backstage-Unterhaltung beitragen. Das wird spaßig. Freufreu.

Menschen nerven.

Ich kränkel vor mich hin, ich vegetiere vor mich hin, ich genieße das Alleinsein, ich habe kein Bedürfnis nach Gesellschaft und erst recht keins nach Sex.

No. 3 versucht seit Wochen, mich zu einem Treffen zu überreden. Wenn ich mich dazu hinreißen lassen, auf ein „wie geht’s?“ zu antworten, werde ich spätestens zwei Sätze später gefragt: „Was machst du am Wochenende?“

RUMLIEGEN! ALLEINE!

No. 2 will einfach Aufmerksamkeit. Egal in welcher Form. Hauptsache, ich bemerke ihn. Und wenn ich ihn nur anmotze. Und er weiß, welche Knöpfe er da drücken muss.

No. 5 schreibt mich auf Skype an. Ich habe noch mal recherchiert. Ich habe seit August 2014 nicht mehr auf seine Nachrichten geantwortet. Habe mich immer amüsiert und dann ignoriert. Menschen nerven. Ich blockiere ihn. No. 5 schreibt mich per Mail an. Ich markiere als Spam. No. 5 schreibt mich auf Facebook an. Ich lösche. Er schreibt noch mal. Ich blockiere. No. 5 schreibt einen Roman an eine andere E-Mail-Adresse. Schreibt, wie traurig ihn das macht, dass ich ihn überall einfach blockiere. Berichtet über seine Stalking-Versuche. Schreibt, dass es ihm wichtig war, dass es die Kanäle zu mir gab, auch wenn ich nicht antwortete. Weil er mir nicht einfach so ein schönes Leben wünschen und dann nicht mehr an mich denken könne. „Dazu war mir unsere Zeit zu intensiv.“ Buhu. „Du bist sehr intelligent und hast auch andere sehr begehrenswerte Fähigkeiten. Das macht dich zu einer kostbaren Ressource, die, jeder der davon kosten durfte, nicht missen möchte.“ Dankedanke. Muss man aber trotzdem mit leben können, dass die meisten Ressourcen endlich sind.

Als Spam markiert.

No. 5 ist noch nicht fertig. Er legt noch eine E-Mail nach. Schreibt, dass es ihn überraschte, dass ich ihn einfach blockierte (sowas!). Kommt zu dem Schluss, dass er wohl an Selbstmitleid leidet. Weil er einsam ist. (Ja, auch blinde Hühner und so…) Dass er ein Trottel war, einfach zu riskieren, was wir hatten. Schreibt, dass es seiner Ansicht nach zwei Gründe dafür geben könnte, dass ich ihn aufs Abstellgleis schob: „Entweder war ich dir egal, oder mein Verhalten hat dich nachhaltig verletzt.“ Meine Art, ihn zu ignorieren, lässt ihn auf letzteres tippen. Wünscht mir, dass ich mein Selbstwertgefühl aufbauen kann.

Ich lache Tränen.

Menschen nerven. Und manchmal belustigen sie auch. Manchmal sogar beides.

Es grüßt

der Waldschrat.