Multitasking

Ich schlage (aus rein zeitökonomischen Gründen) eine 69 vor.

Er lehnt ab.

– Aber wiesu?

– Weil ich n Mann bin!

– Hmmhä?

– Na, weil ich mich dabei nicht auf deine Muschi konzentrieren kann!

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Befindlichkeiten und Widersprüche

Ich will grad einfach nur gefickt werden.

Will mich bücken und einen Schwanz in mir spüren.

Will die Beine breit machen und gestoßen werden.

Ich habe aber keine Lust, mich mit irgendwelchen Befindlichkeiten auseinanderzusetzen. Keine Lust auf Smalltalk.

Hose runter, Schnauze halten.

Auf der anderen Seite habe ich auch keine Lust auf Beliebigkeit. Will mich halt auch nicht von irgendeinem Typen bumsen lassen, mit dem ich mich in einer anderen Stimmungslage nicht unterhalten könnte.

Ist das schön, eine Frau zu sein… 🙄

Ein Stecher auf Knopfdruck wär ein Traum! Dann hat man auch nie mehr Terminprobleme…

12.838 Kilometer

Ich sitze nackt auf seinem Gesicht, seine Zunge zwischen meinen Schamlippen, seine flachen Hände klatschen auf meinen Arsch und ich setze zu einem wundervollen Orgasmus an, weil es wirklich gut ist, ich ignoriere das klingelnde Telefon und stöhne genussvoll — da springt der Anrufbeantworter an.

Und seine Mutter hat eine Menge zu erzählen. Und er lacht. Den Mund voll mit meiner Soße und meinem Kitzler liegt er unter mir und lacht.

Selbst aus 12.838 Kilometern Entfernung kann sie mir einen Orgasmus versauen…

Der Stecher des Jahrtausends

Wir sehen das TV-Duell in feucht-fröhlicher Runde. Ich kenne nicht alle Anwesenden, habe aber direkt ein Stück Frischfleisch entdeckt, das mir ausgesprochen sympathisch ist. Und Ahnung hat er auch. Und eine ganz akzeptable Meinung. Ficken? Also… nachher…?

Und dann ist da noch Herr W. Herr W., der mir zunächst gar nicht aufgefallen war. Er ist klein, dick, flusigblonde Metalerfrise, schwarzes Bandshirt. Zwischendurch bekomme ich mit, dass er irgendwas mit IT macht.

Ziemlich bald stößt er mir recht sauer auf, weil der Herr W. ja alles weiß und dazu alles besser – nachdem er selbst das Thema gewählt hat. Gerne fragt er: Wisst ihr warum…? Und auf die kollektive Antwort: Ja, wissen wir! erläutert er, warum. Oär.

Während mein Prachtexemplar mir ein Bierchen holt und Frau L., die zu meiner Linken gesessen hatte, sich ins Raucherkabuff zurückzieht, rutscht Herr W. neben mich aufs Sofa. Öh, pardon? Er beginnt mir die Inhalte des Duells, das wir gerade hinter uns gebracht haben, zu erklären.

ÖH, PARDON, MON CHER? Vielleicht hättste dich vorher erkundigen sollen, was ich beruflich mache? Zuhören, was andere sagen und albern? Dann hättste mitgekriegt, dass ich mal die Vorgesetzte des Gastgebers war. Dass ich mich 24/7 mit sowas beschäftige. Du kannst gerne deine Meinung darlegen, dich nach meiner erkundigen und dann reden wir drüber. Aber mir aktuelle Tagespolitik erklären? Verzeihung, wenn ich lache…

Ich wende mich wieder dem Männchen zu, dessen Balzverhalten deutlich besser zu meiner Art passt. Und kuschlig ist er auch… mmmh 🙂

Herr W. guckt konsterniert und kaum verlässt mein großartiges Nummernpotenzial den Raum, um mit den Jungs zu tun, was Jungs tun müssen, drängt er sich wieder auf. Und verkündet, er habe erst kürzlich Seminare darüber gegeben (!), wie man Mädchen (!) aufreißt. Ich überlege, ob ich zu tief ins Bier geguckt habe, ob ich ihn falsch verstanden habe oder beides. Ich hoffe beides! Wirklich. Für ihn.

