Lass uns Freunde bleiben, bittebitte

Es war ja abzusehen, dass meine windelweiche Ansage an No. 3 nicht so unendlich lange vorhalten würde. Es hat genau zwei Tage gedauert, bis er fragte, ob ich denn immer noch nicht mit ihm reden wolle. Ganz normal, ohne den Ficken-Anteil. Ich habe ihn ne knappe Woche lang ignoriert, bis ich dem Rat von Herrn Zimmermann folgend (wenn es von einem Mann kommt, ist es vielleicht verständlicher als mein Frauengebrabbel?) schrieb: Sorry nee, ich habe weder Lust noch Platz in meinem Leben für Leute, mit denen ich den Kontakt nur noch als negativ empfunden habe. Und sorry, aber mit dir fühle ich mich nicht mehr wohl.

Und ja, ich konnt mir nicht verkneifen noch nachzubitchen: Du hast ja auch selbst schon festgestellt, dass es sich nicht mehr lohnt.

Ich dachte eigentlich, dass er direkt zurückzickt. Wie das so seine Art ist. Und dann irgendwann angekrochen kommt.

Stattdessen kam er gleich angekrochen. Er möchte doch einfach nur, dass wir Freunde sind. Bittebitte. „Ich verlange gar nichts von dir“ und „Ich verspreche, dass ich dich nicht unter Druck setzen werde“.

Er hat Redebedarf. Hat seinen Job gekündigt. (Hab ich ja geahnt, dass seine Begeisterung nicht lange halten würde, aber dass das so schnell geht…) Da sieht man mal, dass 550 Facebook-Freunde auch nichts heißen. Und redet der eigentlich nicht mit seiner Freundin?

Egal. Notmyfuckingproblem.

Wobei ja doch was in mir nagt. Er war auch mal ein guter Freund, als ich ihn brauchte.

Aber dann nicht mehr so.

Notmyfuckingproblem!

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Der große Pfffft

No. 3 versuchte noch ein paarmal, mich anzurufen. Auch wenn ich nicht ganz so viel zu tun war wie am Freitag, auch wenn ich glaube, dass er schon eine Erklärung verlangen kann, denn der Kindergarten an sich war ja nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Oh nöö. Ich hatte überhaupt keine Lust, mich da ewig rechtfertigen zu müssen.

Also schrieb er mir innerhalb weniger Stunden 30 Nachrichten, unter anderem eine mit der Drohung, so lange weiter zu machen, bis ich antworte. (Hat er dann doch gar nicht sooo lange durchgehalten.)

Und er warf mir vor, mich zu verhalten wie ein Kind, weil ich ihn einfach ignoriere und ihn bestrafe, weil ich wegen irgendwas sauer bin.

Schön, dass wir uns in unserer gegenseitigen Wahrnehmung einig sind…

Und ja, er hatte offensichtlich nicht verstanden, was mein Problem war und ja, wär halt besser, wenn ich mal ne Ansage mache.

Mit jeder Nachricht stieg mein Genervtheitsgrad und ich fürchtete, dass meine Reaktion, in dem Moment, in dem ich ihm dann doch antworte, viel angepisster sein würde, als sie sein sollte.

Und am Ende wurde aus dem großen Knall ein großes Pfffft und  ich schrieb so windelweich, lalala, und derzeit hab ich halt grad keine Lust.

DERZEIT?

Mir ist echt nicht mehr zu helfen…

Wer die Nachrichtentante stört

Katalanisches Parlament, spanischer Senat, jaja, Darfmandas? kann Spanisch, jaja, Darfmandas? macht. Hektisches Puckern im Ohr.

Das Handy klingelt. Unterdrückte Rufnummer. Das letzte Mal, als mich jemand mit unterdrückter Nummer anrief, wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Also geh ich da ran. Und wenn jetzt der Atomkrieg ausbricht.

Hallo?

Straßenrauschen.

Hm. Hosentaschenanruf? Anrufer abgelenkt? Technisches Problem?

