Oh, ein Jubiläum

Zur Abwechslung schreibt No. 1 mal wieder. Der alte Stalker hat sich sogar extra ein neues Facebook-Profil zugelegt.

Weil ich bei der Arbeit sitze und mir sehr, sehr langweilig ist, lasse ich mich auf einen Chat ein. Letztlich schreiben wir meine ganze Schicht lang. Es ist über weite Strecken eine ganz normale Unterhaltung mit viel des von mir so geliebten Intello-Gedanken-Ping-Pongs. Oft muss ich sehr lachen.

Und wie immer frage ich mich: Was treibt ihn immer wieder dazu, mir so aus dem Nichts zu schreiben? Wer läuft denn rum und denkt: Hach, heut schreib ich mal meiner Ex?

Er schreibt: Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe, als ich mich damals auf dich eingelassen habe. Ich hatte doch so glücklich vor mich hingelebt.

Ich denke: Du hättest dich nicht einlassen müssen. DU hast darauf gedrängt, das was läuft.

Ich denke an die warme Septembernacht, in der er mir auf einer Bank am Fuße der Sagrada Familia zum ersten Mal auf die Pelle gerückt ist.

Und plötzlich weiß ich, warum er ausgerechnet heute schreibt: Das ist ziemlich haargenau zehn Jahre her. Wie sentimental von ihm…

Advertisements

Damals…

Mir geht eine Sache, die No. 3 damals in Berlin zu mir gesagt hat, nicht aus dem Kopf.

Total albern.

Wir faselten etwas zu unserer Haltung zu Beziehung oder nicht Beziehung.

Er erählte einen Schwank aus seinem Leben:

– Vor ein paar Monaten habe ich jemanden kennen gelernt. Das war nur als Sexgeschichte gedacht, aber wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass da mehr ist. Aber dann musste sie wegziehen und es ist nichts draus geworden.

Ich habe dem keine Bedeutung zugemessen und erzählte meinerseits einen Schwank aus meinem Leben.

Jetzt kommt mir das immer wieder in den in den seltsamsten Momenten in den Sinn.

Und frage mich: Meinte er mich?

Etwa ein Jahr ist zwar etwas mehr als ein paar Monate, aber sonst passt die Story…

Grmpf, das wird mir jetzt ewig durch den Kopf gehen.

12…

So sehr ich es manchmal verfluche, in wenigen Bruchteilen einer Sekunde wieder zu einer Zwölfjährigen zu werden – hin und wieder sehne ich mich nach dieser Zeit.

Tage hatten deutlich mehr Stunden, Sommer mehr Monate, Zeit war unendlich vorhanden. Die Zukunft war ein wabriges Gebilde am Ende des Abiturs, das so weit weg war… Etwa auf dem Mars.

Wichtig war das Pferd, ein gutes Buch und sonst nix.

Jungs waren doof, Sex eklig und Geld Nebensache.

Hmmm.

Einmal nach Zwölfland bitte!

Hätte, könnte, würde…

No. 5 hat festgestellt, dass das mit seiner Ex nicht so läuft, wie er sich das vorstellt.

Jetzt hatte er seit Wochen keinen Sex.

Und ihm fiel ein, dass seine Ex eher prüde im Bett war.

Jetzt denkt er offenbar sehnsüchtig an den Sex mit mir. Und beklagt sein Schicksal, dass das ja nu vorbei ist.

Ich erhalte ellenlange Mails mit seinen Phantasien.

Wie er mich fesselt und seinen Schwanz in meine Löcher schiebt und so. Und Hans-Dieter, der Dildo, kommt auch oft vor.

Jetzt bin ich total aufgegeilt. -.-