Vorspulen, bitte!

Ich stelle fest: Es ist enorm stressig, wenn mitten in der schlimmschlimmen Depression Versuche, Dinge zu ändern, unerwartet erfolgreich verlaufen. Eigentlich möchte ich nur daliegen und Serien konsumieren und plötzlich muss ich meinen Job kündigen, meine Wohnung kündigen und sonst so alles, mitten im Lockdown eine neue Wohnung in 400 Kilometern Entfernung – in einem anderen Bundesland – suchen, die auch noch den Kriterien ihrer königlichen Hoheit, der Katze, entspricht und überhaupt.

Mein Schädel brummt. Mein Bauch tut weh. Ich will mich zusammenrollen.

Ist aber halt keine Option. Moarrr.

Es sind die kleinen Dinge…

Ich versuche, die Woche Revue passieren zu lassen und ich sehe nur gähnende Langweile (ooh, wie ich mir dir am Sonntag um 18 Uhr wünschen werde). Ich musste tatsächlich im Blog wühlen, um mich an Sonntag zu erinnern. Nun gut. Amaaaaaazing.

Ansonsten muss ich mich an der letzten Stunde erfreuen, da kam eine zur Vorabnahme der Wohnung und sie hat nix von streichen gesagt (oder notiert). HA. Amaaaaaazing.

Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich meinen Krempel von A nach B kriege und alles is geklärt… (Gut, nen neuen Job finden wär vielleicht noch ganz praktisch…)

 

404

In einer Stadt, in der ich nicht leben will, für einen Job, der mir keinen Spaß mehr macht, scheiße bezahlt ist und dämliche Arbeitszeiten mit sich bringt, in einer Wohnung, die mich nervt und in der es schon wieder von der Decke tropft.

Irgendwie kommt mir ein Job an der Supermarktkasse in der Heimat grad attraktiv vor…

Die Transformation eines 200-Kilo-Manns

Ich stiefle die Treppe hoch.

Will den Nachbarn von oben drüber fragen, ob vielleicht der Abfluss seines Balkons verstopft ist. Denn der ist genau über der Stelle, an der der Regen von meiner Wohnung in die Welt drang.

Ich kenne den Nachbarn nicht. Nur vom Hören. Wenn er durch seine Bude stampft. Mit so viel Nachdruck, dass meine Wände vibrieren und mein Schädel dröhnt.

Deshalb rechne ich mit einem 200-Kilo-Mann.

Der ist wohl nicht zu Hause. Stattdessen öffnet Adonis die Tür. Zwei Meter, durchtrainiert, Drei-Tage-Bart.

Seine Bude ist winzig. Chaotisch. Aber nicht schmuddelig. Student nehme ich an.

Lecker.

Wie machen das bloß die Leute in den Pornos immer, dass es so nahtlos übergeht von: „Ich glaub, da ist ein Loch in meiner Decke“ zu „Hose runter, rein ins Bett“?

Ich brauch einen Grund, wieder da hoch zu gehen. In einem netteren Outfit…

Der Ursprung des Regens

Draußen ist Sintflut.

Heringe schwimmen vorbei.

Wasser rinnt von der Decke bis zum Boden. Zentimeter für Zentimeter löst sich die Tapete von der Wand. Kleine, weißliche Pfützchen bilden sich auf dem Laminat.

Anruf beim Vermieter.

Nein, das kann nicht sein. Das kann nicht vom Regen kommen. Der Regen kann doch UNMÖGLICH in die Wohnung eindringen.

Nein, nein, der Regen dringt von meiner Wohnung in die Welt.