Erkenntnisse in Zeiten von Corona

Während ich so die Isolation genieße, arbeite, sonne, sportle, schimmle, sind die Missionare fleißig und unverantwortlich weiter in Aktion, verteilen Viren und schwachsinnige Ideen und klären mit einem simplen Stück Altpapier eine uralte Frage, die ich da hatte:

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Also, warum Jesus starb und wieder auferstand, interessiert mich nicht die Bohne, nur wie es zur Gleichzeitigkeit von „Jesus lebt!“ und „Jesus ist für dich gestorben!“ kommen konnte, hat mich beschäftigt. Ich hatte das mit der Wiederauferstehung verdrängt. Furchtbar überzeugend das alles.

Und damit zurück ins Boffice.

Gesprächsfetzen

Ich erzähle, dass No. 1a zum hundermillionsten Mal nach Taizé fährt. Kennt mein Gesprächspartner nicht. Ich erläutere. Er stellt fest: Ah, sie fährt ficken. Sag das doch gleich!

Ich kichere ein bisschen und denke und sage dann: Stimmt.

Er sinniert: Ganz von spirituellen Gedanken an Gott erfüllt wird sie penetriert…

Ich zucke mit den Schultern: Gott ist überall. Auch in ihrer Vagina.

Gebete

Ich sitze im Zug nach Nirgendwo. 1,5 Stunden bis zur Endstation.

Neben mir eine ältere Dame. In den Händen hält sie einen Rosenkranz. Sie arbeitet sich von einer Perle zur nächsten vor.

Ich denke an Schwänze. Schwänze in meinem Mund. Schwänze in meiner Muschi. Schwänze in meinem Arsch.

Sie ist am Verschluss des Kranzes angekommen und fängt von vorne an.

Ich denke an Schweinkram mit vielen Schwänzen.

Der Rosenkranz gleitet durch ihre Finger.

Ich denke an leckeren BDSM-Kram.

Sie fängt noch einmal von vorne an.

Ich will waaaahnsinnig gerne masturbieren. Ich bin wirklich am falschen Ort…

Eine Perle, noch eine Perle…

An der vorletzten Station steigt sie aus.

„Sie fahren weiter?“, fragt sie.

Ich nicke.

Sie drückt mir ein Marienbildchen in die Hand und sagt: „Gottes Segen!“

Wie laut habe ich gedacht?

Immerhin: Ein Teil meiner Gebete wurde erhört. Einen Schwanz in meinem Arsch hatte ich schon. Und die Nacht hat noch gar nicht angefangen.