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In einer Stadt, in der ich nicht leben will, für einen Job, der mir keinen Spaß mehr macht, scheiße bezahlt ist und dämliche Arbeitszeiten mit sich bringt, in einer Wohnung, die mich nervt und in der es schon wieder von der Decke tropft.

Irgendwie kommt mir ein Job an der Supermarktkasse in der Heimat grad attraktiv vor…

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Die Transformation eines 200-Kilo-Manns

Ich stiefle die Treppe hoch.

Will den Nachbarn von oben drüber fragen, ob vielleicht der Abfluss seines Balkons verstopft ist. Denn der ist genau über der Stelle, an der der Regen von meiner Wohnung in die Welt drang.

Ich kenne den Nachbarn nicht. Nur vom Hören. Wenn er durch seine Bude stampft. Mit so viel Nachdruck, dass meine Wände vibrieren und mein Schädel dröhnt.

Deshalb rechne ich mit einem 200-Kilo-Mann.

Der ist wohl nicht zu Hause. Stattdessen öffnet Adonis die Tür. Zwei Meter, durchtrainiert, Drei-Tage-Bart.

Seine Bude ist winzig. Chaotisch. Aber nicht schmuddelig. Student nehme ich an.

Lecker.

Wie machen das bloß die Leute in den Pornos immer, dass es so nahtlos übergeht von: „Ich glaub, da ist ein Loch in meiner Decke“ zu „Hose runter, rein ins Bett“?

Ich brauch einen Grund, wieder da hoch zu gehen. In einem netteren Outfit…

Der Ursprung des Regens

Draußen ist Sintflut.

Heringe schwimmen vorbei.

Wasser rinnt von der Decke bis zum Boden. Zentimeter für Zentimeter löst sich die Tapete von der Wand. Kleine, weißliche Pfützchen bilden sich auf dem Laminat.

Anruf beim Vermieter.

Nein, das kann nicht sein. Das kann nicht vom Regen kommen. Der Regen kann doch UNMÖGLICH in die Wohnung eindringen.

Nein, nein, der Regen dringt von meiner Wohnung in die Welt.