Der erste Mensch…

Ich will Kaffee! Also öffne ich zielsicher eine Umzugskiste und fische meinen fair gehandelten Bio-Kaffee mit der gruseligen Öko-Bilanz, weil er aus Papua-Neuguinea eingeflogen wurde, heraus. Fehlt nur noch die French Press zum Glück. Kaffee, Kaffee, Kaffee.

Und ich finde das Scheißteil nicht. Fluch, grummel, brummel. KAFFEEEEEEE!

Ich durchwühle alle Kisten. Sie ist nirgends. Ich-will-KAFFEE!

Ich räume sämtliche Kisten aus und endlich in der allerletzten, liebevoll eingewickelt und in einem Suppentopf verstaut finde ich meine French Press! Kaffeeeee 🙂

Und so bin ich der wohl erste Mensch, der alle seine Umzugskartons nach nur wenigen Stunden in der neuen Wohnung leergeräumt hat.

Und der Bruder hält mir eine Tasse Kaffee vom Bäcker vor die Nase.

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Bauchschmerzen

Da bin ich jetzt gut zwei Monate arbeitslos und habe nichts von dem getan, was ich mir für die Zeit vorgenommen hatte. Nicht mal einfach genießen konnte ich die Zeit, weil mir immer die Frage auf den Magen schlug: „Was, wenn ich keinen neuen Job finde?“

Dann tat sich ein neuer Job auf und ich Volltrottel habe den Arbeitsbeginn auf den nächstsinnvollen Zeitpunkt gelegt, nicht etwa auf den 1. März oder so, ein Datum, das es mir ermöglich hätte, noch in Ruhe und ohne nervige Termine ein bisschen Südhalbkugelsommer zu genießen.

So bin ich in dieser kurzen Zeitspanne zwischen Zusage und Arbeitsbeginn damit beschäftigt, einen Umzug über mehrere Hundert Kilometer zu organisieren. Und nichts klappt, wie ich mir das vorstelle. Oarrr. Und ich bin wirklich ein alter Umzugshase: In den vergangenen zehn Jahren bin ich ohne Übertreibung fast 20 Mal umgezogen. (Davon allerdings mindestens etwa 15 Mal mit nicht viel mehr als einem Koffer…)

Und es ist nicht so, dass sich das Thema Zukunftsangst erledigt hätte. Ich hadere mit meiner Entscheidung, die ja nun schon aus der Verlegenheit heraus getroffen wurde, dass sonst nichts in Aussicht war. Ich fürchte, ich werde viel Zeit mit Dingen beschäftigt sein, für die ich mir immer zu schön war (ein Grund, warum ich nicht schon viel früher den Job gewechselt habe). Auf der anderen Seite werde ich mit Vielem konfrontiert sein, von dem ich keine Ahnung habe. Ich habe mich im Vorstellungsgespräch recht großkotzig gegeben und auch beim Gehaltswunsch auf die Kacke gehauen – ich fürchte, damit habe ich die Latte selbst ganz schön hoch gehängt. (Gut, die haben auch selber Schuld, dass sie meine Fähigkeiten nicht kritisch hinterfragt haben – tolle Journalisten – und meine Gehaltsvorstellungen einfach so geschluckt haben.)

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich Bock auf den Job haben werde und ob ich überhaupt die Probezeit überstehe – und dafür ziehe ich jetzt ans Ende der Welt und versenke den ein oder anderen Euro in den Umzug.

Nein, mir ist nicht wohl dabei…

Und manches löst sich von ganz allein

Was mir doch immer noch ein wenig Bauchschmerzen bereitet hat, war der Transport meiner Möbel.

Toller Rat, immer wieder: Miete halt nen Transporter. Ja danke, und den fährt wer?

Ich bin nie gut gefahren, ich bin nie gerne gefahren und ich bin seit etwa zehn Jahren nicht mehr regelmäßig gefahren. Und nu soll ich einen Transporter, der weder mir noch der Familie gehört, voll mit Kram quer durch die Republik schaukeln?

SCHNAPPATMUNG.

Mein Papa stand bereit, mit seinem Anhänger vorbeizukommen, aber der stresst sich immer so und der hat Hüfte, das war mir irgendwie unlieb. Und in sein Hängerchen geht auch nicht mein ganzer Kram. Mpf.

Da rief mich gestern mitten in der Nacht (halb zehn, wie unchristlich ist das denn bitte?) eine Bekannte an, weil sie im Stau stand und sich langweilte und mal hören wollte, wies so läuft. Und wos denn nu hingeht? Wieder gen Norden? Sollen wir dir beim Umzug helfen?

Hm? Und Hunderte Kilometer durch die Gegend donnern?

Ja klar, wir ham doch n großes Auto und nen Pferdehänger und dann können wir uns da mal die Stadt angucken.

Sie sind doch amaaaaaaazing.

Als Gegenleistung soll ich während ihres Urlaubs nächstes Jahr ihre Pferde und den Kater hüten. Das sollte ich ja wohl hinkriegen…

Es sind die kleinen Dinge…

Ich versuche, die Woche Revue passieren zu lassen und ich sehe nur gähnende Langweile (ooh, wie ich mir dir am Sonntag um 18 Uhr wünschen werde). Ich musste tatsächlich im Blog wühlen, um mich an Sonntag zu erinnern. Nun gut. Amaaaaaazing.

Ansonsten muss ich mich an der letzten Stunde erfreuen, da kam eine zur Vorabnahme der Wohnung und sie hat nix von streichen gesagt (oder notiert). HA. Amaaaaaazing.

Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich meinen Krempel von A nach B kriege und alles is geklärt… (Gut, nen neuen Job finden wär vielleicht noch ganz praktisch…)