Dreifaltigkeit

Mein neuer Job hat ja nicht wirklich viele Vorteile. So wenig, dass ich ein bisschen Angst habe vor meinem Probezeit-Halbzeit-Gespräch kommende Woche. Bei den meisten meiner Kollegen wurde in diesen Gesprächen die Probezeit verkürzt, ich hätte den Kurze-Kündigungsfrist-Joker aber gern so lang, wie’s geht. Wie ich das diplomatisch vermitteln soll…

Ein Vorteil ist aber die Arbeitsort-Dreifaltigkeit. Präsenz-Pimmelei, Bett-Office und Bums-Büro. Wobei ich finde, dass eine Zweifaltigkeit aus Bett-Office und Bums-Büro völlig reichen würde…

(Was sagt eigentlich das Arbeitsgesetz zum Thema Sex mit betriebsfremden Personen während der Arbeitszeit…?)

Hard Limit

Ich hab da eine Sex-Fantasie, sagt er.

Ich bin ganz Ohr. Wer bin ich, Sex-Fantasien nicht zu erfüllen?

Also, sagt er, du in einem Dirndl…

Nein! Neinneinnein! Nein! Sowas Perverses mach ich nicht!

Halb 70

Gestern habe ich meine alte Wohnung übergeben und als ich aus dem Dorf fuhr, dachte ich: „Soifz, schön hier. Das wird mir schon fehlen.“ Und dann dachte ich: „So ein Quatsch. Du wohnst seit mehr als drei Wochen in der neuen Wohnung und hast nicht einmal an die alte Gegend gedacht!“

Ich hatte auch nicht so richtig Zeit dafür, nach Frankreich, Wien, Umzug und dann auch noch viereinhalb Tage Berlin wegen des neuen Jobs, neuer Job, zwei Wochen Frühdienst, Routine zurechtruckeln, die Bude wohnlich machen, die Katze auswildern, ein bisschen Sex wiederentdecken, natürlich wieder eine Blasenentzündung kriegen, beim Arzt hocken, alte Wohnung schrubben, übergeben, allerletzten Kram rumfahren… (Beep. Definiere Burnout.)

Möglicherweise gehöre ich in diesem Jahr zu diesen Menschen, für die Weihnachten ganz plötzlich und überraschend kommt. Hatte jedenfalls noch keine Zeit, daran einen Gedanken zu verschwenden. Mir ist auch heute so ungefähr um Mitternacht eingefallen, dass ich Geburtstag habe.

Kann dazu auch dieses Jahr gar nicht so richtig was sagen. Weder so ein niedergeschlagenes Blöp wie letztes Jahr noch sonst irgendwas. I’m dead inside. Ich fühle gar nix. Zu ausgebrannt für sowas.

Prost.

Trippin‘

Da nun also das mit den Sextoys nur so mittelgut geklappt hat, griff ich auf Importware zurück: Ein einmal um den halben Erdball gekarrter Typ. Man kennt ja mein Beuteschema.

Jedenfalls leckte eben jener Typ höchst vorbildlich an mir herum, man sollte meinen, besser als jedes Toy.

Aber mein Hirn, die alte Verräterin, hatte natürlich wieder andere Pläne und schickte mich auf einen harten und sehr ausgiebigen Depersonalisationstrip.

Stellt sich raus: Leere Körperhüllen taugen nicht zum Orgasmieren.

Btr.: Frustrierte Sextoynutzerin

Es ist ja löblich ökologisch und so, dass Sextoys heutzutage alle so schön per USB geladen werden können. Zumal ich meine akkubetriebenen Geräte vor allem im Sommer alle mit Solarstrom lade, ich alte Ökotussi.

