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Biete: Auto Schrottkarre
Suche: Chauffeur Jemanden, der mich erschießt

Da bin ich nun auf meiner absolut unerfolgreichen Suche nach einer Wohnung fürs Katzi und mich im Umfeld einer Großstadt (ich bleib einfach in der Provinz, leckt mich doch am Arsch!) quasi umsonst und fürn Arsch Hunderte von Kilometern durch die Gegend gegurkt, Stresspegel wegen der Gesamtsituation (Umzug, Jobwechsel, keine Wohnung in Sicht, Freundin totsterbenskrank, die ganze Katzensituation – meine Katze umziehen, dann irgendwann ihre Katzen umziehen – Reifenplatzerpanik) über Nordseedeichniveau, Lkw-Reifen-Teil-Puzzle-Dusche, Auto klingt wie Panzer.

Moarch. Ich kann nicht mit einem Auto rumfahren (und meine Katze umziehen!), das ein ungeklärtes Problem hat (oder eine Fahrerin mit paranoiden Autogeräuschen), also fahre ich das Auto in die Werkstatt und mir war schon klar, dass die, wenn da ein Meeeedchen kommt und sagt: „Da is was mitn Auto, was weiß ich“, lauter lustige und sicher auch frei erfundene Sachen finden, die man schön abrechnen kann. Der Kostenvoranschlag über 1200 Euro (treffende Ferndiagnose meines Bruders: „Der Blei-zu-Gold-Wandler wurde getroffen!“) hat mich dann trotzdem über die berühmte Ecke gekickt. Kompletter Kontrollverlust und stundenlanges Geheule. Nicht wegen des Autos. Auch nicht wegen der Knete. Wegen der Gesamtsituation. Und weil es die Lösung des Problemstapels in keiner Weise vereinfacht, wenn ich mein Auto erstmal nicht benutzen kann. Denn auch wenn gewisse Posten unter „Bullshit und Gedöns“ verbucht werden können: Gemacht werden muss was (hat in ner anderen Werkstatt). Noch mal 1000 Kilometer kann ich das nicht so lassen.

Ich bin total überfordert und ich will das alles nicht. Ich kann grad einfach nicht mehr. Ich nehm jetzt einmal „Zitternd in der Ecke„.

Vorspulen, bitte!

Ich stelle fest: Es ist enorm stressig, wenn mitten in der schlimmschlimmen Depression Versuche, Dinge zu ändern, unerwartet erfolgreich verlaufen. Eigentlich möchte ich nur daliegen und Serien konsumieren und plötzlich muss ich meinen Job kündigen, meine Wohnung kündigen und sonst so alles, mitten im Lockdown eine neue Wohnung in 400 Kilometern Entfernung – in einem anderen Bundesland – suchen, die auch noch den Kriterien ihrer königlichen Hoheit, der Katze, entspricht und überhaupt.

Mein Schädel brummt. Mein Bauch tut weh. Ich will mich zusammenrollen.

Ist aber halt keine Option. Moarrr.

Sexstress

Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden. Das ist nichts Neues. Ich will es ändern. Ich stresse mich damit.

Andere Leute fragen, wollen wissen, obs was Neues gibt, ob sich was geändert hat, nein? Warum nicht? Das stresst mich.

Ich mache mir selbst genug Stress, danke, nett, dass ihr fragt, aber lasst mich in Ruhe!

Sex war lange eine Möglichkeit, Druck abzulassen. Den Kopf auszuschalten. Mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Zu genießen. Zu entspannen.

Dann verging mir die Lust.

Aber ich will, ich muss, ich brauche!

Jedes Fünkchen Lust muss riesige Erwartungen erfüllen. Und verkrümelt sich dann lieber schnell.

Mein Ventil gleitet mir durch die Hände, mein Garant für Wohlbefinden und Selbstbestätigung – wech.

Dass ehemalige und aktuelle und eventuell zukünftige Nummern immer wieder drängeln – wann und wo und wie? – macht es nicht besser.

Ich mache mir selbst genug Stress, danke, nett, dass ihr fragt, aber lasst mich in Ruhe!

Ich will mir eigentlich nur die Decke über den Kopf ziehen und Fast Forward drücken.

Und gleichzeitig will ich eine neue No., die mal nicht sone Flachpfeife ist. Mit der ich Gedankenpingpong spielen und epischen Sex haben kann. Mit einer Schulter zum Anlehnen, aber ohne Klammerreflex.

Sehr realistisch. Und woher nehmen? Bei meinem Leben zwischen Arbeit, Bett und Kurs tue ich sicher keine No. auf. Und aus dem Netz fischen ist auch keine Option. Dann kommt gleich wieder „wann und wo und wie?“ und wenn die Antwort lautet, in 300 Millionen Wochen hab ich vielleicht mal ein Wochenende frei, heißt das natürlich, sie hat kein Interesse. Und die Flachpfeifendichte ist gewaltig.

FF. Ich drücke ganz feste auf die Fernbedienung. FF. MANNO!!!

Ich kann das!

Ich kann das! Ich schaff das! Ich hab schon ganz andere Sachen geschafft.

Ich bin ganz ruhig. Ich bin so entspannt. Stress bringt dich keinen Schritt weiter. Der sorgt nicht dafür, dass du klarer denkst. Atme durch, hindere die Hände am zittern und denk an was Schönes.

ICH KANN DAS!