Sagen Sie jetzt nichts.

Disclaimer: Meine Eltern waren Bewohner des Dorfes 1004. Ich bin ÜBERHAUPT NICHT indoktriniert. Meine Fotoauswahl ist TOTAL unvoreingenommen.

Peace! 🌸

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Auf der Jagd…

Nach Sternschnuppen.
Da wo kein Licht ist und auch kein WLAN.

In diesem Sinne: Bis nächste Woche.

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Ach Barcelona

Zehn Jahre sind vorbei und doch ist kein Tag vergangen. Wir haben sofort wieder zusammengefunden, mein Barcelona und ich.

Allein der Metro-Geruch weckt die Erinnerung daran, welche Linie wo hält. Ich wusste gar nicht, dass ich das mal so genau wusste. Aber ja, ich erkenne jede Station wieder. Ihren Klang, ihre Wege.

Jede Durchsage weckt die alten Katalanisch-Kenntnisse, die ich (fast) nie wieder gebraucht habe. So nachhaltig, dass ich ohne drüber nachzudenken nach dem blauen „El Periódico“ greife – der katalanischsprachigen Ausgabe der Zeitung.

Ich stapfe durch die regennassen Straßen, atme den besonderen Duft der Stadt und genieße die besondere Stimmung bei grauem Himmel. Das sonst so fröhliche Barcelona wirkt düster und morbide und doch verleiht dieses Wetter ihm gleichzeitig diese einzigartige Eleganz, diese leise Überlegenheit.

Und überall der Duft von Flieder…

Neinnein, das ist kein Pipi in meinen Augen, das ist der Regen.

Ich lausche dem Spanisch der Katalanen und obwohl es das Spanisch ist, das ich ganz am Anfang mal gelernt habe, klingt es irgendwie seltsam nach all den Jahren Chilenisch. Es mündet in die ultimative Verwirrung, als ich wafle con frutillas statt gofre con fresas bestelle und erst der zentralamerikanische Kassierer das Missverständnis einigermaßen aufklären kann.

Und dann kommen sie zurück: Die Sonne in den Häuserschluchten, die kreischenden Halsbandsittiche.
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Ich erinnere mich an den unsinnigsten Kram, unzählige winzige Momente in Barcelona. Und ich suche die Erinnerung. Ich wandere durch mein Viertel, ich tappe in meine Bäckerei, bestelle dümmlich grinsend ein Croissant und betrachte die hässlich braune Einrichtung, an der sich nichts geändert hat. Ob sie wenigstens das überteuerte Eis im Kühler mal ausgetauscht haben?

Ich denke ganz viel an No. 1 und erinnere mich stets daran, dass ich unsere gemeinsame Zeit in Barcelona gerade ganz böse idealisiere. Und ich denke an all die Dinge, die er mir gezeigt und ermöglicht hat und dann bin ich irgendwie ganz schön dankbar und ein bisschen fehlt er mir…

Ich schwelge in Tortillas de patata, Patatas bravas und kurioserweise in Pa amb tomàquet, dem ich sonst nie so viel abgewinnen konnte – vor allem, nachdem ich Hunderte davon zubereitet habe…

Ich mache mit J. ganz viel Touri-Quatsch, den ich nie so gemacht habe, stelle fest, dass viel mehr Touris da sind als früher mal und dass sie noch mehr abgezogen werden als früher mal.

Und der Kreis schließt sich an den Treppen zum Museu Nacional d’Art de Catalunya, auf denen ich damals schon einmal saß, an einem meiner letzten Tage in Barcelona, auf die Plaça d’Espanya guckte und flennte.

J. fragt mich sehr ernsthaft, ob ich sie wohl noch zum Flughafen bringe, mit einem Augenzwinkern davon ausgehend, dass ich wohl bleiben werde. Sie fragt mich, warum ich eigentlich damals meine Sachen gepackt habe.

Ja, es gab Gründe. Es gibt aber eigentlich keinen, warum ich nicht zurückgekehrt bin…

Ach, Barcelona, meine Alte. Wir sehen uns wieder. Nicht morgen, nicht nächste Woche, aber bald!

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Karma

No. 3 kommt ja immer mal wieder mit „ichvermissdichso“-Mimimi. Ich bin vor ein paar Wochen aus reinem Eigennutz son bisschen drauf eingegangen, weil ich am Freitag relativ früh am Flughafen in Berlin sein muss und ich deshalb dort übernachten möchte.

HALLO, Fuckboy.

Dann hab ich ihn also ein bisschen lauwarm köcheln lassen, um ihm dann mitzuteilen: Sorry, die J. kommt auch schon am Vorabend nach Berlin, ich schlafe dann mit ihr. Byebye.

„Warum hast du mir denn überhaupt erzählt, dass du nach Berlin kommst, wenn du mich gar nicht sehen willst?!“ und lauter derlei verbales Fußaufstampfen. Ausgiebig.

Ach, ich habs ja verdient.

Weil isso

Denn – ihr wisst wie’s ist: Man kann nie oft genug am Meer sein.

Deswegen also diesmal: Hiddensee.

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Da ganz hinten links auf Rügen musste das Auto schlafen. Es hat sicher sehr gelitten…

Seele ausputzen und so. Muss natürlich am kältesten Wochenende des Jahres sein. Wenn man lang genug geprügelt vom Eisregen vonne Seite hin und her radelt, spürt man die Beine nicht mehr. Für Sie getestet. Dann merkt man auch nicht mehr so, wenn man sich selbst einen schweren Wälzer überbraten muss, weil man erst diesen Herrn Wikipedia konsultieren muss, damit einem wieder einfällt, warum man eigentlich diesen Gerhart Hauptmann kennen muss…

Wie man wieder warm wird: Einen totalen Anfall kriegen, wenn man bis zum Leuchtturm hochgekeucht ist, artig das Rad abschließt und dann mit dem Schlüssel das komplette Schlossinnenleben rauszieht. (Ich stelle fest: Wenns drauf ankommt habe ich durchaus Panzerknackerpotenzial.)

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Hmm, Leuchttürme… Ich komischer Mensch fand das auch noch toll, dass die ganze Nacht der Wind pfiff und der Turm in mein Zimmer leuchtete…

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Karibik on ice…