Naja passiert, zurück zu den Spaniern.

Das Handy klingelt. Unterdrückte Rufnummer.

Hallo?!?

Straßenrauschen.

Oach! Ruft euch doch alleine an!

Das Handy klingelt. Ich geh da nich ran. Egal wer’s ist. Is ja eh nur ein Hosentaschenanruf. Ruhe jetzt! Die Spanier stimmen ab.

Ich linse trotzdem aufs Display. No. 3s Nummer.

Oarrrrrrrrr! Ich glaub, das puckernde Gefäß in meinem Ohr ist explodiert.

SPANIER JETZ!

In der Pause guck ich in die E-Mails. No. 3 schreibt. „Bist du sauer auf mich?“

Boar, nee, jetz nich.

SMS. „Bist du sauer auf mich?“

Kann jemand dem Kleinkind nen Sabberlatz reichen?

Von Untergängen

Es ist immer wieder amaaaaaazing auf der Elbfähre in den Sonnenuntergang zu tuckern. Trotz aller Touristen. Dafür nehme ich auch gerne in Kauf, dass es deutlich länger dauert, als mit der U-Bahn. Die Luft ist einfach besser.

Und es ist amaaaaaazing, wie schnell man sich manchmal von Leuten lösen kann. No. 3 ist mir schon lange mehr auf die Nerven gegangen als alles andere. Ich hing aber immer noch an dem, was wir mal waren. Und was ich gern mit ihm gehabt hätte. Nach seiner Kindergartenaktion konnte ich einmal herzlich lachen und ihn dann ohne viel Federlesen aus meinen Kontakten löschen.

Keine Ahnung, wer von uns beiden sich wann so verändert hat. Es ist mir mittlerweile aber auch egal.

Es ist ein Kleinkind!

No. 3 fragt, ob er vorbeikommen kann.

– Wenn du den ganzen Weg hier rauskommen willst, um mich maximal circa zwei Stunden lang wach anzutreffen, tu dir keinen Zwang an. Bring Kondome und Falafel mit.

No. 3 fragt, wann ich endlich mit diesem Job durch bin und abends endlich wieder vernünftig Zeit habe. Und wohin ich dann eigentlich will.

– Weißichnich.

No. 3 fragt, ob er mir bei der Suche nach einer Wohnung in Berlin helfen soll.

Ich erläutere mindestens zum dritten Mal, dass ich lieber nicht nach Berlin ziehen möchte.

– Na dann lohnt sich nicht, zu dir zu fahren, wenn ich weiß, dass wir nie in der gleichen Stadt wohnen werden.

Und beendet das Gespräch.

 

 

The clash of parallel universes

No. 3 schreibt und fragt mich, ob ich einen B. kenne.

Mein erster Gedanke ist: B.? Nä. Kenne keinen B.

Dann denke ich: Moment, No. 8 hieß doch B.

Ich frage nach und stelle fest: Wir reden tatsächlich von derselben Person.

Wie wahrscheinlich ist das bitte, dass sich zwei Typen, die völlig unterschiedliche Jobs und Interessen haben, die nur verbindet, dass sie mal dieselbe Frau gefickt haben, sich kennen lernen und dabei auch noch feststellen, dass sie mal dieselbe Frau gefickt haben? Ist ja nicht so, dass wir alle drei im gleichen Dorf wohnen.

Langsam vermute ich, dass es eine „Darf man das? hat mich gelutscht – ich komme nicht mehr von ihr los“-Selbsthilfegruppe gibt. Da sitzen sie dann und seufzen gemeinsam.

Und wie realistisch ist bitte folgende Aussage:

Lustig, wir haben dieselbe Frau gefickt, kannst du sie mal fragen, ob sie mich noch mal ficken würde?

So oder so ähnlich muss das allerdings stattgefunden haben, denn No. 3 schrieb, No. 8 frage, ob ich Lust hätte, ihn noch mal zu ficken…

Womit hab ich das verdient?