Und von vorn

So. Alle Möbel wieder aufgebaut. Nur eine Krise gekriegt. Längere Schrank-Krise, aber mit ein bisschen Fern-Expertise hat’s dann doch geklappt. Schränke laufen gelegentlich ein bei Umzügen. Oder dümmlichen Umziehenden. (Ich merks bei jedem Umzug: Tischler, heiraten und so. Das nächste Leben…)

Die Katze fragt, wann wir denn wohl endlich wieder nach Hause können. Am Anfang fand sie das Abenteuer ja noch ganz witzig, aber jetzt hat sie die Schnauze voll. Hier findet sie nur die Aussicht gut.

Jaaa, die Aussicht… Man kann alles andere als weit gucken, denn wir wohnen in der Spießerzone. ABER: Das Grün vor unserer Nase ist unsers. Garten, wunderschöne Terrasse und überall Blümschen. Dazu das Träumchen-Wetter, es macht mich enorm glücklich.

Alle Kisten ausgepackt, alle Regale eingeräumt, direkt wohnlich hier. Runde mit dem Fahrrad durchs Dorf gedreht, schöne alte Höfe und überdimensionierte Kirche besichtigt, Alpakas geflauscht, kein Eis gefunden, Pferde gerochen, die Berge im Hintergrund genossen. Also – was ein Fischkopp so als Berge bezeichnet.

Ich könnt jetzt ein bisschen Osterferien vertragen, aber morgen ist mein erster Arbeitstag. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA-.

Gesprächsfetzen

Der Arbeitsgatte hat mir Psycho-Wrack den Transporter durch die halbe Republik gefahren. Wir schmeißen meine Matratze ins Schlafzimmer und er verkündet: Endlich! Möbel schleppen, 400 Kilometer fahren und nochmal Möbel schleppen! Jetzt können wir vögeln! Ich lieg unten und mach nix!

Er wird übrigens im Oktober Vater 🎉 Und seine nur so mittelbegeisterte Frau erzählte es mir, bevor sie es ihm erzählte 🤪

💪

Melde abgeschlossene Zerlegung aller meiner Möbel. Allein. Inklusive Viertürer-Kleiderschrank. Weil ich wuppe ja immer alles allein. Ich habe nur geringfügige Schäden verursacht und nur zweimal geheult. Keine ernsthaften Verletzungen.

Trotzdem hätte ich jetzt gerne ne Massage. Und ich will nie wieder umziehen. Gelogen. Aber ich will nie wieder Marke Eigenschlepp umziehen!

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Biete: Auto Schrottkarre
Suche: Chauffeur Jemanden, der mich erschießt

Da bin ich nun auf meiner absolut unerfolgreichen Suche nach einer Wohnung fürs Katzi und mich im Umfeld einer Großstadt (ich bleib einfach in der Provinz, leckt mich doch am Arsch!) quasi umsonst und fürn Arsch Hunderte von Kilometern durch die Gegend gegurkt, Stresspegel wegen der Gesamtsituation (Umzug, Jobwechsel, keine Wohnung in Sicht, Freundin totsterbenskrank, die ganze Katzensituation – meine Katze umziehen, dann irgendwann ihre Katzen umziehen – Reifenplatzerpanik) über Nordseedeichniveau, Lkw-Reifen-Teil-Puzzle-Dusche, Auto klingt wie Panzer.

Moarch. Ich kann nicht mit einem Auto rumfahren (und meine Katze umziehen!), das ein ungeklärtes Problem hat (oder eine Fahrerin mit paranoiden Autogeräuschen), also fahre ich das Auto in die Werkstatt und mir war schon klar, dass die, wenn da ein Meeeedchen kommt und sagt: „Da is was mitn Auto, was weiß ich“, lauter lustige und sicher auch frei erfundene Sachen finden, die man schön abrechnen kann. Der Kostenvoranschlag über 1200 Euro (treffende Ferndiagnose meines Bruders: „Der Blei-zu-Gold-Wandler wurde getroffen!“) hat mich dann trotzdem über die berühmte Ecke gekickt. Kompletter Kontrollverlust und stundenlanges Geheule. Nicht wegen des Autos. Auch nicht wegen der Knete. Wegen der Gesamtsituation. Und weil es die Lösung des Problemstapels in keiner Weise vereinfacht, wenn ich mein Auto erstmal nicht benutzen kann. Denn auch wenn gewisse Posten unter „Bullshit und Gedöns“ verbucht werden können: Gemacht werden muss was (hat in ner anderen Werkstatt). Noch mal 1000 Kilometer kann ich das nicht so lassen.

Ich bin total überfordert und ich will das alles nicht. Ich kann grad einfach nicht mehr. Ich nehm jetzt einmal „Zitternd in der Ecke„.

Der erste Mensch…

Ich will Kaffee! Also öffne ich zielsicher eine Umzugskiste und fische meinen fair gehandelten Bio-Kaffee mit der gruseligen Öko-Bilanz, weil er aus Papua-Neuguinea eingeflogen wurde, heraus. Fehlt nur noch die French Press zum Glück. Kaffee, Kaffee, Kaffee.

Und ich finde das Scheißteil nicht. Fluch, grummel, brummel. KAFFEEEEEEE!