Ich weiß gar nicht, was ich antworten soll und wende mich ab, um schnellschnell einen neuen Gesprächspartner zu finden. Glücklicherweise betreten in diesem Moment Frau L. und McHotty den Raum und Frau  L. fläzt sich zwischen mich und Herrn W. Auch sie hat stattliche Brüste und kann so seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es dauert 30 Sekunden, bis Frau L. irritiert guckt. Dann höre ich, wie er „Fräulein“ sagt und sie an die Decke geht. Sich diese Bezeichnung verbittet. Er „Frauchen“ sagt. Ich denke, dass sich verdammt viele Stichwaffen im Raum finden, die Jungs kommen vom Campen. Wo eigentlich der Wischlappen lagert. Sie dreht sich zu mir und murmelt für alle im Raum deutlich hörbar (jahrelange Theatererfahrung): „Er könnte so nett sein, wenn er er selbst wäre. Aber so Chauviallüren machen mich wütend.“ Er verlangt Erklärung.

Der strahlende Ritter Herr P. betritt den Raum und verhindert das Massaker. Herr P. ist der schönste Mann der Stadt. Er ist klug. Er hat Humor. Er hat sicher eine dreistellige Anzahl an Nummern durch sein Bett geschleust. Frau L. und ich heißen ihn jubelnd willkommen. Noch nie haben wir uns so gefreut, ihn zu sehen. Du musst dich nicht ausziehen, das machen wir schon, wenn du dich nur zwischen uns und ihn setzt. Ihn mit deinem Geruch nach Sex überstrahlst.

Irgendwann sind wieder fast alle rauchen. Herr P. will nur kurz die Augen zu machen, doch Herr W. meint, ihm politische Ereignisse einer Stadt, in der er nicht lebt, erläutern zu müssen. Der Stadt, aus der Herr P. kommt. Hätte man erst fragen können, muss man ja aber nicht. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder schreien soll und verlasse fluchtartig den Raum. Rausche ins Damenzimmer. Die Gastgeberin bittet tausendfach um Entschuldigung. Und um Nachsicht. Der arme Herr W. habe schließlich noch nie eine Freundin gehabt. Frau L. kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus. Begibt sich in die Höhle des Löwen. Und kurz darauf darf die halbe Straße miterleben, wie Frau L. Herrn W. mitteilt, er sei hässlich, dumm und humorlos und seine einzige Chance auf Ficken sei Authentizität. Während die halbe Straße nach Luft schnappt entgegnet er: Allein die Tatsache, dass sie und ich mit ihm redeten, zeige ja, dass seine Strategie erfolgreich sei.

Wir müssen einschreiten. Frau L. ist zu erkältet für einen solchen Lachkrampf.

Wir verwickeln sie in ein Gespräch über unsere BHs und während wir gegenseitig unsere Unterwäsche in Augenschein nehmen und uns selbst und einander an die Brüste greifen, kriegen die armen Jungs Schluckauf. Herr W. ist angenehm still. Und ich kann mich schließlich wieder meinem Sahneschnittchen widmen. Das zwar mit schwerer Zunge beteuert, noch für Bettsport zur Verfügung zu stehen, gegen halb drei jedoch schließlich selig lächelnd in Herrn T.s Schnarchkonzert einstimmt. Pfüüh.

Wir lassen also die Schwächelnden zurück und erst als Herr P. in der Küche die Hand unter meinem T-Shirt meinen Rücken krault (schnurrr), regt Herr W. sich wieder. Lässt uns an seinen unendlichen Weisheiten teilhaben. Bevor ihm noch alle Felle davonschwimmen. Selbst der unerschütterliche Herr P. wird langsam ungehalten.st. Denn auch konsequentes Ignorieren wirkt nicht ruhestiftend. Wir sind am Rande der Verzweiflung.

Und am Ende war es dann so leicht, Herrn W. zum Schweigen zu bringen. Denn irgendwann sehen wir uns genötigt, ihm zu erläutern, dass man durch Petting durchaus schwanger werden kann, stellt man sich dumm genug an (hat der Mann denn nie die Bravo gelesen? Ächz). Ich demonstriere das mit einem beherzten Griff in Herrn P.s Schritt, Herr P. übernimmt und greift ebenfalls beherzt in meinen Schritt. Himmlische Ruhe.

