Ist der Orgasmus der Frau systemrelevant?

Ist der Orgasmus der Frau systemrelevant?“, fragt Steffi Pyanoe von den Potsdamer Neuesten Nachrichten und man – oder zumindest ich – erwartet als Antwort auf die Frage irgendwie doch einen sexy oder gar feministischen Text… So eine spannende Frage, so viele mögliche Antworten.

Das Ergebnis fand ich enttäuschend, ein etwas verschämter Werkstattbericht ohne richtiges Ergebnis und einer witzigen Blaumeisenanekdote, die ich als Fachfrau für Flausch und Fluff natürlich schon kannte. (Ich MAG Blaumeisen!)

Ich weiß, grad ist viel zu tun und so, aber wie unser Volo-Beauftragter sagen würde: „Sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken!“ Da muss man dann auch mal an sonem weiblichen Orgasmus lecken! (Uh, der Satz würde ihm gefallen.)

Wie dem auch sei, ohne sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken, bloß mit Denken und aus persönlicher Erfahrung heraus stelle ich mir jetzt auch die Frage:

Ist der Orgasmus der Frau systemrelevant?

Wenn man sich die meisten systemrelevanten Berufe so anschaut und mit dem weiblichen Orgasmus vergleicht, könnte man fast sagen: ja. Total unterdurchschnittlich beachtet, total unterdurchschnittliche Anerkennung, total unterdurchschnittliche Bemühungen um die Systemrelevanten. Außer, wenn man sie mal braucht. Dann können sie nicht wichtig genug sein, aber zum Glück braucht man sie nicht so oft, was? Denkste!

Auf der anderen Seite könnte man auch sagen: nein. Denn während systemrelevante Berufe jetzt SO RICHTIG stattfinden, bleiben viele weibliche Orgasmen gerade gewaltig auf der Strecke – es sei denn, sie sind selbst gemacht, aber ob das auf Dauer so das Wahre ist?

Sollte der Orgasmus der Frau systemrelevant sein? Absolut! Orgasmen entspannen, Orgasmen machen glücklich und heben die Laune. Orgasmen senken den Stresslevel, womit man direkt wieder dem Immunsystem was Gutes tut (was übrigens gleichermaßen für den Orgasmus des Mannes gilt). Wie oft haben wir in den vergangenen Wochen gelesen, dass die Corona-Krise gerade für die Frauen eine gewaltige Belastung ist? Arbeit (oft genug in systemrelevanten Berufen), Haushalt, Familie (möglicherweise seit Wochen eingepfercht in der kleinen Wohnung), Kinderbetreuung, Heimunterricht, vielleicht pflegebedürftige Angehörige und dann noch der allgemeine Grundstress: Corona und der ganze Rattenschwanz. Respekt an alle, die da noch Zeit und Energie für Orgasmusherbeiführung haben. Ich – wohlgemerkt im bequemen Bettoffice (immerhin im systemrelevanten Beruf), nur mit Katze, kleinem Haushalt und derzeit zu viel Sport – hab zumindest keine Energie dafür. (Reicht möglicherweise einfache Systemrelevanz? Habe ich bei systemrelevantem Beruf meine Chancen auf systemrelevanten Orgasmus verspielt? *Kurze Panikattacke* Scheint fast so…)

Offiziell systemrelevant ist der Orgasmus (m/w/d) noch nicht. Ich finde, er sollte es unbedingt sein. Ich habe das schon mal gesagt: Sex macht die Welt besser. Wahrscheinlich reicht aber auch schon ein Orgasmus.

Oder was meint ihr?

11/12

Elfter Tag in Folge im Dienst. Akku komplett leer. Chefs völlig freigedreht. Komplett beratungsresistent. 3. Shitstorm in … weiß nicht  wie wenig Tagen. Weil Chefs komplett beratungsresistent. Schließlich haben wir Online-Menschen keine Ahnung.

Stimmt, sonst hätten wir ja was Richtiges gelernt.

Ich.will.nicht.mehr.für.die.arbeiten.

Also hier noch mal: Ich, motzig, kann nix, will nix, weiß nix, suche neue Betätigungsfeld.

Ich möchte einfach nur noch daliegen. Nicht mal zum entspannenden Masturbieren reicht die Energie. Da muss er gar nicht mehr wollen.

Kleine Sünden

… bestraft der liebe Gott sofort, große dauern etwas länger. Meine war offensichtlich so mittel.

Ich war unartig. Ich habe die Corontäne verlassen für Sex, Sonne, mein Pony, Fohlen, flauschige Hunde, Familie, Frühling. Alles, was Freude macht eben.