ABER! Früher war alles besser und der Kaiser und so. Ich greife wirklich selten zu Sextoys, Handarbeit ist noch viel ökologischer und in meinem Fall oft deutlich zielführender. Alle Jubelwochen mal greife ich zu einem Toy. UND DANN SIND DIE DINGER IMMER LEER. Auch wenn ich 95% sicher bin, sie geladen weggepackt zu haben. Und während sie laden, ist erst mal nix mit toyen. So lange, bis ich eindeutig keine Lust mehr habe. Oder doch wieder die Hand benutzt habe.

Da war die Verfügbarkeit mit einer frischen, unökologischen Batterie irgendwie besser. Grmpf.

Sex Values

Geht doch nix über so einen richtig guten, hochseriösen Online-Persönlichkeitstest.

Diesmal also: Meine Sex Values.

Jo. Triffts ziemlich genau. Eine bisexuelle, hypersexuelle, submissive, kinky Hedonistin. Also, wenn man nur auf den Sex guckt.

Coffee or Sex?

Kommen wir nun also zur Auswertung meiner hochrepräsentativen Umfrage in der sorgfältig ausgewählten Zielgruppe. Angesichts der Kommentare dachte ich noch, ich hätte Nicht-Kaffeetrinker ausschließen sollen! Die haben’s ja leicht! Umso überraschender, dass sich dann doch diese eindeutige und überragende Mehrheit für den Sex-Verzicht ausgesprochen hat. Da hab ich meine geschätzte Leserschaft wohl falsch eingeschätzt…

Meine Antwort ist übrigens: Sex. Also, mittlerweile. Ich gehörte lange (auch lange nachdem ich hier anfing zu bloggen) zu den Nicht-Kaffeetrinkern. Und den Vielfickern. Mittlerweile gehöre ich zu den Kaffeetrinkern und den Nichtfickern. Ich möchte gern meinen Kaffeekonsum von skandalösen zwei Tassen am Tag (!!!) wieder ein bisschen runterschrauben auf eine. Auf den Sex kann ich verzichten. Nicht, dass er sich aufdrängte derzeit.

Kaffee ist Teil meiner verschlafenen Morgenroutine. Ich arbeite mittlerweile ausschließlich im Spätdienst, ich kann mich morgens fünfmal umdrehen, mit den Zehen wackeln, in der Nase popeln, noch eben die Waschmaschine anschmeißen und dann in aller Ruhe mehr oder minder bekleidet in die Küche schlurfen. Nicht vor 11! Dann mahle ich den Kaffee per Hand. Ich liebe den Duft und das Geräusch der Kaffeemühle lockt die Katze von sonstwoher an. Sie kommt dann vom Baum gestürmt, stellt die Provokation von Nachbars Hund ein, unterbricht den Catfight und verlässt den Posten vor dem Mauseloch. Kommt in die Küche und ist gut drauf und super flauschig. (Funktioniert leider nur einmal am Tag, wenn die Abends unterwegs ist, krieg ich sie mit der Kaffeemühle nicht gelockt, die ist ja nicht doof.) Das macht direkt gute Laune. Dann krieche ich mit frischem Kaffee und warmer Katze zurück ins Bett und es ist einfach schön.

Kaffee hat mich noch nie enttäuscht. Kaffee hat keine Bedürfnisse, keine sexuell übertragbaren Krankheiten und keine Fortpflanzungsambitionen. Kaffee will nicht hinterher kuscheln, nicht reden und auch kein Sexting. Kaffee ist das egal, ob ich rasiert bin. Von Kaffee bekomme ich keine Blasenentzündung. Für Kaffee muss ich nicht irgendwohin fahren – er kommt ins Haus. Kaffee ist nicht zu alt, zu jung, zu dumm. Kaffee sorgt nicht für unangenehme Situationen, Kaffee manipuliert nicht, Kaffee hat null Ansprüche. Kaffee ist immer geduscht. Kaffee hält die Fresse vorm ersten Kaffee. Ach Kaffee… Er ist einfach der perfekte Partner.

Und deswegen wähle ich Kaffee statt Sex.