Seriöse Journalisten

Ich versuche den Nerd davon zu überzeugen, dass ich in höchstem Maße keusch und unschuldig bin. Er lacht mich aus.

Doooch, sage ich, wie ein Engelchen.

Er gibt in der Suchfunktion unserer Facebook-Nachrichten das Wort „Penis“ ein. Es kommen sehr viele Ergebnisse. Alles Beiträge von mir. Irgendwo sehe ich das Wort „anatomisch“.

Siiiiehst du, sage ich, ich habe ein rein anatomisch-medizinisches Interesse an Penissen. Wie eine Klosterschülerin!

Hmmhmm, sagt er, wie die Klosterschülerinnen aus den Filmen, die ich immer gucke.

Bestimmt künstlerisch hochwertige Streifen, sage ich anerkennend.

Ja, antwortet er, es wird sich sehr künstlerisch mit Penissen auseinandergesetzt.

Hmmm, Penisse, sage ich.

„Hmm“ im Sinne von lecker?, fragt er.

Hab ich zumindest gern im Mund sowas, antworte ich.

Er behauptet, sich jetzt wirklich mal auf seinen Text konzentrieren zu müssen und das könne er nicht, wenn ich über Penisse im Mund spreche.

Ich spamme ihn mit P-Worten zu.

Priester.

Pfarrer.

Papst.

Pädophile.

Ich sehe schon, sagt er, alles Schlechte fängt mit P an.

Außer Penis, murmelt er, während ich gleichzeitig sage: Außer Pommes.

Pommes, sagt er. Das Andere, was ich gerne im Mund habe!

(Er behauptete dann, nur zitiert zu haben, was ich nicht ausgesprochen habe.)

JA, wir sind wirklich sehr erwachsen.

Praktisch

Da ich nach Angaben von Einheimischen ja in einem „besseren Viertel“ wohne (mein Nachbar und ich selbst sind dafür die besten Beispiele!), zeugen die Parkplätze von einer erhöhten Dichte von Mikropenissen.

Was sehr praktisch is, da ich so gar nicht auf die Idee komme, mir jemanden aus dem Viertel anzulachen, dem ich dann, wenn ich ihn abgelegt habe, ständig über den Weg laufen muss…

Es war einmal ein Nerd…

Es war einmal ein Nerd, der wünschte sich nichts sehnlicher als eine Freundin, denn er hatte noch nie eine gehabt.

Es begab sich nun einmal, dass sein bester Freund eine Freundin fand, obwohl auch er ein Nerd war. Unser Nerd erbleichte vor Neid und begann, seinen Freund zu bewundern. Er stellte ihm tausenderlei Fragen zu dieser mysteriösen, wundervollen Sache, dem Sex. 

War es alles so, wie er es sich in seinen feuchten Träumen ausmalte? So wollte er zum Beispiel von seinem Freund wissen, ob dieser wohl von Zeit zu Zeit des Nachts seiner schlafenden Angebeteten seinen Penis ins Gesicht legte?

Leider weiß ich nicht, wie es weiter geht, weil ich so lachen musste, dass die Schilderung nicht fortgesetzt werden konnte. Jetzt werde ich nicht erfahren, was wohl der erotische Reiz daran sein soll, seiner Freundin den Schwanz (steif oder nicht steif?) ins Gesicht zu legen, wenn sie schläft… Spielt ihr Mund eine Rolle? Oder wird der Penis in einer ganz anderen Gesichtsregion aufgelegt? Und was für eine Reaktion erwartet er sich davon? Oder soll es gar keine Reaktion geben?

Fragen über Fragen… Ich hoffe, ich höre bald Teil 2 des Märchens…