Ich wollte mich gerade wieder in die Corontäne zurück begeben, war ein paar Kilometer auf der Autobahn, keine Geschwindigkeitsbegrenzung, linke Spur, was kost die Welt – ihr kennt das – als mein rechter Vorderreifen beschloss, es sei Zeit für das:2FB9F932-7F28-4D3D-A738-CD0866EA5916
Ich sag euch, bei einer Zombie-Apokalypse wollt ihr mich dabei haben, denn wie ich mal wieder feststellte: Wenn ich eins kann, dann ist das Funktionieren, wenn die Hölle losbricht. Ich stellte mein dreibeiniges Auto in einem eleganten Bogen auf den Standstreifen, als hätte ich nie etwas anderes getan.

Dann war das Adrenalin offensichtlich alle. Für Sie getestet: Es gibt mindestens vier Arten, sich eine Warnweste falsch anzuziehen.

So viel übrigens zu den selbsterfüllenden Prophezeiungen: Letzte Woche sag ich noch: Das wär schon kacke, wenn mir das Auto abkackt, dann steh ich da mitten in der Pampa an der Autobahn und bin am Arsch. In einer Gegend, in der man gar nicht so streng sein muss mit der Corontäne, weil bis man wieder jemandem begegnet, hat man das auskuriert.

Und der Arbeitsgatte und Automann sagt noch letzte Woche, ich soll mal meine antiken Reifen austauschen und ich machte schöne Augen und versprach belgische Waffeln mit madagassischer Vanille und er wollte das diese Woche machen, aber ich musste ja… Sex, Sonne, mein Pony, Fohlen, flauschige Hunde, Familie, Frühling.

Kleine bis mittelgroße Sünden…

Ich habe diese Woche wirklich alle vorstellbaren Gefühle durch. ALLE! Und wenn ich noch was kann, dann: Meine Gefühle nicht zeigen. Aber jetzt zittere ich dermaßen, dass ich morgens um 2 blogge, weil ich so nicht schlafen kann. Und wenn ich daran denke, dass ich in wenigen Stunden einen neuen Versuch starten muss, mich und mein Auto zur Katze zurück zu fahren, möchte ich kotzen.

In diesem Sinne: Ich prophezeie: Alles wird gut!

Corontänen-Presseschau – voll veraltet

Da habe ich in der Isolation mal Zeit, endlich den Stapel Zeitschriften und Magazine durchzulesen, der hier so vor sich hinstaubt. In einer „Frankfurter Allgemeinen Woche“, die so alt ist, dass sich darin eine Meldung mit der Überschrift „Neuer Virus in China aufgetreten“ findet – tja und hier sitzen wir nun – findet sich im Wirtschaftsteil das:

Im Jahr 2018 hat Streaming demnach mehr als 300 Megatonnen CO2 freigesetzt – so viel wie ganz Spanien. Besonders pikant finden die Autoren der Studie den Anteil von Pornographie an alledem. 27 Prozent aller gestreamten Videos im Internet seien Pornos. Das Streaming der Sexfilme habe so viel CO2 produziert wie ganz Rumänien.

Ich hoffe, ihr fühlt euch jetzt genauso schlecht wie ich, ihr Umweltsäue!

Gute Nachrichten für alle Fatalisten: Der Artikel kommt zu folgender Conclusio:

Salopp zusammengefasst: Bloß auf Pornos zu verzichten wird das Klima wohl nicht retten.

(Online findet sich das ganze hier, kostet aber Knete. Weil guter Journalismus nich umsonst is, nech?)

Im Wissensteil wird dann übrigens erläutert, warum in Rudeln von Tieren eigentlich alle mit allen Sex haben und das ein evolutionärer Vorteil ist. (Liest man gegen Währung hier.) In diesem Sinne: Sport frei und vielleicht statt Pornos gucken einfach mal in den Wald gehen und ein Rudel Tiere beobachten.

Frohes Eiersuchen.

Isolation und Hormone

Fünf Nächte, fünf Mal sehr heiße Sexträume. Unterschiedliche Partner unterschiedlichen Geschlechts mit sehr unterschiedlichen Stilen. Und alles sehr, sehr geil.

Selbst für meine Verhältnisse ist das eine ziemliche hohe Frequenz  – und es sorgt für eine enorme Masturbationsfrequenz. Einmal muss ich ja quasi nachm Aufwachen – und eigentlich jedes Mal, wenn ich dran denke.

Gar nicht mal so unanstrengend.

Fragt sich, wies kommt? Bin auch nicht untervögelter als sonst. Und ich mein, hey, Vögeln mit No. 3 war erst Anfang Februar. Nun ja. Befriedigend ist anders.