Ich durchwühle alle Kisten. Sie ist nirgends. Ich-will-KAFFEE!

Ich räume sämtliche Kisten aus und endlich in der allerletzten, liebevoll eingewickelt und in einem Suppentopf verstaut finde ich meine French Press! Kaffeeeee 🙂

Und so bin ich der wohl erste Mensch, der alle seine Umzugskartons nach nur wenigen Stunden in der neuen Wohnung leergeräumt hat.

Und der Bruder hält mir eine Tasse Kaffee vom Bäcker vor die Nase.

Bauchschmerzen

Da bin ich jetzt gut zwei Monate arbeitslos und habe nichts von dem getan, was ich mir für die Zeit vorgenommen hatte. Nicht mal einfach genießen konnte ich die Zeit, weil mir immer die Frage auf den Magen schlug: „Was, wenn ich keinen neuen Job finde?“

Dann tat sich ein neuer Job auf und ich Volltrottel habe den Arbeitsbeginn auf den nächstsinnvollen Zeitpunkt gelegt, nicht etwa auf den 1. März oder so, ein Datum, das es mir ermöglich hätte, noch in Ruhe und ohne nervige Termine ein bisschen Südhalbkugelsommer zu genießen.

So bin ich in dieser kurzen Zeitspanne zwischen Zusage und Arbeitsbeginn damit beschäftigt, einen Umzug über mehrere Hundert Kilometer zu organisieren. Und nichts klappt, wie ich mir das vorstelle. Oarrr. Und ich bin wirklich ein alter Umzugshase: In den vergangenen zehn Jahren bin ich ohne Übertreibung fast 20 Mal umgezogen. (Davon allerdings mindestens etwa 15 Mal mit nicht viel mehr als einem Koffer…)

Und es ist nicht so, dass sich das Thema Zukunftsangst erledigt hätte. Ich hadere mit meiner Entscheidung, die ja nun schon aus der Verlegenheit heraus getroffen wurde, dass sonst nichts in Aussicht war. Ich fürchte, ich werde viel Zeit mit Dingen beschäftigt sein, für die ich mir immer zu schön war (ein Grund, warum ich nicht schon viel früher den Job gewechselt habe). Auf der anderen Seite werde ich mit Vielem konfrontiert sein, von dem ich keine Ahnung habe. Ich habe mich im Vorstellungsgespräch recht großkotzig gegeben und auch beim Gehaltswunsch auf die Kacke gehauen – ich fürchte, damit habe ich die Latte selbst ganz schön hoch gehängt. (Gut, die haben auch selber Schuld, dass sie meine Fähigkeiten nicht kritisch hinterfragt haben – tolle Journalisten – und meine Gehaltsvorstellungen einfach so geschluckt haben.)

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich Bock auf den Job haben werde und ob ich überhaupt die Probezeit überstehe – und dafür ziehe ich jetzt ans Ende der Welt und versenke den ein oder anderen Euro in den Umzug.

Nein, mir ist nicht wohl dabei…

Und manches löst sich von ganz allein

Was mir doch immer noch ein wenig Bauchschmerzen bereitet hat, war der Transport meiner Möbel.

Toller Rat, immer wieder: Miete halt nen Transporter. Ja danke, und den fährt wer?

Ich bin nie gut gefahren, ich bin nie gerne gefahren und ich bin seit etwa zehn Jahren nicht mehr regelmäßig gefahren. Und nu soll ich einen Transporter, der weder mir noch der Familie gehört, voll mit Kram quer durch die Republik schaukeln?

SCHNAPPATMUNG.

Mein Papa stand bereit, mit seinem Anhänger vorbeizukommen, aber der stresst sich immer so und der hat Hüfte, das war mir irgendwie unlieb. Und in sein Hängerchen geht auch nicht mein ganzer Kram. Mpf.

Da rief mich gestern mitten in der Nacht (halb zehn, wie unchristlich ist das denn bitte?) eine Bekannte an, weil sie im Stau stand und sich langweilte und mal hören wollte, wies so läuft. Und wos denn nu hingeht? Wieder gen Norden? Sollen wir dir beim Umzug helfen?

Hm? Und Hunderte Kilometer durch die Gegend donnern?

Ja klar, wir ham doch n großes Auto und nen Pferdehänger und dann können wir uns da mal die Stadt angucken.

Sie sind doch amaaaaaaazing.

Als Gegenleistung soll ich während ihres Urlaubs nächstes Jahr ihre Pferde und den Kater hüten. Das sollte ich ja wohl hinkriegen…

Es sind die kleinen Dinge…

Ich versuche, die Woche Revue passieren zu lassen und ich sehe nur gähnende Langweile (ooh, wie ich mir dir am Sonntag um 18 Uhr wünschen werde). Ich musste tatsächlich im Blog wühlen, um mich an Sonntag zu erinnern. Nun gut. Amaaaaaazing.

Ansonsten muss ich mich an der letzten Stunde erfreuen, da kam eine zur Vorabnahme der Wohnung und sie hat nix von streichen gesagt (oder notiert). HA. Amaaaaaazing.

Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich meinen Krempel von A nach B kriege und alles is geklärt… (Gut, nen neuen Job finden wär vielleicht noch ganz praktisch…)