Traumunbedeutung

Während ich mit unbefriedigend mäßig produktivem Husten rumliege und für Sex viel zu schlapp bin, träume ich halt von Sex. Fünf Sexträume in nur einer Nacht, das ist ganz schön anstrengend. Auch nach dem Aufwachen noch.

Interessant dabei: Es war schon sehr, sehr sexy und höchst befriedigend, aber auch viel Zeug dabei, was ich mir in Echt gar nicht vorstellen könnte. So zum Beispiel hübsch zusammengezuppelt (neiß), mit einem sehr heißen Kerl (neiß), mit einer perfekten Dosis Gemeinheit (neiß), sehr arschbetont (neiß), viel Publikum (oh näää!). Wobei mich das im Traum kein bisschen störte, im Gegenteil.

Während ich nach dem Aufwachen darüber nachdenke, dass ich offensichtlich drei Pornos zu viel gesehen habe, fällt mir ein, dass das auch immer wieder mal in meinen wachen Sexfantasien eine Rolle spielt…

Jetzt finde ich mich irgendwie seltsam…

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Die Auto-Protokolle (Fazit)

Freitag

9 Uhr: Der Bolzen ist da, das Auto abholbereit. Der Arbeitsgatte ist müde, aber beschwingt.
Twitter erinnert mich daran, dass Weltschlaftag ist. Lass uns ins Bett gehen, Hase, sage ich zu ihm. Können wir machen, sagt er. Aber du wirst nicht viel Freude an mir haben, ich werde sofort einschlafen.

Mir deucht, er weiß genau, worauf ich hinauswill..

9:30 Uhr: Eine Leserin beschwert sich, dass wir in einem Artikel das generische Maskulinum benutzen. Es werde ja wohl auch TeilnehmerINNEN geben. Ich will ihr antworten: „NEIN! Mädchen sind nicht erlaubt. Die können eh nicht klar denken, schon gar nicht, wenn sie ihre Tage haben.“
Er kichert und meint: Stimmt doch, Frauen können nicht klar denken.
Es ist ungleich komplexer, mit dem Gehirn statt einfach nur mit dem Geschlechtsteil zu denken, belehre ich ihn. Natürlich denkt man mit dem Geschlechtsteil klarer.
DU musst es ja wissen, sagt er. Du denkst ja auch nur mit deinem Geschlechtsteil!

Er weiß genau, worauf ich hinauswill. Er will nur nicht. Muss mir ein neues Zielobjekt suchen…

Die Auto-Protokolle (2)

Donnerstag

12 Uhr: Vom Auto nichts Neues, weil immer noch ein Bolzen fehlt. Also können wir zur Abwechslung mal über die Arbeit reden und planen unseren Facebook-Feed. Er macht Vorschläge.
Was er meint: Nach diesem Artikel können wir ja den Artikel mit der Liebesgeschichte posten.
Was er sagt: Danach können wir ja ein bisschen Liebe machen.

Ich gebe ihm ein paar Sekunden Zeit, um sich zu korrigieren. Die so sehr frühe Frühschicht macht schließlich schlimme Dinge mit unseren Hirnen.
Dann sage ich: Können wir machen, mein Schatz.
Er macht mehrfach den Mund auf und zu wie ein Fisch auf dem Trockenen und bleibt dabei stumm wie ein Fisch. Dann dreht er sich um, geht davon und grummelt: Ich hör jetzt auf.

12:15 Uhr: Er verabschiedet sich in die Mittagspause und macht noch eine kurze Übergabe. Öi!, sage ich. Wir wollten doch Liebe machen!
Er breitet die Arme aus, auf die Schreibtische deutend: Aber doch nicht hier!
Ich gucke mir meinen Schreibtisch an und denke: Warum eigentlich nicht? Breit genug isser! Und alle machen jetzt Mittag…
Wo denn?, frage ich.
Er stöhnt laut und verzweifelt und geht.

Muss ich eben allein Liebe machen…

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Mir läuft grad sehr die Nase, Erkältung und so. Ich habe also einen erhöhten Verbrauch an Taschentüchern und muss nachkaufen. Sehe im Laden das:My beautiful picture

und finde sofort: Süüüüüß. Gekauft.