Sind’s die Hormone? Wer weiß. Mein Zyklus stammt ja von nem Planeten, auf dem Zeit sehr variabel ist. Ich kann es nicht immer eindeutig zuordnen.

Ist es die Isolation? Dabei ist ja gar nicht so viel anders. Aber: Ich kann meine sexuellen Energien nicht mehr so direkt am Arbeitsgatten und am Nerd ablassen.

Man weiß es nicht. Aber sobald die Sofa-Apokalypse beendet ist, muss einer dran glauben!

(Over und Finger in den Schritt.)

Splitter

Den Ex-Arbeitsgatten erfolgreich unter die Haube gebracht. Es war sehr schön. Ich bin sehr happy für die Beiden. So wenig ich selber mit dieser Liebe anfangen kann, so sehr freue ich mich an der von Anderen. Wie so ein Romantik-Vampir.

Ich war allerdings nach 12 Tagen Arbeit und davon die letzten 5 in der schlimmfrühen Frühschicht viel zu müde für derlei Veranstaltungen. Und mit den Gedanken eh woanders. Und ich lernte auf die harte Tour: Geh niemals alleine auf ne Hochzeit!

Kaum verkündete der Bräutigam, dass ich ja sozusagen seine Chefin war, hatte ich den T. am Hals. Der mir, qualifiziert durch ein Praktikum beim Dorf-Anzeiger und eins in D.C. (er ist ja so wichtig und polyglott), direkt mal das mit dem Journalismus erklärt hat. Ich bin SO froh, dass ich DAS jetzt endlich mal alles weiß…

Jedenfalls stellte der T. fest, dass wir als die beiden Alleinreisenden als Einzige ins Hotel in die Innenstadt ausgelagert wurden und wir angehalten sind, ein Taxi zu teilen und dann sind die Hotelzimmer ja eigentlich auch für zwei Personen und so… Ich habe vor, die Straßenbahn zu nehmen, erklärte ich und machte mich dünn.

Auch dem Stecher des Jahrtausends konnte ich einigermaßen ausweichen, ich musste nur drei Sätze mit ihm wechseln. Dafür schritt der komische und sehr betrunkene N. zur Tat, kaum dass seine Frau sich gen Kind verabschiedet hatte. Er ist weder attraktiv noch interessant und für 30 Sekunden war ich froh, dass der komische Typ, dessen Namen ich mir seit Jahren absichtlich nicht merke, einschritt, doch dann fiel mir wieder ein, warum ich mir seinen Namen nicht merken will. Und seine Frau half mir auch nicht, sie wat Trauzeugin und rotierte.

Frau L. hatte auch keine Zeit für mich, sie hat jetzt nen P. und musste knutschen. Wir sehr vermisste ich den Herrn P., doch der Bräutigam zerstritt sich mit dem schönsten Mann der Stadt und so konnte er mir die Typen nicht vom Hals halten und mit nicht den Rücken kraulen und mich nicht unterhaltsam unterhalten. Und das Sahneschnittchen  – der einzige Anwesende, den ich mit ins Bett genommen hätte – sagt mir den ganzen Abend nicht mal hallo.

Am Ende habe ich keinen Sex und trotzdem eine Blasenentzündung. Was soll ich sagen: Wie man’s macht, man macht es falsch. Dass ich spät am Abend feststellen musste, dass ich mir die Vögelei hätte importieren können, hats auch nicht besser gemacht. Mrmpf. Dann hätte der Preis wenigstens ein Vergnügen gehabt. Aber ich bin wirklich nicht mal auf den Hauch der Idee gekommen, zu fragen.

Auf dem Weg nach Hause verpasste ich den Anschlusszug in Berlin, saß eine Stunde in der Kälte und natürlich musste ich an No. 3 denken. ZUM.KOTZEN. Ich kann aber mit Stolz berichten: Es war kein guter Gedanke dabei. Trotzdem schade um die verschwendeten Gedanken.

Weil dann die Muddi zu Besuch kam und die wilde Katze aus der Tiefgarage ob des Besuchs völlig freidrehte, hatte ich keine Zeit, die Blase zu kurieren und mir irgendwelche weiteren Gedanken um No. 3 zu machen, der mir derweil auf das alte Nokia schrieb, mit dem man keine Nummern blockieren kann. Er schrieb typisch No. 3ig, keinerlei Bezug nehmend auf das, was war, sondern: „Ich hoffe, du findest bald ein besseren Job, der besser zu dir passt.“

Ich hatte nicht mal Zeit, mich zu fragen: wtf?, sondern drückte einfach den „löschen“-Knopf und vergaß das Ganze wieder.