Ich rufe an dieser Stelle die Teilnehmer der Seminare des Herrn W. auf, sich bei mir zu melden. Ich möchte ihnen die Teilnahmegebühr erstatten. Ich glaube, der Stecher des Jahrtausends ist nicht nur Dauersingle, sondern auch Jungfrau…

The clash of parallel universes

No. 3 schreibt und fragt mich, ob ich einen B. kenne.

Mein erster Gedanke ist: B.? Nä. Kenne keinen B.

Dann denke ich: Moment, No. 8 hieß doch B.

Ich frage nach und stelle fest: Wir reden tatsächlich von derselben Person.

Wie wahrscheinlich ist das bitte, dass sich zwei Typen, die völlig unterschiedliche Jobs und Interessen haben, die nur verbindet, dass sie mal dieselbe Frau gefickt haben, sich kennen lernen und dabei auch noch feststellen, dass sie mal dieselbe Frau gefickt haben? Ist ja nicht so, dass wir alle drei im gleichen Dorf wohnen.

Langsam vermute ich, dass es eine „Darf man das? hat mich gelutscht – ich komme nicht mehr von ihr los“-Selbsthilfegruppe gibt. Da sitzen sie dann und seufzen gemeinsam.

Und wie realistisch ist bitte folgende Aussage:

Lustig, wir haben dieselbe Frau gefickt, kannst du sie mal fragen, ob sie mich noch mal ficken würde?

So oder so ähnlich muss das allerdings stattgefunden haben, denn No. 3 schrieb, No. 8 frage, ob ich Lust hätte, ihn noch mal zu ficken…

Womit hab ich das verdient?

Arsch inne Büx

No. 2 kommt bei meiner Arbeit reingelatscht (wer hat den eigentlich reingelassen?) und fragt, ob ich ihm grad mal einen blasen könnte.

Ich sag Bescheid, wenn ich aufgehört habe, zu lachen.

Die Entzauberung

… setzt sich fort.

No. 3 fragt mal wieder, ob er nach meinem Feierabend noch vorbeikommen kann.

Ich sage mal wieder, dass er mir dann eventuell beim Schnarchen zugucken muss.

Und er wirft erneut ein, dass wir dann halt nur kuscheln.

Nun gut.

Ich bin noch am Zähneputzen, da liegt er schon splitterfasernackt in meinem Bett.

Und natürlich dauert es nicht lange, bis ich seinen Schwanz im Mund habe.

Er braucht eine Weile, bis er wieder ganz da ist und ich denke, jetzt kann ich endlich schlummern und dann fängt er an zu plappern. Und plappert und plappert. Erzählt mir von seinen jüngsten Erlebnissen und seiner neuen Arbeit. Ist das süß, wie begeistert er davon noch ist. Sein erster richtiger Job. So war ich auch mal. Vor Jahren. Ich wünsch ihm ja, dass es dabei bleibt. Im Gegensatz zu mir hat er schließlich auch was Vernünftiges studiert…

Er lässt sich über Fantasien aus, was er gerne noch mit mir machen will… Ich bin skeptisch.

Wir überlegen laut, was wir uns so für die Zukunft vorstellen. Das liegt weit auseinander. Ich habe meine Vorstellungen auch sehr geändert. Ich spüre seine Überraschung und einen Hauch Enttäuschung. Die gemeinsame Zukunft in seiner Heimat scheint wohl kein Thema mehr so zu sein 😉

Trotzdem fände er es weiterhin wundervoll, wenn ich zum Arbeiten nach Berlin käme.

Bäh, Berlin. Nur, wenns der Megatraumjob is.

Und er stellt schon von selbst ganz ernüchtert fest: Du kommst sowieso nicht nach Berlin.

Und schiebt mir wieder seinen Schwanz in den Mund.

In seinem weggetretenen Zustand danach stellt er den Wecker auf 7:15 Uhr statt 6:15 Uhr. Und springt zwei Minuten nach Abfahrt des Pendler-ICEs fluchend aus meinem Bett. Die nächsten Stunden gibts nur noch Regiobahnen…

Ich glaub, so schnell kommt er nicht wieder auf den Gedanken, herzukommen…

Und mein Bett riecht wieder komisch. Ich muss Wäsche waschen…