Zu Hause zuppel ich das erste Tuch aus der Schachtel und sehe folgende Szene vor mir: Ich, noch etwas außer Atem von heißem Sex, reiche Mister X die Tücher, weil ihm – warum auch immer – danach verlangte. Und dann die rosa Elefanten.

Rrrrrrr.

Aber gut, wenn ihn die Snoopy-Bettwäsche noch nicht abgeschreckt hat…

Und wenn er denn überhaupt existierte

Notstand

Ein wiederkehrender Gedanke in der letzten Zeit: Ich werde nie wieder Sex haben!

Woher nehmen, in dieser Stadt, in der jeder jeden kennt, oder zumindest jemanden, der jemanden kennt? Selbst wenn man diskret sein wollte: Die Oma von gegenüber ist es nicht.

Woher nehmen, in einer Stadt, in deren meistgelesener Zeitung andauernd mein Name mit 1000% Wiedererkennungswert steht? Und jeder direkt weiß, wo ich arbeite und mit großer Wahrscheinlichkeit sogar irgendeinen Kollegen aus irgendeiner Abteilung kennt.

Da krieg ich, die Frau mit der Stalker-Sammlung, direkt Augenzucken.

Business-Plan für mein Sexleben: Halt doch in die große Stadt ziehen und Müller auf mein Klingelschild schreiben.

Nervennackt

Ich bin völlig durch. Ich habe 12 Tage am Stück gearbeitet und dank des hohen Krankenstandes und der vielen Urlauber allein gemacht, was sonst 3 bis 5 Leute machen. Bzw. einiges einfach nicht gemacht.

Dabei habe ich neue Rekorde aufgestellt, aber auch Tiefschläge gehabt. Die Technik hat intensivst gestreikt und mir Vieles kaputt gemacht. Der Kollege, der die Frühschichten gemacht hat, war schon immer lahm, neuerdings ist er auch noch unselbstständig. Und belästigte mich selbst in meiner Freizeit mit seinen Fragen. Eine neue Kollegin in leitender Position kann offensichtlich nichts, aber die Klappe weit aufreißen. Und wirklich tolle Reporterinnen fertig machen. Weil sie selbst nix rafft. Die Stimmung ist mies. Immerhin: Der Chef ist weiter hochzufrieden mit dem, was ich tue. Die Chefin fand, sie könne maulen. Der feine Unterschied: Der Chef sieht jeden Tag, was ich tue und was das für Ergebnisse gibt, die Chefin weiß nicht mal, wie man www schreibt. Geärgert hat es mich trotzdem. Drei Tage lang.

Genervt und gestresst von allen und allem bin ich mit dem dünnsten Nervenkostüm aller Zeiten durch die Woche gestapft. Praktisch nervennackt. Dass es keine Toten gab, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass ich zu beschäftigt war.

Ich bin so in Arsch, dass ich meine eigenen Gefühle und Reaktionen weder kontrollieren noch lesen kann.

Meine große Baustelle: Der Arbeitsgatte. Ich bin untervögelt und projiziere mein Fickbedürfnis auf ihn. Sein Auto nervt. Ich finde nicht ok, dass er nicht so nette Sachen über mein Pony sagt. Ich schmolle und rede nicht mit ihm. Er knuddelt mich ungebeten und intensiv. Ich lästere über Kollegen mit ihm. Kollegen grinsen sich nen Wolf über uns. Wir schicken uns flauschige und herzchenlastige Nachrichten. Wir streiten uns um Kuchen. Funkenflug. Erstaunliche Annäherung von Gesichtern trotz 20 Zentimetern Höhenunterschied. Abbruch des Manövers wegen Publikumsverkehr. Ich muss seinen Bart flauschen. Er zitiert mich zum Vier-Augen-Gespräch zwecks Herzausschüttung wegen Arbeitsfrust (seinerseits). Unterhaltung über die Ersthelfer-Situation in der Redaktion. Grinsend-schnaufender Abbruch des Gesprächs, als ich was zu Mund-zu-Mund-Beatmung sage. Bekanntgabe, dass er sich jetzt zu seiner Freundin begibt und Abflug.

Ich bin durch. Ich habe jetzt drei Tage frei. Dann habe ich vier Tage Feierabend, bevor er überhaupt anfängt. Dann habe ich zwei Tage frei. Neun Tage, um mein Hirn zu entnebeln. Und hoffentlich eine andere Lösung für meinen Vögelstatus gefunden zu haben.