Ich finde das ein bisschen unangenehm, dass er theoretisch weiter diesen Kanal zu mir hat, stelle aber mit Freude fest: Ist mir total egal, wenn er schreibt und ich habe auch keinerlei Bedarf, da irgendwas zu antworten. Er ist mir noch nicht egal, aber ich glaube, ich bin auf dem Weg dahin. Und: Er ist mir zwar nicht egal, aber da ist auch nichts Positives bei den Dingen, die ich für ihn fühle…

Ab morgen dann wieder Alltagswahnsinn. Derweil liegt die Wärmflasche auf meiner Blase und die Wärmkatze an meinem Po und das mit dem Sex lassen wir mal fröhlich weiter.

Ich muss noch mal zurück

Ich hätte ihm einfach den Schwanz abbeißen sollen.

Aus irgendeinem Grund war es mir super wichtig, No. 3 bevor ich ihn blockiere noch mal klarzumachen, dass ich ihn nicht wegen der Aktion mit dem Dreier, sondern wegen seines beschissenen Abgangs blockiere.

Was soll ich sagen. Ich bin halt dämlich. Ich lass ihn auch noch erläutern. Er war halt genervt, weil wir uns nie sehen und dann habe ich nicht mal Bock, was auszuprobieren. Und ja, es tut ihm Leid, dass er nicht die Eier hatte, nach dem Gespräch mit seiner Muddi wieder zurückzukommen. Und warum ich denn nicht geschrieben habe, dass ich will, dass er zurückkommt (wa?!?). Und überhaupt, warum ich jetz son Drama mache, wenn ich doch eh gewusst habe, dass er nicht wiederkommt (100 Millionen Euro, Baby). Er muss sich nicht als scheiße bezeichnen lassen (ich hab ihn gar nicht als scheiße bezeichnet (obwohl er das ist), nur gesagt, dass er sich scheiße verhalten hat). Und wenn ich ihn so scheiße finde und es nur scheiße ist, mit ihm zusammenzusein, dann soll ich ihn doch einfach blockieren.

Aber bitte gerne, Baby! Adiós!

So sehr mich das Blockieren befriedigt, so wenig ändert es etwas daran, dass ich mich scheiße fühle. Es ist zum Kotzen, das zuzugeben, aber das Premium-Arschloch hat mich tatsächlich in eine ziemliche Krise geschubst. Nicht mit dem, was er gesagt oder getan hat – denn im Ernst: Wen hat das denn überrascht? – sondern mit dem, was nicht war.

Der einzige Grund, warum ich mich wider besseres Wissen und obwohl ich mich von Anfang unwohl gefühlt habe bei der Vorstellung, Zeit mit ihm zu verbringen, mit ihm getroffen habe, war, dass ich einfach nur mal dringend feste gefickt werden wollte. Weil ich das sehr brauche. Für mich, meine Hormone, meine Vagina, mein Selbstbewusstsein. Ich habe das am für mich dümmsten, aber eben auch sichersten Ort gesucht. So paradox das klingt. Bei No. 3 weiß ich, dass ich das kriegen KÖNNTE, was ich brauche, wenn er einfach täte, was er sonst auch tat. No. 3 brauche ich nicht erst von mir überzeugen. No. 3 hat mich so oft in so viele Situationen nackt gesehen, wenn ich jetzt anfange, mich da rumzuschämen, ist es auch irgendwie albern. Bei No. 3 kann ich meinen Seelenmüll parken, während ich gevögelt werde. Woher nimmt man so jemanden spontan?

Was bleibt ist die Erkenntnis: Pech im Job, Pech in der Familie, Pech mit den Typen, Pech mit dem Sex. Vielleicht sollte ich anfangen, Lotto zu spielen. Nichts läuft in meinem Leben. Und an kaum etwas kann ich was drehen.

So langsam fürchte ich, dass ich nie mehr Sex haben werde. Ich weiß nicht so recht, woher der kommen soll. Ich habe auf so viele Wege keine Lust mehr, weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich habe keine Lust und keine Energie und keinen Mut, mich ans Wasserloch zu begeben. An meiner Fresse kann ich auch nix ändern. Und die wenigen Gelegenheiten, die sich bieten, versau ich auch. Weil ich dämlich bin. (Beste Grüße an N. an dieser Stelle. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Einfach dämlich. Q.e.d.)

Ich hasse No. 3 dafür, dass er diese Macht über mich hat. Ich hasse mich dafür, dass ich so dämlich bin. Und ich hasse mein Leben für die Scheiße, die es immer vor mir auskippt.